- Der Untergang des Versorgungsstaats
Die unbedingt notwendigen Reformen am überfetteten Versorgungsstaat werden von dessen Nutznießern blockiert. Deren politischer Einfluss ist größer als der der Leistungsträger. Wenn die keinen Widerstand organisieren, wird es düster.
Seit sechs Jahren stagniert in Deutschland das reale Bruttoinlandsprodukt, die öffentliche Infrastruktur zerbröselt, die Bundeswehr ist kampfunfähig, die Außengrenzen ungeschützt, der Versorgungsstaat bankrott und die Lasten durch Steuern und Staatsbürokratie erdrückend. Vor vier Jahren wurde die schwarz-rote Regierungskoalition abgewählt, vor einem halben Jahr die Ampel, und wenn kein Wunder geschieht, ist bei nächster Gelegenheit schwarz-rot wieder weg. Das politische Karussell dreht sich immer schneller, aber die Misere bleibt.
Reformblockade …
Die Überwindung der Misere scheitert nicht an mangelnder Erkenntnis, sondern an der Unfähigkeit, politische Mehrheiten für umfassende Reformen zu organisieren. Laut einer aktuellen Umfrage des Allensbach-Instituts sehen zwar knapp drei Viertel der Befragten einen dringenden Bedarf für umfassende Reformen, aber die Wenigsten sind bereit, auf die Leistungen des Versorgungsstaats zu verzichten. So wären zum Beispiel nur 18 Prozent der Befragten damit einverstanden, später in Rente zu gehen, obwohl die meisten meinen, das Rentensystem sei kaputt. Auf die Frage, was ihnen lieber wäre, „ein Leben in bescheidenem Wohlstand, das dafür Sicherheit bietet, oder ein Leben mit großen finanziellen Chancen, das dafür aber auch viele Risiken hat“, entscheiden sich drei Viertel der Befragten für den bescheidenen Wohlstand mit Sicherheit, und nur zehn Prozent wollen ein Leben mit großen Chancen und Risiken.
… durch die Nutznießer des Versorgungsstaats
Umfassende Sicherheit und Wohlstand erhofft sich die Mehrheit der Deutschen nicht von eigener Anstrengung, sondern vom Staat. Dieser scheitert aber an dem grundsätzlichen Konflikt zwischen der dafür notwendigen Bereitstellung öffentlicher Güter und der Umverteilung von Einkommen. Konzentriert sich der Staat auf die erste Aufgabe, ist sein Bedarf an Mitteln begrenzt und die Steuer- und Abgabelast moderat. Dies lässt Raum für privatwirtschaftliches Unternehmertum und ebnet den Weg für hohes Wirtschaftswachstum, wie es während der Gründerzeit vor dem Ausbau des Wohlfahrtsstaats Ende des 19. Jahrhunderts zu beobachten war.
Stellt der Staat jedoch die Umverteilung an erste Stelle, stirbt die privatwirtschaftliche Initiative ab und der Wohlstand schmilzt. Im Extremfall bricht der Staat unter der Leistungsverweigerung der Leistungsträger und dem Anspruch der Transferempfänger zusammen. Das war das Schicksal des Sowjetimperiums, das 1991 aufgrund seiner mangelnden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit kollabierte.
In der Nachkriegszeit fand der westliche Wohlfahrtsstaat einen Mittelweg, indem er die Bereitstellung öffentlicher Güter wie innere und äußere Sicherheit mit einer erträglichen Umverteilung verband. Dabei half ihm, dass die Bedrohung durch die Sowjetunion die Zahlungsbereitschaft privater Wirtschaftsakteure für den von ihm gewährten Schutz erhöhte. Als mit dem Untergang der Sowjetunion die äußere Bedrohung jedoch wegfiel, bauten vor allem die europäischen Regierungen mit den Einsparungen für die Verteidigung den Wohlfahrtsstaat zum umfassenden Versorgungsstaat aus.
