- Nostalgie in Vinyl
In Mecklenburg hat Jörg Hahn das größte Schallplattenpresswerk Europas aufgebaut. Einst hat er die Schallplatte gerettet, jetzt profitiert er von deren weltweitem Boom
Es ist schwer zu sagen, wann Jörg Hahns Augen stärker leuchten: Wenn der Automatisierungstechniker schildert, wie er in Röbel an der Müritz Europas größtes Schallplattenpresswerk aufgebaut hat. Oder wenn er erzählt, wie es ihm zu DDR-Zeiten gelang, Pink Floyds Doppel-LP „The Wall“ zu ergattern. Wenn es allerdings darauf ankommt, siegt doch der Ingenieur in ihm über den Musikliebhaber. Und der 53-jährige Geschäftsführer von Optimal Media präsentiert stolz die 37 Schallplatten-Pressautomaten.
Der Lärm in der Werkshalle ist ohrenbetäubend, es riecht nach verbranntem Gummi. Die Pressen funktionieren wie Waffeleisen. Das Polyvinylchlorid wird auf 130 Grad Celsius erhitzt und durch eine Art Fleischwolf zu einem Vinylkuchen geformt. Der wird automatisch in die Mitte der Presse befördert. Dann schließt sich das Waffeleisen mit 150 Tonnen Druck, formt die Schallplatte und presst auf beiden Seiten die Tonspur in den Kunststoff. Die Schallplatte fällt zum Abkühlen auf eine Spindel. Nach 25 Sekunden ist sie fertig.
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