Bundesweite Maskenpflicht - Die plötzliche Bevormundung

Nach Wochen des Lavierens bei der Maskenpflicht ist die politische 180-Grad-Wende vollzogen. Noch immer will die Regierung den Eindruck vermeiden, sie könnte hier einen Fehler begangen haben. Doch die Bundeskanzlerin und ihr Gesundheitsminister kommen in Erklärungsnot.

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Bringt nix war gestern: Jens Spahn mit Nasenmundschutz / dpa

Autoreninfo

Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero. Zuvor war er Wirtschaftsredakteur bei Zeit Online. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Bastian Brauns

Jetzt ist sie also da, die bundesweite Maskenpflicht. Als letztes verbliebenes Bundesland hat ihre Einführung heute der Stadtstaat Bremen angekündigt. Wobei diese Pflicht, wie etwa in Berlin, nicht generell gilt, sondern zum Beispiel nur für das Fahren in Bussen und Bahnen. Man muss nicht verstehen, warum der Besuch in Supermärkten, Drogerien oder Baumärkten weiterhin auch ohne Maskentragen erlaubt ist. Man würde aber gerne verstehen, woher dieser plötzliche politische Sinneswandel zu dieser neuen „Bevormundung“ kommt. Seit Wochen und Monaten war zu beobachten wie die Bürger anderer Staaten, ob sie nun Südkorea, Österreich oder Tschechien heißen, zum Maskentragen animiert worden sind.

Und die deutsche Regierung? Über Wochen und Monate hatten der Gesundheitsminister Jens Spahn, der RKI-Chef Lothar Wieler, der Generalbundesvirologe Christian Drosten und selbst die Bundeskanzlerin den Nutzen von Masken heruntergespielt, um zugleich zu sagen, sie seien nur wichtig und richtig für das Krankenhauspersonal. Dabei hatte niemand bestritten, dass die sensiblen Bereiche am besten ausgestattet sein müssen. Im Gegenteil, in jedem Pandemieplan war nachzulesen, dass es hierfür ausreichenden Vorrat geben muss. Es gab ihn aber schlicht nicht. Ein eindeutiges und belegbares Versäumnis der Verantwortlichen. Es sei jetzt nicht die Zeit von Schuldzuweisungen, sagten da viele. Klar, die Regierung brauchte offensichtlich die Unterstützung der Opposition, der Medien und der Bevölkerung. Aber darum geht es nicht. Es geht jetzt wieder um eine alte Normalität: Es geht darum, zu sagen, was ist. Und das tat die Regierung nicht.

Sie bemühte stattdessen samt ihrer Experten immer und immer wieder folgende Argumente:

1. Masken schützen nicht

So vehement wie Jens Spahn inzwischen eine Differenzierung zwischen sogenannten Alltagsmasken (Volksmasken) und FFP2-/FFP3-Masken einfordert, so beharrlich wurde eben diese Unterscheidung wochenlang von Seiten der Regierung ignoriert. Vollkommen verkürzt und vereinfacht wurde immer und immer wieder unters Volk gebracht, Masken würden gar nicht schützen. Korrekt, die einfachen OP-Masken oder selbstgenähte Dinger aus Stoff oder Staubsaugerbeuteln schützen nicht den Träger vor dem Virus, wohl aber die anderen. Wenn also jeder eine solche Maske trägt ist jeder zumindest besser geschützt. Normale Masken würden hingegen nur gegen den häufigen „Griff an Mund und Nase - also die Schmierinfektion“ helfen, sagte etwa der Virologe Christian Drosten. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte, ein Mundschutz sei „reine Symbolpolitik“ und „hilft aber so gut wie gar nicht“. Und Ende Januar sagte Gesundheitsminister Jens Spahn gar zu Bild: „Ein Mundschutz ist nicht notwendig, weil der Virus gar nicht über den Atem übertragbar ist.“

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Markus Michaelis | Mi, 22. April 2020 - 20:52

Stimmt. Es wäre sehr Vertrauen erweckend, würde die Regierung Neueinschätzungen auch mal explizit benennen, vielleicht sogar Fehler zugeben, und dann Korrekturen vornehmen. Alle tasten sich voran und da geht es nur mit Korrekturen. Das krampfhaft vermittelte Bild der Führung mit großem Weitblick erzeugt eher das Gegenteil.