Mit dem Ausbau des Versorgungsstaats gewannen die Empfänger von staatlichen Transferleistungen und die immer zahlreicheren Staatsbediensteten an politischem Gewicht. Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaft war im Jahr 2019 ungefähr die Hälfte der deutschen Haushalte Nettoempfänger staatlicher Geldtransfers. Die obersten zehn Prozent der Steuerzahler kamen für mehr als die Hälfte aller Einkommenssteuern auf. Im öffentlichen Sektor sind inzwischen über 12 Millionen Arbeitskräfte beschäftigt. Mit dem Eintritt der großen Generation der „Babyboomer“ in die Rente wird die Zahl der Empfänger staatlicher Leistungen noch größer.
Da die Transferempfänger und die Staatsbediensteten insgesamt zahlreicher und die Gewerkschaften und Sozialverbände besser organisiert sind als die Zahler hoher Steuern, ist der Einfluss der vom Staat abhängigen Haushalte auf die Politik größer als der Einfluss der Leistungsträger. Das führt schlussendlich zur finanziellen Ausbeutung der Minderheit der Leistungsträger durch die Mehrheit der Nutznießer des Versorgungsstaats.
Abwanderung, wenn Widerspruch aussichtslos ist
Nach Albert O. Hirschman gibt es drei grundlegende Reaktionsmöglichkeiten für die ausgebeuteten Leistungsträger: (1) Sie können auswandern (Exit). (2) Sie können Beschwerden und Änderungswünsche vortragen, um Abhilfe zu schaffen (Voice). (3) Sie können sich mit ihrer Unzufriedenheit abfinden und im Land bleiben (Loyalty). Die Unternehmer und „Besserverdiener“ haben sich lange bemüht, Änderungswünsche an die Politik heranzutragen oder die Politik zähneknirschend zu ertragen. Da die Umstände jedoch immer schlechter werden und sie keine Aussichten haben, sich gegen die Mehrheit der Nutznießer des Versorgungsstaats durchzusetzen, wählen sie in zunehmender Zahl den „Exit“.
Das Kapital wandert ab. Seit dem Jahr 2005, als Angela Merkel Bundeskanzlerin wurde, summiert sich der Überschuss der außenwirtschaftlichen Leistungsbilanz auf mehr als vier Billionen Euro. Das Spiegelbild dieses Überschusses ist ein entsprechendes Defizit in der Kapitalverkehrsbilanz. Der gewichtigste Teil der Kapitalabflüsse sind Portfolio- und Direktinvestitionen im Ausland.
Auch inländische Bürger wandern vermehrt aus. Die Zahl der Emigranten stieg von 628 Tausend im Jahr 2005 auf 1,26 Millionen im Jahr 2024. Insgesamt haben in diesem Zeitraum 18,1 Millionen Inländer Deutschland verlassen. Davon kamen nur 2,8 Millionen deutsche Staatsbürger wieder zurück, so dass netto 15,3 Millionen Inländer Deutschland verlassen haben. Dabei handelt es sich in den seltensten Fällen um Empfänger staatlicher Transfers, sondern meist um gut ausgebildete und leistungswillige Menschen, die sich woanders größere Chancen versprechen.
Der „Exit“ von qualifizierten Inländern ist mit erheblichen Kosten für die Wirtschaft verbunden. Nimmt man an, dass die Emigranten 20 Prozent produktiver waren als der Durchschnitt der Beschäftigten in der Industrie, folgt aus der Emigration ein Verlust an Bruttowertschöpfung von 1,6 Billionen Euro oder 3,0 Prozent der kumulierten Bruttowertschöpfung im Zeitraum 2006-2024. Seit 2005 wanderten jedoch auch 23 Millionen Menschen ein. Die Bevölkerung nahm also um knapp 5 Millionen zu. Allerdings halten sich die meisten Immigranten viele Jahre im Sozialsystem auf und sind danach überwiegend als Aushilfen beschäftigt.
Nimmt man an, dass die Immigranten zwar schließlich produktiv werden, aber ihre durchschnittliche Produktivität ab Einwanderung 40 Prozent unter derjenigen der Beschäftigten im öffentlichen Sektor liegt, kommt man auf einen Beitrag dieser Gruppe zur Bruttowertschöpfung in Höhe von 713 Milliarden Euro. Nach dieser (eher optimistischen) Beispielrechnung hat die Auswanderung qualifizierter und die Einwanderung meist unqualifizierter Arbeitskräfte von 2006 bis 2024 zu einem Nettoverlust der Bruttowertschöpfung in Höhe von 926 Milliarden Euro oder 1,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung geführt.
