Shell-Urteil - Der ökologische Tunnelblick

Der Ölkonzern Shell wurde in Den Haag dazu verurteilt, seinen CO2-Ausstoß bis 2030 gegenüber dem Jahr 2019 deutlich zu verringern. Geklagt hatten unter anderen die Umweltorganisation Milieudefensie. Es ist jedoch fraglich, wie sinnvoll diese Maßnahmen sind. Doch heute scheint allein die gute Sache alles zu rechtfertigen.

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Ein Bezirksgericht in Den Haag verurteilt den Ölkonzern Shell / dpa

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Wir werden uns den 26. Mai 2021 merken müssen. Wenn nicht alles täuscht, wird er wegweisend werden. Für unseren Wohlstand. Für unser Rechtsverständnis. Vor allem aber für die Machtverhältnisse in unseren Gesellschaften. Denn am vergangen Mittwoch erging ein historisches Gerichtsurteil. Verkündet von einem Bezirksgericht in Den Haag. Das verurteilte den Ölkonzern Shell dazu, seinen CO2-Ausstoß bis 2030 um 45 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 zu verringern.

Ein die Welt veränderndes Urteil

Gegen den Multi mit dem namengebenden Muschellogo geklagt hatten die Umweltorganisationen Milieudefensie und Greenpeace gemeinsam mit weiteren Gruppen und mehr als 17.000 Einzelunterstützern. Eher ungewöhnlich war schon die Klagebegründung. Denn anders als üblich zielten die Kläger nicht darauf ab, Schadenersatzforderungen für angebliche Umweltschäden geltend zu machen. Vielmehr wollte man Shell auf ein konkretes wirtschaftliches Handeln festlegen – und bekam Recht.

Möglich wurde dieses Urteil durch eine Eigenwilligkeit des niederländischen Rechts. Das erlaubt nämlich Verbandsklagen bezüglich der europäischen Menschrechtskonvention. Das klingt erst einmal begrüßenswert, eröffnet aber Ideologen jeder Couleur die Möglichkeit, Unternehmen, Verbände oder Vereine wegen allem möglichen zu verklagen.

Roger Cox, der Anwalt der Umweltorganisation Milieudefensie, gab nach Abschluss des Verfahrens zu Protokoll, das erlassene Urteil werde die Welt verändern. Es steht zu befürchten, dass er damit nicht falsch liegt. Cox, das muss man wissen, ist nicht nur Anwalt der niederländischen Kanzlei Paulussen Advocaten, sondern auch Aktivist. In seinem Buch „Revolution Justified“ macht er klar, dass Regierungen und Märkte aus seiner Sicht unfähig seien, den Klimawandel zu bekämpfen. Deshalb käme der Justiz dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Selten wurde offener gesagt, dass man zur Durchsetzung politischer Ziele nicht auf demokratische Verfahren setzt, sondern auf opportune Richter.

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Bernhard Mayer | Sa, 29. Mai 2021 - 09:30

Für mich ist nur interessant was die nächste / letzte Instanz dazu sag.

Nach den vielen Urteilssprüchen, wo einerseits die Toleranz einen Tritt in den Allerwertesten bekommen hat (Tierschutz-Religionsausführung, Lärm von Kirchenglocken, Kindern, Autos, Gartenparty, Hundebellen, Hahn-krähen & & &),
den politischen Urteilen & zum Vergleich die Urteilsbegründung bei unseren Neudeutschen & vielen anderen Urteile zum sogenannten Wohle des Volkes, ohne Kommentar.
Ich mache mir nicht nur Gedanken, sondern zweifle persönlich immer mehr an unserer Rechtssprechung in D. & die angebliche Unparteilichkeit von Justitzia. Und lieber Herr .... , dass hat nichts mit mir & meinen Gedanken /Beobachtungen zu tun, sondern mit meinem inneren Empfinden für Gerechtigkeit auf der Grundlage meiner christlichen Erziehung & Denkens!
Und gerade diese Säule ist für die Stabilität der Demokratie, der Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen & der Gesetze & den Gestaltern der Ahnen unserer Gesetzgebung von Deutschland & ihrer Geschichte ABSOLUT Verpflichtend & Schutzpflichtig!

