Politische Gewalt in den USA Wie gefährlich ist Amerika wirklich geworden? Drei Attentatsversuche auf Trump, ein ermordeter Aktivist, Schüsse auf Parlamentarier: Ist Amerika außer Kontrolle geraten? Historisch betrachtet: nein. Allerdings könnte das Narrativ permanenter Bedrohung langfristig gefährlicher sein als die Gewalt selbst. VON LISA DAVIDSON
Buchrezension : Warum die Demokratie die Reichen braucht Die größte Gefahr für Demokratien sind nicht angebliche „Superreiche“, sondern Konformismus, Medienmacht und intellektuelle Monokulturen. Warum Vermögende zum entscheidenden Gegengewicht werden könnten – und sie deshalb endlich ihr Schweigen brechen müssen. VON RAINER ZITELMANN
Verfahren gegen Pro-Palästina-Aktivisten in Stammheim: : Was macht einen guten Strafverteidiger aus? Immer mehr Anwälte beteiligen sich am allgemeinen Moralspektakel, zuletzt etwa die Verteidiger von fünf Palästina-Aktivisten in Stammheim. Dagegen spricht die besondere Rolle und Verantwortung der an einem Strafprozess beteiligten Juristen. KOLUMNE: DIE SONNTAGSFRAGE
Literaturen im April : Im Würgegriff der Digitalisierung Fünf Bücher, fünf Perspektiven auf unsere Gegenwart: von Digitalisierung und Identität über politische Haltungen, Literatur und Sicherheitspolitik bis zur Weltwirtschaft. Sie zeigen, wie Macht, Ideen und Konflikte unser Denken prägen, und fordern zum Widerspruch heraus. VON ALEXANDER GRAU, RENÉ SCHLOTT, URSULA KÄHLER UND ROLAND WÖLLER
„Das Interview“ mit Rüdiger Safranski : „Liebe zum eigenen Land spüre ich bei unseren Politikern selten“ Rüdiger Safranski gilt als einer der prägenden Intellektuellen des Landes. Im Interview spricht der Philosoph über die Hasenfüßigkeit des Bundeskanzlers und das Fehlen einer selbstbewussten konservativ-bürgerlichen Elite. Außerdem erklärt er, was die CDU von Giorgia Meloni lernen kann. INTERVIEW MIT RÜDIGER SAFRANSKI
Arche-Sprecher über „Mini-Islamisten“ : „Wo sind jetzt die, die 2015 Teddybären verteilt haben?“ Wolfgang Büscher berichtet von Mobbing und Gewalt durch arabischstämmige Jugendliche in seinen Arche-Einrichtungen. Besonders „Ungläubige“ geraten unter Druck. Die Lage spitze sich zu – von der Politik fühlen sie sich allein gelassen. INTERVIEW MIT WOLFGANG BÜSCHER
Umfrage zur Vermögensverteilung : Gerechte Ungleichheit Eine ARD-Umfrage zeigt: Vier von fünf Deutschen halten die Wohlstandsverteilung für ungerecht. Doch was sie unter Gerechtigkeit verstehen, ist komplexer, als es Populisten gerne hätten. Die Daten erzählen von einer moralischen Ökonomie, die quer zu allen Parteilinien liegt. VON FELIX NIKLAS BINDER
Was ist ein Wal wert? : Timmy in Schwierigkeiten Die Bereitschaft ist hoch, enorme Summen für die Rettung eines Wals auszugeben. Währenddessen verschwinden ganze Arten still und leise für immer. Eine gute Gelegenheit für die Sonntagsfrage: Was ist ein Wal eigentlich wert? KOLUMNE: DIE SONNTAGSFRAGE
Sexismusvorwurf gegen Denis Scheck : Keine Rücksicht auf Mimosen Der Literaturkritiker Denis Scheck hat in „Druckfrisch“ die neuen Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy polemisch kritisiert. Umgehend wurde ihm Sexismus vorgeworfen. So ein Unsinn! Wenn du nicht kritisiert werden willst, dann schreibe keine Bücher. KOLUMNE: GRAUZONE
100. Geburtstag der Queen : Elizabeth II.: Die Illusions-Maschine Vor einhundert Jahren wurde Elizabeth Alexandra Mary Windsor geboren. Als Elizabeth II. regierte sie siebzig Jahre. In dieser Zeit gelang ihr das Unmögliche: glaubhaft Unveränderlichkeit zu zelebrieren in einer Zeit, in der sich alles verändert. Mit ihrem Tod starb im Grunde auch die Monarchie. VON ALEXANDER GRAU
Yishai Sarid im Porträt : Mephisto in Jerusalem Der Bestsellerautor Yishai Sarid wagt mit jedem neuen Buch einen Blick in die Seele der israelischen Gesellschaft. Im Frühjahr erscheint sein neuer Roman – eine literarische Reise in bewegte Zeiten, die Vergangenheit und Gegenwart Israels eindringlich miteinander verknüpft. VON RENÉ SCHLOTT
Timmy, der Wal : Staat als Stuhlkreis Die Posse um „Timmy“ ist nicht nur ein Armutszeugnis für Medien und Gesellschaft. Der Auftritt von Landesminister Till Backhaus zeigt, wie kontaminiert Sprache und Denken der Politik inzwischen sind. VON ALEXANDER GRAU
Verhältnis zur Natur : Von Walen und Menschen Seitdem ein Buckelwal bei Timmendorf strandete, überschlagen sich die Medien. Das Tier gerät zur kitschigen Projektionsfläche einer der Natur entfremdeten Zivilisation. Das Ergebnis sind Sentimentalität und Hysterie. KOLUMNE: GRAUZONE VON ALEXANDER GRAU
Ideologie versus Liberalismus : Die Queer-Theorie ist nicht liberal Jeder Mensch hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Diese liberale Haltung wurde in den zurückliegenden Jahren immer mehr als Einfallstor für dezidiert illiberale Ideologien genutzt. Zum Beispiel die Queer-Ideologie, die damit besonders erfolgreich war. KOLUMNE: UNGEFILTERT VON WOLFGANG KUBICKI
„Das Interview“ mit Esther Bockwyt : „Psychologie ist kein Instagram-Spruch“ Esther Bockwyt ist forensische Psychologin und Autorin. Sie erklärt, warum populäre Psychologie mehr Schaden anrichten kann als helfen – und weshalb gut gemeinte Mantras wie „Mindset ist alles“ in die Irre führen. INTERVIEW MIT ESTHER BOCKWYT