An Bord gelten neue Begrüßungsformeln: Lufthansa-Jet am Frankfurter Flughafen / dpa

Gendern bei der Lufthansa - Hauptsache hip

Kaum hat die Lufthansa das Problem des Genderns bei der Begrüßung ihrer Gäste gelöst, erwächst ihr daraus ein neues. Denn wie will es der Konzern in Zukunft mit seiner Kultursensibilität halten? Viele Länder haben recht traditionelle Vorstellungen von der Anzahl der Geschlechter.

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Zuletzt erschien von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Darauf haben wir wahrscheinlich alle gewartet: Am vergangenen Dienstag meldete die Bild-Zeitung, dass die Lufthansa bei der Begrüßung ihrer Fluggäste in Zukunft auf die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ verzichten wird. Und auf das kosmopolitische „Ladies und Gentlemen“ selbstverständlich auch. Aus Gendergründen.

„Die Crews sind gehalten, eine Ansprache zu wählen, die alle Passagiere anspricht“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Eine mögliche alternative Anrede sei daher „Liebe Gäste“. Ein verblüffender Vorschlag. Zwar scheint der Wille zum Opportunismus auf den Chefetagen der Kranich-Linie groß zu sein, doch mit der Genderkompetenz hapert es noch ein wenig. Denn „Gäste“ sind auch nur ein generisches Maskulinum, nämlich der Plural von „der Gast“. Besser wäre es daher, von „Gäst:innen“ zu sprechen. Wenn schon, denn schon.

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Romuald Veselic | Sa, 17. Juli 2021 - 09:13

bei Lufti-Hansi, wäre: Liebe/Sehr geehrte Frauenversteher und Männerversteherinnen, sowie Andersversteher*Innen.
Damit wäre das ganze Spektrum abgedeckt bis an die Primaten, die Evolutionsbedingt, irgendwann/proaktiv, auch menschenähnliche Wesen werden. Sogar unsere Angora fühlt sich gelegentlich wie ein Mensch an und schaut uns bei Mahlzeiten zu, ob wir richtig hapi-hapi machen.

Herr Veselic in den Genderzentralen Deutschlands.
Alltagsproblem... ist nackter Mann wirklich Mann ?
Wie erkennt Frau*er den Unterschied?
Optik und Ein-fühlungs-vermögen reicht da nicht mehr.
Am Ende schwanger von Frau.
Probleme über Proleme

ich bin ein "Ultra-Normalo" der in dieser Gesellschaft ein Auslaufmodel ist. Ich bin der Tote von morgen und bin deshalb nicht unglücklich. Ob die Toten von übermorgen das genauso empfinden, ist mir unbekannt resp. will ich es nicht wissen.
Nekro-Humor basta. 😎✔
EU ist Titanic 2.0 der um den versenkten Ozeanvulkan kreist. Man beschäftigt sich damit, ob die Schornsteine in Regenbogenfarben lackiert sind.
Herr Hohe, sie haben recht. 😉
Salve. Es lebe das Wochenende.

bislang habe ich mich über die gegenderte Sprache aufgeregt.
Ihr Beitrag hat mich eines Besseren belehrt.
"Wie erkennt Frau*er den Unterschied?"
Ich glaube, wenn wir zukünftig inflationär nach Gutdünken Gendersternchen oder sonstige Derivate einbauen, wächst sich das zu Tode.
Danke für die Erhellung und schönen Abend. :o)

Heidemarie Heim | Sa, 17. Juli 2021 - 10:09

Um die Kunden kultursensibel zu begrüßen? Ich stelle mir das gerade ähnlich vor, wie die Vorstellungen früherer Zeiten bei Hofe, wo mancher einschlief bis alle Namen und Titel aufgesagt waren. Liebe Gäste und Gästinnen, Liebe LGBTQ+ Gemeinde, Liebe PoC, Liebe alte weiße Männer, Damen und Diverse, Liebe Gläubige aller Weltreligionen und Atheisten, Liebe Unterprivilegierte in unserer economy-wood class,
Eure Hoheiten und Exzellenzen in den vorderen Sitzreihen...auf unserem Kurzflug LH xy. Ich bitte Sie für den nun bevorstehenden Landeanflug die Tische wieder hochzuklappen und die Anschnallzeichen zu beachten! So erspart man sich und der Kundschaft auch den Kampf Ellbogen an Ellbogen mit eingeschweißten Gourmethäppchen und das ausbalancieren der Trinkbecher bei etwaigen Turbulenzen;) Voll crazy! MfG

