Foto eines Hausdachs mit mehreren Solarpanelen auf roten Ziegeln und Fenstern.
Auf einem abbruchreifen Haus nützt auch keine Solaranlage / picture alliance / imageBROKER | Piotr Dziurman

Energiewende - Hat sich das grüne Märchen ausgeträumt?

Medien und Politiker zeichnen die Vision eines klimaneutralen und trotzdem wohlhabenden Deutschlands. Die Realität: Stromüberschüsse, die Deutschland teuer entsorgen muss, und ein Industriestandort, der an Wettbewerbsfähigkeit verliert.

Autoreninfo

Mia Kilian hat Umweltsystem- wissenschaften und Volkswirtschaftslehre studiert. Derzeit absolviert sie ein Praktikum bei Cicero.

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Die Vorstellung eines dekarbonisierten, grünen Deutschlands könnte so schön sein: Windparkanlagen, die sich harmonisch in die Landschaft schmiegen, Solarpaneele auf den Dächern von mit Selbstversorger-Beeten umrahmten Gemeinschaftshäusern – eine Bullerbü-Idylle im Herzen Europas. Doch die freie Fahrt gen grünes Paradies muss abgebremst werden – sonst wird der Crash mit der Realität umso schmerzhafter. 

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Urban Will | Di., 3. März 2026 - 07:44

teiprogrammen muss. Bisher gibt es nur ein Parteiprogramm, in dem es nicht steht und noch nie stand.
Alle anderen haben mitgemacht und tun dies noch immer. Ein paar Phrasen hie und da, aber „Klimaschutz“ und „Energiewende“ hört man noch immer in jeder Rede, die sich mit diesem Thema befasst.
Und „Energiewende“ ist nichts anderes als der Irrsinn, der hier so treffend beschrieben wurde. Jetzt sabbelt zwar der noch fliegende Bettvorleger aus Bavaria etwas von Fusionsreaktor, aber bis der in Deutschland steht, schreiben wir das Jahr 2099 und der Bettvorleger liegt längst woanders.
Die „Erkenntnis der Realität“ müsste zunächst eines heißen: Ende der Brandmauer, denn nur mit einer bürgerlich-konservativen Mehrheit – die es längst gäbe, wäre die Union nicht so himmelschreiend dumm und feige – könnte man die Wende der Wende sofort und effektiv herbeiführen.
Es ist und war die Sekte, die diesen Irrsinn in die Köpfe der Menschen prügeln durfte, da alle mitmachten.
Daher muss die erst mal weg.

Was sie dem "Bettvorleger" (übrigens ein sehr despektierlicher Begriff) zuschreiben, ist in Wirklichkeit von unserem 2.Wahl Kanzler und seinen roten Ideologen beschlossen worden, die unbedingt ein Verbot der Forschung und Entwicklung de Kernspaltungstechnologie durchsetzen wollten. Im Gegensatz zum Geisterfahrer Deutschland arbeitet nahezu die ganze Welt an SMR, wie z.B. Thorium-Salz und Dual-Fluid Reaktor, die wesentlich früher einsatzbereit und darüber hinaus inhärent (aus sich heraus) sicher wären. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Deindustrialisierung Deutschlands beabsichtigt ist-

IngoFrank | Di., 3. März 2026 - 13:45

Antwort auf von Achim Koester

Nicht nur das, sehen sie sich doch mal das zum Artikel gehörende Bild an mit der Solaranlage auf dem Dach ? Solche Bausubstanz kenne ich von den 70 - 89 in der ehemaligen DDR. Ein Ergebniss der zukünftigen Wohnungsbaupolitik.
Ein besseres Foto zur künftigen Zustandsbeschreibung 👍👍👍
Mit freundlichen Grüßen a d Erf. Republik

A. Krüger | Di., 3. März 2026 - 08:51

"könnte" sich nicht als böse Fehleinschätzung .... herausstellen, sondern war von vornherein ein fataler Irrtum einer realitätsfernen Sekte, die sich die "Grünen nennt", aus einer anderen Wunschwelt und hat bereits großen wirtschaftlichen Schaden in diesem Land angerichtet.

Gerhard Fiedler | Di., 3. März 2026 - 09:54

"Was es braucht, ist ein kapitalistisches System, das durch seine evolutionäre Logik innovative Ideen hervorbringt, und freie Bürger, die diese Ideen formen – keine sozialistisch anmutenden, staatlich subventionierten Büllerbü-Fantasien."
Jeder, der in der ehemaligen DDR gelebt hat, weiß das eigentlich. Dennoch sind die heutigen SED-Nachfoger und im Gefolge die Grünen und die SPD immer noch von ihrer Irrlehre der Planwirtschaft überzeugt.
Da können Sie, liebe Frau Kilian, noch so viel dagegen anschreiben. Ideologen werden Sie nicht überzeugen können. Wie heißt es so schön: "Gegen Dummheit kämpfen selbst die Götter vergebens."

