Erst AstraZeneca, dann BioNTech oder Moderna - Besserer Schutz durch Kombination

Eigentlich war es nur eine Behelfslösung: Menschen bekamen zunächst eine Dosis des Vektor-Impfstoffs von AstraZeneca, dann eine weitere mRNA-Vakzin-Dosis. Studien legen nun nahe, dass die Impfkombination sogar einen besseren Schutz bringen könnte.

Drei Ampullen der Impfstoffen von Biontech, Moderna und AstraZeneca
Nach Impfstopp für Unter-60-Jährige mit dem Astrazeneca-Vakzin wich man auf mRNA-Impfstoffe aus Foto: Daniel Karmann/ dpa

Autoreninfo

Uta Weisse ist Online-Redakteurin bei Cicero. Von Schweden aus hat sie als freie Autorin über politische und gesellschaftliche Themen Skandinaviens geschrieben.

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Es war wie verhext: Die deutsche Impfkampagne hatte nach einem schleppenden Start gerade an Tempo gewonnen, als plötzlich erste Fälle von seltenen Thrombosen in Kombination mit einer Verringerung der Zahl der Blutplättchen (Thrombopenien) nach Impfungen mit dem Corona-Vakzin des Herstellers AstraZeneca bekannt wurden. Vornehmlich jüngere Menschen, darunter häufiger Frauen, waren betroffen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) setzte daraufhin im März diesen Jahres das Alter, ab dem der sogenannte Vektor-Impfstoff verabreicht werden sollte, auf 60 Jahre herauf. Wie aber sollte man mit den Jüngeren verfahren, die bereits ihre erste AstraZeneca-Dosis erhalten hatten? Die STIKO entschied, die zweite Dosis sollte mit dem Impfstoff von Moderna, einem sogenannten mRNA-Vakzin, erfolgen.

Kombination aus zwei Corona-Impfstoffen wirksamer

Aus der Not heraus entstand die heterologe Art der Corona-Impfung, auch Mix-and-Match genannt. Aus Sorge darüber, ob der Impfschutz für die Betroffenen ausreichen würde, wurden anschließend Studien zur Wirksamkeit in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind überraschend: Das Mix-and-Match-Impfen mit dem Vektor-Impfstoff von AstraZeneca und einem mRNA-Impfstoff könnte einen größeren Schutz gegenüber dem Virus erzielen als zwei Dosen der mRNA-Impfstoffe. Dies berichtet die Zeitschrift Nature in ihrer aktuellen Ausgabe.

Diese Wirkung beruht darauf, dass das menschliche Immunsystem mehrere Abwehrmechanismen auf Viren und entsprechend auf die gegen sie entwickelten Impfstoffe kennt: Zum einen die Antikörper, zum anderen T-Zellen. Die Zahl der Antikörper war laut der Com-COV-Studie der Universität Homburg bei Personen nach zwei Dosen des mRNA-Impfstoffs von BioNTech nur etwas höher oder sogar genauso hoch wie bei Probanden, die nach dem Mix-and-Match-Prinzip geimpft worden waren. Letztere Kombination aus einer Dosis AstraZeneca- und einer Dosis BioNTech-Vakzin habe aber eine mehr als doppelt so hohe Reaktion von T-Zellen ergeben. Solche Impfkombinationen, die eine besonders hohe T-Zellen-Reaktion hervorrufen, könnten in der Zukunft besser geeignet sein für Menschen, die Spenderorgane transplantiert bekommen oder aus anderen Gründen immunsupprimierende Medikamente einnähmen, so die Immunologin Martina Sester von der Homburger Universität.

STIKO empfiehlt Mix-and-Match unabhängig vom Alter

Mittlerweile hat auch die STIKO ihre Empfehlung für die Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin angepasst, da sich die in stärkerem Maß ansteckende Delta-Variante des Corona-Virus auch in Deutschland immer mehr verbreitet. Nach einer Erstimpfung sollten alle unabhängig vom Alter eine zweite Dosis eines mRNA-Vakzins von Moderna oder BioNTech erhalten. Denn die Immunantwort bei Verabreichung von zwei verschiedenen Präparaten sei der nach zwei Dosen AstraZeneca „deutlich überlegen“, so die Behörde am gestrigen Freitag.

