Sozialstaat
Deutschland ist europäischer Spitzenreiter bei den Sozialleistungen / picture alliance / IPON | Stefan Boness

Sozialstaat - Die deutsche Selbstzerstörung

Kein Land der Welt gibt so viel Geld für Soziales aus wie die Bundesrepublik. Gleichzeitig bleibt kaum etwas für Bildung, Investitionen oder den öffentlichen Raum übrig. Was muss noch passieren, bis die Politik endlich handelt?

Autoreninfo

Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

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Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Wenn ich nur einen Apfel habe, dann kann ich nur einen Apfel essen. Will ich mehr als einen Apfel essen, dann muss ich dafür sorgen, dass ich mehr als einen Apfel habe. Das ist einfache Mathematik, die jedem Erstklässler klar ist. Umso tragischer ist, dass sich die Bundesrepublik gerade auf dem kontinuierlichen Pfad der Selbstzerstörung befindet, weil sie nicht willens ist, diese simple mathematische Wahrheit anzuerkennen.

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Maria Arenz | Di., 25. November 2025 - 08:17

Wo bitte ist denn noch ein einziger Politiker in Sicht, der das Problem auch nur in seiner ganzen Scheußlichkeit offen beschreiben würde? Ich warte seit Jahrzehnten vergeblich auf einen Regierungsantritt, der mit einem ehrlichen Kassensturz beginnt und sodann eine Priortätenliste erstellt, welche 3 Hauptprobleme man zuerst wie genau angehen will. Ober- wurtschtlerin Merkel ist bekanntlich schon jeweils ohne auch nur eine einzige Forderung in die Koalitionsverhandlunen gegangen. Handlungsspielräume in Form von Zeit und Geld für Umkehr i.S. Rente, Steuern, Infrastruktur wäre zu ihrer Zeit noch reichlich vorhanden gewesen. Inzwischen sind soviele Probleme auf einmal derart vertrackt, daß nichts davon mehr in einer Legislaturperiode mit Aussicht auf sichtbare Besserung zu lösen ist. Sie trotzdem bzw. gerade deshalb endlich anzugehen, ist aber für eine Politikerklasse, die nur noch an ihre persönliche Karriere und deshalb von Wahltermin zu Wahltermin denkt, ein absolutes No go.

Chris Groll | Di., 25. November 2025 - 08:46

Wäre es nicht besser, die unbegrenzte Migration zu beende. Wenn nicht alle 'Neuhinzugekommenen' Geld aus den Sozialkassen bekommen würden, wäre auch Geld genug für die 'Schonlängerhierlebenden' vorhanden.
Vor allen Dingen für die Menschen, die alles und jeden finanzieren müssen.
US-Außenministerium/ Marco Rubio:
„Massenzuwanderung ist ein Menschenrechtsproblem.“

Es ist natürlich einfacher und bequemer für die Politiker u. Medien, alles Übel bei den Menschen zu suchen, die diesen ganzen Laden am Laufen halten oder gehalten haben, als sich mit den wirklichen Problemen zu beschäftigen.

Walter Buehler | Di., 25. November 2025 - 09:23

... haben mich an die alte Idee erinnert, dass man eigentlich einen politischen Führerschein einführen müsste.

Warum darf jemand nicht Auto fahren, während jeder Depp (m/w/d) unsere Politik mitbestimmen darf?

Das passive Wahlrecht sollte eigentlich nur der erhalten, der den politischen Führerschein besitztt.

In dieser Prüfung wäre die Beherrschung der Grundrechenarten, insbesondere der Prozent- und Zinsrechnung, mindestens genau so wichtig wie die Beherrschung der Staatssprache und die Kenntnis der grundlegenden Verfassungsvorschriften in unserem Land.

Ideal wäre es, wenn man auch das Vorhandensein von gesundem Menschenverstand bei jedem Kandidaten überprüfen könnte.

