Jerome Powell
US-Zentralbank-Chef Jerome Powell / Foto: Sebastian Kim/AUGUST

US-Zentralbank-Chef Jerome Powell - Trumps Endgegner

US-Zentralbank-Chef Jerome Powell ist alles, was vom Amerika der Verlässlichkeit übrig geblieben ist. US-Präsident Donald Trump will ihn mit aller Macht loswerden, denn Powell verhindert niedrige Zinsen, die Trump für seine Politik braucht.

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Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

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Manchmal erzählt das Leben Geschichten, die von einer solchen Symbolkraft sind, dass sie, wären sie fiktional, wohl als übertrieben klischeehaft kritisiert würden. In den USA entfaltet sich derzeit ein solches Schauspiel. Bei den Protagonisten handelt es sich um US-Präsident Donald Trump und US-Notenbank-Chef Jerome Powell. Trump will, dass die Federal Reserve die Zinsen senkt. Und da Powell sich nicht fügt, überzieht Trump ihn seit Monaten mit wüsten Beschimpfungen, wie „bockiger Vollidiot“, „Dummkopf“ oder „Narr“.

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Ernst-Günther Konrad | Mi., 10. September 2025 - 13:59

Einerseits braucht Trump die Zinssenkungen, anderseits muss die Zentralbank unabhängig bleiben und darf nicht beeinflussbar sein. Auch wenn ich durchaus für Trumps Politik einiges Verständnis habe und vielem zustimmen kann, so halte ich es für falsch, wie er mit Powell umgeht. Und gerade auch deshalb, weil er ihn mal genau wegen dieser Unabhängigkeit, Integrität und Bodenständigkeit ins Amt geholt hat. Auch wenn das Verhalten Trump typisch erscheint, ist das der Teil seiner Persönlichkeit, die ich absolut ablehne. So geht man mit Menschen nicht um. Und schon gar nicht mit denen, von denen er möglicherweise abhängig sein kann. Das ist dumm und falsch für mich. Und das kreide ich Trump generell an, dieses öffentliche beleidigen und herabwürdigen von politisch Andersdenkenden und Kritikern. Und das er sogar vor einem Republikaner nicht Halt macht und versucht hinter den Kulissen mit Diplomatie etwas zu erreichen, dass ist für mich auch eine Form von Charakterschwäche. „Bad guy Donald.“