Lars Feld
Lars Feld / Walter Eucken Institut

Ökonom Lars Feld im Gespräch mit Carsten Korfmacher - Cicero Podcast Wirtschaft: „Die Schuldenbremse ist nicht schuld an unserer miserablen Infrastruktur“

Wussten Kanzler Merz (CDU) und Finanzminister Klingbeil (SPD) von Anfang an, dass die deutschen Sonderschulden größtenteils zweckentfremdet werden? Darüber spricht Ökonom Lars Feld, ehemaliger Berater des Finanzministeriums, im Cicero Podcast Wirtschaft.

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Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

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Irgendetwas stimmt nicht in der deutschen Finanzpolitik. Das Gefühl ist diffus, aber hartnäckig: Der Staat nimmt so viel Geld ein wie nie zuvor – und kommt doch nicht aus. Gleichzeitig wachsen die Schulden, während Brücken bröckeln und die Bahn nicht fährt. Wo also liegt das Problem? Im Cicero Podcast Wirtschaft zeichnet der Ökonom Lars Feld eine unbequeme Spurensuche nach. Seine zentrale These: Nicht das Geld fehlt, sondern die Fähigkeit, sinnvoll mit ihm umzugehen. Doch wenn das stimmt – warum ruft die Politik dann nach noch mehr Spielraum, nach neuen Schulden, nach immer größeren Programmen? 

Feld widerspricht einer der populärsten Erzählungen der Gegenwart: Die Schuldenbremse sei schuld am Investitionsstau. Das Gegenteil sei der Fall. Der Verfall der Infrastruktur habe lange vor ihrer Einführung begonnen. Tatsächlich wurde über Jahrzehnte schlicht falsch priorisiert. Und um dieses Versäumnis zu kaschieren, werden nun Schulden aufgenommen. Wirklich heikel wird es aber, wenn sich der Blick auf die Mechanik der Politik richtet. Geld, so Felds implizite Diagnose, folgt nicht nur ökonomischen, sondern vor allem politischen Logiken. Interessen, Erwartungen, Wahlversprechen – all das verdichtet sich zu einem System, in dem Ausgaben kaum mehr begrenzbar scheinen. 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wären naiv, wenn sie nicht schon im März 2025, also bei der Einsetzung des als „Sondervermögen“ bezeichneten Riesenschuldentopfes, gewusst hätten, dass diese Mechanik greifen wird. Und wenn sie nicht naiv sind – was sind sie dann? Letzten Endes läuft es auf eine grundsätzliche Frage hinaus: Schlägt die Politik den schwierigen Weg der Reformen oder, wieder einmal, den einfachen des Gelddruckens ein? 

Carsten Korfmacher und Lars Feld
Carsten Korfmacher (li.) und Lars Feld / Walter Eucken Institut

 

Das Gespräch wurde am 18. März 2026 in der Cicero-Redaktion aufgezeichnet.

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