Weißrussland: Europas letzte Diktatur

Am 19. Dezember wird in Weißrussland gewählt. Präsident Alexander Lukaschenko sitzt noch immer fest im Sattel – wenn auch nicht so sicher wie einst. Autokratisch herrscht er über das Land und verhindert auch die zaghaftesten Versuche einer Demokratisierung. Ein Ortsbesuch mit dem Fotografen Andrei Liankevich.

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Es geht um das Überleben. Valentin Akudowitsch, dicke Brillengläser, grauer Bart, schwarzes Jackett, umgreift sein Wasserglas. Durch die sanfte Erschütterung treibt das Wasser kleine Wellen. Der Blick des Philosophen schweift umher, hinüber zur Stalin-barocken KGB-Zentrale mit ihren vier gewaltigen Säulen, die den Himmel über der weißrussischen Hauptstadt zu tragen scheinen. Dann rechts zum Minsker Kaufhaus GUM, vor dem die Präsidentschaftskandidaten Unterschriften sammeln, damit sie zu den Wahlen am 19.Dezember zugelassen werden. Wahlen, die keine sein werden, weil die Regeln von dem Regime des autokratischen Präsidenten Alexander Lukaschenko bestimmt werden. Der ehemalige Kolchosendirektor kontrolliert Medien und Meinungen seit über 16 Jahren. Regimegegner sind vom politischen Meinungsbildungsprozess fast vollständig isoliert. Ihnen bleiben Parallelwelten, die vom Machtapparat bekämpft, zuweilen geduldet, aber immer beobachtet werden. „Unsere Zukunft“, sagt man in Weißrussland, „sitzt im Gefängnis oder im Ausland.“ Das System Lukaschenko hat sich als flexibler Organismus erwiesen, der sich neuen Entwicklungen schnell anpassen kann. Auch, weil Lukaschenko vielleicht ein verkappter Sozialist sein mag, er sein Machtstreben aber keinen ideologischen Zielen und Parteilinien anpassen muss. Bei dieser Reise in das 9,5-Millionen-Einwohner-Land zwischen Warschau und Moskau stellt sich immer wieder die Frage, warum sich ausgerechnet in Weißrussland eine derart stabile Autokratie erhalten hat. Akudowitsch kann solche Fragen beantworten. Sie sind sein Lebensthema, über das er Bücher wie „Der belarussische Archipel“ geschrieben hat. Er ist der Lehrer einer aufkeimenden, vor allem weißrussischsprachigen Elite. Diese kennt die Sowjetunion nicht mehr, sie ist in einem seit 1991 unabhängigen Weißrussland aufgewachsen. Diese Jungen sind heute schon die Aktivsten im Kampf für ein demokratisches Weißrussland und für die Anerkennung ihrer Kultur, Sprache und Geschichte, die von der Sowjetunion und ihren Mythen verschwiegen und von Lukaschenkos Neosowjetismus bis heute unterdrückt wird. Akudowitsch unterrichtet am Weißrussischen Kollegium, das im Untergrund agieren muss, weil es kritisches Denken fördert. „Wir haben das Weißrussische Kollegium Mitte der Neunziger gegründet“, erklärt Akudowitsch, „weil wir verstanden haben, dass das Regime seine eigene postsowjetische Elite fördern würde, eine Elite, die vor allem antinational, anti­intellektuell und antikreativ ist.“ Eine weißrussische Elite, die Verantwortung für ihr Land und ihre Kultur empfinde und nicht nur auf Machterhaltung ausgerichtet sei, sagt Akudowitsch, habe bis heute nicht entstehen können. Denn bis auf ein kurzes Intermezzo im Jahr 1918 konnten sich die Weißrussen nie in einem eigenen Staat verwirklichen. In ihrer wechselvollen Geschichte waren sie als zentral gelegenes Land in Osteuropa häufig den Machtambitionen großer Reiche ausgeliefert. Die Weißrussen waren Teil des Großfürstentums Litauen, der