Eine weichgespülte Berliner Mauer
Die Interessenvertreter der staatlichen Zuwendungsempfänger haben das Problem des „Exits“ der Leistungsträger erkannt und versuchen, ihnen die Abwanderung zu erschweren. In der Tradition des Gesetzes gegen die Steuerflucht aus dem Kriegsjahr 1918 und der Reichsfluchtsteuer von 1931 hat der bundesdeutsche Staat schrittweise die Besteuerung des Wegzugs ausgebaut. Seit dem Außensteuergesetz von 1972 wurden Wegzugsteuern in den Jahren 2022 und 2025 weiter verschärft. Heute müssen die unrealisierten Gewinne nicht nur von „wesentlichen Beteiligungen“ an Unternehmen, sondern auch von Anteilen an Investmentfonds bei Wegzug versteuert werden. Für weniger betuchte Auswanderer gibt es Freibeträge. Vermögende Abwanderer sehen sich von einer neuen, weichgespülten Berliner Mauer eingehegt.
Niedergang im neuen Sozialismus
Wir sind auf gutem Weg zu einer Neuauflage der Wirtschaftsordnung der Deutschen Demokratischen Republik. Dieser Staat kollabierte aufgrund seiner wirtschaftlichen Leistungsunfähigkeit. Heute wird im günstigeren Fall der bankrotte Versorgungsstaat von den Flammen der Inflation verzehrt, die von den Verteilungskämpfen zwischen Transferempfängern und den im Land verbliebenen Leistungsträgern genährt werden. Dagegen können sich die Besitzer von Vermögen immerhin mit einer entsprechenden Aufstellung ihres Anlageportfolios schützen. Im ungünstigeren Fall wird die Mehrheit der Nettoempfänger staatlicher Zuwendungen die im Inland verbliebenen Leistungsträger und Vermögensbesitzer mehr oder weniger enteignen. Mit Reichensteuer, Wegzugssteuern und kalter Progression hat sich Deutschland schon auf den Weg dorthin gemacht. Die Diskussion um Vermögenssteuern und Erbschaftssteuer bringt es ein Stück weiter.
Für die links-grünen Schüler des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci zahlt sich der „Marsch durch die Institutionen“ aus. Mit einem hilfswilligen Verfassungsschutz und einem politisierten Verfassungsgericht kann man durch Verbot missliebiger politischer Konkurrenz die Macht ergreifen, auch wenn einem die Wählerstimmen dafür fehlen. Im revolutionären Frankreich führte Rousseaus Konzept des „Volonté Général“ zur jakobinischen Terrorherrschaft im Namen der Mehrheit. Auch wenn es so schlimm nicht kommen wird, wird es schlimm genug werden.
Wo bleibt der Widerstand?
Wer nicht abwandern kann oder will, kann sich gegen Enteignung und Machtergreifung der Interessenvertreter der Empfänger staatlicher Zuwendungen nur schützen, wenn es gelingt, eine politische Sperrminorität gegen die Enteigner zu mobilisieren. Dafür braucht es eine politische Bewegung mit klarem Fokus auf Freiheit und privatem Eigentum und der Bereitschaft zur Konfrontation mit der Mehrheit der Nutznießer des Versorgungsstaats. Bisher ist eine solche Bewegung jedoch nicht in Sicht.
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Es ist nicht nur verfehlte Steuerpolitik, es ist auch gesellschaftlicher Wandel. War es den Bürgern zu Beginn der 70er noch peinlich, zum „Sozialamt“ zu gehen, so hat massive Werbung der Politik dazu geführt, dass heute jeder sein Recht auf diese „Hilfe“ ohne Skrupel in Anspruch nimmt. Politik und, wie der Autor zu Recht schreibt, die Justiz haben dieses Recht auf Menschen aus der ganzen Welt ausgedehnt. Die Kosten explodieren immer schneller, weil die Justiz die Folgen nicht verantworten muss.
