- Die sechs Fehler des Klaus Schwab
Das World Economic Forum wurde einst als intellektuelle Impulsstätte für Visionäre geschaffen. Heute prägen Schlagzeilen über Manipulation, Hinterzimmerdeals und Missmanagement das Image. Wie konnte es so weit kommen? Ein Insiderbericht.
Viele Jahre lang war das Faszinosum des World Economic Forum (WEF) für jeden greifbar, der sich glücklich schätzte, nach Davos eingeladen worden zu sein. Oft wurde hier vorgedacht, was später Realität werden sollte. Zum Beispiel diskutierten die ehemaligen Chefs von Audi und VW, Martin Posth und Ferdinand Piech, im Jahr 1988 in kleinster Runde ergebnisoffen über das Für und Wider eines stärkeren Engagements in China. Eher als Impuls, denn als Vortrag vermittelt. Brainstorming statt Verkaufen. Nur kurze Zeit später weiteten beide Automobilbauer ihr Asiengeschäft aus, China wurde zum neuen Fokuspunkt der deutschen Automobilindustrie. In jeder dieser kleinen Runden fanden sich Akademiker, die aus dem Anekdotischen das Systemimmanente herausfilterten, die kleine Ideen groß machten und somit aus dem Meer der Theorie Flüsse der praktischen Relevanz ableiteten.
Die intellektuelle Dynamik des WEF war so besonders, dass sich selbst große Persönlichkeiten zurücknahmen, um die Evolution der Ideen nicht zu stören. So bleibt ein regionales WEF am Toten Meer in Jordanien in Erinnerung, auf dem sich der damals nicht mehr ganz so neue US-Außenminister Colin Powell von Session zu Session „schlich“, um Mäuschen zu spielen. Zu faszinierend waren für ihn die vielfältigen Perspektiven, die in vier Tagen verdichtet präsentiert wurden. Und er wollte auf keinem Fall im Zentrum stehen oder die Diskussionen in die eine oder andere Richtung durch eine wie auch immer geartete eigene Beteiligung beeinflussen.
Ohne Geld geht es nicht
Wie bei jedem Kunstwerk dominiert Können und weniger die Show. Wer Apple vor allem mit Steve Jobs erklären will, muss ähnlich scheitern wie alle, die das WEF auf Klaus Schwab reduzieren. Und doch war schon damals klar: Ohne Geld geht es nicht. Lange bevor „Bail-Out“ zum festen Begriff für Unvermögen wurde, benötigte der Professor aus Süddeutschland die Ressourcen aus dem benachbarten Vevey. Nur zu gern half der legendäre Chef des dort ansässigen Konsumgüter-Riesen Nestlé, Helmut Maucher, aus. Der Allgäuer hatte den Wert eines jährlichen Brainstormings für sein Top-Management erkannt. Teilnahme „beim Schwab“ war nicht verhandelbar. Jahr für Jahr komponierte das finanziell nun üppig ausgestattete Forum ein faszinierenderes Feuerwerk an Impulsgebern, das Davos zu einem Ort für Aufklärer und Freidenker werden ließ.
Wenn alles so idyllisch klingt: Warum dominieren heute stattdessen die Schlagzeilen von Missmanagement am protzigen Stammsitz des WEF in Cologny? Derzeit wird vor allem über vermeintliche Manipulationen von WEF-Studien durch Schwab berichtet. Was dabei vergessen wird: Klaus Schwab standen seine Geldgeber schon immer näher als die eigentliche Forschung. Bezeichnend dafür eine Anekdote aus den frühen 2000er Jahren. Nach den Terror-Anschlägen auf New York und Washington am 11. September 2001 führte das WEF eine Studie durch. In zwölf islamischen und zwölf westlichen Ländern sollte untersucht werden, wie es mit der Dialogbereitschaft mit der jeweiligen „Gegenpartei“ aussieht.
Hier sind die Ergebnisse der Studie.
