Golfstaaten - Die Hoflieferanten

Waffenverkäufe an die auto­ritären Golfstaaten bescheren deutschen Rüs­tungs­konzernen Milliarden­umsätze. Mit Joint Ventures zum Bau von Munitions­fabriken hebeln sie eine effektive Rüstungs­kontrolle aus – ­und heizen das Wett­rüs­ten in Nahost weiter an

Munition
Rüstungsexporte in Höhe von 6,9 Milliarden Euro genehmigte die Bundesregierung 2016 / picture alliance

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Markus Bickel ist freier ­­Journalist. Er war jahrelang Nahostkorrespondent der FAZ

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Chinesische Offiziere drängen sich um den Leopard 2 A4 am Messestand von Rheinmetall Defence. Ein Mitarbeiter erklärt den Militärs aus Fernost die Vorzüge der 120-Millimeter-Glattrohrkanone und andere technische Details. Der Kampfpanzer gehört zu den Exportschlagern der deutschen wehrtechnischen Industrie und darf auf der International Defence Exhibition (Idex) Ende Februar in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), nicht fehlen. Am Rand der Gruppe steht Dirk Niebel. In fließendem Deutsch fragt einer der chinesischen Soldaten den früheren FDP-Politiker und Entwicklungshilfeminister über die deutsche Rüstungsexportkontrolle aus. Freundlich antwortet der 54-Jährige und verteidigt den Kurs der Bundesregierung. 

Seit mittlerweile zwei Jahren berät Niebel den Vorstand des Düsseldorfer Rüstungskonzerns bei der Entwicklung internationaler Strategien und beim Ausbau globaler Regierungsbeziehungen. Sein fliegender Rollentausch vom Minister zum Waffenlobbyisten sorgte 2014 für Empörung. Schließlich hatte Niebel als Mitglied des geheim tagenden Bundessicherheitsrats selbst über kritische Rüstungsexporte in autoritäre Staaten wie Saudi-Arabien und Katar zu entscheiden – zumeist zustimmend. 

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