Northvolt-Gelände in Schweden
Bei Northvolt raucht schon lange kein Schlot mehr / picture alliance / TT NEWS AGENCY | Jonas Westling

Der Fall Northvolt - „Kollektive Halluzinationen” statt „grüner Umstellung“

Nach der Pleite des schwedischen Batterieherstellers Northvolt werden nicht nur Investoren und Politiker zur Verantwortung gezogen, sondern auch der einst gefeierte Gründer Peter Carlsson. War Europas grüne Industrieoffensive auf Wunschdenken aufgebaut?

Autoreninfo

Jens Mattern ist freier Auslandskorrespondent für Polen, das Baltikum und Skandinavien.

So erreichen Sie Jens Mattern:

Wer ist schuld an der Northvolt-Misere? Die Regierung in Stockholm hat sich nach monatelanger Untersuchung zu ersten Konsequenzen durchgerungen: Das Führungspersonal des staatlichen Pensionsfonds „AP-Fonder“ musste gehen. Dies sind jene, die für die Investition von umgerechnet 539 Millionen Euro in das Batterie-Unternehmen verantwortlich waren. Northvolt ging im März 2025 pleite, und somit war auch das Geld der schwedischen Renten-Einzahler verloren. Die Leiter der Fonds hätten durch einen formalen Trick das Verbot umgangen, in ein nicht-börsennotiertes Unternehmen zu investieren, zudem hätten die Manager nicht die entsprechenden Kompetenzen gehabt, Northvolt wirklich bewerten zu können. 

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Sebastian Habel | Di., 9. Juni 2026 - 13:29

Politiker werden zur Verantwortung gezogen? Heißt das, Genosse Günther sowie der Heiland höchstpersönlich müssen blechen? Im Lebe net!

Hans Süßenguth-Großmann | Di., 9. Juni 2026 - 16:09

seinen Segen gibt, dann müssen doch andere Schuldige gefunden werden. Weshalb nicht die AfD oder Frau Reiche, die haben zwar nichts damit zu tun, sind aber gegen die Energiewende, passt doch.

Angelika Sehnert | Di., 9. Juni 2026 - 16:52

Die bittere Wahrheit ist, dass Northvolt den Fertigungsprozess einfach nicht beherrscht hat. Die noch viel bittere Wahrheit ist, dass man es in China kann.
Der Fall zeigt deutlich, wie abgehängt Europa in Zukunftstechnologien mittlerweile ist. Gerade in Deutschland glaubt man immer noch technologischer Fortschritt liesse sich nach persönlichen Ansichten und Vorlieben von Politikern verordnen und mit reichlich Steuermitteln herbeisubventionieren.
Technische und ökonomische Grundkenntnisse hätten das Desaster verhindern können.