- Was Donald Trump und Heidi Reichinnek gemein haben
Die volkstümliche Vorstellung von Wirtschaft wird von einem Glauben bestimmt, der unweigerlich zu Armut, Krieg und Tod führt. Obwohl dieses Denken bereits seit Jahrhunderten widerlegt ist, hält es sich hartnäckig. Warum eigentlich?
Donald Trump glaubt ebenso daran wie die Fraktionsvorsitzende der Linken, Heidi Reichinnek. Und immerhin 48 Prozent der Deutschen glauben auch daran. Die Rede ist vom sogenannten Nullsummenglauben. Die Psychologen Patricia Andrews Fearon und Friedrich M. Götz haben jüngst einen bedeutenden Beitrag veröffentlicht, in dem sie die Ergebnisse von neun wissenschaftlichen Studien in sechs Ländern mit 10.000 Teilnehmern vorstellten. Unter „Nullsummenglaube“ verstehen sie „eine mentale Vorstellung von Erfolg, in der der Erfolg anderer automatisch als dein Misserfolg gilt und dein Misserfolg wiederum als ihr Erfolg“.
Solche Situationen gibt es im Leben – ein Tennisspiel ist ein Beispiel: Wenn der eine gewinnen will, muss der andere verlieren. Es gibt jedoch zahlreiche andere Situationen, in denen beide Seiten gewinnen, so beim freiwilligen Austausch von Gütern, also beim Handel. Fearon und Götz haben nachgewiesen, dass Menschen mit einem „Nullsummen-Mindset“ grundsätzlich Situationen als Nullsummenspiel interpretieren, auch wenn sie es in Wahrheit nicht sind. Das hat gravierende Folgen, weil sie ihr Verhalten danach ausrichten. Eine protektionistische Politik, wie etwa Donald Trump sie betreibt, ist ein Beispiel dafür.
Reicher Mann und armer Mann
Antikapitalisten wie Heidi Reichinnek glauben an die Nullsummen-Theorie in der Wirtschaft. Klassisch hat Bertolt Brecht dieses Denken in seinem Gedicht „Alfabet“ formuliert:
„Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah’n sich an,
und der Arme sagte bleich:
Wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich.“
So stellen sich Antikapitalisten das Wirtschaftsleben vor. Die reichen Länder müssen demnach den armen Ländern etwas von ihrem Wohlstand abgeben und die reichen Menschen den Armen. Aus ihrer Sicht liegt es nur am Egoismus und am mangelnden guten Willen der Reichen, wenn es immer noch so viele Arme gibt. In der Tat basierte in früheren Gesellschaften Reichtum oft auf Raub – die einen bereicherten sich auf Kosten der anderen. Das Marktsystem funktioniert dagegen vollkommen anders. Es beruht darauf, dass derjenige reich wird, der die Bedürfnisse von möglichst vielen Konsumenten befriedigt. Das ist die Logik des Marktes.
Historisch einmaliger Rückgang der Armut
Dass der Nullsummenglauben falsch ist, sieht man schon, wenn man die Entwicklung der Anzahl der Reichen und der Armen in den vergangenen Jahrzehnten analysiert. Bevor der Kapitalismus entstand, lebten die meisten Menschen auf der Welt in extremer Armut, im Jahr 1820 betrug die Quote noch 90 Prozent. Heute ist sie auf etwa 10 Prozent gesunken – und sie wäre sogar noch deutlich niedriger, hätte die Weltbank nicht kürzlich die Berechnungsart verändert. Das Bemerkenswerte: In den letzten Jahrzehnten, seit dem Ende der sozialistischen Planwirtschaft in China und anderen Ländern, hat sich der Rückgang der Armut so stark beschleunigt wie in keiner Phase der Menschheitsgeschichte zuvor. Lag die Quote 1981 noch bei 42,7 Prozent, war sie im Jahr 2000 bereits auf 27,8 Prozent und 2024 auf 10 Prozent gesunken. Zugleich steigt die Zahl der Milliardäre immer weiter.
