Eine Frau während eines großen Stromausfalls im Jahr 2019 in Südamerika / dpa

Krisenvorsorge - „Das Risiko für einen Blackout ist so hoch wie nie zuvor“

Der Ausbau regenerativer Energiequellen hat Folgen für das Stromnetz: Der Blackout- und Krisenvorsorgeexperte Herbert Saurugg warnt in dem Zusammenhang vor einem drohenden Blackout infolge eines steigenden Stromverbrauchs, einer alternden Infrastruktur und weiterer Faktoren. Er kritisiert, dass die europäische Gesellschaft nicht ausreichend auf den Ernstfall vorbereitet sei.

Birgit Freudenberg

Autoreninfo

Birgit Freudenberg absolviert ein Redaktionspraktikum bei Cicero.

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Herbert Saurugg ist Blackout- und Krisenvorsorgeexperte sowie Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV) mit Sitz in Wien.

Herr Saurugg, was versteht man unter einem Blackout?

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Karl-Heinz Weiß | Do, 13. Januar 2022 - 16:13

Solche realitätsnahen Einschätzungen werden verstärkt seit dem Regierungswechsel publiziert. Offenbar trauten sich bisher sehr wenige, der alternativlosen Kanzlerin auch bei diesem deutschen Sonderweg zu widersprechen. Und die Verzögerungen beim Nord-Süd-Trassenbau hat maßgeblich Markus Söder zu verantworten.

John Berger | Do, 13. Januar 2022 - 17:13

So ganz neu ist die Einsicht, in einem Binnenland wie Deutschland könne keine ausreichende oder nur stark wechselnde Energie aus Wind und Strom gewonnen werden, nicht. Es ist Frau Merkel selbst, die im Januar 2020 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die Realität ihres propagierten Konzeptes infrage stellte: "Wahrscheinlich wird man es […] gar nicht schaffen, bei der Stromerzeugung auf einen Anteil von 100 Prozent erneuerbarer Energien zu kommen - wir liegen jetzt bei 42 Prozent durch Ressourcen im eigenen Land -, weil bei uns […] die Effizienz, mit der man Strom aus Wind und Sonne erzeugen kann, nicht sehr hoch ist". Ende Juni 2021 forderte die Kanzlerin auf dem "Tag der Industrie" des Industrieverbandes BDI in Berlin eine Prognose für den Strombedarf 2030. "Wir brauchen kluge Berechnungen", sagte Angela Merkel dort. Ungläubig registriert man, dass die Kanzlerin bisher keine Vorstellungen über den zukünftigen Strombedarf hatte. Empfehle dazu das Buch "Die CO2-Falle".

Ist mir doch egal ob ich am Blackout Schuld bin, jetzt ist er nun mal da.
Die Ampel freut sich, dass sie Regierung spielen darf und wird hoffentlich bald Geschichte sein. Wir sind vorbereitet. Eigenverantwortung ist ja von linken Vollpfosten zum Unwort gekürt worden. Na dann, wir werden sehen, wen Darwin liebt.

... ein Notaggregat bestellen möchte ... es könnten ja im Dunkeln die Querdenker näherrücken ... "ihr" Land, das die Farbe anzunehmen droht, die sie selbst verursacht hat: DUNKEL ... aber die Tage werden ja schon länger, es bleibt also länger hell und Sonnenstrahlen wärmen auch ;)

Hans Jürgen Wienroth | Do, 13. Januar 2022 - 17:22

Als erstes erinnere ich an den Energieerhaltungssatz der Physik, wonach es keine „ern. Energien“ geben kann. Windkraftanlagen z. B. wandeln Windgeschwindigkeit (mit Verlusten) in Strom um. Das kann bei großen Windparks auch Einfluss aufs Wetter oder Klima haben.
Ich habe noch keine Planung gesehen, mit dem die Abschaltung nuklearer und fossiler Kraftwerke durch Bau von Wind- und Solarenergie, sowie von Gaskraftwerken, rechtzeitig ersetzt wird. Auch über Kosten und daraus resultierende Strompreisprognosen habe ich noch nichts erfahren. Allerdings will jede Regierung (und die entspr. Lobby) schneller als der Vorgänger aus der bestehenden Stromversorgung aussteigen. Da helfen die Lobbyisten in Regierungsämtern. Schuld sind immer die Vorgänger, sie haben zu wenig getan.
Habeck soll dazu zitiert haben: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“. Man kann es auch wie „Bild“ sagen: „Voll ins Risiko – und vielleicht gelingt es ja auch.“ Sind wir im Casino?

