Illustration von Daniel Stelter
Ökonom Daniel Stelter / Illustration: Sören Kunz

Wohin mit Ihrem Geld? - Vom Ende der ruhigen Jahre

Die Demografie verändert das wirtschaftliche Umfeld grundlegend: weniger Erwerbstätige, höhere Sozialausgaben, mehr Schulden und Inflationsdruck. Für Anleger heißt das: Die Strategien der vergangenen 30 Jahre greifen nicht mehr. Sachwerte, Gold und breite Diversifikation werden wichtiger.

Daniel Stelter

Autoreninfo

Daniel Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums „Beyond the Obvious“. Zuvor war er bei der Boston Consulting Group (BCG). Zuletzt erschien sein Buch „Ein Traum von einem Land: Deutschland 2040“.

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Der britische Ökonom Charles Goodhart, mittlerweile bald stolze 90 Jahre alt, hat der britischen Financial Times im Mai einen Satz gesagt, den man sich merken sollte. „From now on, demography is going to make life worse and worse and worse.“ Ab jetzt macht die Demografie das Leben schlechter und schlechter und schlechter. Gemeint sind damit nicht die mit der Alterung verbundenen Gebrechen, sondern die ökonomischen Folgen. Gemeinsam mit seinem Co-Autor Manoj Pradhan hat Goodhart in den Büchern „The Great Demographic Reversal“ (2020) und „The Unanchored Central Banker“ (2026) eindrücklich erklärt, dass wir vor einem grundlegenden Wandel des wirtschaftlichen Umfelds stehen.

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Sebastian Niemeyer | Di., 29. September 2026 - 00:32

Guter Artikel.

Leider ist noch nicht tief genug im Bewusstsein der Anleger verankert, dass die letzten 30 Jahre von vielen Sonderfaktoren getrieben waren, die heute nicht mehr gelten.

Schade: Gerade sind die Deutschen aufgewacht, schon verschlafen sie den nächsten Trend.

Die Gewichtung von Gold halte ich grundsätzlich für gut. Gold hat allerdings seine eigenen Probleme. Der Transport kann mehr als 1 % des Wertes fressen. Umgeht man dies, so wie Venezuela mit seinen Reserven in London, schafft man sich neue Risiken. Siehe wiederum Venezuela.

In einer Low-Trust-Welt wird perspektivisch Bitcoin eine Rolle als Asset ohne Gegenparteirisiko spielen. Die Transportkosten sind gering, und es besteht kein Jurisdiktionsrisiko. Perfekt, wenn Institutionen an Vertrauen verlieren.

Vorausgesetzt, das Security-Budget-Problem schlägt nicht zu, was ich für gefährlicher halte als Quantencomputer.

Aber bis zu 5 % Bitcoin sollten drin sein.