sind mit den besten Argumenten nicht zu überzeugen, d. h. von ihrem Irrglauben abzubringen. Sie behalten ihn bei, bis die harte Realität sie endgültig Lügen straft, und selbst d a n n trotzen sie innerlich weiter und weigern sich, ihre Dummheit einzugestehen.
Das kennen wir ja alles aus der Zeit nach 1945: Im total verwüsteten Deutschland gab es immer noch überzeugte Nazis.
Für einen Staat, dessen Bürger Ideologen auf den Leim gegangen sind, bedeutet
dieses Faktum, daß er erst einen Neu-Start hinlegen kann, wenn so ziemlich alles kaputt gemacht wurde, was zu einem funktionierenden Gemeinwesen gehört.
Nach dem 2. Weltkrieg ist das "Auferstehen aus Ruinen" im Westen Deutschlands gelungen, weil 1. lebenserfahrene, kluge und verantwortungsvolle Menschen bereitstanden, um den Aufbau zu lenken, 2. die Deutschen als Volk zusammenstanden (im Bewußtsein ihrer gemeinsamen Werte u. Kultur) und 3. der Ost-West-Konflikt die USA dazu bewog, die Deutschen bei ihrem Bemühen zur Seite zu stehen.

Sehr geehrte Frau Wallau, das hatte nichts mit Werten und Kultur zu tun. Die Leute waren wenig mobil, alles war kleinteiliger und ortsbezogen. Man musste sich gegenseitig helfen, da alle nicht viel hatten und auch die wenige Freizeit wurde gemeinsam in den Vereinen verbracht, vielleicht auch mangels Mobilität. Darüber hinaus waren die Leute nicht verwöhnt und nicht anspruchsvoll. Und wenn man zur Sparkasse ging, wurde man beraten und es wurde geholfen und nicht wie heute betrogen und über den Tisch gezogen. Das Handwerk hat funktioniert, weil man noch wußte für was man Hände hatte und man hat in den meisten Fällen ordentliche Arbeit gegen angemessenen Lohn abgeliefert. Der in etwa so hoch war wie heute die Anfahrts- und pauschalen Werkzeugkosten. Das Leben war ehrlicher! Das war meiner Meinung nach die Grundlage für den Wohlstand!

Christa Wallau | Di., 3. März 2026 - 12:14

Antwort auf von Sunstreet

lieber Sunstreet?
Und Fleiß, Arbeitsethos und Zusammenhalt gehören doch zur "Kultur" eines
Volkes, oder etwa nicht?
Ich glaube, daß wir beide mit unseren Ansichten gar nicht so weit auseinanderliegen.

Alles das existiert jetzt nicht!
Dies bedeutet, daß es nach menschlichem Ermessen nicht gelingen kann, das einst stolze Schiff "Deutschland´" mit seinen heutigen massenhaften u. notdürftig zugestopften Lecks und Motorschäden wieder richtig flott zu machen.
Wir sollten uns von der Vorstellung verabschieden, daß es jemals wieder ein Deutschland geben wird, das dem prosperierenden Land am Ende des zweiten Jahrtausends auch nur ähnlich ist.
Dummheit (Leichtgläubigkeit) kann genau so schlimme, ja katastrophale Folgen zeitigen wie Verbrechen.
Aber diese Erkenntnis ist im real existierenden deutschen Volk des Jahres 2026 noch nicht angekommen. Zu viele Menschen mit deutschem Paß verlassen sich weiter auf die "Weisheit" einer Regierung, die längst die Flucht nach vorne angetreten hat.
Eine traurige Wahrheit besteht darin - da komme ich auf den Anfang meines Textes zurück:
"Es ist leichter die Menschen zu täuschen, als sie zu überzeugen, dass sie getäuscht worden sind." (Mark Twain)

IngoFrank | Di., 3. März 2026 - 10:36

Umschwenken vom links grünen auf Rechts Konservativ erfolgt samt Änderung des Buntländischen Grundgesetzte im Hinblick auf Klimafetischismus, sind die „Grün linken Träume“ der Energiewende noch lange nicht ausgeträumt.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Eselsbrücke | Di., 3. März 2026 - 11:14

Es bleibt jedoch das Problem, dass die, die uns "transformieren" wollen (die politische Linke), wahrscheinlich die technischen Hintergründe weder verstehen können oder wollen. Damit werden sie "Kurs halten", um ein "starkes Signal für den Wandel" zu setzen. Wie sehr die deutsche Industrie inzwischen unter der Knute der Ideologen bereits ächzt, ist ihnen egal, da sie normalerweise nicht in diesen Sektoren arbeiten und auch kein Verständnis für diese Leute aufbringen wollen. Ich denke, wir können uns nur unter größten Anstrengungen und sehr viel Gezeter und Geschrei dieser Ideologen entledigen. Wir müssen dann aber auch den NGO-Sumpf trockenlegen, wieder den Leistungsgedanken und MINT-Betonung in Schulen etablieren und nicht irgendwelche "Fühlis" beachten, die Mate-Malte oder Soja-Sofie haben. Und hier sehe ich keine Partei, ausser der AfD, die Willens scheint, dies durchzuziehen.

