Die EU will mit ihrer Taxonomie festlegen, was nachhaltig ist und was nicht. Das ist Planwirtschaft, die zum Scheitern verurteilt ist / Le.Blue

EU-Taxonomie - Brüsseler Irrweg schwächt deutsche Verteidigungsindustrie

Bundeskanzler Olaf Scholz spricht von einer Zeitenwende. Seine Regierung will 100 Milliarden Euro in die Bundeswehr stecken. Doch die deutsche Rüstungsindustrie leidet unter einem massiven Problem. Namhafte Banken verweigern ihr die Zusammenarbeit, weil Waffen als „nicht nachhaltig“ gelten. Dahinter steckt ein gefährlicher Irrweg der Europäischen Union: Mit der sogenannten EU-Taxonomie droht die Rückkehr der Planwirtschaft.

Daniel Gräber

Autoreninfo

Daniel Gräber leitet das Ressort Kapital bei Cicero. Er hat Politikwissenschaft und Journalistik studiert und arbeitete als Lokalreporter und Wirtschaftsredakteur für verschiedene Regionalzeitungen.

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Der junge Oberfeldwebel schließt die Seitentaschen-Reißverschlüsse seines Bundeswehroveralls, die Uniform sitzt tadellos. Strammen Schrittes geht er den Korridor entlang. In der Wartungsabteilung der Firma Autoflug wartet ein gutes Dutzend ausgebauter Schleudersitze auf ihn. Zusammen mit den Technikern des Luftfahrtzulieferers kümmert er sich darum, dass Luftwaffepiloten im Ernstfall überleben. Alle zwei Jahre müssen die Schleudersitze samt Rettungsfallschirm zur Wartung. Seit jeher arbeiten Bundeswehrangehörige dabei mit Mitarbeitern des traditionsreichen Unternehmens Hand in Hand. Am Stammsitz in Rellingen bei Hamburg bauen sie die Hightech-Sitze alle zwei Jahre komplett auseinander und wieder zusammen.

Autoflug, 1919 vom Luftfahrtpionier Gerhard Sedlmayr gegründet, ist ein klassischer deutscher Mittelständler: immer noch in Familienhand, in der Heimat verwurzelt, aber auf dem Weltmarkt zu Hause. Das Unternehmen ist auf Sicherheitsausrüstung für Luftfahrzeuge spezialisiert. Neben den Schleudersitzen liefert Autoflug zum Beispiel textile Sicherheitssitze für den Airbus-Transportflieger A400M. Auf ihnen nehmen Verteidigungsminister Platz, die auf Truppenbesuch gehen, oder Flüchtlinge bei Evakuierungsflügen wie zuletzt aus Kabul. Militärpiloten weltweit kennen das Logo des 300-Mitarbeiter-Betriebs aus Schleswig-Holstein. Denn Autoflug beliefert nicht nur die Bundeswehr, sondern rüstet auch Streitkräfte zahlreicher Nato-­Partner aus. Rund 80 Prozent seines Umsatzes macht es im Rüstungsbereich. Und das wird nun plötzlich zum Problem.

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Wolfram Fischer | Mo, 28. Februar 2022 - 15:28

Bravo! Rüstung wird lt. der Vorstellungen dieser unverbesserlich realitätsentrückten gendersch... diskutierenden EU-Bürokraten-Weltenretter also nicht mehr betrieben, weil Rüstung "nicht nachhaltig" ist???
Wenn sich das tatsächlich durchsetzt (... in D sind wir ja schon auf dem allerbesten Weg dahin!), ist die freie Welt definitiv verloren - den Despoten gehört dann unweigerlich die Zukunft!
Vielleicht sollte jemand diesen Traumtänzern in EU-Luftschlössern mal einflüstern, daß JEDES Land eine starke Armee hat... wenn nicht eine eigene, dann eine fremde (... die es dann offenbar mit dem Weltenerrettungswahn zumindest nicht ganz so weit getrieben hat wie wir hier in der EU mit D allen voran - solche soll's ja geben, wie (auch) die letzten Tage wieder gezeigt haben. Und welche Nation(en) in der Ukraine in Kürze die fraglos dort entstehende starke Armee stellen wird, ist noch nicht heraus, aber es wird dort unweigerlich eine starke Armee stehen... man kann nur hoffen, keine russische...

Die einen, die es nicht sehen wollten, weil ihr Luxus & Wohlfühlphase - oder soll man lieber sagen Wohlfühlblase - viel zu groß war & dies das Gehirn vernebelte

oder die wie ein Herr Kleber oder Hofer, die als Dieterich Heßlinge nach vielen Jahren des mit-machen von Jubel & Klatsch-Orgien als Rentner plötzlich & unerwartet zur Erkenntnis kommen, der ÖR manipuliere & sei reine Ideologie.