Das gilt ähnlich auch für andere Themen - nur dass da die Reaktionen nicht so schnell kommen (in Tagen oder Wochen) wie beim Virus, wo es noch relativ leicht nachzuvollziehen ist.

Ärztepräsident Montgomery kritisiert Maskenpflicht.

»Auch könnten die Masken bei unsachgemäßen Gebrauch gefährlich werden, warnte der Vorsitzende des Weltärztebundes. Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen werde die Gesichtshaut berührt, schneller sei eine Infektion kaum möglich. – Eine Pflicht zum Tragen von Schals oder Tüchern vor dem Gesicht sei "lächerlich". Er hob zugleich hervor, dass "echt wirksame Masken" derzeit noch für das medizinische Personal, Pflegekräfte und unmittelbar Gefährdete gebraucht würden.«

Vgl. Weltärztepräsident kritisiert Maskenpflicht.
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/weltärztepräsident-kr…

...sofort den Eindruck, man wollte der Truppe der Regierungsgegner in diesem Forum einen Gefallen tun.

Stimmt: Das Handeln in der Maskenfrage verdient Kopfschütteln. Ermutigt wurden die Regierenden dabei von Fachleuten - erst heute hat der Weltärztepräsident in dem Zusammenhang den Begiff "lächerlich" gebraucht.

Aber: Offensichtlich hat man dazu gelernt, ist klüger geworden.

Für viele selbsternannte Experten, die noch immer nicht die Gefährlichkeit von Covid-19 zugeben wollen, weil sie offensichtlicht die ganze Problematik nur als "Finte" der Regierung mißverstehen, gilt das allerdings nicht.

Am Anfang der Pandemie, als sie noch weit weg und in China war, hat man den "Rächten" unterstellt, sie verteufelten das Virus, überspitzten die Gefährlichkeit. Der Staat und Lenz haben damals dagegen argmentiert. Ich höre noch Herrn Spahn wie er die Gefährlichkeit herunterspielte, auch der RKI-Präsidnt Wieler tat das. Jetzt hat sich der Wind gedreht und nun wird das Gegenteil behauptet. Der Staat und Lenz können gar nicht genug warnen vor der Gefährlichkeit von Corona. Leider hat der Mensch ein Gedächtnis und merkt sich was.

wer hat mehr Fehler, Versäumnisse, Unfähigkeit und Karrieregeilheit zu
verdecken :
1. Spahn
2. Söder
3. Merkel
4. Laschet
5. Montgomery

Mehrfachnennungen sind zulässig

Michaela 29 Diederichs | Mi, 22. April 2020 - 20:59

"Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht." Was nach krassem Egoismus klingt, ist aber m. E. die Liebe zu sich selbst und der Gemeinschaft. Maske zu tragen, dient dem Gemeinwohl, der Eigenverantwortung und vermutlich in diesem Fall auch unser aller Gesundheit. Und diese drei Komponenten - Gesundheit, Eigenverantwortung und Gemeinwohl - sollten unsere Politiker sich doch von uns in diesen Zeiten wünschen. Das ganze Herumgeeiere vorher war und ist nun weniger nützlich. Viele haben der Politik und den Virologen geglaubt, ihre Thesen verinnerlicht und sehen nun erst recht nicht ein, Maske zu tragen. Daher wäre das Eingeständnis eines Irrtums zumindest hilfreich. Fehler machen wir alle. Das Eingestehen eines Fehlers macht ihn aber erst verzeihlich. Schöner Beitrag, Herr Brauns.