Hinzu kommt, dass in den Parlamenten immer mehr Juristen sitzen und immer weniger Menschen mit praktischer Erfahrung in der Wirtschaft, zu der auch das Handwerk zählt. So kommt es, dass (auch durch ausufernde Bürokratie und hohe Energiekosten) das Risiko des Scheiterns (mit vielen Schulden) wahrscheinlicher wird, Banken (auch wg. pol. Vorgaben wie ESG) keine Kredite vergeben. Selbst wenn man ein hervorragendes Konzept hat und Gewinn macht, kommt sofort der medial geschürte Neid-Faktor.
stillen die überladene „Deutsche“ & aus „Brüssel“ verordnete Bürokratie und deren Fehlentscheidungen die vorherrschend linkslastige & Grüne Ideologie und deren System der letzten 10 Jahre ganz einfach an der Wahlurne abwählen zumindest so lange, wie die Zeit noch vorhanden ist, die Demokratie der Freiheit der eigenen Meinung und eigenen Wahl wahrzunehmen.
Die, die vorgeben die wahren Demokraten zu sein, wollen nur das eine, ihre Macht des links grünen & schwarzen Bürokratenstaat verteidigen um an der politischen Macht zu bleiben. Das haben Merkel, Scholz und jetzt Merz als Zielstellung. Damit das alles so bleibt, wurde die Brandmauer erfunden und jetzt wo die Zustimmungswerte der stärksten Oppositionspartei steigen & steigen wird laut über deren Verbot nachgedacht mögen die Gründe dafür noch so fadenscheinig sein.
Der „Innlandsgeheimdienst“ liefert, wie von den Landes und der Bundesregierung bestellt !
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik
Deutschen Geduld, Oppurtunismus und Denunziantentum näher als Widerstand. Das war erst neulich während Corona und der dagegen ergriffene Maßnahmen wieder zu besichtigen. Bürokratie, Öffentlicher Dienst und NGO's wurden so aufgebläht, dass eine träge Masse entstanden ist, die sich gegen alles Neue, insbesondere den Verlust an Komfort zu wehren weiß. Der finanzielle Druck auf die immer weniger werdenden, die hier noch arbeiten wächst. Aber sie haben keine Lobby.
Uih Herr Mayer, Uffbasse. Hätte das Herr Chrupalla oder Frau Weidel gesagt würde der Verfassungsschutz sofort auf den Plan treten. Ich meine Ihren Satz: "Wenn die keinen Widerstand organisieren, wird es düster." Wäre das bereits ein öffentlicher Aufruf zur Staatsdelegitimierung? Und mal ehrlich. Wer soll diesen "Aufstand" denn anführen? Die LINKEN, die SPD oder GRÜNE? Die doch alle angeblich so besorgt sind um den Sozialstaat, wenn sie nur ausreichend genug Menschen genau von diesem Staat abhängig machen können. Und wer soll den Mut aufbringen als müder und abgeschaffter Lohnsteuerzahler auch noch nach Feierabend Proteste anzuzetteln? Der müsste ja heute zu Tage sofort auch mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Und von den Gewerkschaften wird niemand echte Hilfe erlangen. Deren Funktionäre sind Parteisoldaten, die Brüllen allenfalls, haben aber vorher das Gebiss aus dem Maul genommen, damit sie niemand beißen. Bliebe die AFD, aber das sind ja alles angeblich "Antidemokraten".
Ich möchte in Zusammenhang mit dem "organisierten Widerstand" nur an die Causa Ballweg erinnern. Weggesperrt und des Geldes beraubt. Sein Buch beschreibt das Handeln des Staates genau.
Man hat ihm die Macht über sein Geld genommen, damit er sich nicht angemessen gegen den Staat verteidigen kann. Gut das er wahre Freunde hatte, die ihm in der Not halfen.
