Deutsche Bank - Der Absturz

Die kriminelle Vergangenheit der Deutschen Bank lässt sich nicht mehr bewältigen. Muss die Fusion mit der Commerzbank her, weil sie kurz vor ihrem 150-jährigen Bestehen sonst nicht mehr überlebensfähig wäre? Eine Geschichte des Niedergangs

Illustration Deutsche Bank Flugzeugabsturz
2007 fing das einzige funktionierende Triebwerk der Deutschen Bank Feuer. Zur Notlandung setzte man aber nicht an / Julia Kluge

Autoreninfo

Dirk Laabs ist mehrfach ausgezeichneter investigativer Journalist und Dokumentarfilmer

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Porträt Dirk Laabs

Ende November 2018. Ein früher Donnerstagmorgen. Mehrere Mannschaftswagen der Polizei rollen auf die Zentrale der Deutschen Bank an der Frankfurter Taunusanlage zu, parken vor den Zwillingstürmen, Dutzende Beamte steigen aus, treten durch die Drehtüren aus Glas. Eine Abordnung fährt in den 32. Stock des östlichen Turmes. Die bewaffneten Polizisten haben einen Durchsuchungsbeschluss bei sich, sie beginnen in den Büros der Vorstände Unterlagen zu sichten. Der Verdacht: Eine ehemalige Tochter der Deutschen Bank soll Kunden geholfen haben, Geld aus illegalen Machenschaften gewaschen zu haben.

Während die Durchsuchung lief, aß der deutsche Chef Christian Sewing gerade mit einem Vertreter der US-Bankenaufsicht zu Mittag. All die Pläne, Versprechen, Wünsche des neuen Managements – fürs Erste krachend gescheitert. Sewing musste mitansehen, wie in den nächsten Stunden der Aktienkurs seiner Bank einbrach und wenig später sogar unter die Sieben-Euro-Marke fiel – ein historischer Tiefpunkt. Im Mai 2007, auf dem Gipfel, musste man noch 108 Euro und 14 Cents für eine Aktie zahlen. Drei Jahre voller schlechter Nachrichten waren dem schwarzen Donnerstag im November 2018 vorausgegangen. Seit 2014 hat die Bank fast zehn Milliarden Euro Verlust gemacht.

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Markus Michaelis | Fr, 15. Februar 2019 - 12:55

"Für die war der Schweizer Josef Ackermann zuständig, der 2002 zum Chef der ganzen Bank wurde. Ihn macht Folkerts-Landau inzwischen für den Absturz hauptverantwortlich."

Gerade Ackermann war es, der sich auch gesellschaftspolitisch weit aus dem Fenster gelehnt hat, dass Leute wie er für echte Werte sorgen und der Rest der Gesellschaft davon profitiere - weshalb es doppelt unfair und auch dumm sei, auf Leuten wie ihm herumzuhacken.

Ich nehme an, er sieht das auch heute noch so. Es ist genügend Komplexität da, dass jeder seine eigene Version glauben kann. Allerdings gibt es eben heute berechtigte Zweifel und möglicherweise ist Ackermann auch einer der größten Wert- (und Vertrauens)vernichter. Von außen ist das alles kaum noch zu durchschauen und zerstört jedenfalls bei vielen das Vertrauen - durch die gesellschaftspolitischen Verstrickungen auch breiter.

Christa Wallau | Fr, 15. Februar 2019 - 17:51

Sich größenwahnsinnig übernehmen - d. i. das gemeinsame Kennzeichen derer, die unser Land in den letzten 20 Jahren gelenkt haben.
"Wir schaffen das!"- lautete das Credo bei der
DB wie auch bei A. Merkel, unserer famosen Kanzlerin, die sich für genauso unangreifbar hielt wie die Deutsche Bank.
Ackermann und Merkel speisten in guten Zeiten zusammen und klopften sich gegenseitig auf die Schulter.
Nun zeigt sich die ganze häßliche Wahrheit:
Ohne Rücksicht auf die Bürger des Landes, dem zu dienen sie in erster Linie v e r p f l i c h t e t waren,
haben sowohl unsere Banker als auch unsere Politiker sich verzockt. Und selbstverständlich, wie immer, dürfen wir, die Bürger, es ausbaden.
Keiner der Verantwortlichen, seien es Ackermann u. Konsorten oder Merkel u. Konsorten, wird jemals zur Rechenschaft gezogen, geschweige denn zu einer Strafe (Wiedergutmachung) verurteilt.
"Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf's Eis", dieses geläufige Wort meiner Großeltern fällt mir dazu ein.

Maria Fischer | Sa, 16. Februar 2019 - 08:57

Vielen Dank Herr Laabs für die Recherche und für den Mut und Willen über die Wirklichkeit zu schreiben.

Danke auch Cicero für die konsequente Veröffentlichung solcher Texte.