50. Todestag Martin Heidegger Tragischer Kritiker unserer Moderne Martin Heidegger, dessen Todestag sich zum 50. Mal jährt, bleibt eine Provokation – auch für den politisch korrekten Zeitgeist. Doch zu spät erkannte er den Nationalsozialismus als Produkt der verachteten Moderne. Hier liegt sein eigentliches Versagen. VON ALEXANDER GRAU
„Mann des Jahres“ der Süddeutschen Zeitung : Michel Houellebecq bleibt ein lustvoller Endzeitprophet Michel Houellebecq galt lange als reaktionärer Provokateur und Untergangsprophet – nun feiern ihn selbst jene Feuilletons als hellsichtigen Diagnostiker Europas, die ihn einst verdammten. Nicht der Autor, sondern der Zeitgeist hat sich verändert. VON GUNNAR DECKER
Film der Woche: „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ : Die Macht ist müde Seit Disney „Star Wars“ in ein Dauer-Franchise verwandelt hat, schwindet die kreative Kraft. „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ ist ein banales Action-Spektakel. Es vertraut allein seinem Markenwert – und entzaubert den Mythos der Reihe. VON URSULA KÄHLER
Weihnachten im historischen Kontext : „Zur Weihnachtsgeschichte gehört ein kolonialer Kontext“ In Berlin wird über das Projekt „Decolonizing Christmas“ des „Forums der Religionen“ diskutiert. Im Interview kritisiert Christoph Markschies das Projekt. Es sei falsch, so der evangelische Theologe, Weihnachten aus dem historischen Kontext zu lösen. INTERVIEW MIT CHRISTOPH MARKSCHIES
Gesellschaftskritik ohne Schlagworte : Lob des Sittengemäldes Gegenwärtige Gesellschaftskritik ist entweder übervorsichtig oder drischt auf die altbekannten Feindbilder ein. Dass es von Vorteil wäre, die Gegenwartskultur erst einmal auf den Begriff zu bringen, zeigen einige literarische Beispiele. VON NICO HOPPE
Der Geist des Westens : Abschaffen, ja! Der Geist des Westens ist den links-grünen Eliten zu mühsam. Rede und Gegenrede sollen abgeschafft werden zugunsten der einen Wahrheit. Doch nur die Dialektik garantiert Freiheit und Wohlergehen aller. VON FRANK A. MEYER
Über das Verschwinden der ästhetischen und sozialen Schamgrenzen : Ist Schönheit gerecht? Wir sind nicht alle im gleichen Maße gutaussehend, hochbegabt und musikalisch. Es gibt jedoch immer Claqueure, die das ästhetische Mittelmaß wortreich in den Himmel der Kultur loben. Im Namen der Toleranz wird eine weichgespülte Uniformität des Geschmacksurteils verlangt. VON DOMINIK PIETZCKER
Die menschliche Haut als Leinwand : Tätowiere mich! Es ist ein tiefes anthropologisches Bedürfnis, den eigenen Körper zu modifizieren. Hierzulande hat sich seit einigen Jahren der Trend zu möglichst großflächigen und individualmythologischen Tätowierungen durchgesetzt. Warum eigentlich? VON DOMINIK PIETZCKER
Zeitgeist : Trolley an Trolley Er gehört zu jenen bezwingend praktischen Geräten, die, wenn sie einmal ersonnen sind, nie mehr von der Erde verschwinden können. Ein Versuch über den Trolley KOLUMNE: DER FLANEUR