Maisernte
Mit Gene Editing lassen sich Sorten entwickeln, die pilz- oder virusresistent sind, sodass weniger Fungizide oder Insektizide eingesetzt werden müssen / picture alliance / imageBROKER | Jochen Tack

Neuregelung der neuen genomischen Techniken in der Pflanzenzucht durch die EU - „Die neuen Regeln könnten eine Welle von Innovationen auslösen“

Warum die geplante EU-Neuregelung zu neuen genomischen Techniken (NGT) ein wichtiger Schritt für Innovation und den Kampf gegen Klimawandel und Pflanzenkrankheiten ist, erklärt der Biochemiker Andreas Weber. Gleichzeitig kritisiert er willkürliche Einschränkungen und ideologisch geprägte Debatten.

Ludger Weß

Autoreninfo

Ludger Weß schreibt seit den 1980er Jahren über Wissenschaft, vorwiegend Gen- und Biotechnologie. Davor forschte er als Molekularbiologe an der Universität Bremen. 2017 erschienen seine Wissenschaftsthriller „Oligo“ und „Vironymous“ und 2020 das Sachbuch „Winzig, zäh und zahlreich - ein Bakterienatlas“.

So erreichen Sie Ludger Weß:

Als vor mehr als 20 Jahren die Gentechnikrichtlinie der EU verabschiedet wurde, gab es Züchtungstechnologien wie Gene Editing noch nicht. Diese neuen genomischen Technologien, NGT genannt, können sehr elegant Veränderungen in einer Pflanze hervorrufen, die von einer natürlichen Veränderung nicht zu unterscheiden sind und daher auch kein besonderes Risiko darstellen. Doch im Juli 2018 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass auch solche Pflanzen unter die geltende Gentechnik-Gesetzgebung fallen – selbst wenn keine neuen Gene eingeführt werden und selbst dann, wenn die gleiche Veränderung auch zufällig in der Natur oder durch traditionelle Züchtung hätte entstehen können. 

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Sunstreet | Sa., 7. Februar 2026 - 15:52

Nein, Herr Weß, das Problem ist nicht die fehlende Evidenz bei den Entscheidungen, sondern die Lügen der Industrie und der käuflichen und willfährigen Wissenschaft und dass die von Ihnen so gelobten Technologien bis heute nicht nachweisen konnten, welchen Einfluss sie tatsächlich auf die Natur haben. Sie können gerne das Lied der Industrie und ihrer amerikanischen Geldgeber singen, denen es nur um bessere Erträge und damit mehr Geld und um die Abhängigkeit von ihren manipulierten Pflanzen geht, Glaubwürdig werden Sie dadurch nicht. Es wirkt wie „evidenzbasierte“ Lobbyarbeit.

Wolfgang Borchardt | Sa., 7. Februar 2026 - 17:48

Es bleibt nur eine Frage: Warum liefert die Politik immer nur die dümmsten, ideologisch getränkten, mutmaßlich auch von Lobbyismus dominierten Lösungen, die einer fachlichen Fundierung entbehren? Was sind das für Menschen, die in Schlüsselpositionen solche Entscheidungen treffen?

In der Mehrzahl schlicht die, die außer einem Schulabschluss nichts vorweisen können und dem Wahlvolk dann erklären wollen, wie die „Welt“ funktioniert.
Mit besten Gruß a d Erfurter Republik