F.Oldenburg | Mi, 22. April 2020 - 21:00

DIe "Regierung differenziert und appelliert" eben nicht nur, sie verpflichtet. (Nach all dem Wirrwarr). Das empfinde ich als das genaue Gegenteil vom Ende der Bevormundung. Im übrigen ohne sicherzustellen, dass man Masken auch günstig kaufen kann. - Ich halte das Tragen von OP-Masken im Supermarkt und ÖNPV für übertrieben. Wir werden mit einer kollektiven Angstneuerose aus dem Corona Drama heraus gehen, und die Masken im öffentl. Raum tun ihr übriges dazu bei. Viel wichtiger wäre eine Relativierung, Covid19 in Bezug zu setzen zu anderen Krankheiten und deren täglicher Sterblichkeit. Vernunft und Ruhe zu bewahren, sich zu freuen, dass unser Gesundheitssystem keineswegs überlastet ist, dass so viele symptomlos bleiben, dass merkwürdigerweise Kinder fast keinen Schaden nehmen usw.. Wir steigern uns hinein in eine Hysterie, die jetzt mit Masken ihren Ausdruck findet.

Werner Peters | Do, 23. April 2020 - 09:15

In reply to by Gast

"Ich halte das Tragen von OP-Masken im Supermarkt und ÖNPV für übertrieben."
Eine Studie aus USA zeigt eindeutig, dass die massive Ausbruchswelle in NY vor allem auf der schnellen Virusübertragung in den dortigen U-Bahnen beruht. Man kann das fast schon als TV-Zuschauer sehen, wie sich das Virus in den völlig überfüllten Zügen verbreitet. Das wird übrigens Folgen auch hierzulande haben. Die S- und U-Bahnen werden deutlich weniger benutzt, die Leute steigen wieder in ihr Auto. Ob das natürlich der Weisheit letzter Schluss ist, wird sich zeigen. Aber die ÖPNV-Euphorie der grünen Verkehrspolitik dürfte erst mal vorbei sein,

Gerhard Lenz | Do, 23. April 2020 - 13:44

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Angeblich gibt es dort seit Verordnung der Maskenpflicht fast keine Neuinfizierungen mehr.

Sagen Sie mal einen Asiaten, er solle in einer solchen Situation auf seine Maske verzichten. Der hält Sie, im freundlichen Fall, für einen komlett Ahnungslosen.

Wer aber generell Corona verharmlost und im Grunde als "Masche der Machthabenden" bezeichnet, für den sind - selbstredend - Schutzmaßnahmen jeglicher Art überflüssig.

Roland Völkel | Do, 23. April 2020 - 18:29

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Ich hatte schon Mitte Februar, auf dem Weg zur Arbeit, in der Bahn eine Maske getragen, Herr Peters. Wurde da noch ziemlich schief abgeguckt bzw. belächelt. Ehrlich, war mir aber egal. Fühlte mich irgendwie Geschützter.
Die Erfahrungen aus Jena (seit 13 Tagen keine neuen Infektionen gemeldet) & Rostock (erste Großstadt in Deutschland für Coronavirus-frei erklärt) zeigen doch, dass es Sinn macht, eine Maske zu tragen. Zumindest in geschlossenen Räumen.
Beide OB`s warnen aber auch den Ball flach zu halten.
Ich empfinde die Jogger eher als unangenehm. Bei uns im Naturschutzgebiet laufen diese röchelnt und schwer atment an einen vorbei. Ich gehe denen aus dem Weg, abseits des normalen Weges. Ich finde dies ein egoistisches Verhalten.
Werden andere sicher wieder anders beurteilen. Und daran sieht man ja, wie die Meinungen auseinander liegen. Was die einen befürworten, geißeln die anderen.
Kann man in der jetzigen Situation ganz krass erkennen.
Salute

Brigitte Simon | Sa, 25. April 2020 - 17:44

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Merkel ja? Merkel nein? Vorsicht ist geboten! In dieser Entscheidung steckt riesiges Wahlkampfpotential. Dessen Elastizität muß bis spätestens Oktober 2021 reichen. Merkel läßt ihre Maske fallen. Nichts Neues für uns. Nach einem fast fünftel Jahr-hundert ruft uns Merkel zu erneut zu "Sie kennen mich ja".