Menschen, die nur Sozialwissenschaften oder Politik studiert haben, dürfen zum Ausgleich dieses Mangels eine verschärfte mathematische Zusatzprüfung ablegen (Statistik!)
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Nix für ungut.
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PS: Herr Korfmacher, auch im Bildungswesen wird sehr viel Geld völlig ineffektiv verschleudert.

IngoFrank | Di., 25. November 2025 - 09:32

Die immer wieder zu gleichen Erkenntnissen & Ergebnissen führen in dem nichts aber auch gar nichts in dieser Richtung passiert …..Anders gesagt, stehenden Fußes in den Staatsbankrott!
Mit besten Gruß a d Erfurter Republik

Criticon | Di., 25. November 2025 - 09:54

Frankreich, Finnland, Österreich und Dänemark geben mehr für Soziales aus. Sind das keine Länder?

Ernst-Günther Konrad | Di., 25. November 2025 - 10:16

Ich kann es Ihnen sagen, die AFD muss mit in die Regierung. Ich habe mir gestern die Pressekonferenz der AFD zum Haushalt angehört. Leute mit erkennbaren und nachweisbarem Sachverstand, mit entsprechenden beruflichen Hintergründen und Expertise haben sowohl den Haushalt der Regierung zerpflückt und was ja gerne immer falsch behauptet wird, auch eine Menge Gegenvorschläge gemacht. Bis zu 1000 Anträge hat die AFD zu einzelnen Haushaltposten schon gemacht. Aber man will ja nichts hören, nichts sehen und weiter die Verunglimpfung der AFD vorantreiben. Ich bin zuversichtlich, dass spätestens nächstes Jahr, wenn in den ersten Landtagswahlen die AFD als stärkste Partei mit in eine Regierung kommt, wird sich zeigen, dass die durchaus ganz vernünftige und ehrliche Politik machen können, wenn man sie denn mal läßt. Vielleicht auch schon vorher, wenn der Lügen Kanzler abtritt, weil niemand ihn mehr hören und sehen will. Wenn es wirklich dazu kommt, das die JU stand hält, bracht er die Linke.

Christa Wallau | Di., 25. November 2025 - 10:28

bestens versorgt, ohne von ihnen dafür einen Dienst an der Gemeinschaft zu verlangen, darf man sich wirklich nicht wundern, wenn Geld für andere Aufgaben fehlt.
Ohne Leistung keine Gegenleistung - dieses einfache Prinzip wurde in Deutschland schon sehr lange außer Kraft gesetzt-
Die öffentlichen Plätze und Anlagen könnten sauber und gepflegt aussehen, wenn jeder gesunde "Bürgergeld"-Empfänger verpflichtet wäre, wöchentlich mindestens 10 Stunden Aufräum- u. Pflegedienste zu leisten.
In den Altenheimen könnten Frauen z. B. in den Küchen aushelfen, um die Pflegekräfte zu entlasten. Und so weiter und so fort.
In Deutschland wurden junge Leute systematisch dazu erzogen, vom Staat etwas zu verlangen, während sie selbst keine Pflichten übernehmen müssen.
Dies rächt sich jetzt bitter.
Wie verwöhnte Kinder gegen ihre Eltern frech werden, wenn diese ihre Zuwendungen einschränken, so werden es auch die verwöhnten Bürger gegenüber den Politikern tun, die ihnen nun Kürzungen zumuten müssen.

Eigentlich eine einfache wie klare Sache wenn es darum geht eine Gemeinschaft, sei sie klein oder groß, zusammen zu halten liebe Frau Wallau! Sie bringen es anhand Ihrer Vergleiche und Anregungen auf den Punkt. Beispiel "Nesthocker": Vattern möchte den inzwischen gut verdienenden Sohnemann ins Leben entlassen und seine vergeblichen Drohungen a la "Solange Du die Füße unter meinem...usw.!" nimmt schon seit 12 Jahren keiner mehr ernst, aber Muttern findet von sich aus immer wieder Argumente und Gründe, warum ihr kleiner Liebling ohne sein von ihr komfortabel ausgestattete Nest und Fürsorge in der bösen Außenwelt doch total aufgeschmissen wäre;)! Der lachende Dritte dieser immerwährenden Auseinandersetzungen bleibt derweil mummelig verpackt in seiner Komfortzone und denkt nicht im mindesten daran etwas zu ändern. Warum sollte er? Das "Gesetz", hier in Gestalt von "Mutti" schützt ihn doch vor jeglicher Unbill. Für den Müll ist außerdem Papa zuständig! Und wenn sie nicht gestorben sind...LG

