Polnischer Streit um Reparationsforderungen : Herbe Rückschläge für das Regierungslager an der Weichsel Anfang September hat die polnische Regierung Forderungen nach Reparationszahlungen für die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg erhoben. Während die Bundesregierung deren Rechtmäßigkeit zurückweist, wird selbst innerhalb Polens über das Thema gestritten. Renommierte Wissenschaftler geben Deutschland Rückendeckung, während die Opposition der Regierung vorwirft, mit Deutschenfeindlichkeit von den eigentlichen Problemen ablenken zu wollen. VON THOMAS URBAN
Bertrand Russells 150. Geburtstag : Logiker, Philosoph, Kämpfer für den Frieden Als die Gesellschaft um ihn herum in eine hysterische Kriegsbegeisterung verfiel, durchschaute er die Gefahren selbstgerechter moralischer Empörung. Diese Erfahrung machte ihn zu einem konsequenten Pazifisten. Vor allem aber war Bertrand Russell ein brillanter Logiker, Vater der modernen analytischen Philosophie und begabter Schriftsteller. In der kommenden Woche jährt sich sein Geburtstag zum 150. Mal. KOLUMNE: GRAUZONE
Olaf Scholz’ Rede zum 8. Mai : „Putin wird den Krieg nicht gewinnen“ Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa in einer Fernsehansprache die deutsche Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine untermauert. Scholz rechtfertigte in seiner Rede auch die Lieferung von Waffen in die Ukraine. VON CICERO-REDAKTION
Baerbocks Antrittsbesuch in Polen : Freundliche Töne aus dem „IV. Reich“ Außenministerin Baerbock besuchte am heutigen Freitag Warschau. Am Sonntag wird es ihr Bundeskanzler Olaf Scholz gleichtun. Mit diesen Besuchen unterstreicht die neue Bundesregierung die Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen, auch für Europa. Doch ausgerechnet die Vision eines zukünftigen Europas offenbart die deutsch-polnischen Differenzen. VON THOMAS DUDEK
100. Geburtstag von Françoise Gilot : Die Gefährtin des Heiligen Monsters Françoise Gilot ist die einzige Frau, die Pablo Picasso den Laufpass gegeben hat – und macht keinen Hehl daraus, stolz darauf zu sein. Nun wird sie 100 Jahre alt. Die Journalistin Janet Hawley traf die Malerin vor 10 Jahren anlässlich ihres 90. Geburtstags. Lesen Sie hier ihr Porträt aus der „Cicero“-Ausgabe vom November 2011. VON JANET HAWLEY
Gedenken an Massaker von Babyn Jar : „Hier in diesem Höllenschlund“ Es war das größte einzelne Massaker des Zweiten Weltkriegs. Heute wird Bundespräsident Steinmeier an einer Gedenkveranstaltung für die ermordeten Juden von Babyn Jar teilnehmen. Vor 80 Jahren hatten deutsche Polizisten, SS-Männer und Soldaten binnen zweier Tage nahe Kiew mehr als 33.000 Jüdinnen und Juden erschossen. VON ULRIKE MOSER
Deutsch-russische Versöhnung : „Der Hitler-Stalin-Pakt ist tabu“ Zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion veröffentlicht Wladimir Putin einen programmatischen Artikel in der ZEIT. Osteuropa-Historiker Jörg Morré erklärt, wie Russland und andere postsowjetische Staaten versuchen, die Geschichte für heutige politische Zwecke zu instrumentalisieren – und dass echte Versöhnung dennoch stattfindet. INTERVIEW MIT JÖRG MORRÉ
Christian Kracht: Eurotrash : Mutterland Christian Krachts „Eurotrash“ ist einer der Favoriten für den Preis der Leipziger Buchmesse. Der Roman ist grausam und schön – aber ist er wirklich eine „Faserland“-Fortsetzung? VON JAN HOFFMANN
Sebastian Haffners „Die Zeitung“ : Die letzte freie deutsche Zeitung Europas Vor 75 Jahren erschien die letzte Ausgabe der „Zeitung“ - einer Exilzeitschrift nach London geflüchteter Deutscher, zu denen auch Sebastian Haffner gehörte. Die Lektüre der Ausgaben offenbart, wie vielfältig und zum Teil auch zerstritten die Gemeinschaft der Emigranten war. VON JAN HOFFMANN
Kriegsende am 8. Mai 1945 : Die Geschichte kennt keine Stunde Null Wenn der 8. Mai in Berlin nun erstmalig zum „Feiertag“ erhoben wird, umweht diese Entscheidung der Hautgoût von politischem Opportunismus und Geschichtsrevisionismus. Dies wird der vielschichtigen Dimension des Ereignisses nur unzureichend gerecht, schreibt Ulrich Schlie. EIN GASTBEITRAG VON ULRICH SCHLIE
Dresden 1945 : Zwischen Instrumentalisierung und Erinnerung In Dresden wird heute der Opfer der Luftangriffe von 1945 gedacht. Der Zeitzeuge und ehemalige Innenminister Gerhart Baum sprach dazu in einem Interview über den Unterschied von Erinnern und Instrumentalisieren. FUNDSTÜCK VON RIXA RIESS
Russland und Polen streiten über den 2. Weltkrieg : Geschichte als Politik Der 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wird von einem Streit zwischen Russland und Polen überschattet. Russlands Präsident Wladimir Putin wirft Polen eine Mitschuld am Zweiten Weltkrieg vor. Seine Attacke folgt einem bewährten Muster – und sie geht auf Kosten der Holocaust-Opfer VON THOMAS DUDEK
20er Jahre : Zurück oder Zukunft? Charleston, Jazzclubs und Absinth: Die 20er-Jahre werden immer wieder zu einer einzigen Swing-Party verklärt. Dabei gab diese Dekade auch einen Vorgeschmack auf das dunkelste Jahrzehnt deutscher Geschichte. Mit der Realität des modernen Deutschlands hat diese Zeit nichts zu tun KOLUMNE: GRAUZONE VON ALEXANDER GRAU
Zweiter Weltkrieg : Die Knochenjäger Vor einhundert Jahren wurde der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegründet. Nach dem Ende der Sowjetunion kümmerte sich der Verband auch um die Überreste von Millionen deutscher Gefallener der Ostfront. In Russland inspirierte das eine nationale Bewegung. Junge Russen machen sich nun auf die Suche nach den eigenen Vermissten VON CARSTEN STORMER
Überfall auf Polen vor 80 Jahren : „Bequemlichkeit und Feigheit des Westens“ Heute vor 80 Jahren überfiel Deutschland Polen – es war der Beginn eines jahrelangen unvergleichlichen Massenmordens. Polens Botschafter, Andrzej Przyłębskia, verurteilt in „Cicero“ die Untätigkeit des Westens, auch nach dem Zweiten Weltkrieg und fordert eine Gedenkstätte in Berlin EIN GASTBEITRAG VON BOTSCHAFTER ANDRZEJ PRZYŁĘBSKI