Tabak - Die Pfeifeprüfung

In Zeiten von Regulierung und Tabakwerbeverboten in der EU kämpft Nils Obermann mit seiner Pfeifentabakmanufaktur Planta um genussbereite Kunden – und mit Gerichten. Jetzt hat er vor dem Europäischen Gerichtshof verloren

Nils Obermann sitzt in einem Anzug vor einer Ladung Tabak
„Unsere Kunden sind Genussraucher. Die setzen sich hin, lesen ein Buch und rauchen ihre Pfeife“, sagt Nils Obermann / Anja Lehmann

Autoreninfo

Dr. Jochen Zenthöfer ist Jurist und Journalist. Er lebt und arbeitet in Luxemburg.

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Alleen, Einfamilienhäuser, Landgasthöfe – vom Trubel der Hauptstadt ist in Berlin-Wittenau nichts zu spüren. In einer Sackgasse liegt die Betriebsstätte von Planta. Dass hier Tabak produziert wird, steht nirgendwo. Aber mit feiner Nase kann man es schon auf dem Bürgersteig riechen. Drinnen sowieso: Am einen Ende des Gebäudes werden die aus der ganzen Welt ankommenden Tabakpflanzen entladen, am anderen Ende wird der verarbeitete Pfeifentabak per Hand verpackt und in 40 Länder verschickt.

Dazwischen entsteht das giftigste Genussmittel, das in Europa legal verkauft werden darf. Die Gefährlichkeit seines Produkts räumt auch Nils Obermann unumwunden ein. Der adrette Betriebswirt, 30 Jahre alt, führt die Manufaktur in dritter Generation. Sein Großvater hatte das Unternehmen 1956 in Westberlin gegründet, sein Vater und dessen Schwester stiegen später mit ein, alle sind sie inzwischen verstorben. Die Enkelgeneration hat übernommen, für Obermann war das nicht selbstverständlich: Er hatte sich in seinem Studium in Mannheim, Bayreuth und den USA auf Wirtschaftsinformatik spezialisiert. Doch eines Tages setzte ihm der Großvater die Pistole auf die Brust: Machst du es oder nicht? Obermann sagte zu und kam zurück nach Berlin.

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