Maria Arenz | Sa, 29. Mai 2021 - 09:42

der religiöse Unterton. Der "Kampf gegen den Klimawandel" ist zur Ersatzreligion geworden. Was früher die Erbsünde war, ist bei diesen Neu-Gläubigen die Emission von CO 2. Da kein Mensch ohne Emission von CO 2 existieren kann, ist jeder Mensch schuldig und muß nach Maßgabe der neuen Propheten Buße tun. Auch die Terminologie vom Klima-Leugner paßt ins Bild, ebenso der Ablaßhandel- ich fliege nach Bali und spende einen Baum. Ebenso all die heiligen Jungfrauen -Greta, Luisa -und ihre Jünger erinnern mich an das Gewabere der Frommen, bevor ihnen die Aufklärung die Krallen gestutzt hat. Aber Aufklärung ist bekanntlich struktureller Rassismus und "wage, Dich Deinen Verstandes zu bedienen" das Mantra alter weißer Männer. Was früher der Katechimus war, ist heute "die Wissenschaft"- ganz wichtig: nur im Singular zulässig. Es gibt offenbar bei allzu Vielen ein unausrottbares Bedürfnis nach dieser Art "Aufgehobensein im Glauben", das einem das so anstrengende eigene Denken erspart.

..und zum Schluss waren die Ansprüche so überzogen das keiner sie jemals erfüllen könnten. Nebenbei, die "Wissenschaft" heutezutage schient die res naturalis auszuschliessen. Jeder weiss doch das wir besser gegen Corona mit einem Covid-Steuer und mehr soziologischen Exegessen, wie im 12th Jahr gefahren wären. Impfstoffe sind das Mittel der Ketzer! Und Emissionsfreie Energieträger sind ebenfalls Ireglauben die verfolgt werden müssen!

Der Ölkonzern könnte sich eine Tochter zulegen, der große Windparks, zB in der Nordsee, gehören. Schon ist die Auflage erfüllt. Die Wirtschaft weiß wie man Unternehmensteile so auf- oder zusammenlegt, dass die Auflagen des Gesetzgebers erfüllt werden. Siehe auch Steueroptimierung von internationalen Unternehmen. Eventuell geht es sogar noch billiger, indem man den Unternehmenssitz einfach ins Nachbarland verschiebt. Ist bsw bei Pharmaunternehmen ganz normal.

Huch, welche Energieträger sollen das denn bitteschön sein, werter Herr Barker?

Energie wird ja nie verbraucht. Sie wird immer nur umgewandelt (Grundwissen der Physik).

Alles was wir (be-)nutzen um die sogn. erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wasserkraft, Gärgase etc.) anzuzapfen, muss ja erst einmal hergestellt werden.

Und meist muss dann die gewonnen (doch nicht kostenlose) Energie auch noch weit transportiert werden.

Von den Problemen der Entsorgung dieser "Öko"-Anlagen, die teils erheblich sind (WKA-Rotoren sind noch nicht recycelbar) mal ganz zu schweigen.

Ich persönlich sehe die Zukunft in de_zentralen Klein- u. Kleinstanlagen.
Jedes EFH produziert seine eigene Wärme u. Strom.
Größere Anlagen werden nur noch für Urbane Räume u. Industrieanlagen benötigt.

Das Ziel sind kurze Wege.

Übrigens entfällt damit auch die Gefahr von Cyberattacken u. die Abhängigkeit von gr. Energiekonzernen.