Heidemarie Heim | So, 18. Juli 2021 - 16:59

In reply to by Brigitte Miller

Danke liebe Frau Miller! Hat mich ein wenig von dem Elend hier bei uns in der Eifel abgelenkt. Und wie befürchtet habe ich wie man in anderen Kommentaren sehen kann, einige Personalien (Personinnen, Geimpfte, Genesene, mit IQ usw.) ausgelassen. Das reichte dann für Mittelstrecke;) Alles Gute! LG

Ernst-Günther Konrad | Sa, 17. Juli 2021 - 10:23

Wieder ein Volltreffer Herr Dr. Grau. Auch hier springt der Genderwahnsinn wieder mal zu kurz und schafft sich mit der scheinbar werbewirksamen Anpassungspolitik, gleich ein neues Problem. Und das alles, ohne eine gesetzliche Verpflichtung zu diesem Genderwahnsinn. Alles nur um scheinbar auf der Welle der Zeit zu surfen für genau derzeit 394 registrierte diverse Menschen, als möglich Flugkunden? Sie stellen zum Ende hin die für mich richtige Frage: "Was, wenn ein Mitarbeiter etwa konservativer Christ ist und sich mit der neuen Progressivität seines Arbeitgebers nicht gemein machen will?" Ich mag diese Frage beantworten. Die werden sanft gezwungen, ggfls. gekündigt, öffentlich gebrandmarkt und am Ende als Geschlechtsleugner und Rassisten ins rechte Eck geschoben. Dorthin, wo eigentlich keiner sein will. Warum passiert das gerade? Warum machen so viele Unternehmen und auch Behörden diese Zerstörung unserer Sprache mit? Ist das der Deal von Lufthansa mit der Politik für die 8 Mill. Hilfe?

Norbert Heyer | Sa, 17. Juli 2021 - 10:31

Die Lufthansa will ihre Fluggäste gendergerecht begrüßen. „He, Alte“ oder „He Alter“ wäre vielleicht zu direkt, würde aber bestimmt der Willkommenskultur dienlich sein. „Liebe Gäste“ schließt die „Gästinnen“ aus und ist dadurch eigentlich obsolet. Ehrlich, ein Weltunternehmen, durch Corona in Existensnot gebracht, beschäftigt sich mit lächerlichem Blödsinn. Die Zukunft steht in den Sternen, aber sie muss in jedem Fall gendergerecht sein. Auch die Bahn plant ähnliches, vielleicht wird das Bordpersonal durch korrekte Ansprache weniger Angriffpunkte für renitente Gäste bieten. Wie stark muss eigentlich diese Meinungspolizei sein, das Wirtschaftslenker derartig kuschen? Ist man weg vom Fenster, wenn man diesen Schwachsinn ablehnt? Eines ist aber klar: Wenn es nicht bald eine Gegenwehr gegen diesen Meinungsterror gibt, werden die ihre Spielchen bis zum bitteren Ende durchziehen und die Schönheit der Sprache von Goethe und Schiller bis zur Unkenntlichkeit
zerstört haben, ist das gewollt?

Wir sollen n i c h t s mehr haben, das uns kostenlos erfreut u. mit Stolz erfüllt, sondern zu reinen Vertretern der globalen Vielfalt (= eines undefinierbaren Mischmaschs) werden.
Wenn es nichts mehr gibt, das ich, das Individuum, als besondere Werte mit einer großen Gemeinschaft teile, bin ich auf Gedeih u. Verderb verwiesen auf die beliebigen "Werte", welche die globalen Mächte u. Märkte mir vorgeben.
Natürlich bleibt mir ein Nischendasein, das mich aber nie mehr in die Lage versetzt, eine Kultur, wie ich sie aus der Geschichte her kenne, wieder zu installieren.
Einzelmenschen sind machtlos und bestens manipulierbar.
Daher stehen die Auflösung der Nationalstaaten, die Vermischung der Ethnien u. Kulturen u. die rücksichtslose Bevorzugung von Minderheiten im Fokus aller
großer "Weltverbesserer" wie Gates oder Soros, welche daher die NGOs eifrig unterstützen.
Wir "Normalen" sollen nicht klüger sein u. kulturell höher stehen, als diejenigen, die sich an ihrer Geldmacht berauschen.

