Klimawandel-Debatte - Wachstum braucht billige Energie

„Fridays for Future“ ruft zum nächsten weltweiten Aktionstag. Die radikale Bewegung „Extinction Rebellion“ will Berlin blockieren und wird von 90 Kulturschaffenden unterstützt. Die Debatte spitzt sich zu. Zeit, einige einfache und ernüchternde Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen

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Allheilmittel Windenergie? Nicht für alle! / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Im September erscheint von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Klimawandel, Klimaschutz, Klimakatastrophe, Klimakabinett, Klimarat, Klimastrategie und Klimapaket – alle reden vom Klima und von nichts anderem mehr. Und auch die Debatte kennt nur eine Richtung: mehr Steuern, mehr Abgaben, mehr Verbote, mehr Einschränkungen, mehr Vorschriften. Denn wenn die Welt untergeht, ist es dann nicht kleinlich oder gar verbrecherisch auf Freiheit und Autonomie zu bestehen? Oder auch nur darauf, nüchtern abzuwägen?

Dennoch und gegen den allgemeinen Trend ist es vielleicht hilfreich, unaufgeregt Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Das kann einen davor bewahren, Sinnloses zu tun oder die Sache schlimmer zu machen, als sie ist.

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dieter schimanek | Sa, 5. Oktober 2019 - 10:35

Ein realistischer Beitrag zum Stand der Dinge. Leider ist Realität nicht erwünscht. Weder in der Politik, noch beim überwiegenden Teil der Medien und schon garnicht bei „Fridays for Future“ und ihren Unterstützern. Immer mehr Städte beschließen den Klimanotstand, es ist einfach eine zu gute Gelegenheit den Bürger bei nächster Gelegenheit abzuzocken. Ein kurzfristiges Denken mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen.

Wilfried Düring | Mo, 7. Oktober 2019 - 13:19

In reply to by dieter schimanek

Eine Meldung aus meiner Heimat-Region Vorpommern: Die letze Mühle in der Region (Jarmen) wird dichtgemacht. Getreide aus Vorpommern wird nun nach Berlin bzw. Hamburg transportiert und dort gemahlen. 'Betriebswirtschaftliche' Gründe. So sieht gelebter 'Klima-Schutz' vor Ort aus! Die Angestellten der Mühle haben halt Pech gehabt. Das Klima wird zur Zeit leider nicht in Vorpommern gerettet - sondern auf den Straßen von Groß-Berlin. Dort dürfen kriminelle Rollkommandos jetzt arbeitende Menschen eine ganze Woche lang ungestraft terrorisieren.
Nichtkriminelle normale Bürger sind in diesem Deutschland eine Art FREI-WILD!

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 5. Oktober 2019 - 10:46

Statt unserer (FfF-) Gemeinde diese einleuchtenden Fakten zu präsentieren, lassen Politik und vor allem die Medien eine Radikalisierung der Jugendlichen durch vermutlich steuerfinanzierte NGOs zu. Da fragt man sich: Qui bono?

Ellen Wolff | Sa, 5. Oktober 2019 - 10:53

Es geht nicht ums Klima oder um Umweltschutz, es geht um Macht. Warum wohl verhalten sich die, die ihre Macht erhalten wollen, oder die, die mehr Macht erringen wollen so unfassbar opportunistisch gegenüber den aktuellen Massenbewegungen und deren Anführer?

Es kommt darauf an, welche Ideologie siegt, und ob man es schafft, in deren Fahrwasser nach oben gespült zu werden.

Ich mache mir keine Illusionen mehr. Deutschland wird flächendeckend mit Windrädern zugepflastert werden, ohne nennenswerten Einfluss auf den Klimawandel auszuüben. Dafür wird unsere Landschaft und die Heimat der Landbevölkerung und die Naherholungsgebiete derer, die es sich nicht leisten können oder wollen, ständig zu den angesagtesten Traumzielen zu fliegen, nachhaltig zerstört. Dazu passt die Aussage eines Klimaretters, „die synthetischen Kraftstoffe können wir nicht für den Strassenverkehr verschwenden, die brauchen wir für die Flugzeuge“

Mir gruselt es vor der schönen neuen Weltenretterwelt.