China ist ein Beispiel: Noch in den Jahren 1958 bis 1962 verhungerten 45 Millionen Chinesen als Folge des größten sozialistischen Experiments der Geschichte, Maos „Großem Sprung nach vorne“. Wenige Jahre nach Maos Tod, im Jahr 1981, lebten noch 88 Prozent der Chinesen in extremer Armut. Inzwischen ist dank der von Deng Xiaoping Anfang der 80er Jahre eingeleiteten marktwirtschaftlichen Reformen die Zahl der extrem Armen in China unter ein Prozent gesunken. Zugleich ist die Zahl der Milliardäre von Null auf über 500 gestiegen – nur in den USA gibt es noch mehr. Nullsummengläubige können nicht erklären, wie zugleich die Zahl der Reichen massiv steigt und die Zahl der Armen massiv sinkt.
Reichtum geht nicht auf Kosten anderer
Auch die Vorstellung vom Handel als Nullsummenspiel ist falsch. Der schottische Ökonom Adam Smith erkannte bereits im 18. Jahrhundert, dass Handel kein Nullsummenspiel ist, weil Spezialisierung und Arbeitsteilung die Gesamtproduktion erhöhen. Er argumentierte, dass durch freiwilligen Austausch zusätzlicher Wohlstand entsteht, statt dass der vorhandene nur umverteilt wird. Aus diesem Grund widersprach er der Vorstellung, Reichtum der einen gehe automatisch auf Kosten der anderen.
Der Wirtschaftswissenschaftler David Ricardo entwickelte diese Einsicht weiter und formulierte das Prinzip der komparativen Vorteile. Er zeigte, dass selbst ein weniger effizientes Land vom Handel profitieren kann, wenn es sich auf jene Güter spezialisiert, die es relativ am günstigsten produziert. Dadurch wächst die insgesamt verfügbare Gütermenge, was beiden Handelspartnern zugutekommt. Ricardos Theorie beweist, dass Handel den „Kuchen“ vergrößert, statt ihn nur zu teilen. Beide Ökonomen widerlegen damit die Annahme, dass „je mehr die Reichen haben, desto weniger bleibt für die Armen übrig“.
Die Wurzeln des Nullsummenglaubens
Die oben zitierten Wissenschaftler Fearon und Götz bezeichnen den Nullsummenglauben als generalisiertes Glaubenssystem, das keineswegs nur für wirtschaftliche Zusammenhänge gilt. Aber in der Wirtschaft entfaltet es eine besonders schädliche Wirkung. Ganz allgemein wird mit Nullsummenspiel in der Wirtschaftssoziologie eine Konstellation beschrieben, in der die Summe der Auszahlungen an die Spieler Null ergibt. Der Gewinn eines Spielers ist automatisch der Verlust eines anderen. Nicht-Nullsummenspiele dagegen sind solche Spiele, bei denen die Summe der Auszahlungen an die Spieler nicht konstant ist. In solchen Spielen können beide Parteien gewinnen oder verlieren oder eine Partei kann gewinnen, ohne dass die andere verliert und so weiter.
Forscher sind der Ansicht, dass der Nullsummenglaube seine Wurzeln in vergangenen Gesellschaftsformen habe, in denen Situationen mit begrenzten Ressourcen die Norm waren. Wenn begehrte Ressourcen begrenzt sind, bedeutet deren Verteilung, dass sie bald aufgebraucht sein werden. Der amerikanische Ökonom Paul H. Rubin hat gezeigt, dass „folk economics“, also volkstümliche oder laienhafte Vorstellungen vom Wirtschaftsleben, ganz auf die Frage der Verteilung des Reichtums fokussiert sind, nicht jedoch auf dessen Produktion. Das volkstümliche Wirtschaftsdenken bezeichne eine Ökonomie des Verteilens, nicht des Schaffens von Wohlstand.
Die Furcht der Maschinenstürmer
Naive Menschen oder Wirtschaftslaien betrachteten Preise als Instrumente zur Verteilung von Wohlstand, aber verstünden nicht den Einfluss, den diese auf die Allokation von Ressourcen und die Produktion von Gütern sowie Dienstleistungen haben. „Die Welt der volkstümlichen Vorstellungen von Wirtschaft“, so Rubin, „ist eine Nullsummenwelt, und das vorrangige wirtschaftliche Problem für jeden einzelnen besteht darin, seinen eigenen Wohlstand in dieser Welt zu maximieren. Eine der gehandelten Waren ist Arbeit. Daher wird auch die Zahl der Arbeitsplätze als fix betrachtet. Wenn in der volkstümlichen Wirtschaftsvorstellung jemand einen Arbeitsplatz findet, muss also jemand anderes seine Stelle verlieren.”