Die Vorbereitungen liefen über Jahre und im Januar 2009 war es dann soweit. Weltweit hatten die Medien über die Resultate berichtet, doch wer den Bericht nun im Konferenzzentrum in Davos erhalten wollte, sah sich erst ent- und dann getäuscht: Schwab untersagte die Verbreitung, weil ihm das Resultat nicht passte: Die USA lagen schon damals auf Gesamtrang 19 von insgesamt 24 Nationen. Für Nicht-Wirtschaftswissenschaftler nicht unbedingt eine Überraschung, aber der WEF-Gründer wollte seinen überwiegend aus den Vereinigten Staaten kommenden Geldgebern solch ein Resultat nicht präsentieren. Erst als am späten Nachmittag des letzten Konferenztages in der Stiftungsratssitzung der Erzbischof von Canterbury seine legendäre Frage stellte („Klaus, where is our Report?“), ließ der WEF-Gründer die Studie auflegen. Als kaum noch jemand im Konferenzzentrum war. Und am folgenden Montag griff er zum Telefon und kündigte das Forschungsvorhaben auf. Natürlich nur, um ein paar Jahre später wieder auf denselben Zug aufzuspringen, aber das ist eine andere Geschichte.
Ein Scheitern Schwabs war schon lange absehbar
Die Anekdote ist bezeichnend, und sie passt in die Berichterstattung über ethisches und finanzielles Fehlverhalten, das dem mittlerweile 87-jährigen Schwab vorgeworfen wird. Im April trat Klaus Schwab als Vorsitzender des WEF-Kuratoriums zurück, die Aufarbeitung der Vorkommnisse der vergangenen Jahrzehnte hat wahrscheinlich gerade erst so richtig begonnen. Ein Scheitern Schwabs war aber schon lange absehbar. Weil er sechs große Fehler gemacht hat und damit sechs Grundprinzipien des Managements ausgerechnet beim WEF seit Jahrzehnten bewusst ignoriert werden.
Erstens, dem Forum fehlte schon immer eine den Ansprüchen gerecht werdende Führung. Ja, Personalführung ist Chefsache. Da Klaus Schwab aber keine Götter neben sich ertragen konnte, stellten sich bald Probleme im Führungsteam ein. Die polyglotte Analytikerin Maria Cattaui-Livanos wurde ebenso vom Hof gejagt wie Andre Schneider, der 2010 aus „persönlichen Gründen“ als WEF-Geschäftsführer zurücktrat. Zuvor musste Jose Maria Figueres aus seltsamen Gründen gehen: ein begnadeter Motivator, der sich um das Herz des WEF-Teams verdient gemacht hatte. Die Gründe, die Schwab gegen den früheren Präsidenten von Costa Rica vortrug, muten bis heute geradezu lächerlich an im Vergleich zu den Fauxpas, die sich der WEF-Gründer selbst erlaubte. Und so, wie Klaus Schwab glaubte, mit seinem Kollegenteam auf oberster Ebene umgehen zu dürfen, so setzte es sich auf den unteren Ebenen fort – ohne dass die Aufsichtsgremien aktiv wurden.
Das WEF wurde zur Gelddruckmaschine
Zweitens: Klaus Schwab reduzierte die schier unerschöpfliche Quelle an intellektueller Vielfalt auf eine unersättliche Gelddruckmaschine. In den frühen Jahren, den 1980ern und 1990ern, sorgte neben Nestlé ein Netzwerk von 34 weiteren strategischen Partnern dafür, dass genug Geld und Wissen zur Verfügung standen, um für ein konstantes Wachstum des Forums zu sorgen. Der Mix zwischen Mittelstand und Blue-Chips war halbwegs balanciert, ein guter Austausch zwischen Hidden Champions und Börsenstars war möglich. Aber schnell bootete Schwab persönlich die typischen Mittelständler aus und konzentrierte sich auf zahlungskräftige Großunternehmen. Und aus 35 strategischen Partnern, die jeweils mittlere sechsstellige Summen auf den Tisch legten, wurden mit der Zeit ganze 220. Und was „erwirbt“ ein solcher Partner? Sichtbarkeit. Da das jährliche Treffen in Davos aber nur rund 200 Veranstaltungen ausweist, gab es im Laufe der Zeit kein Panel und keine Session mehr, für die nicht „bezahlt“ wurde. Wie kann da noch inhaltliche Exzellenz ausschlaggebend für Themen und Zusammensetzung der Impulsgeber sein?