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 22. April 2020 - 21:33

Die (späte) Maskenempfehlung war nicht der einzige Fehler dieser Regierung! Statt zu schauen, was andere machen, die näher am Virus dran waren, ging man eigene Wege, bzw. man ging sie nicht, denn man verharmloste die Gefahr. Dafür wurden 2 x Masken an China verschenkt, man benötigte sie hier offensichtlich (noch!) nicht.
Wie wurde der U. S. Präsident kritisiert, als er Ende Januar die Grenzen für Chinesen und später auch für Europäer schloss. Spät, sehr spät, folgte man diesem Schritt. Selbst heute sind die Grenzen noch nicht wirklich geschlossen, gibt es immer noch Linienflieger aus Risikoländern. Dafür wurden die Landgrenzen dicht gemacht.
Was ist mit Einreisekontrollen für fiebrig Erkrankte (Temperaturmessung), die z. B. Singapur bereits Ende Januar einführte? Selbst die zurückgeholten Urlauber durften im März hustend ohne jeglichen Test ein- und kreuz und quer durch die Republik in ihre Heimatorte reisen, um dort die Quarantäne zu beginnen.
Dafür organisierte man einen sehr teuren

anton stögerer | Do, 23. April 2020 - 11:40

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Das dicke ENDE kommt ja noch
Es wird (sollte nicht noch ein Wunder geschehen)von Kurzarbeit direkt in (massen)Arbeitslosigkeit gehen
Wirtschaftsstrukturen werden gerade zerstört
Alles Träumer-unglaublich

Olli Land | Do, 23. April 2020 - 13:17

In reply to by Gast

Zooansage: "Tiger sind ausgebrochen. Begeben sie sich sofort in Sicherheit!"
Szenen aus dem Kruger Zoo in Einfaltshausen:
„Widerstand gegen die diktatorischen Anordnungen der Zooleitung ist oberste Bürgerpflicht. Wir lassen uns doch nicht unterbuttern“
„Immer diese Panikmache. Tiger sind doch auch nur eine Art Katzen“
„Statistisch stirbt doch kaum jemand durch Tiger“
„Unsere Besucherrechte sind in Gefahr, die man uns wegnehmen will"
"Der Tiger wurde absichtlich freigelassen, das ist meine Meinung und es gibt Meinungsfreiheit"
„Nur alte, langsame Besucher mit schlechter Kondition sind durch Tiger gefährdet. Die wären sowieso auch von einem Hund gefressen worden. Sie haben doch auch schon alle Zootiere gesehen“
„Es ist nicht klar ob jemand durch den Tigerangriff verstorben ist, oder vorher schon von einem Hund gebissen wurde"
"Der Tiger ist irgendwann satt, es trifft nur wenige. Wir müssen eine Herdensättigung aufbauen. Klappt auch prima in schwedischen Zoos"

Ellen wolff | Do, 23. April 2020 - 09:00

Das Grundproblem scheint mir, dass Politiker die Bevölkerung für zu blöd halten, die Wahrheit zu vertragen oder damit richtig umgehen zu können. Teilweise wird die Wahrheit verschleiert, weil sich die Politiker Vorteile davon versprechen. Leider führt all dies zur Politikverdrossenheit. Mein Eindruck über die meisten Politiker ist, dass sie immer zunächst ihre eigenen Pfründe und ihre Macht zu sichern und auszuweiten trachten. Leider fehlt in den letzten Jahren zunehmend ein Korrektiv durch eine freie Presse. Da bin ich froh, dass es den Cicero gibt. Ihr könntet ruhig noch etwas mutiger werden;)