Technischer Fortschritt wird daher oft als Bedrohung für bestehende Arbeitsplätze gesehen. Dies war schon die Furcht der Maschinenstürmer zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die Maschinen zerstörten, weil sie in ihnen eine Bedrohung für ihre Arbeitsplätze sahen. Heute sorgen sich die Menschen davor, überflüssig zu werden, wenn Roboter oder Künstliche Intelligenz ihre Arbeit übernehmen. All dies basiert auf einem Denken, bei dem nicht Effizienzgewinne und wirtschaftliches Wachstum im Vordergrund stehen, sondern eine für „gerecht“ gehaltene Verteilung vermeintlich fixer Ressourcen.
Das Gehirn ist gewöhnt an eine Welt ohne Wachstum
Rubin führt diese Art des Denkens auf Prägungen im menschlichen Gehirn zurück, die er evolutionsbiologisch erklärt: Über hunderttausende Jahre gab es kaum Wachstum und technische Effizienzsteigerungen. Das Tempo von Änderungen war so langsam, dass der einzelne Mensch diese im Laufe seines Lebens kaum wahrnehmen konnte. Jeder Mensch lebte in einer Welt mit einer konstanten Technologie, und es gab keinen Vorteil für Menschen, die ein Verständnis für Wachstum hatten – eben weil es dieses Wachstum praktisch nicht gab.
Es gab auch kaum Arbeitsteilung, sieht man einmal von der Teilung der Arbeit zwischen Jungen und Erwachsenen sowie zwischen Männern und Frauen ab. Handel war kein Ausdruck systematischer Arbeitsteilung, sondern eher ein Ergebnis des Zufalls – jemand hatte etwas im Überfluss, was der andere brauchen konnte. Wenn Menschen in solchen Gesellschaften Vor- oder Nachteile hatten, dann basierten diese tatsächlich meistens darauf, dass der eine den anderen nicht fair behandelte oder übervorteilte. Daher, so Rubin, entwickelten die Menschen einen ausgeprägten Sinn für das Erkennen und Vermeiden von Situationen, in denen sie von anderen übervorteilt werden könnten.
Der Irrglaube von der „Verteilung“
In vorkapitalistischen Gesellschaften beruhte der Reichtum der einen tatsächlich oft auf Raub und Machtausübung. Das Marktsystem basiert jedoch nicht auf Raub und ist kein Nullsummenspiel. Das für kapitalistische Systeme charakteristische Wirtschaftswachstum ermöglicht es, dass manche Menschen sehr viel reicher werden als andere – ohne dass dies auf Kosten anderer Menschen geschieht, die gleichsam automatisch ärmer würden. Brian Acton und Jan Koum haben WhatsApp erfunden und 2014 für 19 Milliarden Dollar an Facebook verkauft. Heute nutzen drei Milliarden Menschen WhatsApp und können damit nicht nur Nachrichten und Dateien versenden, sondern kostenlos telefonieren. Die beiden WhatsApp-Erfinder haben heute zusammen ein Vermögen von über 20 Milliarden US-Dollar. Reich geworden sind sie durch eine Idee. Ist die Ungleichheit dadurch gestiegen, dass es jetzt zwei weitere Multimilliardäre gibt? Sicherlich. Hat es aber irgendwem geschadet, außer vielleicht Anbietern von teuren Telefontarifen?
Begriffe wie „Verteilungsgerechtigkeit“ sind irreführend, weil sie suggerieren, es gebe eine bestimmte, feststehende Summe, die innerhalb der Gesellschaft zu „verteilen“ wäre. Der Ökonom Ludwig von Mises hat sogar generell die Unterscheidung in „Produktion“ und „Verteilung“ mit folgendem Argument abgelehnt: „[I]n der Marktwirtschaft existiert der angebliche Dualismus zweier unabhängiger Prozesse, nämlich der Produktion und der Distribution, nicht. Es läuft nur ein einziger Prozess ab. Waren werden nicht erst produziert und dann verteilt. Es gibt auch nicht so etwas wie die teilweise Aneignung von herrenlosen Gütern. Produkte entstehen als Eigentum von jemandem. Will sie jemand verteilen, muss er sie erst konfiszieren.”