Drittens, und folglich, büsste das WEF seine inhaltliche Exzellenz ein. Besonders in Erinnerung blieb, dass in den späten 1990ern und frühen Nuller Jahren ein Münchner LMU-Professor namens Albrecht von Müller die Davos-Gänger mit seinen sogenannten „Think Tools“ begeisterte. Der Philosoph und Physiker hatte eine faszinierende Methode entwickelt, um größte Herausforderungen in Politik, Wirtschaft, Medizin und Bildung auf smarte Art und Weise zu kondensieren und gleichermaßen logisch wie optisch anregende Weiterentwicklungen zu ermöglichen. Zum Beispiel hatte er, im Auftrag der damaligen Bundesregierung, mit dem Amtsantritt von Nelson Mandela als Staatspräsident von Südafrika im Jahr 1991 zur Überwindung der Apartheit Handlungstechniken entwickelt, die er in Davos vor einem erstaunten Publikum vorstellte. Oder Andreas Heinecke, einer der ersten Social Entrepreneurs, der den Top-Managements von Konzernen und Regierungen die Kraft von immateriellen Vermögenswerten vermittelte.
In den Anfangsjahren des WEF, als es nur 35 strategische, also zahlende, Partner gab, war für solche Exoten noch Platz – bei 220 Sponsoren aber nicht mehr. Und so verlor das WEF im Laufe der Jahre seine Kreativität, seine Einzigartigkeit und sein kollektives Wissen – zumal Klaus Schwab Jahr für Jahr Ende November das Programm der Januar-Konferenz über den Haufen schmiss, weil für ihn relevante Personen oder Parteien nicht die Berücksichtigung erhielten, die er für angemessen erachtete. Entsprechend demotiviert war sein Team, das über acht Monate genau an diesem Programm gearbeitet hatte.
Schwab schlug sich selbst für den Nobelpreis vor
Viertens, Klaus Schwab und das WEF verloren im Laufe der Zeit jede Demut vor der Größe der Aufgabe. Bescheidenheit ist eine Zier. Und wenn man den Höhepunkt der weltweiten Wahrnehmungsskala erklommen hat, können Fehler passieren. Dass sich ein Klaus Schwab in Interviews aber selbst für den Nobelpreis vorschlägt (was mehr als einmal geschah), sollte besser nicht vorkommen. Auch dass er glaubte, sein langjähriges Mitglied des Aufsichtsrates, den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan, bei eisigen Temperaturen nicht vom schneebedeckten Bahnhof in Davos abholen zu lassen, nur weil der nun 80-Jährige keine offizielle UN-Funktion mehr innehatte, mag wie eine unappetitliche Petitesse wirken. Doch die Anekdoten stehen sinnbildlich für die Hybris, die beim WEF eher zur Regel als zur Ausnahme wurde.
Fünftens, Schwab hat weder Vorkehrungen für seine Nachfolge getroffen, noch jemanden aufgebaut, der sein natürlicher Nachfolger werden könnte. Zwar trug er seine körperliche Fitness demonstrativ Jahr für Jahr beim Engadiner Marathon zur Schau, doch das allein heißt gar nichts. Schon vor 20 Jahren musste sich der Schwabe gleich drei Mal vom Assistenten des jordanischen Königs in seiner Abschlussrede unterbrechen lassen, weil er Relevantes vergessen hatte. Vor 1000 Honoratioren und laufender Kamera wurde sichtbar, dass Schwab schon damals nicht mehr die Kraft hatte, eine solche Riesenveranstaltung erfolgreich zu Ende zu führen. Jeder andere wäre unmittelbar im Anschluss freiwillig zurückgetreten oder von seinen Aufsichtsgremien würdevoll, hinter verschlossenen Türen, zum Rückzug gedrängt worden. Doch beim WEF wurde so getan, als wäre nichts geschehen.
Das WEF ist mehr als nur Klaus Schwab
Sechstens: Geld war nicht der einzige Grund für die zunehmende Abkehr des WEF von inhaltlicher Exzellenz. Auch Ruhm und Reputation spielten eine Rolle. Und dafür tat Klaus Schwab alles. Bezeichnend dafür eine andere Anekdote. Vielen sind sicherlich noch die Ausschreitungen am Rande der Treffen in Davos in Erinnerung: Autos wurden angezündet, Fensterscheiben von McDonalds und anderen Multinationalen gingen zu Bruch, und so weiter. Schwab konnte sich einfach nicht erklären, wie er weltweit zur Symbolfigur der Anti-Globalisierungsgegner geworden war. Erst als ihn, im Anschluss an eine seiner vielen wenig inspirierenden Vorlesungen an der Zürcher Universität, ein wütenden Mob auf das Dach der Hochschule gejagt hatte, willigte Schwab ein, sich von Experten beraten zu lassen.