Hanno Woitek | Do, 13. Januar 2022 - 17:23

Herr Habeck und Frau Baerbock lesen. Leider sind die nur zu ignorant das zu tun und vor Allem, nicht intelligent genug das zu begreifen. Grün war mal die Farbe der Hoffnung, heute ist es die der Dummheit.

Bettina Jung | Do, 13. Januar 2022 - 17:31

wir sind vollauf mit Bewältigung der Corona (Hust) Pandemie beschäftigt. Außerdem haben wir Spitzenpolitiker und sogar bald eine Parlamentspoetin. Diese betet dann für Wind und Sonne und schon haben wir Strom. Und wenn wir uns alle impfen sind wir sogar gegen den Tod geschützt. Das weiß schließlich jeder, dass die Impfung gegen alles hilft.
Okay. Gut, dass im Cicero über diese Gefahr geschrieben wird, auch wenn ich mit den Antworten des Experten nicht 100%ig einverstanden bin. Allerdings erkenne ich an, dass man heute gar nicht vorsichtig genug mit dem sein kann, was man sagt. Insofern. Danke an Frau Freudenberg und Herrn Saurugg.

Bernd Muhlack | Do, 13. Januar 2022 - 17:58

In 2015 wurde das Länderspiel D - NL kurzfristig abgesagt: eine Terrorwarnung.
Dazu der Innenminister de Mazière:
„Teile meiner Antwort würden die Bevölkerung beunruhigen.“ .
Ein anderes Mal regte er an, dass sich die Bevölkerung bevorraten sollte, um im Ernstfall gerüstet zu sein. (Prepper!)
Wie auch Dr. Stoiber war er immer für verbale Ausrutscher zu haben.

Ein hervorragender Artikel!
Bei WELT-online erschien im Herbst 2021 ein ähnlicher.
Ich bin kein Physiker, kann das nur laienhaft beurteilen.
Warum debattieren die 3 selbstherrlichen öff-rechtl. Damen nicht einmal über dieses Thema?
Herr Saurugg als Gast.

Strom sparen?
Ich habe bereits meinen Stromverbrauch auf das Nötigste reduziert; in 2021 nochmals.
Gleichwohl eine Nachzahlung, weil die sonstigen Kosten, Belastungen ständig steigen!

Das katastrophale Handeln der Regierung erinnert an Goethes Zauberlehrling!

Sicherlich sind diese Probleme in den Ministerien bekannt - egal!
Hitler faselte ja auch bis zum Schluss vom "Endsieg".

Ingofrank | Do, 13. Januar 2022 - 18:16

Warum soll das passieren? Wir glauben allesamt an die „grüne Energiewende“ und wer daran nicht glaubt, ist bestenfalls ein alter weißer Mann und schlimmstenfalls ein kleiner Nazi.
Aber die Richtigen (ich meine nicht die Pfannkuchen! ) haben ja schon in punkto Stromausfall Lehrgeld zahlen müssen. Ich hätte denen 1 Woche gegönnt.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Tomas Poth | Do, 13. Januar 2022 - 18:36

... einfach ganz ruhig bleiben, denn das Risiko läßt sich noch steigern!
Wir sind gerade erst mittendrin dies bis zum Eintritt des Ereignisses zu steigern. Die Endsieg-Mentalität liegt nun mal im Blute der Deutschen.
Wer also Zweifel an deutscher Kultur hegt, Fr. Ößenguß, es ist nicht ausschließlich die Sprache! Es gibt auch diesen eisernen Willen etwas bis zum Ende zu bringen, komme was da wolle! Die totale Bereitschaft unbedingt recht behalten zu wollen. Noch aus dem Grab schallt der Ruf - Und Ich habe doch recht!-
Tja, tja, das macht uns keiner nach!