helmut armbruster | Sa, 17. Juli 2021 - 10:54

Hauptsache höflich und freundlich.
Wem das nicht genügt, der kann sich ja selbst in Gedanken noch die Bezeichnung hinzufügen, von der er glaubt sie sei angemessen für ihn.
Bei anderen Eigenschaften wird ja auch nicht ausdifferenziert. Ich habe noch nie Begrüßungen gehört wie z.B. diese:
Sehr geehrte Gebildete und Ungebildete...
oder
Liebe Intelligenzler und Dummköpfe...
oder
Lieber Doctores und Nichtakademiker... usw.usf...
Manchmal merkt man erst wie lächerlich etwas ist, wenn man es überspitzt formuliert.

Karl-Heinz Weiß | Sa, 17. Juli 2021 - 11:26

Wahrscheinlich haben die milliardenschweren Corona-Staatshilfen und die langen Standzeiten am Boden den Verantwortlichen die Sinne vernebelt. Den Beschäftigten wäre mit Engagement bei der Suche nach sozialverträglichen Lösungen beim Arbeitsplatzabbau mehr geholfen. Aber statt Gendern wäre dazu Kreativität gefragt. Und da ist der Kranich-Vorstand offenbar flügellahm. Bei der DB bin ich auf den Kommentar von Herrn Palmer gespannt.

Günter Johannsen | Sa, 17. Juli 2021 - 12:00

Sehr geehrte Frauenversteher und MännerversteherInnen, sowie Andersversteher*Innen,
wenn Ihr Euch weiter kritiklos auf das Terrain der links-grünen Einheitsfront begebt, dürft Ihr Euch nicht wundern, wenn Ihr eines Tages nicht nur Euer Gesicht, sondern auch Euer Eigentum verliert. Ein Blick in die untergegangene DDR könnt Euch vielleicht auf die Sprünge helfen. Enteignung und sozialistische Planwirtschaft war und ist tödlich für jeden wirtschaftlichen Aufschwung. Ich habe den Eindruck, dass Ihr an dem Ast sägt, auf dem Ihr sitzt! Was der Souverän von Enteignung und Planwirtschaft hält, hat er 1989 mit Kerzen und mit den Füßen gezeigt! Manchmal ist an einem kleinen * zu sehen, wohin die Reise gehen soll. Noch jede Diktatur hatte ihre eigene Sprache entwickelt!

Wolfram Fischer | Sa, 17. Juli 2021 - 13:28

Dieser Gender-Schwachsinn ist die jetzt offene Büchse der Pandora!
Wer sich den Zwang auferlegt, irgend eine "Minderheit" jetzt auf diese abstruse Sprachfehler-basierte Weise (ENDLICH !!! - TOLL !!!) "gleichzuberechtigen", der muss mit der nächsten Minderheit weitermachen, um auf seine (abstruse) Art "glaubwürdig" zu bleiben. Aufhören geht nicht mehr! Und in JEDER Gesamtheit wird JEDER zur Minderheit, wenn die Zahl der Sortierkriterien auch nur in einem recht überschaubaren Maß anwächst!
Wo das enden wird, weiss ich natürlich nicht, aber es kann nur im Sprach-babylonischen Turm enden, was jede vernünftige Kommunikation verunmöglichen wird!
Dabei ist es so einfach:
Große Keimzelle = Frau.
Kleine Keimzelle = Mann.
Dazwischen gibt es (bologisch) nichts. Alles Andere ist daher nichts anderes als ein "soziales Konstrukt", als welches die klassische Geschlechterlehre der "alten weissen Männer" ja kritisiert (um nicht zu sagen diffamiert) wird.

Marina | Sa, 17. Juli 2021 - 13:40

Sehr geehrte Personinnen.

Ich bin als Mann geboren, biologisch eindeutig,
und kein sozialisiertes Produkt.

