Wasserstoff - Molekül der Hoffnung

Die Bundesregierung will nun einsteigen in das Rennen um das Öl der Zukunft. Tatsächlich könnte Wasserstoff der fehlende Baustein einer nachhaltigen Energiewende sein. Dazu muss aber politisch noch viel größer gedacht und gehandelt werden.

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Ist Wasserstoff der Energielieferant der Zukunft? / picture alliance

Autoreninfo

Timm Koch ist Autor und Fotograf. Er schreibt Drehbücher für Film und Fernsehen. Foto: Dirk Göttsche

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Timm Koch

Dürreperioden und Temperaturanstieg, Extremwetterlagen und Umweltkatastrophen. Feinstaub, Luftbelastung und Raubbau in den Regenwäldern, Waldsterben in Deutschland. So lauten die täglich immer düsterer wirkenden Nachrichten zu den Auswirkungen des Klimawandels. Hinzu kommen Meldungen vom wirtschaftlichen Abschwung, von Handelskonflikten und Verteilungskämpfen, von schwelenden geopolitischen Krisenherden wie im Nahen Osten ganz zu schweigen. Droht etwa die Lage im Südchinesischen Meer zu eskalieren oder kommt es in der Straße von Hormus, Hauptschlagader und Nadelöhr der Erdölversorgung, zum Krieg und damit zum ökonomischen Weltinfarkt? Die Dystopien derzeit scheinen unermesslich.

Allem Anschein nach bedarf es angesichts all dieser Szenarien drastischer Lösungen – von Ausmaßen allerdings, die sich nicht nur wirtschaftlich und ökologisch, sondern auch politisch und gesellschaftlich verträglich weltweit niederschlagen.

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Andreas Zimmermann | Do, 5. September 2019 - 20:40

Oh Mann, wo soll man bei so einer einseitigen Lobeshymne anfangen. Das Problem bei dieser Technologie sind nicht die bösen ölproduzierenden Staaten oder der "klimaleugnende" Trump (was so auch nicht stimmt) sondern ganz horrende energetische Verluste bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff und zurück (momentan bleiben nur 30%) und die Lagerung dieses tollen Wasserstoff ist auch nicht für umsonst, sondern das Zeug muss Minimum -223°C gekühlt werden - erst dann ist es flüssig und effizient - kostet wieder Energie! Ein Tankstellennetz ist auch kaum vorhanden. Ja, das kann man bestimmt alles ändern und die Effektivität auch erhöhen, aber warum werden hier die wirklichen Nachteile nicht erwähnt und so getan als ob ein Wundermittel absichtlich blockiert wird. Einfach mal googeln Wasserstofftechnologie Nachteile und alles ist klar. Warum also schreibt das ein Herr Timm Koch nicht, sondern gibt sich lang und breit irgendwelchen Verschwörungstheorien hin? Antwort: Agenda, auch über Google!

ist überhaupt nur sinnvoll wenn es mit regenerativer Stromerzeugung gewonnen werden kann. Übrigens genau so wie alles was mit Elektroenergie gefahren werden soll.

Eine einfache Frage an Alle dieser H2-Basher ( aus welchem Grund auch immer ), bitte nennen Sie mir (uns) DEN Energieträger ( den wir in diesem Universum haben ) der in der Lage ist, die Rolle von Carbon-Brennstoffe, nahzu 100%, 1-1 zu ersetzten, und zwar : universelle, holistisch, Geräte und Anwendungen agnostisch, speicherbar und in großen Mengen ( en bulk ) zu transportieren. Ohne DIESEN gibt es niemals das Heilige Graal der C02-Freien-Welt. Außer H2 kenne ich keinen. Aber vielleicht kennt der Herr Zimmermann, et ala einen. Biite, klären Sie uns auf!
Ich warte, warte, warte, warte……………….

Alfred Bucher | Do, 11. Juni 2020 - 19:46

In reply to by Ron Barker

Könnte mir vorstellen, dass es um synthetisch hergestellte KW geht. Wenn die aus Luft (CO2),Wasser und Solar-Wind-Strom erzeugt werden, dann sind sie klimaneutral.

Viel besser zu lagern und zu transportieren, eben wie Benzin, und die Herstellung soll auch deutlich weniger verlustreich sein.