Nullsummenglaube führt zu Neid
Ökonomische Laien sitzen dem Nullsummenglauben in vieler Hinsicht auf. Sie übersehen regelmäßig, dass jeder Eingriff in die Verteilung des Kuchens Auswirkungen auf seine Größe hat und dass beispielsweise eine exzessive Besteuerung von Unternehmen oder Unternehmern dazu führen kann, dass der Kuchen insgesamt kleiner wird oder dass Steuersenkungen dazu führen können, dass die Steuereinnahmen insgesamt steigen, wenn dadurch Wachstumsimpulse gesetzt werden.
Der Soziologe Patrick Sachweh hat für eine qualitative Studie über „Deutungsmuster sozialer Ungleichheit“ Interviews in Deutschland durchgeführt und kam dabei zu dem Ergebnis, dass viele Menschen Wirtschaft als Nullsummenspiel sehen: „Diese Beschreibung des Schichtaufbaus ruht auf einer Wahrnehmung, in deren Rahmen Ungleichheit als ‚Nullsummenspiel’ angesehen wird: Es gibt nur eine begrenzte Anzahl privilegierter Plätze, die besetzt werden können, oder eine feste Summe, die verteilt werden kann, und daher muss es Benachteiligte geben, wenn es anderen besser geht. Innerhalb dieser Deutung ist eine relative Besserstellung einiger weniger also nur auf Kosten der Benachteiligung vieler anderer möglich.“
Franzosen und Deutsche sind sehr neidisch
Es liegt auf der Hand, dass der Nullsummenglaube eine entscheidende Basis für Neid und für Ressentiments gegen reiche Menschen ist. Denn wenn jemand glaubt, eine Zunahme des Reichtums der Reichen führe automatisch dazu, dass es den Nicht-Reichen schlechter gehe, dann empfindet er den Kampf gegen die Armut als gleichbedeutend mit dem Kampf gegen die Reichen bzw. für eine „Umverteilung“.
Bestätigt wurde der Zusammenhang von Neid und Nullsummenglauben durch eine Umfrage, die die Institute Allensbach und Ipsos MORI in meinem Auftrag in 13 Ländern durchgeführt haben. In Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, den USA, Japan, Polen, Vietnam, Südkorea, China und Chile wurden den Befragten zahlreiche Fragen vorgelegt, um herauszufinden, wie sie über Reichtum und Reiche denken. Darunter waren auch mehrere Fragen, die als Indikatoren für Sozialneid gelten können. Neid wurde dabei so definiert, dass der Neider sich wünscht, dass die Situation der Reichen drastisch verschlechtert wird, auch wenn die eigene Situation (oder auch die von anderen) sich dadurch nicht verbessert. Am stärksten war der Neid in Frankreich, gefolgt von Deutschland. Viel weniger Neider gab es dagegen in Ländern wie Polen, Japan oder Vietnam.
Neidisch sind immer nur die anderen
Unter anderem wurde den Befragten folgendes Statement vorgelegt, das den Nullsummenglauben in einem Satz zusammenfasst: „Je mehr die Reichen haben, desto weniger bleibt für die Armen übrig.“ In Deutschland stimmte eine relative Mehrheit (48 Prozent gegen 44 Prozent) der Aussage zu. In Ostdeutschland gab es jedoch eine klare absolute Mehrheit von fast 60 Prozent, die diese Aussage bejahten, und nur 29 Prozent lehnten sie ab. 63 Prozent derjenigen, die dem Nullsummenglauben anhängen, sehen Reiche als Schuldige an den großen Krisen dieser Welt (Sündenbockdenken), während das nur 36 Prozent derjenigen sagen, die nicht dem Nullsummenglauben anhängen.
Auf Basis mehrerer Fragen konnten wir zwischen „Sozialneidern“ und „Nicht-Sozialneidern“ unterscheiden. Bemerkenswert: In allen 13 Ländern stimmten die Neider weitaus häufiger der Nullsummen-Aussage zu als die Nicht-Neider. In Deutschland beispielsweise stimmten 84 Prozent der Sozialneider der Aussage zu: „Je mehr die Reichen haben, desto weniger bleibt für die Armen übrig.“ Nur 14 Prozent der Neider stimmten nicht zu. Bei den Nicht-Neidern war es umgekehrt: Nur 28 Prozent von ihnen stimmten zu, aber 68 Prozent lehnten die Nullsummen-Aussage ab.