Rzepospolita, des Zarenreichs und der Sowjetunion. Ihr Land wurde in blutigen Kriegen vom Deutschen Orden, von den Moskowitern, Polen, Russen, Franzosen und Nazis verwüstet, was tief greifende Folgen für die Entwicklung einer weißrussischen Nation hatte. „Um unter anderen Herrschern aufsteigen zu können“, erklärt Akudowitsch, „musste man den russischen oder polnischen Sozialkodex annehmen. Somit wurden wir immer als Russen, Polen, Juden oder Litauer identifiziert, aber nie als Weißrussen. Wir haben so immer in einem Spannungsfeld zwischen Existenz und Nichtexistenz gelebt.“ Das Leiden und die Schicksalsergebenheit, die Kriege, Okkupation, wechselnde Herrscher und Kolonialisierung mit sich brachten, bildeten sich als bedeutende Merkmale der weißrussischen Mentalität heraus. „Das Leiden eint uns“, sagt Akudowitsch und zieht an seiner Zigarette. „Wir waren häufig die Verlierer der Geschichte. Das prägt. Deshalb sind wir darauf bedacht, den aktuellen Status quo zu bewahren. Vor der großen Veränderung haben wir Angst. Denn es könnte ja noch schlimmer kommen. Freiheit und demokratische Werte spielen nur für wenige von uns eine Rolle.“ Alles sei auf das Überleben im Hier und Jetzt ausgerichtet. Lukaschenko ist das Fleisch gewordene Symbol für die Angst, die die Weißrussen vor der Veränderung haben. Der 56-Jährige skandiert gerne, dass es „chaotische Zustände“ wie in der Ukraine unter ihm nicht geben werde. Dabei ist es längst kein Geheimnis mehr, dass sein Regime ins Wanken geraten ist. Durch die höheren Gaspreise, die der russische Nachbar abverlangt, überhaupt durch die wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland, das der größte Abnehmer für weißrussische Produkte ist, durch die weltweite Finanzkrise, durch die Ermüdung an der eigenen Macht. Noch kontrolliert Lukaschenko seinen Apparat. Aber wie lange noch? Dass Lukaschenko seit über zwei Jahren zwischen der EU und Russland hin und her laviert, nach Verbündenten in Venezuela und China sucht, kleine wirtschaftliche und kulturelle Liberalisierungen vollzogen hat, zeigt die Orientierungslosigkeit des Regimes. Plötzlich kracht es vor dem Café London an der Lebensachse von Minsk, dem Prospekt der Unabhängigkeit. Ein BMW hat einen Golf beim Überholen gen Bordstein gedrängt, Blechschaden. Der Fahrer des BMW rudert wütend mit seinen Armen. „Verdammter Kolchoznik“, Bauer, beschimpft er sein Opfer. Es entsteht eine wüste Keilerei, bis die Miliz zur Stelle ist. Akudowitsch lächelt. „Sehen Sie!“, ruft er. „Hier haben wir einen weiteren Grund für das Fehlen einer klassischen Elite.“ Die weißrussische Kultur sei immer die des Dorfes und der Bäuerlichkeit gewesen. Erst nach 1905 entstand eine städtische Elite. Diese wurde von Stalin ermordet, in den weißrussischen Wäldern und in sibirischen Lagern. Dann kam der Zweite Weltkrieg, der eine unvorstellbare Katastrophe bedeutete. Die jüdische Kultur, die den vielfältigen weißrussischen Kulturraum über Jahrhunderte geprägt hatte, wurde vernichtet, Denkmäler und Städte verwüstet. Weißrussland, dessen geistiges Erbe von einem Potpourri verschiedenster Völker und Konfessionen, von Renaissance, Humanismus oder Reformation geprägt wurde, war seiner Erinnerung beraubt – und seiner Zukunft. Das machte es den Kommunisten leicht, aus den Weißrussen russifizierte Mustersozialisten zu machen. „Chruschtschow“, sagt der Schriftsteller Wladimir Orlow, habe „sogar die Legende verbreitet, dass wir freiwillig das Weißrussische aufgegeben hätten, um Russisch zu lernen. Dabei war dies das Werk der Bolschewiken und Sowjets.