Stephen Bannon - Der Chef-Revolutionär

Donald Trumps oberster politischer Stratege Stephen Bannon sieht den Westen im Niedergang, kritisiert den degenerierten Kapitalismus – und predigt die starke Nation

Steve Bannon im März 2017 in Washington
Stephen Bannon ist Nationalist, Revolutionär, Globalisierungsgegner und Kapitalismuskritiker / picture alliance

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Stephen Bannon mit einer Donald-Trump-Handpuppe, die eifrig präsidentielle Dekrete unterschreibt; Stephen Bannon als Hate Whisperer am Ohr des neuen Präsidenten; Stephen Bannon als wiedergeborener Rasputin im Weißen Haus. Man kann nicht behaupten, dass Trumps politischer Chefstratege die Cartoonisten der Weltpresse uninspiriert ließe – oder seine politischen Gegner ruhig Blut bewahren. Der frühere US-Arbeitsminister Robert Reich nannte Bannon „verrückt und bösartig“, die ehemalige Beraterin für Nationale Sicherheit, Susan Rice, bezeichnete Bannons Berufung in den National Security Council als „komplett verrückt“. Und John McCain, Senator aus Arizona und einst Präsidentschaftskandidat der Republikaner, bewertet Bannons Mitgliedschaft im Nationalen Sicherheitsrat als einen „radikalen Bruch“ mit der Geschichte dieses Gremiums.

Stephen Bannon, der wenig Wert auf Äußerlichkeiten legt und am liebsten in einer alten Barbour-Jacke herumläuft, dürften solche Zuschreibungen nicht beunruhigen. Denn der 63-Jährige sieht sich als Vorkämpfer in einem Krieg mit globalen Ausmaßen – gegen Wirtschafts- und Finanzeliten, gegen das politische Establishment, gegen den liberalen Zeitgeist, gegen die Linke, gegen den Islam. Überhaupt gegen das „System“. Wer derart verbissen an vorderster Front kämpft, dem dienen Beschimpfungen aus dem Feindeslager allenfalls als Bestätigung für den eigenen Kurs. Und der lautet bei Bannon „Revolution“. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass es ihm damit ernst ist.

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