Volle Zustimmung, so geht "unsere Demokratur"
Plötzlich ist das Thema "unbezahlbarer deutscher Sozialstaat" omnipräsent, obwohl der Beschluss für die "französische Lösung" (Schulden, Schulden,Schulden) erst wenige Monate zurückliegt. In der Meisterschaft, Probleme zu verschieben, steht Friedrich Merz seiner Vor-Vor-Gängerin Angela Merkel in nichts nach. Und die Zeichen für eine Verbesserung stehen schlecht: der politisch angeschlagene Jens Spahn sucht in fast peinlicher Art und Weise die Nähe zum SPD-Kollegen. Das wird nichts!
Schulden, Schulden Schulden …..
Wenn Sie Herr Weiß nicht sooooo Recht hätten, wäre es zum Lachen..
Leider schnürt einem jedes Lächeln den Hals in diesem Lande zu.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik
alles so gekommen ist, kann man auf einer noch halbwegs aussagekräftigen Abstraktionsebene in 1000 Zeichen nicht einmal annähernd darstellen. Aber daß das, was nötig wäre, um den ebenso vertrackten wie verhängnisvollen Verrottungsprozeß zu beenden oder gar umzudrehen, nicht mehr ansatzweise möglich ist, scheint mir gewiß. Eine Ende der einer profunden Genesung entgegenstehenden umfassenden Versorgungsmentalität ist nur denkbar, wenn wieder das entstehen könnte, was Voraussetzung jeder funktionierenden Gemeinschaft ist- "mutul trust and consent". Wo soll das aber herkommen in Anbetracht einer mutwillig herbeigeführten Heterogenität unserer so bunt und pivers gewordenen Gesellschaft, in der ethnische und nach allen möglichen Befindlichkeiten sortierte MInderheiten ermuntert werden, immer mehr zu verlangen, die Bevölkerungsmehrheit ständig irgendwelcher Phobien und -ismen bezichtigt wird und sich drum sehr verständlicherweise auf den Schutz eigener Interessen zurückzieht?
von einem umfassenden staatlichen und sozialen System profitiert: es gibt viele staatliche Stellen - auch etwa im Sozialbereich und die soziale Arbeit befriedigt viele, aber auch im politischen Bereich, Kunst&Kultur und vieles andere.
Mehrheiten für einen Wechsel kann es daher nur geben, wenn mehr Leute sich auch anders betätigen wollen (eigene Unternehmen, nicht-staatliche Wirtschaft), andere als staatlich geförderte Kunst oder politische (auch Medien) Stellen, weil ihnen das mehr Spaß macht, oder wenn es einfach nicht mehr funktioniert, weil nicht genügend Geld relativ zur Leistungsfähigkeit anderer Länder da ist.
Letzterer Punkt geht allerdings so langsam und indirekt, alles ist komplex und vernetzt, dass es wahrscheinlich sehr schwierig ist.
Ich glaube, damit hängt auch viel zusammen. In unserer Gesellschaft, zumindest im staatstragenden Teil, herrscht meiner Wahrnehmung nach ein Menschenbild vor, dass alle Menschen als gleich ansieht und von Natur aus denselben Zielen und Maximen folgend, so dass es als gedachten Normal-Idealzustand eine rundum offene und zufriedene Gesellschaft gibt.
Was nicht gut ist, kann dann nur daran liegen, dass Menschenrechte, Anstand, universelle Ziele etc. verletzt werden und das muss staatlich/sozial ausgeglichen werden.
Unsere Gesellschaft ist nicht gut darin reale Gesellschaften mit ihren Widersprüchen auszudiskutieren. Es überwiegt, dass man die offene, tolle Gesellschaft für alle voraussetzt, aber selber kaum bereit ist von eigenen Sichtweisen und Ansprüchen loszulassen oder eben eine auch widersprüchliche Vielfalt zu akzeptieren.
Vielleicht ist das übertheoretischer Unsinn, aber ich sehe es auch mit einem prinzipiellen Menschen- und Gesellschaftsbild verbunden.
Das neue Team Freiheit von Frauke Petry erfüllt Ihre Erwartungen an eine Bewegung gegen den Niedergang. Wir werden sehen, ob sie es in Baden-Württemberg am 08. März 2026 über die Latte schaffen.