“ Und das Werk Polens, so muss man ergänzen. Denn auch in den west-weißrussischen Gebieten, die zwischen den Weltkriegen zur Zweiten Polnischen Republik unter Josef Pilsudski gehörten, wurde das Weißrussische bekämpft. Minsk erreichte erst Anfang der Siebziger wieder die Bevölkerungszahl, die es vor dem Zweiten Weltkrieg aufwies. Die Landbevölkerung strömte in die Hauptstadt, die mit einem massiven Industrialisierungsprogramm modernisiert wurde. Die Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik wurde zur sozialistischen Vorzeigerepublik. „Das Dörfliche favorisiert den Paternalismus, die Kultur der starken Hand“, sagt Akudowitsch. „Und dies wurde bis heute beibehalten. Erst wenn wir dies hinter uns lassen, werden wir uns weiterentwickeln können.“ Akudowitsch gehört nicht zu den üblichen pessimistischen Marktschreiern, die Weißrussland für einen eurasischen Satrapenstaat halten, unfähig einer demokratischen Entwicklung. Sein Land, sagt Akudowitsch, werde sich früher oder später freiheitlich entwickeln. „Wir befinden uns in einer Übergangsphase. Das unabhängige Weißrussland ist heute Fakt. Hinter unserer Existenz steht kein Fragezeichen mehr. Unsere Existenz als Weißrussen wird normal werden. Aus der Normalität heraus wird der Hunger nach Verantwortung und Gestaltung wachsen.“ Selbst Russland, dessen schablonenhafte Politik auch in Weißrussland viele kritisch sähen, werde diese Entwicklung nicht aufhalten können. „Russland hat sich noch nie mit einer Politik der feinen Nuancen gegenüber seinen Nachbarn gezeigt.“ In den vergangenen Jahren hat sich die Beziehung zum russischen Nachbarn ohnehin wesentlich verschlechtert. Lukaschenkos Regierung hat Südossetien und Abchasien nicht anerkannt, der Weißrussisch-Russische Unionsstaat, von dem seit Mitte der Neunziger die Rede ist, wird wohl nie Realität werden. „Russland spielt natürlich immer eine wichtige Rolle für uns“, sagt Akudowitsch. „Aber nur weil die meisten bei uns Russisch sprechen, heißt das nicht, dass wir Russen werden wollen. In Umfragen halten sich die Anteile der Bevölkerung, die Russland oder die EU favorisieren, ungefähr die Waage. Dieser Mittellage müssen wir uns bewusst werden und daraus ein politisches Bewusstsein entwickeln. Ich glaube aber, dass wir die Nabelschnur, die uns mit dem russischen Kulturkreis verbunden hat, erst einmal durchtrennen müssen. Nur dann werden wir ein wirklich souveränes Land sein.“ Derjenige, betont Akudowitsch, der eine mögliche demokratische Entwicklung in Weißrussland vorantreiben könnte, sei allerdings noch nicht in Sicht. Aber er sei überzeugt, dass nur der Politiker erfolgreich sein werde, der ein überzeugendes soziales Programm mitbringt. „Unsere ersten Parteien waren sozialdemokratisch. Wir sind keine Kulturnation wie die Tschechen. Einen moralischen Anführer wie Václav Havel wird es bei uns nicht geben. Uns Weißrussen ist es wichtig, dass wir Essen auf dem Tisch haben, dass wir unsere Familie ernähren können.“ Die Rolle des Ernährers und Übervaters der Weißrussen spiele bis dato Lukaschenko. Eine Pause. Akudowitsch betrachtet die davonfliegenden Nikotinwolken, als wären sie seine Gedanken, die ihm in diesem Moment besonders gut gefallen. „Aber irgendwann wird der Tag kommen, an dem wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Ich hoffe nur, dass dies ohne Blutvergießen passieren wird.