Brigitte Simon | Fr, 12. Juni 2020 - 11:21

In reply to by Ron Barker

Erleben wir ein 2. Utopia? Diese Befürchtung ist realistisch. Altmeier fühlt sich be-reits als weltweiter Sieger des Wasserstoffprojektes. Wiederholt sich das Schicksal
des Glasfasernetzes? Ist Deutschland als Pionier vorbereitet? Zur Demonstration:
Altkanzler Helmut Schmidt plante bereits Anfang der Achtzigerjahre den Ausbau des Glasfasernetzes. Wäre sein Plan umgesetzt worden, könnte Deutschland heute das beste Glasfasernetz der Welt haben. Dieser Plan Aktenzeichen B 136/51074 liegt im
Bundesarchiv. Ab 1985 sollte die Bundespost jährlich ein Dreißigstel des Bun-desgebiets mit Glasfaser verkabeln. Geplant waren für 30 Jahre jhrl. 3 Milliarden
D-Mark. 2015 wäre Deutschland kpl. mit Glasfaser verkabelt.
Die damalige Hoffnung, daß Deutschland Schrittmacher beim Einsatz von Glasfaser wird erfüllte sich nicht.
Sein Nachfolger Helmut Helmut Kohl legte dieses Projekt auf Eis. Kanzlerin Merkel taute das Eis nicht auf.
Heute liegt Deutschland auf Platz 28 innerhalb der 32 OECD-Staaten.

Ulf Müller | Do, 5. September 2019 - 21:50

Was war das denn? Und dann noch in dieser Länge! Wenn man sich als Börsianer ernsthaft mit dem Thema Wasserstoff befasst hat, dann weiß man, welche seriösen Unternehmen sich mit der Entwicklung der Wasserstoffproblematik befassen. Um einige zu nennen Linde, Shell, Air Liquide, Daimler, Toyota usw., und dann weiß man auch, dass in Europa und China Wasserstofftankstellen gebaut werden. Und man kennt auch in groben Zügen die technischen Probleme, warum noch nicht alles von jetzt auf gleich geht. Den Artikel kann man dann mit diesem Wissen recht schlecht nachvollziehen, aber er wäre sicher als Einpeitscher für einen Grünenparteitag geeignet, hier stimmt das Feindbild und es werden viele Klischees bedient. Mit freundlichen Grüßen Ulf Müller

Es gibt noch jede Menge Firmen die an der Brennstoffzelle arbeiten. Unsere Firma (Autozulieferer) forschte schon vor 20 Jahren zusammen mit Ford. Die Technik funktioniert längst, wirtschaftlich ist sie noch nicht. Ich bin aber sicher, Wasserstoff ist Zukunft, auch wenn der Wirkungsgrad nur bei 30% liegt.

Ulf Müller | Do, 5. September 2019 - 22:08

Das nur als kleine Ergänzung. Die "böse kapitalistische" Industrie ist gar nicht so fortschrittsfeindlich. Die Züge stammen von Alstom. Allerdings sollte man auch bei der Wasserstoffthematik nichts von der Regierung erwarten, das wäre naiv nach all den Erfahrungen der letzten Jahre. Das bekommt die Wirtschaft allein hin trotz aller Knüppel, die sie von den wirtschafts- und leistungsfeindlichen Regierungsparteien zwischen die Beine geworfen bekommt. Sollten jedoch die Bewahrer des "ewigen Feuers" (Grüne und Linke) an die Macht kommen, dann könnte es schlecht aussehen, so gemäß DDR "Rückwärts immer, vorwärts nimmer". Ulf Müller

Sebastian Bauer | Fr, 6. September 2019 - 07:48

Spannendes Them was definitiv einen Artikel wert ist. Schade nur, dass der Autor sich hin und wieder aus den Schubladen der linksgrünene Propagandakiste bedient. Hier ein paar Beispiele:
„Klimawandelleugner, Klimakiller“: unsachliche, unwissenschaftliche Begriffe aus der Propagandakiste.
„Die Macht der Fossilkartelle ist groß.“: Verschwörungstheorien
„.Eine andere Erzählung lautete, die Sandstürme hätten die Oberflächen der Solarpaneele nach kurzer Zeit abgeschmirgelt und damit „blind“ gemacht. Der Wirkungsgrad war dahin.“: hier wird angedeutet, dass dies erfunden ist. Ist es das ?

Ernst-Günther Konrad | Fr, 6. September 2019 - 08:22

Ich habe kein Fachwissen zu dem Thema. In meinem Bekanntenkreis waren Menschen, die an dieser Thematik schon vor 30 Jahren gearbeitet haben und bei einem großen Autokonzern in der Nachbarschaft arbeiteten. Sie sagen alle, das sie schon sehr weit in der Entwicklung gewesen waren, dann aber wurden die Pläne dafür von heute auf morgen wieder in die Schubladen gesteckt. Konzernpolitische Entscheidungen? Die Entwickler sahen keine Probleme an der Realisierung. Inzwischen ist der namhafte Autobauer verkauft, die Entwickler zu deutschen Autobauern abgeworben worden und werden da heimlich dran gesetzt, weiter zu entwickeln oder aber deren Wissen eben eingehegt.
Sie haben recht Herr Koch. Wenn Mobilität aus dem Wasserhahn zu speisen wäre, für jedermann erschwinglich ohne große Mineralölkonzerne und die Erdölstaaten ihre Mittel zum Gelddrucken verlieren würden, wie sähe es da in den Erdölstaaten - der Welt aus?
Unser Staat würde etliche Steuern nicht mehr erheben können. Wasser die neue Währung?