Maja Schneider | Do, 13. Januar 2022 - 19:45

..und wie der funktioniert, konnten wir bei der Flutkatastrophe im Juli erleben. Dieses Interview war zwingend notwendig, denn die meisten Menschen zucken nur ungläubig mit den Achseln, wenn sie den Begriff "Blackout" hören. "Das machen die da oben schon nicht", "das gab es doch noch nie" sind die häufigsten Reaktionen, mit der bitteren Wahrheit rechnet kaum jemand, und die Grünen leben ohnehin in ihrer ganz eigenen Welt. Das hat Herr Habeck bei seiner letzten Darbietung mehr als deutlich gemacht. Dass man sich in diesem Land einmal so ernsthaft mit dieser Problematik auseinandersetzen muss, hätte noch vor einigen Jahren niemand für möglich gehalten!

Romuald Veselic | Fr, 14. Januar 2022 - 06:58

(Grüne) zu Ministern macht.
Gut so!
Willkommen in der Ausnüchterungszelle. 😈

Einige erzählen, dass dieser Robert H wg. seinem Aussehen gewählt wurde → Wählerinnen halt.
Wie gut, dass es Ethnien gibt, wo Frauen keine unrasierte Männer mögen. Oder Männer, die Müsli mit Wasser frühstücken.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 14. Januar 2022 - 10:53

empfehle ich da nur. Etliche Fachleute, nein nicht Politiker, sondern Menschen aus der Branche warnen inzwischen überall vor dem sehenden Auges sich formierenden Desaster. Niemand scheint es wirklich hören zu wollen.
@ Ja Herr Muhlack, Sie fragen zurecht, warum solche Experten nicht in Talkshows mit Habeck und anderen in ein Streitgespräch gebracht werden. Aber ich denke, die Antwort wissen wir beide. Die Macher des ÖRR und ihre Journalisten haben eine Haltung und die gilt es bis zur völligen Dunkelheit zu verteidigen. Ich habe die Ansicht. Wenn schon Blackout, dann zuerst bei den Politikern und dem ÖRR. Ein kleiner Feldversuch bei den Wohnorten grüner Politiker wäre nett. Sollen die doch mal nur drei Tage ohne Strom sein. Man müsste denen den Stecker ziehen. Der Wähler hatte es in der Hand und hat versagt. Also lernen über den Stromschmerz - den Blackout. Ich mag nochmal daran erinnern, dass gerade in der Alu-Industrie heute schon rationierter Strom geliefert wird bis zur Abschaltung.

Werner Kahn | Fr, 14. Januar 2022 - 12:28

Man stelle sich vor, wir bekommen eine extreme Wetterlage wie im Katastrophenwinter 1978/79. Dann ist davon auszugehen, das die Photovoltaikanlagen aufgrund der Schneelast keine Energie produzieren. Dasselbe golt für die Windkraftanlagen. Auch hier dürfte an den Rotorblättern derart viel Schnee haften, dass sich diese selbst bei ausreichend Wind nicht drehen. Wie sieht die Antwort der Verantwortlichen aus, um dieses Worst-Case-Szenario zu verhindern?

Für diesen Fall müssten genügend Gas- oder GuD-Kraftwerke zur Verfügung stehen sowle industrielle Teilabschaltungen erfolgen. Elektrisch betriebene Wärmepumpen und Heizungen sollten nicht gefördert werden, sondern nur gasbetriebene mit Wärmerückgewinnung.

Grundsätzlich kann die Energiewende nur mit Standby-Kapazitäten erfolgen, was sich aber wohl nicht mehr rechnet. Es muss Ihr Worst-Case-Szenario zugrunde gelegt werden.

Lieber effizientere Kohlekraftwerke an China und Indien verkaufen, solange es noch geht, z.B. KW-Datteln kopieren. Die globale CO2-Einsparung wäre viel höher.