“ In Gesprächen wird schnell klar, dass kaum jemand an eine große politische Veränderung im Zuge der Präsidentschaftswahlen glaubt, eher an einen langwierigen, evolutionären Wandel. „Als wir 2006 demonstrierten“, sagt Gleb Labadzenka, ein 25-jähriger Journalist, „konnte ich sehen, wie einige Menschen, die in Bussen am Oktoberplatz vorbeifuhren, mit den Köpfen schüttelten. Was ich sagen will: Anders als in der DDR 1989 beispielsweise hat hier noch niemand die Hoffnung, dass eine Veränderung positiv sein könnte.“ Das erste Mal nach sehr repressiven Jahren zeigte sich der Wille zur Veränderung während der Präsidentschaftswahlen 2006. Vor allem Jugendliche demonstrierten auf dem Oktoberplatz in Minsk. Die Zahl der potenziell Regimekritischen wächst ohnehin seit Jahren. Vor allem in Minsk, wo ein Fünftel der Bevölkerung wohnt und wo man sich besser dem Griff der Macht entziehen kann als in der Provinz. Dennoch unterstützen Lukaschenko nach wie vor zwischen 35 und über 50 Prozent der Bevölkerung. „Wenn man einen Wandel herbeiführen möchte“, sagt der Jugendaktivist Andrei Kim, „muss man mit denen arbeiten, die zwischen 16 und 25 Jahre alt sind. Dort hat der Präsident die wenigsten Unterstützer.“ Das Regime Lukaschenko weiß, wie weit es sich öffnen muss und wie es sich öffnen darf, um nicht von einem Sog der Veränderung hinweggerissen zu werden. Gerade solche Jungen wie Labadzenka und Kim, die ihr Land trotz offensichtlicher Schwierigkeiten nicht verlassen, suchen den Ausweg aus der lähmenden Angst ihrer Landsleute, indem sie ihre Kreativität in andere Projekte kanalisieren. Labadzenka beschäftigt sich in seinem Blog mit der Geschichte des weißrussisch-polnischen Adelsgeschlechts Radziwill. Kim veranstaltet Massenkissenschlachten, bei denen regelmäßig Jugendliche verhaftet werden. „Das kann keiner verstehen, der von außen kommt“, erklärt Kim. „Wir machen ja keine dezidiert politischen Sachen. Wir wollen Spaß und eine gewisse Normalität, die es überall gibt. Und das empfindet das Regime als Bedrohung.“ Dank solcher Projekte ist das Kulturleben dennoch wesentlich lebendiger und vielfältiger geworden – zumindest in Minsk, wo es heute schon eine stattliche Anzahl von Cafés und Clubs gibt. Weißrussland gilt zwar als Insel, um die das 21.Jahrhundert einen weiten Bogen gemacht hat. Aber das ist nur scheinbar so. Einflüsse kommen von der weißrussischen Diaspora, von denen, die reisen, die im Ausland studieren, durch das Internet. Der Hunger nach Veränderung, nach alternativen Lebenskonzepten und Denkweisen wächst. Im Sommer 2009 eröffnete beispielsweise die Galerie Y in Minsk, die erste private Galerie für moderne Kunst, mittlerweile ein Treffpunkt für die Hipster der Stadt. Unter den Jungen wächst auch der Wunsch, dass man Weißrussland nicht nur als Diktatur wahrnehmen möge, sondern als ein Land mit einer ursprünglichen Natur, der lebendigen Poesie eines Ryhor Baradulin, einer komplexen Kultur, wie sie für die Grenz- und Übergangsregionen Ostmitteleuropas typisch ist. Für Reisende ist diese präsowjetische Geschichte alles andere als offensichtlich. Wie auch die Mechanismen der Diktatur. Sie lässt sich noch nicht mal mehr in das strenge Gesicht eines Grenzbeamten hineininterpretieren. Man könnte meinen, dass Weißrussland ein recht normales ostmitteleuropäisches Land