ECB-Tower mit digitalem Euro-Zeichen
Obwohl der Grund für seine Einführung nicht mehr existiert, soll der digitale Euro im Jahr 2029 kommen / Illustration: Max Kuwertz

EZB will 2029 digitalen Euro einführen - Digitaler Rohrkrepierer?

Bitcoin, Stablecoins und tokenisierte Finanzmärkte verändern das Geldsystem. Die EZB setzt auf den digitalen Euro, doch sein Nutzen bleibt vage. Zwischen Bankeninteressen, US-Dominanz und Sorge um Souveränität droht das Projekt an seinen eigenen Beschränkungen zu scheitern.

Thomas Mayer

Autoreninfo

Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute mit Sitz in Köln. Zuvor war er Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe und Leiter von Deutsche Bank Research. Davor bekleidete er verschiedene Funktionen bei Goldman Sachs, Salomon Brothers und – bevor er in die Privatwirtschaft wechselte – beim Internationalen Währungsfonds in Washington und Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Thomas Mayer promovierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und hält (seit 2003) die CFA Charter des CFA Institute. Seit 2015 ist er Honorarprofessor an der Universität Witten-Herdecke. Seine jüngsten Buchveröffentlichungen sind „Die Vermessung des Unbekannten“ (2021) und „Das Inflationsgespenst“ (2022).

So erreichen Sie Thomas Mayer:

Eine Schauspieltruppe übt ein Stück ein. Plötzlich erscheinen sechs Personen auf der Bühne und verlangen, dass sie aufgeführt werden. Sie seien als Bühnenfiguren von ihrem Autor geschaffen worden, aber der habe sie nicht vollendet. Sie wollten aber ein Stück auf der Bühne sehen, in dem sie „lebendig“ werden können. So beginnt Luigi Pirandellos Theaterstück „Sei personaggi in cerca d’autore“. Ähnlich ergeht es dem digitalen Euro. Von seinen Autoren erschaffen, steht er nun auf der Bühne. Aber ihm fehlt ein Skript, in dem er eine seinem Charakter entsprechende Rolle spielen könnte. Wie kam es dazu und was könnte wohl aus dem digitalen Euro werden?

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Rainer Mrochen | Fr., 11. September 2026 - 08:24

Hermann Josef Abs, er war Vorstandssprecher von 1957 bis 1967 und anschließend bis 1976 Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, hat physisches Gold als die bevorzugte Variante zur monetären Absicherung des Vermögens betrachtet. Aus heutiger Sicht richtig gemacht. Ihr Text, Herr Mayer, ist nicht einfach zu verstehen. Daher mein einfacher Verweis auf J.H. Abs. Am Ende zählt doch nur das Tauschgeschäft: Wofür bekomme ich Nahrung etc. p.p.? Für mich als Minimalstakteur das entscheidende Kriterium.

Thomas Veit | Fr., 11. September 2026 - 10:42

"den E-Euro als ein weiteres Mittel der europäischen Eliten sehen, sie [die Bürger] zu kontrollieren..." & "Den Versicherungen der Politik, nichts dergleichen zu tun, glauben sie nicht." + "Wenn Papiergeld ebenfalls gesetzliches Zahlungsmittel bleibt..." ff.

Langfristig! gesehen kann nur ein Naivling glauben, die europäischen 'Eliten' WÜRDEN NICHT VERSUCHEN den monetär gläsernen Bürger herzustellen... -- das Instrument ist vorhanden, der E-Euro (angenommen), da ist es NUR EINE FRAGE DER ZEIT (10-20+ Jahre?) bis das Bargeld mit allen möglichen 'herbeigeredeten Vorteilsbegründungen' zurück gedrängt und dann abgeschafft wird... - 'alles nur zum Wohle der Bürger' 🤔, selbstredend, Verbrechens- und Terrorbekämpfung z.B. etc. >> die vorhersehbare Salamitaktik allenthalben...

>> NIEMALS würde ich persönlich solchen WISCHI-WASCHI-VERSPRECHUNGEN Glauben schenken... - NIEMALS!! [Ausnahme: Bargeld kommt in's Grundgesetz, inkl. einer Bargeldinfrastruktur!!... (die klassische Supermarktkasse)]