JD Vance, Patrick Deneen
Denker des Postliberalismus: Politikwissenschaftler Patrick Deneen (r.) mit Vizepräsident JD Vance / picture alliance / AP | Francis Chung/POLITICO

Philosophische Grundlagen von Trumps Zollpolitik - Ökonomische Astrologie im Weißen Haus

Nach der Niederlage vor dem Supreme Court sucht Washington bereits neue Wege für seine Zollpolitik. Dahinter steckt nicht nur Trotz, sondern auch eine „postliberale“ Denkschule, die ihre politische Intuition zur Wirtschaftslehre erhebt.

Autoreninfo

Shantanu Patni studiert Osteuropa-Studien an der Freien Universität Berlin. 

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Als der Supreme Court Donald Trumps Zollpolitik mit sechs zu drei Stimmen für rechtswidrig erklärte, bot sich dem Präsidenten ein eleganter Ausweg – sofern er gewillt gewesen wäre, ihn zu nutzen. Es hätte ein Moment der Gesichtswahrung sein können: eine dilettantische Handelspolitik, die sich auf das Notstandsgesetz IEEPA stützt, beenden, ohne ausdrücklich zurückrudern zu müssen. Doch dergleichen erwartet man von Trump kaum. Zölle gehören zu seinem politischen Markenkern: „tariffs“ – sein „Lieblingswort“, wie er selbst gern betont.

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