Wie ich gehört habe, werden sie mich in Zukunft
nicht mehr als Mann an Bord anständig begrüssen wollen?

Das nehme ich sehr ernst, und empfinde es als wenig
wertschätzend ihrerseits.

Ich bin kein Neutron noch sonst etwas.

Darum werde ich die Fluggesellschaft wechseln müssen.

FRAPORT - Buenos Aires

Der längste Non-Stopp-Flug der LH.

Drei Piloten - eine davon ist wohl eine Frau - Ricarda T.
bitte nicht mit der selbst ernannten Seenotretterin C. Rackete verwechseln!
https://www.youtube.com/watch?v=Y9Q5QCvdgU0

Es ist mMn sowas von egal, welcher Nation, "Diversität" m/w/d-Kapiteuse oder die Crew ist; wie im KH/Klinik.
Hauptsache es ist nicht Mohammed Ata et co!
Oder man schließt sich im Cockpit ein und knallt locker gegen die Alpen ...

Begrüßung?
Genügt nicht ein schönes Lächeln?
HALLO!
Okay, (schei...) Masken oder Niquab ...

Ein mMn schönes Video - etwa 30 min.
Es ist für NIE - als auch für VIEL - Flieger geeignet.
Bei Interesse schlicht anschauen.

Schönes regenfreies Wochenende!

Gunther Freiherr von Künsberg | Sa, 17. Juli 2021 - 15:31

der Artikel von Grau lässt 1 der wesentlichsten aktuellen Probleme völlig außer 8.
Falsch gegendert ist zwar geeignet die Betroffenen in eine psychisch schwierige und damit gesundheitlich gefährliche Situation zu bringen, bei der die Hilfe eines Psychiaters erforderlich erscheint, wobei es durchaus angezeigt erscheint, diese Hilfe auch schon vor dem Genderausspruch in Anspruch zu nehmen.. Viel wichtiger ist allerdings die Unterscheidung zwischen Geimpften und Nichtgeimpften, weil sich daran orientiert, ob der/die Geimpfte*r an gesellschaftlichen Leben beteiligt werden darf. Vor allem sind diese Bezeichnungen absolut geschlechtsneutral, und damit nur mit 2 Genderbezeichnungen möglich. Der Einfachheit halber sollten Nichtgeimpften ohnehin ausgeschlossen werden, sodass die Anrede „Geimpfte“ ausreichend aber auch unproblematisch ist. Einziger Nachteil, für psychisch Auffällige bietet diese Anrede kein Konfliktpotenzial.

Rob Schuberth | Sa, 17. Juli 2021 - 19:36

...wie z. B. die unterschiedlichen Symbole für die Toiletten auszusehen haben. Da legen die Auftraggeber sehr strenge Vorgaben vor.

Ich weiß das da dort ein paar unserer bekannten tätig sind.
Unterschiede der Geschlechter ist in dieser Branche ein heikles Thema.

LH muss also aufpassen sich nicht zu verstricken.

Stefan Kreppel | Sa, 17. Juli 2021 - 23:07

Lächerlich.

Urban Will | So, 18. Juli 2021 - 09:29

Niemand hätte sich an der neuen Anredeformel gestört, wäre sie einfach so, ohne viel Tamtam eingeführt worden.
Mir persönlich – gewiss kein Unterstützer all dieses Genderblödsinns – gefällt „Liebe Gäste“ in der Tat sogar besser als doch leicht angestaubte „Sehr geehrte Damen und Herren...“
Aber warum diese geschwofelte Begründung? Warum das Aufsehen? Es war doch klar, dass es ordentlich Kritik und vor allem Spott und Häme regnen würde. Es kursieren schon x Videos mit Persiflagen von Bordansagen...

Sie mögen Recht haben, Herr Grau, man wollte sich in dieser für die Luftfahrt so extrem schwierigen Zeit vielleicht bei den „Gesinnungs – „ und „Meinungs – Oktroyierern“ im links – grünen Lager anschleimen. Denen wird die Macht gehören, auch als Nr. 2 in neuen Kabinett.

Aber da sollte man sich nichts vormachen. Sobald es in deren Macht liegt, wird die Fliegerei an allen nur denkbaren Enden geschröpft werden. Egal, wie man dort die Paxe anspricht.