Den Artikel von Nature lesen Sie hier.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 3. Juli 2021 - 12:43

Das merkenste Wort dürfte "könnte" sein.
Wie lange braucht es, um durch Tests herauszufinden, dass dennoch z.B. 2 Biontech-Impfungen die höchste Wirksamkeit aufweisen und wieviel weitere Monate, um zu erkennen, dass dennoch die reine Astrazeneca-Impfung, bestenfalls fortlaufend, für dieses Virus völlig ausreicht und dennoch eines niemals sein wird, wie auch keines von den wirksameren Mitteln, der absolute Schutz vor dem Tod.
Sollte Biontech das Mittel der Mittel sein, was ich deren Erfindern gerne zugestehe, dann wird es sich durchsetzen und das Mittel der Wahl sein, bis die anderen Mittel zu ihm aufgeschlossen haben.
Versucht man über diese Debatte, doch noch irgendwie Curavec "an den Mann zu bringen"?
Wirklich seriöse Debatten und Berichterstattung gab es wahrscheinlich noch nie, aber derzeit scheint es mir besonders schlimm.
Vor allem fehlt kompetente Einordnung an sogenannter höchster Stelle.
Ich bitte die kommende Politik mindestens um deren je breite Zulassung an ihren je Orten.

Günter Johannsen | Sa, 3. Juli 2021 - 12:56

wie auch die Meisten hier im Forum. Eigentlich habe ich zum Thema nichts Schlaues zu sagen. Ich bin zwei Mal geimpft - halte das Impfen für notwendig -, doch eines sagt oder fragt mein gesunder Menschenverstand:
Warum dieses hin und zurück und nach links und nach rechts ... ? Erst war AstraZeneca nur für bis zu 64 Jährige zugelassen, dann Kehrtwende nur für über 60-Jährige ... jetzt, da der Stoff allgemein als gefährlich eingeschätzt wird und einige Menschen daran verstorben sind, soll die zweite Impfung mit Biontech erfolgen. Man nennt es jetzt unauffällig Mix-and-Match-Impfen. Was soll ich/man denken? Ist das noch glaubwürdig? Aber es passt zum Allgemeingefühl vieler unabhängig denkender Menschen in unserem nach links "modernisierten" Land! So wird man die Glaubwürdigkeit nicht zurückgewinnen. Ich hoffe, dass es nach der Wahl eine starke konservative Mehrheit geben wird, die unsere ursprünglich freiheitlich-demokratische Bundesrepublik Deutschland zurück in die Mitte führen kann!

Gerhard Lenz | So, 4. Juli 2021 - 14:45

In reply to by Rolf Jost

darf ja hier jeder nur einmal antworten - aber bei einigen Foristen wurde eine Ausnahme gemacht - und nur, weil dieser Beitrag mal wieder haarstäubende Unwahrheiten verbreitet, hoffe ich, dass das hier veröffentlicht wird.

Wer sie die Mühe macht, das Dokument, zu dem hier verlinkt wurde, in Gänze zu lesen, wird feststellen, dass nirgends - ich wiederhole nirgends - geschrieben steht, das Sterberisiko wäre für Geimpfte höher, als für Ungeimpfte.

I repeat: Nowhere.

Es handelt sich schlicht und einfach um eine LÜGE.

"Kampf gegen rechts"? Aktuell ist Kampf gegen links viel notwendiger!
"Kommunisten sind nur rotlackierte Nazis. Ihnen ist gemeinsam der Hass auf die Demokratie und der Hang zur Gewalt!" (Kurt Schumacher, SPD)
Denn "Reiche erschießen" (Genossin der DIE LINKE) wollen und "Alle AfDler in die Gaskammer" (Genossin der DIE LINKE) stecken wollen, ist Nazi-Gedankengut schlimmster Sorte!

