Die Künstliche Intelligenz erledigt unsere Arbeit
Die KI-Revolution könnte sich vollständig anders ausspielen, als es die düsteren Szenarien prophezeien / Illustration: Marie Wolf

Gesellschaft in der KI-Revolution - Epochenbruch

Noch wirkt alles ruhig. Doch KI hat bereits begonnen, die Grundlagen unseres Lebens zu verändern: Wissen verliert seine Knappheit, Arbeit organisiert sich neu, gesellschaftliche Strukturen verschieben sich. Ohne es zu bemerken, erleben wir eine Revolution, die den Kompass der Menschheit neu justiert.

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Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

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Frankfurt im Frühling des Jahres 2036. In den oberen Stockwerken der Hochhäuser Mainhattans sind die Deckenleuchten der Büros erloschen. Dort, wo früher bis tief in die Nacht Kapitalmarktstrategen, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater arbeiteten, summen heute nur noch Serverfarmen. In den Einkaufspassagen der Stadt wechseln sich Leerstand und Restpostenläden ab, während in den Cafés am Mainufer Hunderte junge Menschen mit Kopfhörern an ihren Laptops sitzen und KI-Agenten steuern. Vor den wenigen verbliebenen Sternerestaurants halten schwarze Limousinen, diskret bewacht von Sicherheitspersonal. Drinnen dinieren die Gewinner der KI-Revolution, draußen aktualisieren Projekt­arbeiter ihre Plattform-Profile in der Hoffnung, für die nächsten Wochen einen Auftrag zu ergattern. Denn Vollzeitjobs sind selten geworden

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Markus Michaelis | Fr., 27. März 2026 - 17:31

Stimmt, verteufeln und verstecken sind ganz schlechte Strategien. Ich sehe es aber nicht so klar positiv, wie der Artikel - das ist offener. Was Empathie, Kreativität etc. bedeuten, wenn KI kreativer ist, das Musikstück schon fertig hat, bevor ich anfange, und auch als kreativer Sparringspartner beliebter ist, als direkt mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, scheint mir recht offen.

KI zeigt auch zuerst, dass Wissen/Verständnis nichts so besonderes ist: das ist kein Düsentriebwerk, was nicht von alleine in die Welt kommt. Jeder Über-, Unter-, Nebenstromkanal muss genau geplant werden. KI zeigt, dass ich JEDES ausreichend komplexe System nehmen kann, und das wird intelligent. Das geht nicht nur mit Transformer-Architektur. Daraus würde ich folgern, dass menschliche Grundkoordinaten nicht ewig sind: wir werden Gehirne durch Computer ergänzen. Dann stellen sich ganz neue Fragen, was eigentlich noch "Ich", "Wille", "sterben" bedeuten sollen. Das ist, auf 50 Jahre, offener.

Herbert Schultz-Gora | Sa., 28. März 2026 - 12:18

Wenn nach Einstein die Dummheit der Menschen unendlich ist... so unendlich wie das Weltall... nur von letzterem wisse man es nicht so genau... dann wäre die Frage, ob die Künstliche Dummheit dafür zu sorgen hätte, daß die KI nicht in den Himmel wächst.
Warum...?
Weil letztlich ja sowas wie das "Menschliche Maß" bestimmt, wo es lang geht auf der zivilisierten Welt des Menschen.

Die "Natur" gibt es ja auch noch: Die Geologie incl. der Ozeane, die Botanik und die Tierwelt.
Diesen Entitäten geht die KI am Fiedle vorbei, wie der Schwabe sagt.

Was mir noch einfällt:
1. Der unersättliche und sich potenzierende Bedarf an Elektrischer Energie.
2. Das Bedürfnis des Menschen, KRIEGE zu führen
3. Eine Lust an der Sabotage: Je vernetzter alles ist, desto größer die Wirkung von Sabotage. Da könnten "Preise" ausgeschrieben werden, wer mit geringstem Aufwand die größte Störungswirkung verursacht.