Eine Person hält ein Miniatur-Modell eines Eigenheims in die Kamera
picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Miete und Eigenheim - Am Wohnungsmarkt droht die Katastrophe

Die Zahlen sind verheerend: Schon unter der Ampel-Regierung wurde viel zu wenig Wohnraum geschaffen. Doch jüngst ist die Zahl der Baustarts bei Wohnungen noch einmal um 85 Prozent eingebrochen. Experten rechnen nun mit dem Schlimmsten.

Autoreninfo

Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

So erreichen Sie Carsten Korfmacher:

In Deutschland wird trotz einer massiv steigenden Nachfrage immer weniger Wohnraum geschaffen: Seit Ende 2022 ist die Zahl der Baustarts von Wohnprojekten um erschreckende 85 Prozent eingebrochen. Dies geht aus dem „Development Monitor“ des Immobilienanalysten Bulwiengesa und des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) hervor. Die Zahlen verdeutlichen die Schwere der aktuellen Krise bei Neubauprojekten: So wiesen 50 Prozent aller Projekte verspätete Baubeginne auf, 41 Prozent litten unter verzögerten Fertigstellungen. 2,9 Prozent aller Bauprojekte würden sogar komplett eingestellt. „Die Projektpipeline läuft trocken, und da kommt auf absehbare Zeit nichts Substanzielles nach“, erläutert BFW-Präsident Dirk Salewski. Die Analysten kommen zu dem Schluss, dass sich die Wohnungsknappheit in Deutschland ohne schnelle und effektive politische Maßnahmen weiter verschärfen wird.

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Mehr lesen über

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Karl-Heinz Weiß | Mi., 23. Juli 2025 - 18:58

Der Autor des lesenswerten Beitrags unterstellt, dass die politischen Akteure rational handeln. Das ehrt ihn. Die bisherige Bundesbauministerin war eine Fehlbesetzung, und die Nachfolgerin hat ihren völlig fehlenden Realitätsbezug mit der Ankündigung, die Baukosten halbieren zu wollen, bereits kurz nach Amtsantritt unter Beweis gestellt. Insbesondere in Berlin werden die "bösen Vermieter" an den Pranger gestellt und größeren Wohnungsverwaltungen die Verstaatlichung (unter Marktwert) angedroht. Bei diesem politischen Klima eine Trendwende zu erwarten ist so realistisch wie die Aussicht für die SPD, bei der nächsten Bundestagswahl einen zweistelligen Prozentsatz bei den Wählern zu erreichen.

Bernd Windisch | Mi., 23. Juli 2025 - 19:17

In seinem Beitrag "Populistische Taschenspielertricks um die Rente" beklagt Carsten Korfmacher die hohen deutschen Renten.

Was spricht also dagegen diese gut situierten Kreise mit kostendeckenden Mieten zu überziehen. Dann wird auch wieder gebaut. Vorausgesetzt der Reibach stimmt.

Ich könnte mir vorstellen, dass auch Zeitungsredakteure, ähnlich wie Rentner, erhebliches Zusatzeinkommen erzielen. Sind entweder gut verheiratet oder haben es an der Börse zu etwas gebracht. Was soll also dieses Gejammer.

Spaß bei Seite, im letzten Abschnitt des Artikels "Politische Regulierung macht alles noch viel schlimmer" schafft es der Autor sich mit nur wenigen Sätzen diametral selbst zu widersprechen.

Nicht schlecht.

Vorhang fällt und alle Fragen offen!

Ingofrank | Mi., 23. Juli 2025 - 19:21

Aber klar doch …,, das wollen doch die links grünen angehenden Kommunisten, das Privateigentum (u.a. auch am Wohnraum) abschaffen. Wohnungsbau ist eine sehr individuelle Angelegenheit und ist Abhängig vom immer zunehmendem Bürokratismus, kaum mehr zu bezahlende Bauauflagen im punkto Klimaschutz in Abhängigkeit von den dadurch künstlich (CO2 Abgabe) hochgetriebenen Energiepreisen. Hinzu kommt eine galoppierende Inflation, die die Lohn und Materialpreise in den Himmel schießen lassen. Dazu immer weitere Stärkung der Mieter, die wiederum die Dividenden bei Vermietung gegen 0 laufen lassen. u.a. Mietendeckel
Das Ergebnis sind zusammenfallende Innenstädte und Bildung von Satelitenstädte und Parallelgesellschaften. Auch die Wohnungsgrößen werden rapide sinken ….
Und n i c h t eine einzige staatliche Maßnahme wird greifen.
Nicht nur an der fehlenden Reisefreiheit ist die DDR gescheitert, auch am Verfall von Wohnraum und dem damit verbundenem Mangel. Alles selbst erlebt !
MfG ad Erf.Republik

Bettina Strauß | Mi., 23. Juli 2025 - 20:02

und genau benannt. Ein Blick nach Argentinien könnte hier Wunder wirken. Doch leider gilt in Deutschland immer noch: Ideologie vor Vernunft und Verstand und vor Sinnhaftigkeit.