Klaus Funke | Sa, 3. Juli 2021 - 13:14

Immerhin, es ist ein Test am lebenden Objekt, eine Art Vivisektion. Was ist mit den Nebenwirkungen, die gerade durch diese Kombination entstehen könnten? Wer verantwortet das? Welche seriösen Wissenschaftler übernehmen die Verantwortung? Was ist abzusehen, was nicht? Oder macht man hier aus der Not eine Tugend? Tatsächlich, wir werden wie die Labormäuse behandelt. Hinzu kommen die dreisten Anmerkungen eines Herrn Braun über die Freiheiten von Geimpften und Nichtgeimpften, die dieser Herr einfach mal so machen kann. Ist er im Herbst überhaupt noch im Amt? Er spricht mit unsereinem wie mit Untertanen, denen man etwas nehmen oder geben kann - je nach Lage. Man fasst es nicht, was in diesem Lande los ist. Kommen wir nun in der Nach-Merkel-Ära in die Phase völliger Rechtlosigkeit? Zurück zum "Impf-Mix" - ich hoffe sehr, dass hier verantwortlich und eingedenk der Tatsache gehandelt wird, dass es nämlich um Menschenleben geht. Ich meine dabei die Impfung und nicht das mutierte Virus...

Das ist der springende Punkt lieber Herr Funke. Ja, ich bin Impfgegner grundsätzlicher Art, ich respektiere aber jeden, der sich impfen lässt. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass diese ganzen Vakzine im Rahmen der Notfallzulassung ohne wissenschaftlich Langzeitstudien - zwischen 5-12 Jahre Dauer - an Menschen "ausprobiert" werden, die mit einem fragwürdigen Test als infiziert gelten, ohne Symptome zu haben. Erst heißt es, es gäbe eine Impfung mit über 90% Wirksamkeit, dann braucht es einen zweiten Piks nach 14 Tagen oder besser nach vier Wochen. Dann braucht es einen dritten Piks, um ganz sicher zu sein. Jetzt Kreuzimpfungen, die das Allerbeste sein soll, was derzeit geht. Nebenwirkungen, die gleich einsetzen, sind marginal, sagt die Pharma und Politik. Statistik Impftote geheim. Mittelfristige und langfristige Nebenwirkung erforscht? Nein, Wann denn? Aber Haftungsausschluss in den Pharma-Verträgen und der betroffene Bürger muss später beweisen und erfolglos klagen. Never ever.

Gisela Fimiani | Sa, 3. Juli 2021 - 15:59

Wissenschaft…..inzwischen verkommen zu „positivistische(r) Fachidiotie“, deren Vertreter ihr Handeln auf der Basis „spekulative(r) Szenarien-Modellierung“ rechtfertigen.

...werte Frau Fimiani.

Wissenschaft hat für sich nie den Anspruch erklärt das alleinige Wissen o. ä. zu haben.

Wissenschaft macht, was ihr Name sehr deutlich sagt. Sie schafft (neues) Wissen...nicht mehr u. nicht weniger.

Und da ist es vollkommen normal, dass ein Wissen von einem anderen Wissen ersetzt wird.

Ihre pauschale Art des bashings kann ich also absolut nicht teilen.

Mich würde mal interessieren, wie viele und welche unserer Politiker und Experten sich bis jetzt haben impfen lassen und wenn ja, mit welcher Vakzine? Eine richtige Liste sollte man dazu veröffentlichen. Da käme vielleicht etwas Vertrauen zurück. Bis jetzt weiß man ja nicht, bei wem Wort und Tat übereinstimmen. Ganz früher kämpften zuallererst die Fürsten und Kriegsherren vor ihren angetretenen Soldaten im Zweikampf. Da sah man, was sie wert waren. Also, CICERO, macht daraus mal eine Initiative. Alle antreten lassen. Zweimal Geimpfte zwei Schritte vor, einmal Geimpfte einen Schritt, der Rest bleibt im Glied. Ein herrliches Bild. Herr Lauterbach bleibt im Glied stehen, tritt keinen Schritt vor... wer noch? Herr Spahn? Herr Braun? Herr Maas? Frau AKK? Ja, wo stehen Sie denn?

dass Covidioten, Leugner und Verharmloser im Gegensatz dazu "Aufklärungsarbeit" betreiben.