Sie sprechen hier einen wichtigen Punkt an. Warum hört man in letzter Zeit so wenig von der oben geschilderten dezentralen Energieversorgung? Es wäre ein Leichtes bei größeren Wohnbau - Projekten KWK, sogenannte Blockheizkraftwerke, zu favorisieren. Sowohl VW als auch eine Firma namens "Dachs" haben oder hatten sowas im Angebot. Kraftwärmekopplung wäre m.M. eine gute Lösung. Durch die Kleinteiligkeit würden die großen Energieversorger an Einfluss verlieren.

Klimawandel vollzogen sich schon immer und werden auch in Zukunft stattfinden. Anstatt sich zu freuen, dass man in einer wärmeren Phase der Menschheitsgeschichte lebt, lassen sich viel in Panik versetzen. Aber Hauptsache es gibt einen Führer eine konforme Gruppe mit ‘Vision’, der dem Dasein des Einzelnen Ziel, Zweck und das kuschelige Gefühl der Gemeinsamkeit verschafft.

Christa Wallau | Sa, 29. Mai 2021 - 09:45

ist jetzt offenbar endgültig einem ökologischen Tunnelblick gewichen.

Aber genau so wie der religiöse Furor des Mittelalters bis weit in die Neuzeit hinein (Alles gerechtfertigt mit der "guten Sache" !!!) wird auch diese Verengung des Blickes furchtbare Opfer kosten, Ungerechtigkeiten schlimmster Art hervorbringen und die allermeisten Betroffenen keineswegs zum Positiven hin verändern.

Im Namen des Christentums fühlten sich die Herrschenden früher berechtigt, Völker zu unterjochen, freies Denken zu unterbinden und
selbst dabei ein priviligiertes Leben zu führen.
Dasselbe wir jetzt geschehen - im Namen der Weltrettung durch "Klimaschützer".

Geschichte wiederholt sich nicht. Das stimmt.
Aber die Menschen wiederholen ihre Fehler - immer wieder.

Jochen Rollwagen | Sa, 29. Mai 2021 - 09:46

Nirgendwo in den Qualitätsmedien wurde dieses komplett irre Urteil angemessen kommentiert - übrigens ebenso wie das nicht minder irre "Lieferkettengesetz", das just im Bundestag verabschiedet wurde und welches dazu führt, daß praktisch jedes Unternehmen in D(urchgeknallt)-Land jetzt mit einem Bein im Gefängnis steht.

Dafür danke, Cicero und Herr Dr. Grau.

Das war's dann mit unserem Wohlstand. Shell wird das tun, was Unternehmen in so einem Fall - vernünftigerweise - tun: Nix wie weg.

Daß es eine Welt außerhalb ihrer Wahnvorstellungen gibt ist Ideologen jeder Couleur seit jeher egal.
Nach dem braunen und roten haben wir jetzt also den grünen Sozialismus.
Enden wird's genauso wie immer.

Der „Vogelschiss „ dauerte 12 Jahre. Es wird hoffentlich schneller gehen.
Und wenn ich mir das Melonen- Wahlprogramm ansehe, dauert‘s keine Legislaturperiode, da ist Deutschland bankrott.
Wir dunkel Deutschen haben ja eine bankrotte Republik erlebt. Und was draus geworden ist.
Aber die Helldeutschen wollen halt diese Erfahrung nachholen. Warum auch nicht?

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Gerhard Graf | Sa, 29. Mai 2021 - 10:26

Wir befinden uns nach wie vor in einer erdgeschichtlichen Eiszeit, und für jeden von uns ist das gegenwärtige Klima völlig normal - weil wir in Jahrzehnten und nicht in Jahrtausenden denken. Allerdings war die Erde in 95% ihres Bestehens eisfrei, und Wärmephasen haben immer menschliches Leben und seine kulturellen Leistungen beflügelt (Behringer/Kulturgeschichte des Klimas); Kälteeinbrüche standen immer für Hunger und Elend.