sei. Ein Land, das sogar einen kleinen Aufschwung zu erleben scheint. Überall an den Stadträndern von Minsk sieht man Baukräne. Wer Geld hat, kann sich fast alles kaufen. Der Durchschnittslohn liegt bei rund 250 Euro monatlich, aber irgendwie haben es viele Weißrussen geschafft, sich ein besseres Leben zu erarbeiten. Nur die Dörfer, in denen fast nur noch Alte und Säufer leben, erinnern an ein irgendwie rückständiges postsowjetisches Land. Das Regime setzt nicht auf die Mittel der gesellschaftlichen Gleichschaltung. Das einzige Gesetz, das es zu geben scheint, heißt: Du kannst leben, wie du willst, solange du dich nicht in die Politik einmischst. „Es ist nicht so, dass die Weißrussen gar keine Veränderung wollten“, sagt der junge Politologe Viktor Martinowitsch, „sie haben nur einfach Angst davor, die Quelle der Veränderung zu sein. Denn viele kennen all die Geschichten von denen, die solche Wechsel initiiert haben und dann vom Staat grausam bestraft wurden. Aber wenn wir wirkliche Bürger werden wollen, müssen wir das endlich lernen.“ Minsk, Ulica Suchaja, wo sich unter der Nazi-Okkupation das jüdische Ghetto befand. Fahles Licht fällt in den Raum des alten Holzhauses, das heute ein kleines Museum ist. Irina Bugrova forscht über die politische Kultur ihres Landes und kümmert sich um die regionalen Projekte, die mit dem Förderprogramm der deutschen Bundesregierung unterstützt werden. Beispielsweise Ökotourismus-, Bildungs- oder Umweltprojekte. „Gerade in der Region passiert unglaublich viel“, sagt Bugrova. „Der Gestaltungsraum im Kleinen wird größer. Auch der Staat merkt, dass er die Kraft seiner Bevölkerung braucht, um vorwärtszukommen. Viele wollen sich nicht mehr vorschreiben lassen, was sie zu tun haben. Aber damit es wirklich vorwärtsgeht, brauchen wir endlich Regeln und Gesetze, auf die man sich verlassen kann.“ Bugrova ist optimistisch, dass sich diese kleinen Veränderungen irgendwann in einem politischen Wandel niederschlagen werden. „Der einstige OSZE-Botschafter in Minsk, Hans-Georg Wieck, hat einmal gesagt, dass die Weißrussen die Schweizer Osteuropas werden könnten, gut ausgebildete, aktive Bürger, verlässliche Partner in einem Land mit einer für die EU reizvollen geografischen Mittellage. Ich halte das nicht für abwegig.“ Am letzten Abend der Reise geht es in ein Skiresort außerhalb der Hauptstadt. Ljawon Wolski, der bekannteste Rocksänger des Landes, gibt mit seiner Band Krambambula auf einer Party ein Konzert. Viele seiner weißrussischsprachigen Lieder gehören bereits zum Kulturgut der Weißrussen. „Meine Landsleute“, sagt Wolski, „wissen nichts von ihrer eigenen Geschichte. Die kennen nur die Sowjetmythen von der Partisanenrepublik.“ Dennoch sei ein Wandel im Gange, sagt Wolski. „Das Weißrussische ist populärer geworden. Auch im System selbst höre ich von Leuten, für die unsere Kultur und Sprache wichtig sind.“ Beim Auftritt explodiert der schmächtige Mann mit den feurigen Augen und der scharfen Poesie in seinen Worten. Er tanzt ausgelassen, seine Arme und Beine fliegen. Auch die bislang etwas steifen dickbäuchigen Männer im Publikum kommen in Schwung. Es kann nur der zufällige Eindruck einer zünftigen Party sein. Aber in diesem Moment sind die Lebensfreude und Kraft, die Weißrussland im Innersten antreibt, ganz deutlich zu spüren – eine Kraft, die sich ihren Weg bahnen wird.

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