Frische Luft und ein gesundes Immunsystem, vielleicht ein wenig Zitronensaft täglich, ein paar Stunden Schwitzhütte sowie regelmässige Meditation - wer es vorzieht, auch Gebete - reichen schon, um Covid zu verhindern.

Denn eigentlich bekommt man Covid ja nur durch falsche Tests.

Mehr noch: Wie man hier ständig erfährt, ist der durchschnittlich an oder mit Covid Verstorbene im Schnitt 82 Jahre alt! Dabei liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer gerade mal bei 79 Jahren! Und es sind hauptsächlich Männer, die an dem Virus versterben!

Was zeigt uns das? Richtig, mit Covid werden wir (Männer) sogar noch älter!

Was zeigt uns das noch? Querdenken gefährdet die Gesundheit und "beeinflusst" das Denken!

Heidemarie Heim | Sa, 3. Juli 2021 - 16:05

Von beiden das beste als Mix? Doppelter push der T-Zellen für ältere, durch Krankheit oder Chemo geschwächte Immunsysteme durch den Vektorimpfstoff AstraZeneca und die passenden BT-AK, die zur Not schnell angepasst werden können bei eventuell künftig auftretenden Mutationen, die die "Erkennung" unterlaufen wollen. Logisch deshalb, weil man gerade bei dem viel gescholtenen AZ feststellte, dass gerade bei älteren Semestern und einem voll ausgereizten Impfabstand von 12 Wochen beste Ergebnisse erzielt wurden was den Aufbau der eigenen Immunabwehr betraf. Aber man weiß halt noch nicht sicher, ob oder wie lange diese Abwehrbereitschaft anhält und ob sie gegen Mutationen ausreicht? Da haben die MNRAs natürlich die Nase vorn. Was für mich interessant wäre, inwieweit sind beide Vaccine z.B. auch gegen die gängigen alljährlich veränderten Grippe-Viren evtl. wirksam? Interessant für Urlauber! Manche Länder akzeptieren die Mixed-Impfung nicht. COV-Pass-Eintrag (QR) geht m.E. auch noch nicht. FG

Rob Schuberth | Sa, 3. Juli 2021 - 18:10

Es ist ja toll, dass es unser Min. Spahn endlich geschafft hat die Stiko sagen zu lassen, was einige Insider schon lange wussten, resp. stark vermuteten.

Pech nur, wenn die Hausärzte, diese mRNA-Impfstoffe (noch) gar nicht in ausreichenden Mengen bei sich haben.

Wer also die 1. Impfung mit Astra schon hat und auch seinen Folgetermin in 12 Wochen, der hat nun die Wahl, wenn überhaupt.

A) noch 1x Astra = nur max. 60 % Schutz
oder
B) irgendwie versuchen in irgendeinem Impfzentrum eine Dosis mRNA-Impfstoff zu ergattern, um dadurch gut 90% Schutz zu erlangen,

Die Hausärzte wurden nat. als Letzte informiert und die haben noch gar nicht genug, resp. kaum, mRNA-Vakzine.

Das gibt jetzt einen heillosen Run auf die Praxen.

Unsere Politiker haben erneut bewiesen wie fern von den Realitäten sie ihre Entscheidungen treffen.
So ist es halt im Elfenbeiturm...

Brigitte Miller | So, 4. Juli 2021 - 08:55

dieser Praxis gibt es auch bei Fachleuten den Verdacht, dass die Nachverfolgung bei Impfschäden damit erschwert werden soll. Also Verschleierung.

Jochen Rollwagen | So, 4. Juli 2021 - 10:45

"Aus der Not heraus entstand die heterologe Art der Corona-Impfung, auch Mix-and-Match genannt"

Dem ist nichts hinzuzufügen.