Naturgemäß denken und handeln wir aber kurzfristig, und da übergeordnete Zusammenhänge hinter das spontane Empfinden zunehmend zurückfallen, sehen die "aktivistischen" Aktionen ebenso wie die Urteile angesehener Gerichte genau so absurd aus, die Herr Grau das plastisch bechreibt - besten Dank dafür!
Dieser Wohlfühlaktionismus hat inzwischen alle Ebenen durchdrungen. Allerdings wäre es für uns und unsere Kinder viel zielführender, uns auf die kommenden Veränderungen klug vorzubereiten, da wir sie nicht ändern können.

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 29. Mai 2021 - 10:31

Alles richtig was Sie schreiben. Das begann allerdings bereits mit dem „Klimaurteil“ des Bundesverfassungsgerichts. Das maßte sich gleich an, die Klimaerwärmung um 1,5°C als notwendig für das Überleben festzustellen und das Gas CO² als Ursache für diese Erwärmung anzuerkennen.
Die Richter haben in ihrer Weitsicht gleich die Erkenntnisse einer Wissenschaft als universell und unwiderlegbar anerkannt. Dass ggf. auch Windkraftwerke durch den Energieentzug aus der Luftbewegung (Reduzierung der Wind-Geschwindigkeit aus Energieerhaltungssatz) einen Einfluss auf das Klima (Temperatur und Regen) haben, dafür fehlt den Richtern die wissenschaftliche Grundlage.
Wir bauen als gerichtlich verordnet unsere Energiequellen um und stellen anschließend fest, dass wir den Teufel (CO²) mit dem Beelzebub (Trockenheit) ausgetrieben haben.

Karl-Heinz Weiß | Sa, 29. Mai 2021 - 10:52

Kompliment-selten eine ebenso knappe wie zutreffende Analyse gelesen. Wir leben in einer Welt der religiös verbrämten Ersatzhandlungen und Vorreiter sind die GRÜNEN. Ob unkontrollierte Grenzöffnungen oder Totalverbot des Verbrenners: die Welt wird innerhalb der deutschen Grenzen gerettet. Und die selbst vom früheren Siemens CEO anerkannte Heilsbringerin Luisa Neubauer hatte schon mit 20 Jahren das ihr für ihre gesamten Lebensjahre zustehende Fernreisekontingent ausgeschöpft.

Herr Weiß, ich stimme Ihnen in vielen Punkten zu. Die hier geführte Diskussion ist aber auch nicht frei von quasi-religiösen Standpunkten. Was auf der einen Seite das Mantra der grünen Verzichtsideologie darstellt („wir können ja auch mit dem Fahrrad fahren“) ist auf der anderen Seite das Mantra der Klimawandelleugner und Verbrennungsmotor-Fetischisten.
Wir erleben durch vermehrte Treibhausgasemissionen einen anthropogenen Klimawandel in einem geologisch gesehen kürzesten Zeitraum.
Ein möglicher Ausweg ist nach heutiger Kenntnis eine massive Elektrifizierung unserer Industrie (Elektromobilität, Power-to-X, etc.). Dafür plädieren auch die Grünen; was sie verschweigen, ist das man ein Vielfaches der heutigen Produktionskapazitäten an Strom benötigt. Ich persönlich bin der Meinung, dass nach der Wahl auch die Grünen (in Regierungsverantwortung)auf die Kernenergie kommen werden, weil Klimaneutralität anders nicht zu schaffen ist...
Ich bin gespannt auf die Diskussion - auch hierim Forum

Herr Reims, das ist ein guter Diskussionsansatz. Das Hauptproblem sehe ich in der Vorstellung der GRÜNEN, Deutschland als Klimainsel zu sehen. Mit den dafür notwendigen immensen finanziellen Mitteln könnte in den Schwellenländern eine viel umfangreichere Reduktion des CO2-Ausstoßes erreicht werden. Wie in der Flüchtlingspolitik, verweigern sich die GRÜNEN nicht nur dieser Diskussion, sondern verunglimpfen Andersdenkende. Die Folge sind dann Aktionen wie von Greenpeace.