Klaus Damert | Sa, 5. Oktober 2019 - 11:11

Lieber Herr Grau,
mit Fakten sind Gläubige nicht zu überzeugen, aber der Versuch ist ehrenwert. Was man zusätzlich erwähnen sollte: die Unterstützer dieser Klimahysterie sind vor allem Leute, die noch nie in ihrem Leben etwas mit mathematischen Modellen zu tun hatten. Aber sie glauben blind, was bei solchen willkürlichen Modellen, die tatsächlich nicht überprüfbar sind, herauskommt. Diese Arroganz und Dummheit macht sprachlos.

Andreas Zimmermann | Sa, 5. Oktober 2019 - 11:23

Ach Herr Grau, wie schön einen Journalisten wie Sie zu lesen der Tacheles kann! 100% Zustimmung von mir, und dann kann man sich immer noch darüber unterhalten ob und in wie weit den CO² überhaupt zu einer (wenn überhaupt) stattfindenden Klimaerwärmung beiträgt. Es gibt wahrlich genügend Probleme in unserem Land und auf diesem Planeten um Ressourcen und Energie darauf zu verschwenden einem Gespenst hinterherzurennen und Probleme zu bekämpfen die wahrscheinlich gar keine sind. Aber das ist wahrscheinlich der Sinn des Ganzen, die wirklichen Probleme um Scheinproblemen zu übertünchen. Zumindest in Deutschland klappt das ganz wunderbar. Wer redet noch über Migration, Staatsversagen, EU- und Eurokrise? Nur die die schon vorher darüber redeten, der Rest rennt der neuen Banane hinterher. Man muss den buntbemalten Affen nur mal von einer anderen Ecke durch Dorf treiben und schon sind alle völlig aus dem Häuschen! Was für ein Affentheater auf Grund von erfolgreicher Volksverblödung...

Christa Wallau | Sa, 5. Oktober 2019 - 12:19

Diese Forderung, lieber Herr Grau, widerstrebt den Menschen, deren Glaube an die eigene Allmacht grenzenlos ist. Ihr Gott, das sind sie selbst, ihre Erkenntnis ist die einzig richtige u. maßgebliche.
Das Menschenbild der Grünen und Linken ist
- im Gegensatz zum christlichen - ein homozentrisches: Der Mensch steht im Mittelpunkt u. ist für alles, was sich auf der Welt tut, selber zuständig u. verantwortlich. Grundsätzlich ist er gut, nur Umstände u. falsche Erziehung machen ihn böse. Deshalb muß alles darauf ausgerichtet sein, ihn von klein auf in eine bestimmte Richtung zu lenken, damit er gut funktioniert, und zwar im Sinne von denen, die wissen, was diese Welt
zusammenhält, nämlich Gleichheit aller Menschen eine intakte Natur. Daß dies eine Utopie ist (im christlichen Denken der "Garten Eden", aus dem der Mensch vertrieben wurde!), diese Erkenntnis ist Grünen u. Linken fremd.
Ihr Machbarkeitswahn ist unendlich, und es gibt nur Weiß und Schwarz, keine Grautöne - siehe Greata!

Englbert Rottenmoser | Sa, 5. Oktober 2019 - 12:41

Da der Klimawandel menschengemacht ist, worüber große Übereinstimmung herrscht, und der "Fußabdruck" des Menschen auf der Erde so groß geworden ist, verwundert mich, dass fast ausschließlich über alle möglichen Gegenmaßnahmen diskutiert wird, aber die Verminderung des Bevölkerungswachstums ein Tabu zu sein scheint. Spricht man das an, wird man schnell in die moralisch böse Ecke als "menschenverachtend" gestellt. Dabei ist es vermutlich der entscheidende Weg, langfristig einer Lösung näher zu kommen.

