Christian Bruch, CEO von Siemens Energy - Der Leisetreter

Der Ex-Linde-Manager Christian Bruch hat Siemens Energy in Rekordzeit an die Börse gebracht. Geschätzt wird er für seine zurückhaltende Art. Jetzt muss er sich aber erst recht durchsetzen.

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Kann führen, Ränkespiele stoßen ihn jedoch ab: Christian Bruch / Thorsten Jochim

Autoreninfo

Adrian Arab ist Absolvent der Axel Springer Akademie und arbeitete als Politikredakteur bei der WELT/WELT AM SONNTAG in Berlin und San Francisco. Er schreibt heute als freier Journalist und hat ein besonderes Interesse an Wirtschaftspolitik. Für das Multimedia-Projekt „Sachor jetzt“ wurde er 2016 mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet.

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Es war im Spätsommer 2017, als Siemens-Chef Joe Kaeser Einblick gewährte in sein berufliches Testament. Wenn er, Kaeser, die Konzernspitze 2021 verlasse, seien die Zeiten, in denen sein Unternehmen von Kraftwerken über Ultraschallgeräte bis zu digitalen Fabriklösungen alles machte, endgültig vorbei. Aus einem gigantischen Gemischtwarenladen müssten kleine Fachmärkte werden, oder – in Kaesers Worten – aus einem komplexen Supertanker eine agile Schnellbootflotte.

Ein ums andere Mal versucht der CEO seitdem, die Filetstücke des Unternehmens an die Börse zu bringen oder mit Wettbewerbern zu fusionieren. Eigenständig schippert deshalb seit Ende September Siemens Energy, die Kraftwerkssparte, über die Industriemeere. Wobei noch unklar ist, wie viel PS der Bordmotor aufs Wasser bringt. Auf der Kapitänsbrücke Platz genommen hat Christian Bruch, ein ehemaliger Linde-­Manager, der nach wenigen Monaten Ein­arbeitungszeit die größte Abspaltung in der Geschichte der Republik gestemmt hat. Während der promovierte Ingenieur die Standorte von Erfurt bis Finspång kennenlernte, musste er parallel die Investoren von den anstehenden Kostensenkungsprogrammen des defizitären Sanierungsfalls überzeugen. In der Regel virtuell natürlich.

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