Einige Punkte sind hierzulande zwar common sense - nichtsdestotrotz aber bestenfalls umstritten, Herr Reims. Der Klimawandel ist vermutlich nur teilweise anthropogen; wir leben immer noch in einer Eiszeit, und es wäre nur natürlich, wenn sich das Klima ändern würde. Und "anthropogen" meint ja nicht nur "Folgen der Industrialisierung", sondern auch die rapide zunehmende Erdbevölkerung.

Die gängigen Annahmen wie "kürzester Zeitraum" korrelieren mit dem willkürlich gesetzten Ziel 1,5 Grad, und dabei wird immer wieder von Kipppunkten fabuliert - die es auch nach frühen Berichten des IPCC beim Klima als chaotischem, nicht-linearen System nicht gibt.

Und die gelobte Elektrifizierung findet auf dem Rücken von Menschen in Chile und Peru statt - die gottlob so weit weg von uns sind, dass unser gutes Gewissen nicht beschädigt wird.

Bei der Kernenergie bin ich bei Ihnen. Aber auch das würde nicht zur Rettung der Welt durch D führen.

Ob Frau Neubauer oder Frau Kanzlerkandidatin Baerbock leben in einer Blaseder Nomenklatura und können ihre Weltenklimarettungsideen ausleben. Zahlen werden die anderen mit Verzicht, Armut und deren Kinder mit abschmelzen der Bildungsgerechtigkeit. Am Ende hat jeder etwas davon. Die einen sind die Klimaretter und die anderen existieren im Lebensverzicht!

Markus Michaelis | Sa, 29. Mai 2021 - 12:22

Dass eine Welt ohne CO2-Ausstoß grundsätzlich Wohlstandsverlust bedeutet, glaube ich nicht. Rein physikalisch,technisch: was soll an Kohlenwasserstoffen so universell einmalig sein, dass nur mit ihnen Energie handhabbar wäre? Außerdem könnte man sie in Algenfarmen, Power2Gas oder sonstwie erzeugen. Das scheint mir mehr eine Frage der Technik, die eben etwas Zeit braucht. Die Kosten sind dabei die Entwicklungsarbeit, aber die macht Ingenieuren doch auch Spaß.

Problematisch ist hier wie zunehmend die politische Arbeit der Gerichte (auch BVerfG, EuGH, EGMR etc.). Da wird auf dünnen wenigen Sätzen eines Paragraphen weitreichende Politik gemacht. Die Freude darüber wird kurz sein, denke ich. Wenn Politik so geht, gibt es viele Gruppen, die daran arbeiten werden Richter und Gerichte mit ihren Leuten und Ideen zu besetzen. Politik gehört in die breite Diskussion und die Parlamente, nicht in Gerichte. Das ist der ewige Traum der universellen Wahrheit, die durch Wächterräte durchgedrückt wird.

Gerhard Hellriegel | Sa, 29. Mai 2021 - 14:07

Unsere Welt zu bewahren ist um Dimensionen wichtiger als alles EU-, China-,Trump-, Islam, Flüchtlings-, Kapitalismus-, Sozialismus-, AfD-, Wohlstand-, Gender-, Tabuwörter- und anderes Gedöns. Um Dimensionen wichtiger. Dass wir in Turbo-Geschwindigkeit unsere Lebensgrundlagen ruinieren, kann jeder sehen, der es sehen will.
Dass wir die Welt nicht retten können - auch nicht müssen- ist offenbar. Aber wir haben unseren Beitrag zu leisten. "Och, das ist mir jetzt zu unbequem", "Och, das riecht nach Entzug" , "Och, das ist doch gar nicht so schlimm", "Och, die Anderen sind schuld" ist die ständige Rede aller Junkies. Schlagen Sie doch alle Warnungen in den Wind, verweisen Sie auf die Unzuverlässigkeit von Prognosen, zeigen Sie auf die Religion der Anderen. Wie zuverlässig sind denn Ihre Prognosen, folgen Sie denn keiner Religion? Wie wäre es denn, einmal den Blick räumlich und zeitlich über den Tellerrand zu lenken? Wo liegt die größere Plausibilität?
Sie dürfen anderer Meinung sein.