ziemlich verpönt, wenn man beim Sozialamt von der Allgemeinheit um Geld oder Unterstützung "bettelte".
Aber Anfang der Nullerjahre gab es in Unistädten im Osten schon Plakate, vom Sozialamt finanziert, mit einer lächelnden jungen Frau, ca 18 Jahre alt, vor ihrer Wohnungstür, mit der Sprechblase: "Erstmal meine eigene Butze" dank Harz IV in ihrem Sozialamt, ich erinnere mich.
Da war dann nichts mehr verpönt aber alles unver-schämter. 10 Jahre Später kamen über 1 Million Flüchtlinge und bekamen Wohnung, KK, RV und Taschengeld umsonst.

Da fragten sich mindestens die 20 Millionen Niedriglohnarbeiter: Wozu gehe ich überhaupt arbeiten und warum finanziere ich das mit meinen Lohnnebenkosten?

Wolfgang Borchardt | Di., 25. November 2025 - 10:57

warum Vernunft in der Politik zwar gedacht, aber selten umgesetzt werden kann. Zwei Faktoren sind es sicher: Populismus (dem so gern das agitatorische Adjektiv "rechts" angeklebt wird) und Lobbyismus (Klima, Energie, Migration). Man gewinnt den Eindruck, dass die Politik, n i c h t s für das Land tut, für das sie stehen sollte. Hinzu kommen revidierte, gar in ihr Gegenteil verkehrte Wahlversprechen und schwäches Führungspersonal. Wo ist das Land, das diese Politik braucht? Nein, viele haben so nicht gewählt, aber immer wieder biegen die Wahlverlierer Arm in Arm um die Ecke. Der Auf und Abstieg von Kulturen ist offensichtlich so immanent, wie das Verglühen eines Sterns oder das Schmelzen eines Eiskristalls. Wer nicht dabei sein will, geht woanders hin.

Heidemarie Heim | Di., 25. November 2025 - 11:18

Der Schein trügt m.E. nach, geehrter Herr Korfmacher! Denn ich denke, dass Problem mit dem "Augen zu und durch" o. "Nach mir die Sintflut" der Bürger ist vor allem der Ausdruck mittlerweile TIEFSTEN Misstrauens gegenüber der Politik bzw. in deren Fähigkeiten seit Bestehen der BRD. Ein Jeder, der bis 2 zählen kann o. selbst einen Haushalt mit begrenzten Mitteln führen muss zum Wohle der Familie, die Zukunftsaussichten der Kinder, Enkel usw. betreffend, weiß mehr als ihm lieb sein kann. Doch warum stellt man dergestalt die Ohren auf Durchzug? Aus vielerlei individuellen Gründen u. eigener Lebensrealität bewertet man unser Sozialsystem u. damit einhergehende Dysfunktionalitäten o. auch nur empfundene Ungerechtigkeiten, einhergehend mit durch die Politik/Bürokratie zusätzlich geförderten völligen Intransparenz des Ganzen ganz anders als Generationen vor uns. Dieses "Störgefühl" kann man nur mit absoluter Politik-Offenheit u. ohne irgendwelche Tabus beseitigen! MfG

Pamina | Di., 25. November 2025 - 13:15

dann liegt es nicht am fehlendem Geld der Kommunen für Bahnhöfe und Parks.
Es arbeiten in Deutschland derzeit so viele Menschen wie nie zuvor. Die Bevölkerung ist in den letzten 60 Jahren um 12 Millionen Menschen gewachsen. Sind die Falschen gekommen? Denn die Geburtenrate war ja absteigend. Das erbärmliche Rentenniveau ist eines der niedrigsten in Europa. Das noch weiter abzusenken, verursacht massive Altersarmut, die dann wieder mit Steuergeldern für Grundsicherung und Wohngeld kompensiert werden muss. Das ist kein Weg, obwohl das natürlich am Einfachsten ist. Man will sich offenbar keine Mühe für vernünftige Ideen machen.

