Dieselskandal - Die Elektrifizierung des Mittelstands

Der Dieselskandal samt Rückruf-Aktionen für Hundertausende Mercedes-Fahrzeuge gefährdet zunehmend die Fuhrparks mittelständischer Unternehmen. Mit der Paul Group will nun ausgerechnet ein Automobilzulieferer die Elektrifizierung des Mittelstands voranbringen

Porträt Bernhard Wassner
Bernhard Wasners Branche hat eine ungewisse Zukunft, doch er freut sich darauf / Florian Generotzky

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Die Halle, durch die Bernhard Wasner führt, wirkt wie eine überdimensionierte Kfz-Werkstatt. 70 Laster reihen sich aneinander, umringt von schraubenden, schweißenden und lackierenden Handwerkern. Kein Fahrzeug gleicht dem anderen. Ein Feuerwehrauto mit Fahrerhäusern an beiden Enden, ein Lkw mit drehendem Führerstand – und ein in die Jahre gekommener weißer Mercedes Vario, wie ihn etliche Handwerksbetriebe nutzen. Vor ihm bleibt Wasner stehen. „Das soll der Prototyp werden, der ist schon komplett entkernt“, sagt er. Der Auspuff ist raus, der Dieseltank weg. All das braucht der Vario nicht mehr, denn er soll einen Elektroantrieb erhalten, eine sogenannte E-Achse.

Mit elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen möchte Wasner ein bislang vom Diesel abhängiges Unternehmen in die Zukunft führen. Er ist einer der beiden Geschäftsführer der Paul Group. Im niederbayerischen Vilshofen, idyllisch an der Donau gelegen und weit weg von abgasgeplagten Großstädtern, hatte das Familienunternehmen sein Geschäft seit jeher auf Lastwagen ausgerichtet: Eine Tochterfirma vertreibt die Nutzfahrzeuge, eine andere baut sie um. Allein die Sonderfahrzeugsparte setzt 25 Millionen Euro im Jahr um und gehört nach eigenen Angaben zu den europäischen Marktführern. Der Gesamtumsatz der Paul Group lag 2017 bei 150 Millionen Euro. „Wir machen in unserem Autohaus Millionenumsätze mit Dieselfahrzeugen“, sagt Wasner. Die Frage in Zeiten möglicher Fahrverbote ist nur: Wie lange noch?

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