Hans Jürgen Wienroth | Mi., 23. Juli 2025 - 22:13

Der wichtigste Punkt für den Mangel im Wohnungsbau ist hier noch nicht einmal erwähnt. Wer baut Wohnungen in einem Land, in dessen Hauptstadt die großen Wohnungsvermieter unter Wert „vergesellschaftet“ werden sollen? Wer investiert, wenn staatlich die Mieten und die Renovierungsmaßnahmen vorgegeben werden sollen? Wer investiert in den Wohnungsbau, wenn von den führenden Parteien des Landes darüber sinniert wird, den Wohnraum staatlich zu bewirtschaften?

In einem Land mit solchen sozialistischen Vorstellungen wird kein Investor Wohnungen oder Häuser bauen, zumindest, wenn er sein Geld nicht verlieren will. Dem Staat fehlt trotz der Milliardenkredite, die als „Vermögen“ tituliert werden dafür die notwendigen Mittel.

Tina | Mi., 23. Juli 2025 - 23:25

Wer das Problem lösen will muss den Zuzug komplett stoppen.
Mehr bauen, Bauvorschriften lockern, bauen in Gebieten die vor 15 Jahren noch als nicht ausgewiesenes Baugebiet galt, wird das Problem nicht lösen. DE ist überbevökert. Die Bevölkerungsdichte ist hoch. Monatlich kommen Zuzügler in das Sozialsystem. Unser Sozialsystem wird 100 % kollabieren. Vielleicht müssen schnell noch mehr ins Bürgergeld wechseln, Firmen und Millionäre auswandern damit es, wie nach dem Krieg, mit fleißigen Händen ein Neustart beginnen kann.
Es gab keine so große Vollversorgung.
Kein Kindergeld. Heute wird nur gefordert und der Zuzug fordert radikal. Nun auch die Scharia und den Kalifat.
Ich habe Angst.

Stefan | Do., 24. Juli 2025 - 06:35

Den knappen Wohnraum durch massenhafte Einwanderung noch mehr zu verknappen, darauf kommen nur Politiker die lediglich von 12 bis Mittag denken können.
Der Wille etwas zu verändern reicht nicht aus, wenn man zum Beispiel behauptet man sei in der Koalition eine Arbeitsgruppe und plötzlich merkt man in der Regierung, wenn alles und jeder mit geliehenem Geld bedient worden ist, reicht es trotzdem nicht mehr für das Wesentliche.
Der soziale Wohnungsbau, die Schulen und das Sozialwesen, sind die Eckpfeiler eines Staates und an diesen Eckpfeilern rütteln Merz und Klingbeil mit ihrer Politik.
Die Kosten für ein Heer von illegalen wären beispielsweise im sozialen Wohnungsbau für deutsche Staatsbürger gewiss besser angelegt.
Man kann's drehen und wenden wie man möchte, des Pudels Kern findet sich immer wieder bei der zügellosen Masseneinwanderung.
Solange die SPD mit im Boot ist, wird sich bei diesem Thema leider nicht viel ändern und somit wird Wohnraum immer knapper und die Mieten steigen.

Hans v. Weissensand | Do., 24. Juli 2025 - 07:53

über die Energiepreise, CO2 Steuer und Mindestlohn lese ich nichts, überlesen? Die Preise steigen schon seit Jahren an. Unsere Baustoffe setzen sich aus energieintensiven Bestandteilen zusammen. Sei es Stahl, Zement oder Chemie. Das sind die Industrien die die Politik auf den Kicker hat...

Urban Will | Do., 24. Juli 2025 - 08:46

gewählt. Wer heult, sollte mal nachdenken, wer für Bürokratie, Leistungsfeindlichkeit, Massenzuwanderung, etc. steht.
Aber Schuldzuweisungen sind keine Lösung, auch wenn ich in Gedanken jeden auslache, der noch immer meint, mit Altparteien die Zukunft zu wählen.
Ich bin gerade in der Endphase eines sehr aufwendigen Umbaus und kann alles bestätigen, was hier steht. Bürokratie, immense Preise, noch massiv gestiegen seit Corona. Gottseidank musste ich nicht finanzieren, sonst hätte ich abgebrochen. Wer sich heute, auch auf dem Land,ein Eigenheim leisten und seinen Lebensstandard nicht komplett aufgeben möchte,muss in Richtung 10000 netto verdienen (falls er finanzieren muss).Das ist Fakt. Und wer hat das?
Die geisteskranken Phantasien der Sozen in Richtung Enteignung und Mietendeckel werden die Gutbetuchten davon abhalten, noch Mietwohnungen zu bauen.Der Staat kann dies nicht ersetzen.
Was helfen würde:100% Abschreibung auch bei Eigennutz.
Aber nicht mit diesen Politikern u d Neidkultur.