helmut armbruster | Fr, 6. September 2019 - 09:42

vielen Dank an den Autor.
Der Artikel zeigt uns, dass es Alternativen gibt, dass wir nicht einem unausweichlichen Schicksal ausgeliefert sind.
Wir müssen nur wollen und Verbesserungen können erreicht werden.
Allein eine solche Hoffnung ist Gold wert in einem fest gefahrenen und weithin ideologisch verblendeten Umfeld, das die Zukunft nur noch als schwarz darzustellen vermag.

Klaus Peitzmeier | Fr, 6. September 2019 - 13:07

Man fragt sich ja die ganze Zeit, wieso sind Batterien auf einmal umweltfreundlich? Jeder weiß, angefangen von den Rohstoffen, über die Verwendung bis zum Recycling sind Batterien problematisch. Wieso erzählen uns die vielen Fachleute von der Notwendigkeit der E-Energie und warum machen uns die GRÜNEN irre mit der Forderung nach E-Mobilität, wenn weder die Rohstoffseite und deren unproblematische Förderung noch die Folgeschäden u Folgekosten geklärt sind? Da werden hunderte von Milliarden € rausgeknallt, bevor die Sache bis zum Ende durchdacht wurde? Das mag man nicht glauben. Aber das Beispiel des E-Rollers läßt schon erahnen, daß in diesem Bereich viele infantile Dilettanten unterwegs sind. In der grünen Spaßgesellschaft spielen Ernsthaftigkeit u Geld eine untergeordnete Rolle. Wir zahlen schließlich für deren unausgegorene Konzepte.

Bernd Muhlack | Fr, 6. September 2019 - 15:50

"Wer will versuchen diesen langen Artikel auf den Punkt zu bringen, ihn zuzuspitzen? Vielleicht Frau Annalena Baerbock?" - "Sehr gerne, kein Problem. Kobold!"

Fast alle wunderschönen Videos auf Youtube ob dieses historischen Interviews sind inzwischen gelöscht! Ist das nicht bemerkenswert?

"Ein Land in WIR gut und gerne leben!"

Michael Sachs | Sa, 7. September 2019 - 06:03

Die meisten Artikel sind von Ideologien durchsetzt u. insofern Flops, es gibt keine Ideologie die die Realität einbezieht daher scheitern alle Diktaturen da sie alle ideologisch sind, nennt mir eine Diktatur in der die Menschen gut u. gerne leben auch die chinesische Diktatur ist im Prinzip ein Horror.

Batterie betriebene Autos sind häufig nicht mal für den Stadtverkehr geeignet, zu wenig Leistung, zu lange Ladezeiten, sehr gefährlich, hohe Brandgefahr, sehr umweltschädlich, für LKWs Flugzeuge u. ähnliche Fahrzeuge völlig ungeeignet. Ein Airbus A 320 hat 16000 PS u. fliegt trotzdem tausende von KM alleine daran kann man die Überlegenheit von Benzin, Diesel u. Kerosin sehen, es ist die Energiedichte dieses Stoffes der so effektiv ist eine Batterie kann das niemals erreichen selbst wenn sie doppelt soviel leisten könnte, sie hat keine Chance. Wasserstoff ist ähnlich kompliziert man muß 4x soviel Energie aufwenden als man heraus bekommt.

Sigelind Berckhemer | So, 8. September 2019 - 12:19

Ich sage es mit Heinrich Heine:
Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.

Schulz Christian | Do, 7. November 2019 - 12:33

Mir erscheint der Artikel eher als Werbung, denn als wirklich unabhängige Information.
Was auch immer übersehen wird ist, dass es letztlich nicht nur um den Antrieb von Fahrzeugen geht, sondern um den Bedarf an Primärenergie für ein ganzes Wirtschaftssystem, nicht nur in Deutschland.
Andererseits steht und fällt die gesamte Diskussion mit zwei Grundannahmen
1. Der Klimawandel ist im Wesentlichen menschgemacht.
2. Ein mehr an CO2 in der Atmosphäre wäre eine Katastrophe und muss verhindert werden.

Beide Punkte kommen zunehmend in die Kritik, nicht in Europa, aber in Asien. Mann stelle sich vor, das "menschgemachte" am Klimawandel oder seine Steuerbarkeit durch CO2 geräten in Zweifel?
Man stelle sich vor alles kommt, wie prophezeit, warum bereiten wir uns dann nicht vor, sondern investieren in hoffnungslose Versuche den Klimawandel zu verhindern?