Gisela Fimiani | Sa, 5. Oktober 2019 - 12:50

Ratio? Vernunft? Denk-Kraft -Fähigkeit? ...abgeschafft durch eine Generation, der der Wohlstand zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Der die Bequemlichkeit die Mühe des Lernens und Denkens abgewöhnt hat. Der durch anstrengungsloses Verwöhnt- und Versorgtsein jede Wirklichkeits-Erkenntnis abhanden gekommen ist. Hier vermag nur noch die Utopie für den nächsten „Kick“ zur Selbstbefriedigung sorgen. Die Wohlstandsgesellschaft hat weltfremde Erben hervorgebracht, die zur leichten Beute derer geworden sind, die ihre romantische Gefühls-Sehnsucht zu befriedigen wissen. So folgen moralbesessene Narzissten einer euphorischen Horde, um sich, bewusstseinslos, einer neuen despotistischen Ideologie zu unterwerfen. Diese Wohlstandskinder sehnen sich nach autoritärer Führung. Ein anscheinendes Paradoxon.

Robert Denschlag | Sa, 5. Oktober 2019 - 15:40

Der Mann hat recht. Tatsächlich ist das auch nicht all zu schwer einzusehen – vorausgesetzt man beschäftigt sich ein klein wenig vorurteilsfrei mit dem Thema.

Werner Peters | Sa, 5. Oktober 2019 - 16:19

Die Linken wollen doch gar kein Wachstum mehr. Deshalb brauchen sie auch keine billige Energie.

Hannibal Murkle | So, 6. Oktober 2019 - 00:44

Wir brauchen eine breite bürgerliche (ohne Extreme) Gegenbewegung, die sich gegen die Gängelungen, Sozialismus-Gelüste und Technikfeindlichkeit der Fridays stellt. Außer etwas Chaos auf Facebook um eine Hubraum-Scherzinitiative gab es bisher nichts - wäre aber bitter nötig.

Hat Cicero nicht kürzlich geschrieben, am besten sollten CDU-Anhänger solchen Widerstand organisieren?

Es kann nicht sein, dass aus einer Flugtickeabgabe FÜNFMAL höher als die geplante französische ab 1,50 EUR eine SIEBENFACHE wird - die Grünen wollen noch gegen internationale Verträge eine Kerosinsteuer. Gleichzeitig redet keiner über absolut verfügbare innovative Kraftstoffe - nur die können was lösen, nicht Gängelungen.

Sogar der "Spiegel" schrieb mal, Flugreisen erweitern Horizonte und machen weltoffener (gerade deswegen wurde mal die Steuerbefreiung vereinbart).

Dominik Roth | So, 6. Oktober 2019 - 08:18

Das passt jetzt aber gar nicht in die Debatte hinein! Bitte bewegen auch Sie sich innerhalb der zulässigen Grenzen! Den ironischen Unterton bei 'Weltuntergang' können Sie sich sparen, die Welt WIRD untergehen, es ist nur eine Frage der Zeit ;)

helmut armbruster | So, 6. Oktober 2019 - 08:31

können ihren Weg in die Köpfe der Menschen nicht finden, wenn diese Köpfe vernagelt und blockiert sind. Mit solchen Tatsachen zu argumentieren bringt also gar nichts.
Wer mit festgefügten vorgefertigten Meinungen herumläuft, dem ist nur beizukommen mit denselben Mitteln.
Also keine Tatsachen, sondern einfach Behauptungen in die Welt setzen und diese immer wieder wiederholen.
Denn nicht wer die Wahrheit verkündet wird gehört, sondern wer am lautesten sich bemerkbar machen kann.
Sehr traurig, aber so ist unser Zeitgeist.

Stefan Jurisch | So, 6. Oktober 2019 - 08:36

Ihr durchaus nachvollziehbarer und rationaler Gedankengang trifft bei mir und vielen auf offene Ohren. Nicht so in der Politik und der linksgebürsteten Öffentlichkeit. Vor allem der Politik kommt das Klimathema sehr gelegen zum Abkassieren, um Fehler der (jüngeren) Vergangenheit zu bezahlen. Das kurzsichtige Denken wird bleiben, und wir steuern fast unvermeidlich auf Konflikte zu, ob nun lokal oder global, das wird sich noch zeigen.