Der Sozialstaat ist und bleibt die größte Errungenschaft. Er ist freilich in eine Schieflage gekommen, weil er für Menschen aufkommen muss, die streng genommen keine Anspüche haben. In erster Linie natürlich die Millionen von Flüchtlinge, denen alles übergestülpt wird. Die allermeisten haben nie einen Cent dazu beigetragen und werden es wahrscheinlich auch nie. Zahlen dazu werden ja auch nur ungerne veröffentlicht, man weiß warum. Und natürlich wird es bei dem Thema auch nicht angesprochen. Lieber drischt man auf alle ein und unterstellt grundsätzlichen Missbrauch. So wie sich dieser Autor, der pikanterweise natürlich aus dem Wirtschaftsmileu kommt. Da kann man es sich sowieso leisten von „notwendigen“ und „schmerzhaften“ Maßnahmen“ zu sprechen., ist man doch selbst davon nicht betroffen. Billig ist es dann, allen per se eine penetrante Erwartungshaltung zu unterstellen. Mutig wäre, doch mal klar zu sagen, dass wir nicht das Sozialamt der ganzen Welt sein können. Das ist es doch.
Natürlich sind die allermeisten der irregulär Zugewanderten ein Problem. Sie werden nie die Kosten, die sie Lauf ihres Lebens verursacht haben, erwirtschaften, handelt es sich doch meist um sehr gering Gebildete. Leider ist unser Schulsystem mittlerweile derart dysfunktional, dass deren Kinder auch kaum Chance auf eine gut bezahlte Tätigkeit haben werden.
Allerdings ist mittlerweile auch die bürgerliche Mitte stark von Sozialtransfers abhängig. Man denke nur an das Elterngeld, dass Menschen ermutigen soll eine Familie zu gründen. Um Familien zu fördern sollte man sie dauerhaft steuerlich entlasten und die Betreuungseinrichtungen verbessern. Derzeit verbringen junge Familien diese von Staat bezahlte Auszeit auch gern mal auf Bali. Verzichten will da niemand. Kostenlose KiTa ist ebenso fragwürdig, weil das Geld besser in Qualität investiert sein sollte.Es gibt viele Leistungen, die für selbstverständlich gehalten werden, aber einfach nicht mehr finanzierbar und sogar wirkungslos sind.
Zum einen sind es keine Flüchtlinge, sondern zu 98% Wirtschaftsmigranten. Das wird von grünlinkswoke bewußt gleichgesetzt, es ist aber ein entscheidender Unterschied.
Zum anderen sind es eben nicht nur die Migranten, die das System in Schieflage gebracht haben. Das von grünlinks installierte Bürgergeld hat massive Anreize gesetzt für Menschen der unteren Gehaltsgruppen nicht mehr zu arbeiten, weil es sich schlicht nicht mehr lohnt. Gerade wenn Kinder im Spiel sind, haben Geringverdiener mehr in der Tasche, wenn sie Bürgergeld kassieren. Auch vor dem Bürgergeld gab es Mißbrauch im großen Stil, denn über die Jahre wurden so gut wie alle Sanktionsmöglichkeiten (gerichtlich) gestrichen.
Ja, der Sozialstaat im Bismarckschen Sinne ist eine große Errungenschaft, das was wir haben ist aber schon sehr lange kein Sozialstaat mehr sondern ein Asozialstaat denn er bestraft die Arbeitenden und belohnt die Faulen!
„eine politische Sperrminorität gegen die Enteigner zu mobilisieren. Dafür braucht es eine politische Bewegung mit klarem Fokus auf Freiheit und privatem Eigentum und der Bereitschaft zur Konfrontation mit der Mehrheit der Nutznießer des Versorgungsstaats.“
Damit haben Sie ja vollkommen recht, lieber Herr Prof. Mayer. Doch bleiben Sie vorsichtig mit dem Niederschreiben solcher Gedanken. Zwar sind die Gedanken noch frei, doch der Verfassungsschutz kann sie erraten. Die AfD kann ein Lied davon singen.