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 23. April 2020 - 09:10

und sollte der Autor sich nicht zutrauen, Frau Merkel direkt zu kritisieren, sondern über die Minister* der Bundesregierung - Für die Geschichtsbücher ein Vorschlag zum Motto für Frau Merkels Regierungsstil: Regieren aus der 2. Reihe, aber hoffentlich nicht aus 2. Hand - dann bitte nicht einen Minister, der m.E. aus dem Stand Kanzler von Deutschland könnte, Herrn Jens Spahn.
Sah die Pressekonferenz, auf die sich Herr Brauns auch bezieht und war wieder einmal angenehm überrascht, über welche kommunikative Kompetenz und organisatorische Übersicht Herr Spahn verfügt.
Hoffentlich hat er ein gutes Händchen in Bezug auf seine medizinischen Berater*.
Ich möchte aber ganz sicher nicht bei Frau Merkel Abbitte leisten müssen, deshalb betone ich nocheinmal, dies ist m.E. sicher der Zeitpunkt für Debatte, nicht aber für grundsätzliches "Abrechnen", das mir sowieso nicht liegt.
Die Politiker* sind keine Götter*, Fehler sind menschlich.

Jürgen Keil | Do, 23. April 2020 - 09:45

Diese Regierung, diese Kanzlerin machen Fehler und geben diese selten zu. Ich benenne an dieser Stelle nur die Migrationspolitik und die Energiewende, insbesondere den Ausstieg aus der Kernenergie. DAs ist zu kritisieren. In Sachen Corona aber, bringe ich für zögerliches Verhalten der Kanzlerin, für zum Teil Widersprüchliches Vorgehen und auch für einige Fehler Verständnis auf.
Die meisten Politiker sind keine Mediziner. Sie müssen sich auf die Ratschläge der Fachleute, vor allem der Virologen verlassen. Da diese aber selbst noch nicht viel wussten und heute noch nicht wissen, kann es zu widersprüchlichen Ratschlägen kommen. Ich möchte da nicht in der Haut eines Politikers stecken, der verantwortungsvolle Entscheidungen treffen muss. Bei so wenig Wissen ist deshalb als aller Erstes Vorsicht geboten. Unter Beachtung der Intensivkapazitäten waren die Beschränkungen, meiner Meinung nach, bisher gerechtfertigt. Damit will ich aber nicht das Kaputtsparen des Gesundheitswesens gutheißen.

dass man nur den Aussagen eines Virologen, Herrn Drosten, und eines Tierarztes Herrn Wiehler traut und glaubt. Liegt es vielleicht auch daran, dass beide Institute von Bill Gates gesponsert wurden? Die Erkenntnisse des Bonner Virologen Schreek wurden von Herrn Drosten bekämpft und von pathologischen Erkenntnissen will man erst recht nichts wissen. Kurzzeitig wurden auch Wissenschaftler der Leopoldina ins Gespräch gebracht, nachdem aber bekannt wurde, dass auch der Ehemann von Angela Merkel, Prof. Joachim Sauer, dort arbeitet, hört man aus dieser Richtung keine Ratschläge mehr. Die Ratschläge der Leopoldina waren zudem ähnlich den Weissagungen einer Wahrsagerin, denn nichts genaues weiß man. Sicher aber wie das Amen in der Kirche ist, dass das dicke Ende erst noch kommt: Sehr viele Firmenpleiten und Massenarbeitslosigkeit.

...was überhaupt nicht zusammengehört. Und damit erzeugt man wohl gewollt den Eindruck, als wenn Deutschlands führende Virologen entweder alle schlampen, oder sich für irgendeine finstere Sache haben einspannen lassen.
Und natürlich wird mal wieder die große Profiteur im Hintergrund identifiziert: Bill Gates.
Das alles klingt versächtig nach der üblichen "Ideologie", die der Verharmloser.
Lächerlich.
Tatsache ist, dass Schreeks Untersuchungsergebnisse nicht "bekämpft" sondern wegen der dünnen Datenmenge angezweifelt wurden.
Tatsache ist, dass in der Leopoldina auch ein Virologe saß, Merkel aber gar nicht besonders auf deren Ratschläge einging, sondern eher auf ein anderes Institut hörte, dass - zu Recht - vor zu schnellen Lockerungen warnte.
Tatsache ist, dass bei manchen pathologisches Mißtrauen jegliche Vernunft einschränkt.

helmut armbruster | Do, 23. April 2020 - 10:27

jeder weiß es besser. An jeder Grenze eine andere Regelung.
Das ist der einfachste und sicherste Weg um jede Glaubwürdigkeit zu verspielen.