Es wurde gespalten & Hass verbreitet & ORWELL in Vollendung fundamentiert

Wer störte, wurde auf Abstellgleis geschoben, beruflich disqualifiziert, gesellschaftlich geächtet - als Tanzbär durch die Arena gezogen & wie bei den AFD-Bären grölte das bestellte Volk wie Antifa, einige Foristen hier im Cicero, bei Will, Maischberger oder Lanz - haltet den DIEB, den bösen Bubi.
Jeder der aufmuckte (& nicht nur in D.), egal bei welchen Thema

- NAZI - Deklaration mit anschließenden Klatschorgien als Beweises-Dank

Und auch alles im Namen der beiden Kirchen, die den Staat & ihre Handlanger segnete & hofierte

Norbert Heyer | Mo, 28. Februar 2022 - 15:38

Vergabe von Darlehen und Krediten nach moralischen Gesichtspunkten, dass ist der Einstieg zur Planwirtschaft. Ein Unternehmen, das eine Frauenquote nicht einhält: Nicht kreditwürdig. Ein Unternehmer, der mit Öl seine Geschäftsräume beheizt: Nicht kreditwürdig. Ein Geschäft, dass nicht vollumfänglich gedämmt ist, ein Unternehmen, dessen Fenster nicht dreifach verglast ist, ein Handwerksmeister, der AfD wählt oder ein Selbstständiger, der zu wenig Migranten beschäftigt - alle diese Leistungsträger kann man mit der „moralischen Kreditvergabe“ das Leben verdammt schwer machen. Wir erleben jetzt schon einen ungesunden Kulturkampf, das Gendern, das Festkleben an vielbefahrenen Straßen, die Sittenpolizei der haltungsgerechten Angepassten und auch bei den notorischen Impfgegnern kann man mit der Steuerung von Krediten nach politischer Zuverlässigkeit viel Porzellan zerschlagen.

Tomas Poth | Mo, 28. Februar 2022 - 17:09

Na, dann laden wir doch Hr. Putin zu uns ein.
Da würde die Freiwillige Feuerwehr von Moskau ausreichen um Berlin einzunehmen. Da kann er sein ganzes militärisches Gerät zu hause lassen und putzen.

ingo Frank | Mo, 28. Februar 2022 - 17:56

Wenn es der gesamtgesellschaftliche Kontext sein soll oder ist?,dass alles, was gegen die Links Grüne Meinung steht, in die rechte Ecke gestellt wird und somit die Demokratie a) nicht verstanden wird, oder b) gar der „Demokratie“ gegenüber, nach deren Meinung, feindlich gesinnt ist, ist es doch mehr als konsequent die sozialistische Planwirtschaft mit allen begleitenden Auswirkungen, einzuführen. Oder nicht? Immer zu! Ich hab’s schon erlebt ……
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Ernst-Günther Konrad | Mo, 28. Februar 2022 - 18:46

Wenn die mittelständischen Rüstungsunternehmen keine Banken mehr zur Abwicklung ihrer Geschäfte finden und Rüstungsgüter keinen "Nachhaltigkeitszertifikat" bekommen, was wird mit Olafs 100 Milliarden für die BW dann passieren? Wohin wird das Geld wohl fließen? Sustainable-Finance-Beirat - das ist das erste Mal, dass ich davon höre bzw. lese. Wir sollten Frau Schneeweiß schnell nach Russland schicken, damit sie Putin erklärt, das er bei seinem Krieg keine nachhaltigen Waffen nutzt und anschließend in die Ukraine und der sagen, dass sie sofort keine Waffen mehr annehmen sollen und keine Gegenwehr mehr leisten, weil das alles nicht nachhaltig ist. Das erinnert mich an den Spruch von Seehofer: „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“ Dieser Staat schafft sich ab und Thilo Sarrazin wird recht behalten.

Brigitte Simon | Mo, 28. Februar 2022 - 23:21

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Weil sie von Thilo Sarrazin schreiben lieber Herr Konrad, frage ich sie warum, wurde Schröder nicht auch von der SPD ausgeschlossen?
Oder fühlt sich die SPD noch ihrem SPD Mitglied Schröder, dem Freund des
"glasklaren Demokraten Putin" sehr verbunden? Bundeskanzler Scholz, auch SPD, könnte das wissen. Auf jedem Fall Schwesig, ebenso SPD

Alexander Brand | Di, 1. März 2022 - 08:25

In reply to by Ernst-Günther Konrad

das sind nur Lippenbekenntnisse, es wird kein Geld fließen, der linke Gutmensch hat schließlich Prioritäten wie den Ausbau des „Sozialsystems“, die Aufnahme weiterer „Gäste“, die „Rettung“ des Klimas usw.