Jürgen Lehmann | So, 6. Oktober 2019 - 12:32

Lieber Herr Grau,
ich wollte mich zu diesem abstrusen Thema nicht mehr zu Wort melden. Es ist jedoch erfreulich einen Beitrag von Ihnen zu lesen der die Wirklichkeit offen legt.
Leider dümpelt die Mehrheit der BRD-Bürger immer noch hinter einem Fantasiegebilde her.

Vielen Dank für die „Grauzone“.

Henning Magirius | So, 6. Oktober 2019 - 13:25

Sie sind sich, sehr geehrter Herr Grau, schon im Klaren, dass Sie - auch wenn Sie dem IPCC weiterhin glauben - hier Handlungsforderungen gegenüber der deutschen Politik aufstellen, die derzeit nur eine der im Bundestag vertretenen Parteien zustimmt und umsetzen möchte: Die AfD. Daher: Jeder Leser Ihres Beitrages, der Ihren Handlungsforderungen zustimmt, hat als Wahlbürger bei einer der nächsten Landtagswahlen und vor allem bei der nächsten Bundestagswahl die demokratische Macht, dass diese Handlungsforderungen auch t a t s ä c h l i c h politisch umgesetzt werden. Also: Nicht nur reden - handeln!

Michael Sachs | So, 6. Oktober 2019 - 16:33

Die Frage die sich immer wieder stellt ist doch die ob man Tolerant sein kann oder muß der Intoleranz gegenüber, ich denke um so mehr Toleranz man zeigt um so mehr fordern die Intoleranten, denn für die gibt es kein Limit.
Intoleranz ist wie eine Sucht, man kann ja bei vielen anderen Süchten erleben, sie essen bis zum platzen, sind aber immer hungrig oder sie trinken bis zum umfallen bleiben aber immer durstig.

Norbert Heyer | Mo, 7. Oktober 2019 - 06:29

Jetzt kommen also die Klimaaktivisten, die mit gezielten Aktionen den Wechsel gewaltsam erzwingen wollen - ohne Rücksicht, ohne Überlegung, ohne jegliche Berechtigung. Nachdem die komplette Politik den hüpfenden Kindern Narrenfreiheit zugesichert hat, wird die Eskalationsspirale weiter angezogen. Selbsternannte Spinner - eine Minderheit - erdreistet sich, ihre kruden Vorstellungen der Mehrheit gewaltsam vorzuschreiben. Dabei haben wir echte Probleme: Herr Seehofer versucht wieder einmal, eine Solidarität unter willigen Aufnahmestaaten für Migranten zu erreichen, wohl vergeblich. VW wird wohl in der Türkei seine Zukunft suchen, viele Firmen im Inland bauen Arbeitsplätze ab, weil ihnen hier langsam die Luft zum Atmen genommen wird. Es ist einfach unerträglich, wie die Verunsicherung der Industrie und auch der hier lebenden Menschen immer neue Blüten treibt. Ohne sichere und günstige Energie wird die deutsche Industrie nicht überleben können, aber das erscheint mittlerweile so gewollt.

Gert Bartmann | Mo, 7. Oktober 2019 - 12:06

Ich kann Ihnen da nur völlig zustimmen. Die grünen Ideologen sind leider völlig kenntnisfrei was naturwissenschaftliche Zusammenhänge betrifft. Dass der CO2 Gehalt heute als Hauptursache des Klimawandels angesehen wird, lässt sich mit der politischen Absicht erklären, die Gesellschaft nach „grünem“ Vorbild umzubauen. Es lässt auf ideologisch bedingten Vorsatz schließen, dass man uns vorgaukeln will, die gesamte Energieversorgung sei CO2 frei möglich. Man schaue auf Versuche der autonomen elektrischen Energieversorgung auf Pellworm oder auf El Hierro (kann. Inseln). In beiden Fällen wurde mit medialem Tamtam gefeiert, dass jetzt alles mit Windstrom autonom funktionieren soll. Wenige Jahre später wurden beide Projekte still und heimlich beendet, weil die einen den Landstrom und auf El Hierro den Dieselgenerator nicht ersetzen konnten. Und das soll jetzt für ganz Deutschland die Richtschnur sein: ahnungs- und kenntnisfreie Grüne sei Dank.