Ernst-Günther Konrad | Do., 24. Juli 2025 - 10:59

Und das hat man nun davon. Die bürokratischen Hemmnisse, die teils bevormundenden und völlig überzogenen Bauvorschriften, die Entwicklung auf dem Geldmarkt, die Überflutung unseres Landes mit Migranten, die auch Wohnraum brauchen, die Spekutlationen auf dem Wohnungsmarkt und letztlich die mangelnde Bereitschaft von Hausbesitzern, leerstehende Gebäude/Wohnungen zu vermieten, wenn sie vorher 100 000 € für "energetische" mbaumaßnehmen und neue Heizungen, Fenster, Isolierungen usw. hinblättern sollen. Und bei allem hat ein regulierender Staat eingegriffen und in besonderer Form die Ampel, die mit verschiedenen anderen Gesetzen den Wohnungsbau zum Erliegen gebracht haben, anstatt voran zu treiben.
Illegale sofort raus, Asylsuchende, deren Gründe entfallen sind nach Hause schicken, so sie nicht unentbehrlich für den Arbeitsmarkt sind und sich integriert haben und das Baurecht vereinfachen und normalisieren, dann klappt es auch wieder mit dem Nachbar.

Gisela Hachenberg | Do., 24. Juli 2025 - 12:41

Wenn ich lese, die Regierung will einen „Bau Turbo“ schaffen, lach‘ ich mich schlapp! Turbo hier, Turbo da. Alles leere Versprechungen! Es passiert nichts, gar nichts! Nach den Ferien wird man sich weiter wegen der beiden Richterinnen in die Haare kriegen. Migration steuern, abschieben. Wenn ein Flieger mit mickrigen 81 Afghanen startet, sind die Gazetten voll des Lobes. Auf der anderen Seite kommen Flieger mit neuen Migranten an. Wer will denn heute noch bauen bei den Verstaatlichungs- und Enteignungsphantasien der SPD alleine in Berlin? Wahnsinnsvorgaben für klimagerechtes Wohnen, z.T. initiiert von der EU. Unser verhältnismäßig kleines Land
mit ca. 86 Mill. Einwohnern platzt schon aus allen Nähten. Jede kleine Futzelecke wird bebaut. Dazu Riesenflächen für hässliche Windräder und Photovoltaik. Mir macht es Angst. Bauen, bauen schreien die Bauwirtschaft und die gierigen Baulöwen. Wo bleibt die Natur, die Wälder, die Luft zum Atmen? Egal, Hauptsache Knete, Money, Money!!!

Elisa Laubeth | Do., 24. Juli 2025 - 12:43

Dieser Artikel beschreibt Altbekanntes wie ungezählte vor ihm und vermutlich noch viele nach ihm. Es fehlen zwei Aspekte:
1. man kann nicht jedes Jahr eine mittlere Großstadt ins Land lassen und nicht bauen. Warum nicht gebaut wird weiß mittlerweile jeder: zu teuer, keine ausreichende Rendite.
2. Eine nicht unbedeutenden Verantwortung bei der Kostenexplosion tragen allerdings auch Bauhaupt- und Nebengewerbe. Deren Verbände arbeiten mit allerlei nice to haves den Bürokraten zu. Die Impulse für völlig überzogenen Brand- und Lärmschutz kommen aus der Bauwirtschaft, z.B. 0,5m dicke Geschossdecken. Es wird hochkomplexe , wartungsintensive Haustechnik eingebaut, um Renditen durch after sales business steigern. In Deutschland werden keine Häuser, sondern Wohnmaschinen gebaut.
In den 50er Jahren wurden Einfamilienhäuser bis auf Elektroinstallation in Eigenleistung erstellt. Diese Häuser stehen heute noch, wenn sie nicht wegen ihrer großen Grundstücke abgerissen werden.

Dr. Armin Schmid | Do., 24. Juli 2025 - 14:29

Von den liebsten Mietern kommt die Zahlung immer pünktlich, nämlich vom Amt. Da sitzt dann der vollversorgte Schutzsuchende gerne alleine in einer 100 qm-Wohnung, zumindest so lange, wie unser Land es noch nicht geschafft hat, den Familiennachzug zu bewerkstelligen. Derweil bewohnen deutsche Paare eine 60 qm-Wohnung, die beide Vollzeit arbeiten und auf Nachwuchs verzichten. Wie hieß von und in den Kirchen verbreiteten Parole: "Keinem wird etwas weggenommen." Solange die Union mit Lnksgrünen jeder Couleur koaliert, bleibt das auch so. Irgendwann ist dann die demographische Wende geschafft, das Kalifat übernimmt friedlich die Herrschaft, und das ist auch gut so. Wir haben es nicht anders verdient.

Wolfgang Dubbel | Do., 24. Juli 2025 - 14:57

Not tut eine Raumordnungspolitik, die den Namen verdient. In D gibt es immer noch erheblich mehr Leerstand als Wohnungsnot; die gibt es vorwiegend in den Ballungszentren, wo die Preise in die Höhe getrieben werden.