Olaf der vergeßliche sagte vor gar nicht all zu langer Zeit, daß er Probleme mit „letalen“ Waffen hätte. Ich stellte mir daraufhin die Frage, was denn eine nicht-letale WAFFE ist.

Es wird Graß drüber wachsen, evtl. poliert man den verwitterten Lack der Streitkräfte an einigen Stellen leicht auf, um so den Schein der Erneuerung zu erwecken, aber es wird sich nichts Grundlegendes ändern, denn das paßt nicht ins Konzept dieser wohlstandslinken Gutmenschengesellschaft. Und wenn doch Geld fließt, dann wird es Jahrzehnte dauern und der Großteil wird wirkungslos versickern.

Ich habe 94-95 gedient, schon damals wurden wir mit öffentlichen Bussen gefahren, weil 9 von 10 Unimogs defekt waren! Auch Übungsmunition war rar, sodaß nicht viel geschossen werden konnte – nachhaltig eben 😉

Heidemarie Heim | Mo, 28. Februar 2022 - 19:18

und zum Wohl des Planeten, Klima usw. wäre es am besten die menschliche Spezies zu entfernen. Planwirtschaftlich versteht sich;)! Mao mit seinem großen Plan der Ein-Kind-Politik könnte dazu als Vorlage dienen. Ja liebe Kinder, ein Märchen aus alter Zeit. So bekämpfte man damals Überbevölkerung und Hunger. Das dadurch Millionen weiblicher Föten abgetrieben wurden, war halt die hässliche aber unvermeidbare Nebenwirkung dieser gestalterischen Planung. Was sind dagegen schon ein paar deutsche Mittelständler und ihre Arbeitnehmer oder der Stillstand/Ausbleiben irgendwelcher Innovationen die hops gehen? Vielleicht sollte Autoflug seine Schleudersitzprüfungen mit in gut sitzenden Anzügen und DOB gewandeten Politiker*innen durchführen;) Ganz im Sinne einer "zivilen Konfliktlösung". "Beam me up Scotty!"

Dr.Andreas Oltmann | Mo, 28. Februar 2022 - 20:30

Wer ist Frau Schneeweiß? Ich habe gefunden, in welchen staatlichen und kirchlichen Organisationen sie sitzt, offensichtlich in der Bundesregierung und auf EU-Niveau, offenbar sehr gut vernetzt und einflussreich. U.a. im Arbeitskreis kirchlicher Investoren und bei Swiss Re. Immer wieder wunderbar, wer wo wie mitmischt. Ich hätte ja auch gerne etwas erfahren über ihre Ausbildung, politischen Werdegang, berufliches und soziales Umfeld - aber trotz vieler Einträge ist sie scheinbar nicht existent, nicht mal ihr Alter wird offengelegt. Aber definieren, was in der Sozialpoltik nachhaltig ist, darf sie an wichtiger Stelle schon.
Hat sie etwas zu verbergen?

Klaus-Peter Götze | Mo, 28. Februar 2022 - 23:50

...sollte sofort herausgegeben werden. Seitentext: avanti dilettanti. Ich danke Gott für die Gnade der frühen Geburt.

Alexander Brand | Di, 1. März 2022 - 08:31

Cicero zu lesen war, handelt es sich bei der „Taxonomie“ um nichts anderes als Planwirtschaft durch die Hintertür!

Man spricht von einer „Zeitenwende“ in der Politik, ich halte das für hohles Geschwätz, man hört sich gerne reden und applaudiert sich gerne gegenseitig zu. Der Weckruf war leider für die Masse noch nicht laut genug, erst wenn es uns an den Kragen geht, wird die Mehrheit aus ihrer vom ÖRR und seinen Followern induzierten wohlstandslinken Gutmenschenlethargie aufwachen, dann ist es aber zu spät, die Realität ist dabei uns zu überholen.

Es ist zudem ein weiterer Beweis dafür, daß die EU so wie sie heute existiert für ihre Mitglieder schädlich ist. Die Briten haben das vor Jahren erkannt, sie haben Reformen gefordert und wurden dafür ausgelacht.

Bei Putin war es nicht anders, er warnte seit mehr als 10 Jahren vor einer Ausweitung der EU/NATO gen Osten, wir lachten darüber, jetzt haben wir Krieg und wissen nicht weiter.

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