Und siehe da: Endlich öffnete Schwab das zuvor hermetisch abgeriegelte Davoser Konferenzzentrum auch für Medien jenseits seiner Lieblinge wie dem Wall Street Journal, der Financial Times oder dem Handelsblatt. Er erlaubte dem eher linken Schweizer Tagesanzeiger sowie der Süddeutschen Zeitung ein Doppelinterview zwischen dem Erzbischof von Canterbury sowie dem Gründer und Chef von Transpareny International, Peter Eigen. Beide Zeitungen druckten es prominent ab – und erhielten im Gegenzug die Zugangskarte ins „innere Davos“. Kaum lasen die Linken, dass ihre Galionsfiguren selbst beim WEF waren und dies auch gut begründen konnten, war jeglicher Grund für die brennenden Autos hinfällig. Wie ein Soufflee fielen die Proteste im Jahr 2003 in sich zusammen.
Es ist unklar, wie die Zukunft von Klaus Schwab aussehen wird, doch das World Economic Forum ist mehr als er, ist mehr als nur eine Person. Die Einzigartigkeit des Forums, dieses Wunders von Davos, hat viele Gründe. Und vielleicht sind es die kleinen Gründe, die stillen, die banal wirken, sich praktisch aber machtvoll entfalten, die neben dem ursprünglichen Fokus auf absolute inhaltliche Exzellenz eine Rolle spielen. Der Zeitpunkt zum Anfang des Jahres beispielsweise, wenn der Rest des Kalenders noch unbefleckt vor den Teilnehmern liegt. Oder die Abgeschiedenheit des Tagungsortes, der sich weder für andere Termine eignet noch dazu einlädt, nach einem Vortrag sofort wieder abzureisen. Oder die Schneepracht der imposanten Berge, die den Teilnehmern eine Perspektive von Größe und Menschsein zugleich vermittelt, die in den Häuserschluchten von New York oder den engen verregneten Straßen Londons nur selten aufkommen kann. Schon allein aus diesen Gründen ist mir um die Zukunft des WEF nicht bange. Denn das WEF ist, und war schon immer, mehr als nur Klaus Schwab.
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anfangs vor allem Klaus Schwab gewesen sein mag und dann noch lange auf seinen Schultern ruhte, so kann es ja über sich/ihn hinausgewachsen sein.
Hohe Transparenz wäre ein guter Leitstern um weiterzumachen und eine breite organisatorische Aufstellung.
Ich bin dem WEF nicht zugeneigt, sehe aber doch den Punkt, dass es sich ohne vorhandenen Bedarf gar nicht so groß(artig) hätte entwickeln können.
Ich betone jedoch gewählte, mindestens öffentlich zusammengesetzte oder beeinflußte Gremien, wie die UNO, das WTO etc.
Es reicht z.B. nicht für deutsche Spitzenpolitiker, in Davos Reden zu halten und sich im Inland eher bedeckt zu halten.
Für mich ist Davos auch keine Empfehlung, wenn es um die Besetzung wichtiger politischer Ämter geht.
Herr Schwab hätte sich im Ernst für eine Art "Gott" gehalten?
Das scheint eine allgemeine Versuchung der letzten Jahrhunderte zu sein.
Andererseits wollen Menschen zusammenkommen und reden können.
NGOs ff. gehören zum bunten Treiben der Menschheit...