M. Jüschke | Di., 3. März 2026 - 11:17

Es kann ja sein, dass die derzeitige Energiepolitik zur Deindustrialisierung führt. Nur sind die genannten Argumente keine, die jemanden aus der anderen Bubble überzeugen können.
Der innere Widerspruch im Artikel: Nach der Argumentation hätte sich energieintensive Industrie ja nie hierzulande ansiedeln dürfen, denn auch Gas, Öl und Kohle müssen erst teuer importiert werden. Seit den 1970er Jahren weiß man, dass das ein Problem sein kann. Trotzdem hat sich hier die Industrie entwickelt, nicht in Saudi-Arabien oder Venezuela. Auch ließe sich Strom oder Wasserstoff aus der Sahara importieren.
Und warum der Punkt "Klimaschutz" nicht angesprochen?

Aha, ein neuer Name!!! „Klimaschutz“ gibt es nicht. Das Klima kann man nicht schützen. Träumen Sie weiter Ihren grünen Traum, Herr oder Frau Jüschke. Die meisten Menschen im Land wollen diesen ganzen grünen Irrsinn nicht mehr! 🥺

Als sich in Deutschland die Schwerindustrie entwickelte stand Kohle im Überfluss zur Verfügung. Auf Importkohle wurde erst umgestiegen als die Förderung hier zu teuer wurde. Heute könnten wir ca. 30% unseres Gasbedarfs aus einheimischen Vorkommen decken, aber da hat die hysterische Panikmache der Linksgrünen ganze Arbeit geleistet. Man nimmt lieber den Niedergang der Wirtschaft in Kauf als einheimisches Gas zu fördern- was übrigens innerhalb von 18 Monaten möglich wäre. Klimaschutz können Linksgrüne als Argument seit der Abschaltung der AKWs nicht mehr anbringen.
Es ging nie um Klimaschutz, es ging immer nur um die sozialistische Umgestaltung des Landes. Mission fast erfüllt, würde ich sagen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 3. März 2026 - 11:18

dass es der Mix machen wird und zwar angepasst oder resultierend aus den je unterschiedlichen Bedingungen.
Was hat denn die Bundesrepublik davon, wenn in/aus der Sahara billig Solarstrom bezogen werden kann.
Das schafft neue Abhängigkeiten und benötigt eine Infrastruktur, die globalen Massstäben gerecht wird.
Netter Versuch und warum sollte man es nicht überlegen.
Aber kurzfristig ist unsere Produktion besser in Europa aufgehoben, auch wegen politischer Beständigkeiten und also trotz widriger anderer Umstände?
Aber auch für Europa gilt evtl. das Prinzip der Subsidiarität.
Europäische Lösungen, die die spezifischen Unterschiede im Bedarf und Produktion nicht berücksichtigen, könnten schnell an ihre Grenzen stoßen.
Das finde ich gut, wenn es wirklich jedes europäische Land "zwingt", seine Verantwortung zu tragen.
Wird das private Einspeisen von Strom trotz Überangebot auch bezahlt?
"Kappen", denn die Volatilität der Energie und des Bedarfs kostet Geld und darf auch für Private gelten?

oder speichern kann, kann man auch wieder zahlen.
Ich kenne mich da nicht so gut aus.
Wichtig ist, dass wir unsere Wirtschaft bestmöglich und sicher aufstellen und unsere Einwohner optimal versorgen können.
Warum, um alles in der Welt, sollten das andere dringlicher oder besser wollen als wir für uns?
Deshalb ist eine politische Spaltung eines Landes evtl. ausgesprochen fatal.
Nichts greift mehr ineinander, während ein Zusammen auch anderes besser integrieren und Konflikte friedlich austarieren könnte?
Schreibt sich leicht und wurde evtl. fast schon verspielt.
Es gab aber inmitten des großen "Durcheinander" der letzten Jahrzehnte evtl. eine große schweigende Mehrheit, die zuletzt alles ausbalancierte?
Sie mag keine besondere Partei ihr eigen nennen, aber tendiert insgesamt zum Ausgleich.
Mal schauen, ob diese Kraft Wirkung zeigen kann und wie...

Theodor Lackner | Di., 3. März 2026 - 14:27

"uns von dem bislang fest umklammerten Gedanken lösen, dass die Dekarbonisierung in einem institutionalisierten, planerischen Rahmen zu lösen sei" - schon das Ziel der Dekarbonisierung selbst ist verfehlt, da hilft auch keine marktwirtschaftlicher Gestaltung.

Ebenso hilft es auch nicht, die Netze schneller auszubauen, wenn die Energieerzeugung aus Wind und Sonne selbst der Grundfehler ist.

Es wird im Text genannt: Deutschland ist ein Technologieland, ohne große Ressourcen oder spezielle energetische Standortvorteile. Die Lösung kann daher auch nur in der verstärkten Technologienutzung liegen.

(Hat da jemand "Atomkraft" gesagt?)

„Das Ausschließen und Abwürgen von Opposition heißt … ´unsere Demokratie retten´. Der Volksverdummung sind – so scheint es – keine Grenzen gesetzt. Aber: Das Volk merkt das irgendwann und zieht Konsequenzen.“ Siehe 1989!
Peter Hahne