Wolfgang Tröbner | Do, 23. April 2020 - 10:50

Ja, unsere Regierung versucht krampfhaft, der Bevölkerung einzureden, dass man ihr vertrauen könne. Es bedurfte nicht erst der Pandemie, die das allerdings schonungslos offengelegt hat, dass dieses Vertrauen durch nichts gerechtfertigt ist. Im Gegenteil - die Regierung hat genauso verdruckst und unehrlich gehandelt, wie man das schon seit langem kennt. Unsere Regierung hat auch hier keinen Plan und reagiert dementsprechend ziemlich kopflos als Getriebene. Bestenfalls wird das gemacht, was ein Land wie Österreich vorgemacht hat. Sonst ist da nichts zu sehen. Die Schriftstellerin Thea Dorn hat dies vor ein paar Tagen bei Lanz übrigens sehr schön auf den Punkt gebracht. Vielen Dank, Herr Braun für Ihren Artikel.

Charlotte Basler | Do, 23. April 2020 - 11:01

Sehr geehrter Herr Brauns,
Sie haben die widersprüchlichen Aussagen unserer Verantwortlichen sehr gut zusammengefasst. Vielen Dank.
Ich fürchte allerdings, dass sich hinter dem "wir werden viel verzeihen müssen" unseres Gesundheitsministers noch etwas wesentlich Schlimmeres als die Maskenscharade verbirgt. Beste Grüße CB

Liebe Freunde , das Virus ist , bis es einen Impfstoff gibt ein unlösbares Problem . Entweder man lässt es laufen , dann geht die Wirtschaft hops , oder nicht , dann hat man tote Omis und Opis und das Systhem wird überlastet. Die Politik meint es gut hat aber nur die Wahl zwischen Pest und Colera. Man kann es drehen und wenden wie man will, man kann nichts machen. Zumal man das Grundübel ,dass es zu viele Menschen gibt auch nicht lösen kann . In dem grossen Spiel der Natur sucht sich das Virus eine Nische um zu überleben . Für den einzelnen ist das Risiko immer
noch überschaubar bei Einhaltung der Hygienevorschriften.

Hartmut Alt
Limburgerhof

Ernst-Günther Konrad | Do, 23. April 2020 - 14:46

genau das ist der Punkt, warum die etablierten Parteien bei vielen politischen Entscheidungen Vertrauen verloren hat. Das keiner die Szenarien aus der BT-17/12051 ernst nahm, nicht nur die deutsche Regierung, das man deshalb auch nicht für ausreichend Schutz sorgte und vieles nicht konkret vorgeplant hatte, das alle hätte man, wie viele andere Regierungen auch, einfach mal ehrlich zugeben können, da hätte man sich in der Folge einige unangenehme Fragen ersparen können. Nur, wer mit Lügen und Verschweigen sein Volk für dumm verkaufen will und das eben nicht nur bei Corona, der kommt am Ende in arge Probleme. Gerade das Thema Mundschutz zeigt wieder, wie verschweigen, vertuschen der eigenen Fehleinschätzung, das Fehlen gelebter Ehrlichkeit, die eigenen Maßnahmen anfängt zu konterkarieren. Da wird bei den Zahlen mal so und mal so argumentiert, da will man erst nicht obduzieren, mal ist die Anzahl der Toten entscheidend, dann wieder nicht allein. Verantwortung übernimmt wer? Wieder keiner.

Gisela Fimiani | Do, 23. April 2020 - 15:00

Diese Kritik, Herr Brauns, brauchen wir in Deutschland nicht. Dafür haben wir Trump. Dass hier länger als in den USA Corona heruntergespielt wurde (Personenkontrollen an Flughäfen, Einreiseverbot) ist nicht von Bedeutung. Der bequeme, wohlfeile amerikanische Sündenbock läßt sich hervorragend als Ablenkungsinstrument nutzen. So hält man deutsche Politik aus der Schusslinie. Ohne Trump stünden Medien und Politik bereits länger da, wo Sie sie im Beitrag verorten. Danke für Ihren kritischen Blick, den man gleichwohl auf deutsche Krisenbewältigung nicht nur während „Corona“ ausdehnen könnte und unbedingt sollte.