"Oft wurde hier vorgedacht, was später Realität werden sollte:" Was Sie da so locker schreiben, war vor 10 Jahren noch eine bösartige Verschwörungstheorie, obwohl alle Welt sehen konnte, wer sich dort traf und man kurz danach am eigenen Leib erleben konnte, was von dem Wirklichkeit wurde. Tja, vielleicht liegt es auch daran, das Trump wieder gewählt wurde, der sich ja nicht nur dem eigenen "Deep State" annehmen will und es auch tut, sondern auch solchen Organisationen, die nicht unerheblich auf die Weltwirtschaft mit Einfluss nahmen. Und nicht zuletzt auch der sog. "Rechtsruck" vieler europäischer Staaten dürfte dazu geführt haben. Der alte Mann sollte endlich abtreten. Genug ist genug und diese merkwürdige "geheime" WEF sollte man auflösen. Obwohl. Dann treffen die sich heimlich. Bis? Ja, bis es jemand wieder der Öffentlichkeit steckt. Und das Schwab keinen Nachfolger hätte glaube ich nicht. Wie sagt Meister Yoda: "Immer zu zweit sie sind, nicht einer mehr und nicht einer weniger!"
ist nichts weiter als looser wohin man schaut. Dieser Schreiberling hat wohl ganz übersehen, dass ausnahmslos alle Unternehmen, deren "Manager" sich Jahr für Jahr auf Kosten ihrer Kunden und des Schweizer Steuerzahlers in Davos vergnügten, heute wenn nicht zahlungsunfähig, so doch am Rande des Abgrundes stehen, allen voran Nestle, ein Unternehmen das an der Börse nur noch die Richtung Süden kennt. Hier schreibt wohl ein Günstling, der wieder eingeladen werden will zu einer Veranstaltung, die an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten ist: Marie- Antoinette hätte ihre wahre Freude. Von den Young Global Leaders ala Baerbock und Macron und dem Kanadier, dessen Name mir schon nicht mehr einfällt schweigen wir besser: Sie haben ihre Länder samt und sonders in den Abgrund geführt.
Davos ist eine Veranstaltung die jeden Teilnehmer vergiftet, wenn es das Privatvergnügen Bedeutungssüchtiger ist, sei es ihnen gegönnt, aber nicht auf Kosten Dritter, die dann Impfungen und Co. über sich ergehen las
Ein Wirtschaftsforum, dass von Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als fünf Milliarden US-Dollar gestützt wird, als Loser zu bezeichnen, hat schon peinliches Wissensdefizit. Das WEF ist kein politisches, geschweige administratives Forum. Man kann die etwas mediale Erhöhung des WEF kritisieren. Ansonsten ist das WEF wie jedes gleichartige Format, wo man Gedanken und Ideen austauscht oder zum Besten gibt.
Leute kennen, die es für sie beurteilen können.
An dem Programm der Young Global Leaders nahm auch Frau Merkel teil?
... und an den Veranstaltungen nicht nur sie.
Wir sprechen also sicher nicht von Losern.
So von außen machte Herr Schwab auf mich nie den Eindruck, als ob er um eine eigenen Agenda verlegen sei.
Ich achte also eher darauf, ob man bei Politikern noch Unterschiede ausmachen kann zum WEF und wenn nicht, ob diese Positionen eigenständig vertreten werden können.
Immerhin dürfte das WEF so stark sein, dass, welche Interessengruppen auch immer, diese das WEF nicht als Spielwiese benutzen können.
Ob eine je Eingemeindung jeweils widerspruchsfrei hingenommen wird?
Meine Frage also, hat sich Herr Schwab wirklich so sehr geändert oder stört er Gruppen?
Man überlege nur, er interessiert sich breiter für Energiefragen oder ökonomische Projekte, die nicht nur vor dem Klima "erzittern"?
Wenn er zu einer Art "Gott" aufstieg, sollte man ein solches Selbstbewußtsein erwarten.
Spannend
nun ja, schauen Sie sich doch einfach einmal die Entwicklung z. B. der BASF an.
Das WEF als "Gesprächsforum" wie jedes andere (welches genau meinen Sie denn?)zu beschreiben, zeugt wirklich von kompletter Unkenntnis. Vermutlich waren Sie an jedem Treffen dabei und gehören zum Kernmanagementteam? Wie es überhaupt zum WEF kam, scheint Ihnen auch nicht völlig bewusst zu sein- da hilft einfach etwas Recherche. Es gibt eine hübsche Bibliothek dazu, einsehbar an jeder Universität. Bevor man sich äussert, sollte man wenigstens einen Hauch von Kenntnis haben.