... Sie dürfen Ihre Meinung haben und äußern, kein Problem. Und nun erklären Sie mir, wie es das kleine Deutschland schaffen soll, das Klima zu retten. Ich komm vor Lachen nicht in den Schlaf. Strengen Sie sich mal an!! xD
Das Klima wird sich ändern, war immer so, bleibt immer so, es sei denn die Grünen in ihrer Unbedarftheit zetteln WK 3 an und die Erde wird pulverisiert. Der Anteil des Menschen am Klimawandel ist nach wie vor umstritten und ungeklärt. Wie wäre es denn mal mit Geburtenreduktion, Sie wissen schon wo..... Es werden Menschen produziert in Massen, die zu allem fähig sind aber nicht wirklich zu etwas zu gebrauchen.... Europa geht mit gutem Beispiel voran, die Weißen verschwinden.... Was dann kommt.....

ich will auch sehen, aber ich kann nicht sehen, dass der Klimawandel das eine herausragende Thema ist, das alle anderen Themen so in den Schatten stellt, dass es politisch nichts mehr zu verhandeln und abzuwägen gäbe. Selbst wenn dem so wäre, denkt und handelt die Masse der Menschen anders und alleine deswegen muss ich versuchen mich mit diesen auseinanderzusetzen, um auch für den Klimawandel das Machbare zu erreichen.

Ich schlage nicht alle Prognosen in den Wind, ich finde es sogar sehr wichtig viel gegen den Klimawandel zu tun, aber die zu starke Fokusierung auf den Klimawandel halte ich für gefährlich (meine Baucheinschätzung, wissen kann das keiner). Druck ist ok, weil ohne Druck wenig passiert, aber ein Überdrehen hilft nichts. Der Klimawandel hat sehr negative Auswirkungen (auch positive), andere Dinge aber auch.

Ja,das Urteil gegen Shell ist absurd.Es wird in der nächsten Instanz kassiert werden müssen.Sonst könnte bald jeder gegen jeden klagen,der sich mit CO2 Emissionen gegen vermeintliche Menschenrechte vergeht.Sehr geehrter Herr Hellriegel,Ihre Bemerkungen zur Zerstörung der Lebensgrundlagen erschliesst sich mir nicht.Seit dem Beginn der Industrialisierung hat der Mensch es geschafft,mit Hilfe fossiler Energien und zahlreichen wissenschaftlichen Durchbrüchen und technischen Innovationen die Lebensgrundlagen von mittlerweile fast 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten dramatisch zu verbessern. Inzwischen entstandene Probleme,die auch durch das Bevölkerungswachstum verstärkt werden,werden nur durch Technologieoffenheit gelöst werden.Alarmismus ist hier völlig fehl am Platze.Wie sollen denn die Ärmeren dieser Welt zu einem wenigstens bescheidenen Wohlstand gelangen,wenn nicht durch preiswerte fossile Energien? Der Neokolonialismus der reichen Länder ist beschämend.

Danke für Ihre Antworten. Technologische Erfindungen sind sehr gut, aber es gibt sie nicht erst seit heute. Dazu gehören auch Energieeinsparungen, aber das beginnt alles nicht erst jetzt. Die Industrie hat schon viel getan. Der heutige Strommarkt ist etwa zur Hälfte "grün", ein schöner Erfolg. Aber der heutige Stromverbrauch stellt nur 20% unseres gesamten Energieverbrauchs dar. 80% werden verbrannt, in Industrieanlagen, in Hausanlagen, in Motoren aller Art (außer Elektromotoren). Alles fossil. In den letzten 25 Jahren haben wir (mit Einsparungen) etwa 20% geschafft - sehr großzügig gerechnet. Und in den nächsten 30 Jahren wollen wir den kleinen Anteil von weiteren 80% schaffen? Immer schön mit Maß und Ziel. Immer schön die Konkurrenz im Auge. Das wird mit Technologie allein nicht gehen. Was glauben Sie, warum ich für Atomkraft - als Übergangstechnologie - plädiere, obwohl ich mein Leben lang (bis heute) Atomkraftgegner war? Aber was 1980 richtig war, muss 2020 nicht auch richtig sein.