Ich sage es lieber mit Artikel 20 (4) unseres Grundgesetzes, denn diesen zu zitieren, ist „noch“ nicht verboten und lautet so: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ Wer aus der BRD eine zweite DDR machen will, beseitigt m. E. „diese Ordnung“. Doch mit Blick auf die Wahl der Verfassungsrichter ist auch dieser Artikel nicht in Stein gemeißelt.
Zur Erhöhung des Renteneintrittsalters: das wäre, denke ich, kein Problem, wenn denn endlich dem Heer der Schmarotzer begegnet würde. Solange aber junge, arbeitsfähige „Glücksritter“ hier herumhängen und absahnen... Daher: Ausweisung aller Illegalen, kein „Bürger“geld für Ausländer, Rückkehr zum Harz4-System, Geld nur bei absolut nachgewiesener Unfähigkeit, zu arbeiten. Dann: Zuverdienst ab 67 komplett steuerfrei (nur Sozial-u Rentenabgaben). Ich bin mir sicher, da hätten wir viele Probleme weniger.
Zur Politik: seit 1998 regieren uns fast durchgängig Sozen (mit). Und obendrauf kam die Vergrünung der CDU durch Merkel. Unser Land wurde systematisch kaputt regiert. Eine komplette bürgerlich-konservative Wende geht nur mit der AfD und einer neuen CDU (ohne Merz und Konsorten). Das alles ist sehr unwahrscheinlich. Es muss – anders können es die Deutschen nicht – der totale Zusammenbruch her. Oder ein „Reset“ über einen Krieg, wie das früher der Fall war. Mal schauen, was zuerst kommt.
Dazu fällt mir folgendes Zitat ein:
“Since this is an era when many people are concerned about “fairness” and “social justice,” what is your “fair share” of what someone else has worked for?”
― Thomas Sowell
The answer is extremely simple; there is NO “fair share” of what someone else has worked for!
― A. Brand
Umverteilung ist (in diesem Staat) die Belohnung des Faulen auf Kosten des Arbeitenden, das ist vom Grundsatz her zutiefst asozial! Punkt.
Misere ist ein zu milder Ausdruck für die Zustände, die übrigens nicht nur in Deutschland, sondern in fast ganz Europa herrschen. Als Historikerin erkenne ich deutliche Anzeichen für einen schleichenden Untergang wie bei anderen Hochkulturen vor uns. Wir ergehen uns seit Jahren in Zustandsbeschreibungen, aber es fehlt die intellektuelle Kraft für radikale Reformen. Das liegt zum einen am fehlenden Potential der Politiker, zum anderen an dem von genau diesen wenig begabten Politikern geschaffenen, undurchdringlichen Geflecht von Gesetzen auf nationaler und Eu- Ebene. Überregulierung bis zur Erstarrung, geringer gesellschaftlicher Zusammenhalt, schlechtere Bildung bei gleichzeitigem Produktivitäts- und Innovationsrückgang waren schon die Zutaten, die Reiche wie die der Assyrer, Hethiter, Römer, oder - jüngstes Beispiel- das britische Empire zum Verschwinden brachten. Gerade der Blick nach Großbritannien zeigt, wie schnell Niedergang vonstatten gehen kann. Gleiches gilt für Frankreich.
Dazu muß man keine Historikerin sein Frau Laubeth, diese Zerfallserscheinungen erkenne ich schon seit 25 Jahren. Aus meiner Sicht hat Europa den Zenit spätestens Ende der 80er bis Mitte der 90er überschritten, seitdem geht es bergab. Und leider verhält sich der Verfall wie eine Lawine, je größer sie wird, desto schneller wird sie auch.
Mittlerweile kommt es mir vor wie im alten Rom, die „Barbaren“ stehen vor der Tür und drohen uns offen mit Vernichtung und wir freuen uns das sie hier sind.
Wohlstand ist leider bis auf sehr wenige Ausnahmen der Motor der Dekadenz und Dekadenz führt IMMER zum Niedergang. Es ist erstaunlich wie schnell Menschen ihren Überlebensinstinkt verlieren, wenn sie nicht mehr ums Überleben kämpfen müssen.
Ansonsten möchte ich Ihnen nicht widersprechen.
