Versorgungslage in der Coronavirus-Krise - „Es kann kurzfristig zu Engpässen kommen“

Schon jetzt sind die Regale für bestimmte Produkte in vielen Supermärkten leer. Wird es genug Waren geben, wenn sich die Coronavirus-Krise weiter zuspitzt? Im Interview spricht Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE) über die Versorgungslage in Deutschland.

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Engpässe beim Essen? / dpa

Autoreninfo

Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero. Zuvor war er Wirtschaftsredakteur bei Zeit Online. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule.

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Bastian Brauns

Stefan Genth ist der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), dem Spitzenverband des deutschen Einzelhandels. 400.000 selbstständige Unternehmen mit rund drei Millionen Beschäftigten werden durch ihn vertreten.

Herr Genth, in vielen Supermärkten sind etwa die Regale mit Nudeln, Klopapier oder Desinfektionsmitteln weitgehend leer. Welche Maßnahmen treffen Supermärkte, Drogerien, Apotheken für die kommenden Wochen? Werden genügend Waren für alle Bürger vorhanden sein?
Die Versorgungslage ist bundesweit normal, obwohl in einzelnen Lebensmittelgeschäften aktuell eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten zu verzeichnen ist. Alle Lebensmittelbestände werden im Rahmen der Belieferungen der Geschäfte immer wieder aufgefüllt. Damit die Handelsunternehmen die Ware bei erhöhter Nachfrage weiterhin möglichst rasch aus den Lagern in die Regale bringen können, haben die Bundesländer das Sonntagsfahrverbot für LKW gelockert und Ausnahmegenehmigungen für Sonntagsarbeit in Logistik und Warendistribution ermöglicht.

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Günter Johannsen | Fr, 13. März 2020 - 17:01

Dies Vokabel kommt mir sehr bekannt vor. Es war die meistbenutzte Vokabel in der DDR-Wirtschaft. Der schlimmste und nachhaltigste Engpass bestand auf anderer Ebene: in der wahrhaftigen Berichterstattung! Auch das kommt mir heute wieder sehr bekannt vor!!!

Gerhard Lenz | Sa, 14. März 2020 - 10:30

In reply to by Gast

denn Sie wiederholen es ja täglich. Die BRD ist die neue DDR, und die SED ist als CDU getarnt mit der Honecker-Reinkarnation Merkel wieder in der Regierung....
Gäääääähn. Ewig der gleiche braune Kohl.

Michaela 29 Diederichs | Fr, 13. März 2020 - 17:54

Sie gehören ins Bett und nicht zu Interviews - meine Meinung nach Ihrem gestrigen Erfahrungsbericht. Im übrigen halte ich uns inzwischen alle für durch die Bank weg sehr verwöhnt. Alles war (und ist) immer und überall verfügbar und das in Hülle und Fülle. Vielleicht lehrt Corona uns eine neue Bescheidenheit und Dankbarkeit. Stünde und allen gut zu Gesicht.

Ingofrank | Fr, 13. März 2020 - 18:40

Als jemand, der in derMangelwirtschaft lange Jahre gelebt hat ,betrieb Vorratswirtschaft. Das steckt noch ganz tief. Außerdem, wer auf dem Land lebend
hat i. d. R. einen Garten, den man mit viel Arbeit bewirtschaftet. So ist halt alles konserviert od. ein-
gelagert.
Das nicht alle Menschen diese Möglichkeiten haben ist schon klar. Aber man sollte nicht immer so herablassend auf die Landbevölkerung sehen ,wie in der vergangenen Klimahysterie. ( die Gott sei Dank z.Zt. kein Thema ist!)

Mit vielen Grüßen aus der Erfurter Republik

Desinfektionsmittel, Atemmasken, auch haltbare Lebensmittel des bevorzugten Bedarfs - all das kann man zumindest verstehen. Aber, weltweit legen sich Leute Vorräte an Klopapier zu. Die Papiermaschinen, und die relativ einfachen Lieferprozesse von Klopapier/Küchenpapier von den Fabriken in die Regale sind die Letzten, die wegen einer Virusepidemie gestört werden könnten. In den USA hat niemand eine DDR/Ostblock-Mangelwirtschaftserfahrung - aber viele Leute hamstern Klopapier. Wer kann den Klopapier-Reflex erklären ?