Bernd Muhlack | Sa, 29. Mai 2021 - 16:18

Wie bereits der Forist Bernhard Mayer zu Beginn schrieb: warten wir die nächste Instanz ab!

Zu diesem Thema weitere Infos bei WELT-online
https://www.welt.de/politik/ausland/article231383993/Gericht-in-Den-Haa…
+ viele Postings.

Werter Herr Dr. Grau, Sie haben mal wieder Recht!

Hier war kürzlich ein seltsamer - wenn auch amüsanter - Artikel des Kollegen Brodkorb zum Hamburger Lesbenfrühling. Sehr lustige Postings - alle im Rahmen der netiquette; na klar!

Wenn wir inzwischen so weit sind, diese "innerlesbischen Imponderabilien" als genauso berichtenswert zu beurteilen wie dieses seltsame Urteil des niederländischen Gerichts, dann, ja dann ... fallen mir nur noch Laurel and Hardy ein:
"Und jetzt Ollie, was machen wir jetzt?"
"Ich weiß es nicht Stan; sag Du es mir!"
"Ich?"
Wie wäre es mit "Kniechen, Näschen, Öhrchen"?
https://www.youtube.com/watch?v=Oeaq8FA4rCk

Wer das schafft, überlebt jedes Urteil, jede Regierung!
Wir schaffen DAS!

Rob Schuberth | Sa, 29. Mai 2021 - 19:45

...ähnlich düstere Prognosen durch den Grünen (wer sonst) veröffentlicht.

Thema damals (1984): zu viel Nitrat.
Thema heute: unverändert.

Allerdings haben wir immer noch genügend Trinkwasser.
Probleme bereiten uns jetzt eher die (zu) geringen Niederschläge.

Niemand kann sehr weit in die Zukunft sehen. Es gilt aus der Vergangenheit zu lernen.

Wir sollten alle (global) unser Leben so gestalten, dass das die Umwelt möglichst wenig belastet.

Da das aber reine Illusion ist, und auch immer bleiben wird, halte ich es für einen fatalen Fehler jetzt einzelne Unternehmen o. ä. "zur Einsicht" zu zwingen.

Die suchen sich dann andere Länder u. werden die auch finden...leider, aber so ist es.

Die Welt ist ungerecht. Buh

Ernst-Günther Konrad | So, 30. Mai 2021 - 08:08

Das Urteil ist von einem niederländischen Bezirksgericht gefällt worden, was nach meinen Recherchen einem Landgericht bei uns gleich kommt. Das Shell mit Sicherheit die nächste Instanz anruft ist für mich klar. Also, hier ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.
Dennoch macht mir inzwischen eines Sorge. Das beim Thema Klima offenbar auch Aktivisten Recht sprechen und bereits in den Gerichten dort , wie hier die Instanzen beginnen zu beherrschen und Politik für die Zukunft mitgestalten wollen erschreckt.
Das hat uns unser BVG zum Thema Klima gezeigt. Eigentlich lehnt man unser Rechtsystem ab, nutzt es aber dann doch, um sich damit juristisch zu seinen ideologischen Zielen zu klagen, mag diese noch so unpraktikabel sein. Dieser Weg mag derzeit noch werbewirksam durchgehen, spätestens aber, wenn die Auswirkungen solcher Urteile ganz praktisch spürbar bei jedem einzelnen Bürger, selbst bei den Klimaschützern im wahren Leben ankommen, hört auch da der Spaß auf. Alles eine Frage der Zeit.