Urban Will | Di., 25. November 2025 - 16:50

Deutschland hier eh weit hinten steht, unanständig. Im Gegenteil: es muss deutlich steigen. Aber bevor Menschen länger arbeiten sollen, muss erst das Heer der Faulenzer aus dem Bürgergeld. Und sämtliche Menschen ohne dt. Pass, die dort nichts verloren haben.
Es gibt zig Posten, wo Milliarden gespart werden können (Migration, NGOs, blödsinnige Projekte im Ausland, Entwicklungshilfe).
Bevor also nicht der Wille und v.a. die Politiker da sind, dieses Land von Grund auf neu aufzustellen, all den Irrsinn der letzten rund 30 Jahre linker Politik auf den Müll zu werden, wird das nichts.
Und das geht nur über eine komplette politisch-kulturelle Wende und die gibt es nur mit den Blauen.
Daher: erst mal weg mit der Brandmauer, weg mit Merz und seinen Konsorten (komplette Neuaufstellung der Union, Ende des Merkelismus), weg mit Linksgrünwoke, also keine linken Parteien mehr in der Regierung.
All das wäre morgen möglich.
Es fehlen nur Mut und Wille.

Auch wenn ich nicht Ihre "Traute" besitze meiner Frustration Ausdruck zu verleihen lieber Herr Will, so sehr befürworte ich Ihr Anliegen bzw. als letzte Lösung unserer Probleme bevor uns alles um die Ohren fliegt, die Anwendung einer Kettensäge. Doch sehe ich persönlich noch nicht die Zeit für den Einsatz solch radikaler Mittel. Die Geschichte zeigt, dass Regierungen, Staaten und ihre Bürger erst fast ruiniert sein mussten und der Deckel von Wohlstand in Freiheit wegfliegen muss, bevor man dagegen aufstand und das Übel an den Wurzeln zu packen bereit war. Und wie lange das dauert zeigte uns das Beispiel DDR mit seiner unsäglichen Mauer! Aber dazu können Ihnen andere Foristen sicher mehr und besseres sagen. MfG

Dirk Nowotsch | Di., 25. November 2025 - 21:32

Ein Lobby-Werkzeug vom Feinsten! Wie wäre es denn, wenn dieses Institut mal ausrechnet, was die deutsche Wirtschaft so an Steuern vermeidet! Oder wieviel durch Lobbyarbeit vom Gesundheitssystem Abgezweigt, Oops Verzeihung verdient wird! Oder die ganzen Sondervermögen, die sich die Auftraggeber des Instituts in die private Tasche stecken! Jahrelang haben diese Instituts-Experten und andere Lobbyverbände laut nach Massen-Migration gebrüllt, die Kosten tragen die Bösen BOOMER! Wo kommen überhaupt die Zahlen her? Recherchiert man mal, dann sieht man auf einschlägigen offiziellen Webseiten, dass 126 Milliarden Euro, Tendenz stark steigend, nur für die Mütterrente und die EU-Rente abgezweigt werden und diese eigentlich illegale, zweckfremde Entnahme, nur zu zwei drittel aus Steuergeld wieder zugeführt wird! Aber es gibt ja noch mehrere Entnahmen! Viele Rentner leben jetzt schon in Armut! Wieviel will die d. Wirtschaft denn noch Abgreifen, auch die Migranten sind ein Multi-Milliarden Markt!