Das ist leicht zu erklären: Wenn ich glaube, dass Reiche nur reich sind, weil sie anderen etwas weggenommen haben, dann ist Neid eine fast schon logische Folge. Wobei, auch dies wissen wir aus der Neidforschung, Neid meist geleugnet wird. Keiner gibt gerne zu, dass er neidisch ist. Neidisch sind die anderen. Denn der Neider offenbart, dass der Beneidete etwas hat, das er selbst gerne hätte – aber nicht hat. Und die Frage, warum er es nicht hat, kann für das eigene Selbstwertgefühl unangenehm sein. Könnte es sein, dass der andere vielleicht klüger ist, fleißiger oder kreativer? Neid galt lange Zeit als eine der Todsünden. Neid muss sich maskieren, um akzeptiert zu werden – am besten als Tugend wie „soziale Gerechtigkeit.“ Aber die Basis des Sozialneides ist stets der Nullsummenglauben.
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Das eingangs zitierte Gedicht von Brecht habe ich selbst in Parteizentralen der Linken als Losung an der Wand gesehen. Diese Partei hält also an ihrer grundsätzlichen Ideologie fest, die sie als Nachfolger von der SED übernommen hat.
Wo der Kommerz eindringt, flieht das Gemeinwohl.
"Beim Geld hört die Freundschaft auf".
"Wir sind hier kein Wohlfahrtsinstitut."
Das Problem sind nicht die Reichen, sondern die Profitmaximierung, die das gesamte Leben, ob in Wirtschaft oder Politik oder alltäglich durchdringt.
Und in Wirklichkeit die gesellschaftlichen Entscheidungen bestimmt.
Beispiel KI: das könnte man ja auch zum Nutzen aller verwenden. Aber es wird der Profitmaximierung dienen. Wetten?
Lügt Euch nur selber in die Tasche.
Die Kehrseite wird immer deutlicher.
Herr Zitelmann argumentiert klar und überzeugend. Allerdings muss man seine Begeisterung für den Kapitalismus einschränken:
- Reiche Leute mögen ihren Reichtum verdient haben - es bleibt aber auch ein Zuwachs an Macht, der kontrolliert werden muss.
- Dem zitierten Land nutzt sein _komparativer_ Kostenvorteil nichts, wenn ein anderes (mächtiges, riesiges) Land einfach das aus seiner Sicht relativ kostenträchtigere Gut auch mit produziert. Ricardos Theorem ist theoretisch richtig, praktisch aber nicht zwingend.
- Kapitalismus kann durch Kapitalakkumulation zum Wohlstand aller beitragen, tut es auch langfristig (!), allerdings ggf zu Lasten der Natur.
All dies widerlegt nicht Zitelmanns Argumente, macht aber deutlich, dass auch (gerade!) der Kapitalismus Regeln, Grenzen und Kontrollen bedarf, die kapitalunabhängig greifen müssen.
Die steigende Weltbevölkerung, die Spekulationen um Getreide, oder die Korruption, der die Entwicklungshilfe zum Opfer fällt ...
und dann ist der Arbeitende mit seinem kleinen Ersparnis zudem noch der Leidtragende in einem politischen System, daß er so wie's ist tatsächlich nicht gewählt hat.
Bauen wir keine Autos, bauen wir Panzer und um Himmelswillen bitte keinen Frieden, das schadet zudem noch der Wirtschaft.
Übrigens hat man sich eigentlich schonmal Gedanken darüber gemacht, was ein Tag Krieg beispielsweise in der Ukraine und kostet, da wäre so manches Haushaltsloch gestopft,
oder nicht ???
Da muss man den Reichen nix nehmen, man muss sie im Land behalten, damit sie investieren und den Arbeitern Lohn und Brot geben.
Schlimm genug, jeden Tag in den Medien zu hören, wer von den Großkonzernen ins Ausland abhaut und wie viele Arbeitnehmer dadurch wieder auf der Straße sitzen.
Bald fahren wir Deutschen nur noch Fahrrad und die Chinesen Elektro SUW's, weil wir mal wieder gepennt haben.