Michael Sachs | Do, 23. April 2020 - 15:32

Das Ganze ist wieder eine typisch deutsch-ideologische Diskussion, es ist immer alles richtig oder falsch dazwischen gibt es nichts, ich lebe 7 Monate pro Jahr in Thailand hier gibt es diese Diskussionen nicht, die Regierung hat angeordnet das ab dieser Stunde überall Masken getragen werden müssen, am nächsten Tag gab es keinen einzigen Menschen mehr ohne Maske, am wichtigsten aber war die Anordnung das jeder der einen Markt besucht oder ein Kaufhaus die Temperatur gemessen wird gleichzeitig muß er ertragen ein Desinfektionsmittel auf die Hände zu bekommen, dadurch werden die Rolltreppen die Einkaufswagen, die Türgriffe alles massiv desinfiziert jeder desinfiziert dadurch jeden anderen, die Desinfektion ist das wichtigste überhaupt dadurch nehme ich keine Viren selbst mit den Händen auf u. gebe auch selbst keine ab, es gibt 2839 bestätigte Fälle u. 50 Tode bis jetzt alle Länder um China herum gingen mit der Pandemie relativ unaufgeregt um, sie sind es einfach durch China lange gewohnt.

Heidemarie Heim | Do, 23. April 2020 - 18:37

Viel Erfolg bei Ihrer Forderung lieber Herr Brauns!
Freiwillige vor! Ich gebe Ihnen sofort recht was die auch von mir in dem ein oder anderen Kommentar festgestellt "suboptimale" Kommunikationspolitik der Verantwortlichen Politiker und deren Fachberater betrifft. Andererseits kann von jedem erwachsenen Bürger verlangt werden, das er zu bestimmten Maßnahmen eigene Überlegungen anstellt und wenn nötig hinterfragt. Hier im Forum wurde bisher so Einiges beleuchtet und bewertet. Was das Thema Schutzmasken und Effektivität betrifft, so hat sich nicht viel geändert. Die für den Normalbürger nach wie vor nicht erhältlichen Schutzmasken der Klasse 2-3 sind die einzig sicheren. Auch wenn demnächst jeder im Bus, Tram oder Schule seine Maske Marke Eigenbau trägt gibt es keine Gewähr. Zumal nicht jeder Mitmensch über ein 1,5-2m-Augenmaß zu verfügen scheint. Auch wenn`s drum geht, die vorletzte Dose Erbsen im ALDI-Regal direkt neben bzw. vor mir zu ergattern ist keine Rede mehr von Ab(n)stand;) MfG

Norbert Heyer | Fr, 24. April 2020 - 07:03

Frau Merkel hat ihren Regierungsstil nie geändert - nie ändern müssen - da die Medien sie immer wieder geschützt und gestützt haben. Abwarten, bis sich die Mehrheitsmeinung herausbildet und dann aufspringen, das ist ihre Erfolgstaktik. Bei dem Thema Maskenpflicht wurde Herr Spahn und die Ministerpräsidenten vorgeschoben. Als es mit den Lockerungen und teilweisen Ladenöffnungen losging, hat sie wieder zuerst die unterschiedlichen Ansichten darüber ausgelotet, um dann wie gewöhnlich zu reagieren: Sie ist mit den Maßnahmen der Länder einverstanden, warnt aber vor übereilten weiteren Schritten in die Normalität. Genial, nicht wahr: Egal, wie es jetzt weitergeht, sie hat befürwortet und gleichzeitig gewarnt. Niemand kann voraussagen, wie es ausgeht, aber unsere geniale Kanzlerin hat - wie immer - „richtig“ gelegen. Die Meisterin des Lavierens ist eben unschlagbar, „schuld“ haben immer die, die „vorgeprescht“ sind. Politik ohne eigene Verantwortung, das ist die Botschaft unserer Kanzlerin.