Eines allerdings ist sicher richtig, es ist nicht (allein) am WEF liegt, dass die Träger des WEF heute stehen, wo sie stehen. Nestle jedenfalls erholt sich offensichtlich nicht mehr. Übrigens die Börsenkurse kann wirklich jeder einsehen, auch deren Verlauf über die Jahre, falls Sie das noch nicht gewusst haben sollten.
es wäre durchaus von hoher wirtschaftlicher Relevanz den Zusammenhang zwischen Unternehmensentwicklung und Teilnahme am WEF durch das Top- Management in einer Diss zu untersuchen.
Eine These könnte hier tatsächlich von Kausalität und nicht nur Korrelation ausgehen, geht es dort ja gerade um consent management mit dem Ergebnis von groupthink. Als Beispiel sei hier nur die ESG genannt.
Es könnte nämlich tatsächlich sein, dass die spezielle Veranstaltung jedenfalls keinen positiven Einfluss auf die Entwicklung der entsprechenden Unternehmen haben könnte. Wie gesagt, es wäre eine Diss wert.......
looser wohin man schaut. Dieser Schreiberling hat wohl ganz übersehen, dass ausnahmslos alle Unternehmen, deren "Manager" sich Jahr für Jahr auf Kosten ihrer Kunden und des Schweizer Steuerzahlers in Davos vergnügten, heute wenn nicht gleich zahlungsunfähig, so doch am Rande des Abgrundes stehend, allen voran Nestle, ein Unternehmen das an der Börse nur noch die Richtung Süden kennt. Hier schreibt wohl ein Günstling, der wieder eingeladen werden will zu einer Veranstaltung, die an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten ist: Marie- Antoinette hätte ihre wahre Freude. Von den Young Global Leaders ala Baerbock und Macron und dem Kanadier, dessen Name mir schon nicht mehr einfällt, schweigen wir besser: Sie haben ihre Länder samt und sonders in den Abgrund geführt.
Davos ist eine Veranstaltung, die jeden Teilnehmer vergiftet. Wenn es das Privatvergnügen Bedeutungssüchtiger ist, sei es ihnen gegönnt, aber nicht auf Kosten Dritter, die dann Impfungen und Co. über sich ergehen lassen müssen.
...aber ein seiner zur Ideologie degenerierten CSR/ESG-Agenda. Der war nur etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt Erfolg beschienen. Inzwischen ist die Realität wieder zurück in den Chefetagen der Unternehmen und Investmentfonds.
Auch die EU-Kommission wird ihre ESG-Verordnungen wieder demontieren müssen, sonst wird sie bald selbst demontiert.
Hier eine Liste ihrer bürokratischen Compliance-Monster:
Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) (=EU Lieferkettenverordnung)
EU Regulation on Deforestation-free products (=Entwaldungsverordnung)
The EU Artificial Intelligence Act (AI Act)
Dazu gesellen sich dann noch Deindustrialisierung-Hämmer wie das "European Climate Law"
Diese Verordnungen sind alle sehr stark von dem ideologischen Wirrungen des WEF inspiriert. Mit oder ohne Klaus Schwab.
Roland Schatz hat mit seinem „Media Tenor“ exzellenten Einblick ins Räderwerk von „Davos“. Vermutlich aus Platzgründen sind hier nur sechs der größeren Fehlleistungen von Prof. Schwab gelistet. Als Medienvertreter erstmals 1989 und rund 25 Jahre lang fast jedes Jahr dort, habe ich den langsamen Niedergang gut beobachten können. Die stets zunehmende Teilnehmerzahl, die Kommerzialisierung und die ruppige Art des Umgangs mit weniger privilegierten Journalisten hinterließen ab den 2000er Jahren einen bösen Beigeschmack. Offensichtlich ging die Einteilung von (zahlenden!) Gästen, von eigenen Mitarbeitern und Pressevertretern in diverse Zugangsklassen auf Schwab selbst zurück: Ein unappetitliches Kastensystem mit gestaffelten Privilegien. Man wird ihm die Erfolge des Forums nicht streitig machen können, aber Eitelkeit ohne ersichtlich durchschlagendes Fundament führt halt zu Hybris. Und das Fähnchen nach dem Wind hängend, ergrünte der Professor und umarmte seine Gegner. Das war dann zuviel.