Zutreffendes Wortspiel. Wir sind im Sommer in einem eigenen und hinzugepachteten Garten Selbstversorger. Mein Frau behrrscht noch die "hohe" Kunst des Einmachens, der natürlichen (keine Preppermentalität) Vorratshaltung. Nein, wir haben keine DDR-Erfahrung, sind aber von den eigenen Eltern so erzogen worden. Alles was hier wächst wurde auf welche Weise auch immer haltbar im Keller gelagert. Reis, Nudeln und Kartoffeln waren schon immer langzeitbevorratet und nicht erst seit Corona. Nur, was nutzt der schönste Vorrat, wenn niemand mehr selber etwas daraus machen kann? Gibt es ja sonst alles aus dem Regal, in Dosen und Gläsern, sicherheitshalber gut verpackt aus fremden Landen.
Wer kann wirklich noch selber kochen, kennt sich mit dem Kleinanbau aus, ist bereit seine computerverwöhnten Hände in Erde einzutauchen, Kräuter zu rupfen, Obst zu ernten usw.? Habe die gleiche Erfahrung beim Einkaufen gemacht wie Herr Muhlack. Wie isst man eigentlich Klopapier? Mit den Fingern oder Besteck?

Bernd Muhlack | Fr, 13. März 2020 - 19:52

Ich war heute in einer Kaufland-Filiale.
Es war gerammelt voll, gab keine Parkplätze und Einkaufswägelchen mehr.
Kein einziges Regal war leer und die Kunden schrien sich nicht an, prügelten sich auch nicht.
Kein einziger trug einen Mundschutz oder Maske.
Ein Niqab hat ja einen anderen Hintergrund.
Ja, Asiaten waren ebenfalls vor Ort; nein, sie wurden nicht bespuckt!
Freitag Mittags ist ja immer die Hölle los; sämtliche Kassen waren geöffnet!
Okay, es gab natürlich auch diese "Kriegskäufer", die sich kurz mal aus ihrem Prepperbunker wagten um weitere Vorräte zu organisieren!
In kompletter Camouflage-Montur!

Es ist wohl so, dass dieses Virus im Vorfeld von den Verantwortlichen unterschätzt wurde, bzw. auf Warnungen nicht gehört wurde; vergleichbar dem Herbst 2015.

Ich bin "fachfremd, andere Fakultät" gehe aber davon aus, dass diese "Sache" etliche Monate dauern wird.
So mancher wahrhaftige Experte ist eine Wohltat!
Es schadet nicht, wenn man so einige Ärzte im Freundeskreis hat.

Gerhard Lenz | Sa, 14. März 2020 - 10:35

In reply to by Gast

wird doch tatsächlich das Klopapier knapp. Auch bei Konserven und Nudeln gibt es leere Regale..So sieht dann unsere Zukunft aus: nicht mehr raus, nur noch Suppe oder Nudeln, danach aufs Klo..

Bernhard Weber | Fr, 13. März 2020 - 21:53

Obwohl ich - 79 Jahre - aus der Mangelwirtschaft komme hamstere ich nicht und vertraue auf die Vernunft der Bevölkerung und die deutsche Wirtschaft.
Es wird alles nicht so heiß gegessen......

Dieter Erkelenz | Sa, 14. März 2020 - 07:19

"Herr Genth, in vielen Supermärkten sind etwa die Regale mit Nudeln, Klopapier oder Desinfektionsmitteln weitgehend leer."
Typische Journalistenhype und Panikmache. Ich persönlich, der sehr oft in verschiedenen Supermärkten und Geschäften einkaufen geht , hat dort weder leere Regale noch Panikkäufe
oder dichtgedrängte Käuferscharen bemerkt.