Jochen Andritzky
Jochen Andritzky / J. Marguier

Ökonom Jochen Andritzky im Gespräch mit Carsten Korfmacher - Cicero Podcast Wirtschaft: „Wir brauchen kantige und starrköpfige Politiker“

Die Bundesrepublik steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Warum Visionen fehlen, in der Politik zu viele Apparatschiks unterwegs sind und sich die Gesellschaft in kleinteiligen Pseudodebatten verliert, erläutert Ökonom Jochen Andritzky im Podcast.

Autoreninfo

Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

So erreichen Sie Carsten Korfmacher:

Deutschland steckt seit Jahren fest. Kaum Wirtschaftswachstum, eine marode Infrastruktur, ein gegen Null tendierender Reformwille. Und statt Entscheidungen für die nächste Generation zu treffen, orientiert sich die Politik aus inneren Zwängen heraus oft nur am nächsten Wahltermin. Lässt sich diese Pattsituation auflösen? Oder sind liberale Demokratien der politischen Kurzfristigkeit, die mit regelmäßigen Wahlzyklen einhergehen, hilflos ausgeliefert? Über diese Fragen sprechen wir im Cicero Podcast Wirtschaft mit dem Ökonomen Jochen Andritzky, der gerade sein neuestes Buch „Visionen braucht das Land: Für eine langfristige Politik mit Mut zur Zukunft“ vorgelegt hat.

Andritzky kennt den wirtschaftspolitischen Maschinenraum wie seine Westentasche. Drei Jahre lang leitete er den wissenschaftlichen Stab der Wirtschaftsweisen, zuvor arbeitete er als Ökonom für den Internationalen Währungsfonds in Washington. Nach rund einem Jahrzehnt im Ausland kehrte Jochen Andritzky 2015 nach Deutschland zurück. Seine Ankunft in der Bundesrepublik beschreibt er selbst als „Mondlandung auf der Schattenseite“. Andritzky erlebte ein Land, das auf erschreckende Art und Weise begonnen hatte, die eigene Substanz aufzuzehren.

Im Podcast seziert Andritzky einen zentralen Denkfehler der deutschen Debatte: Exportstärke werde als Beweis wirtschaftlicher Gesundheit missverstanden, während ausbleibende Investitionen, politische Kurzfristigkeit, kleinteilige Übergriffigkeit und eine damit einhergehende Infantilisierung der wirtschaftspolitischen Debatte in Deutschland ausgeblendet würden. Statt über langfristige Ziele zu sprechen, verliere sich die Politik in Versuchen, Bürgern und Unternehmen jede Zumutung zu ersparen, zum Beispiel mit Hilfe von Mietendeckeln oder Subventionen, die nicht selten zu schädlichen Interventionsspiralen führten. Andritzkys Antwort auf die Misere: Die Bundesrepublik braucht wieder Visionen, mobilisierende Zielbilder, die über Parteien, über Bevölkerungsgruppen und über Legislaturperioden hinweg bestand haben können. Wie diese aussehen und wie sie das Land positiv verändern könnten, erfahren Sie im Cicero Podcast Wirtschaft mit Jochen Andritzky. 

Jochen Andritzky und Carsten Korfmacher
Jochen Andritzky (li.) und Carsten Korfmacher in der Cicero-Redaktion / J. Marguier

Das Gespräch wurde am 20. Januar 2026 aufgezeichnet.

 

Sie können den Podcast jetzt hier – klicken Sie dazu „Inhalte aktivieren“ – hören, oder auch auf allen Podcast-Portalen.


Sie sind interessiert an weiteren Themen und noch kein Abonnent von Cicero Plus? Testen Sie uns hier.

Mehr Podcast-Episoden:

 

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.