Frank A. Meyer über Eugen Gomringer
Frank A. Meyer fühlt sich an Säuberungen erinnert / Cicero

Meyers Blick auf... - das Gedicht von Eugen Gomringer

Der Schweizer Journalist, Medienberater und Cicero-Kolumnist Frank A. Meyer spricht im Video-Interview über die Aktion einer Berliner Hochschule, ein Gedicht des Dichters Eugen Gomringer zu übermalen

Alexander Kissler

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Redakteur im Berliner Büro der NZZ. Zuvor war er Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“ und „Widerworte. Warum mit Phrasen Schluss sein muss“.

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Auf Initiative von Studenten einer Berliner Hochschule wurde beschlossen, das Gedicht Avenidas des Schweizer Dichters Eugen Gomringer von der Fassade zu entfernen. Es sei sexistisch, so die Lesart der Kritiker. Der Schweizer Kolumnist Frank A. Meyer fühlt sich angesichts dieser Aktion an das historisch belastete Wort „Säuberung“ erinnert, sagt er im Gespräch mit Cicero-Redakteur Alexander Kissler.

Das Gedicht lautet übersetzt etwa so:

„Alleen / Alleen und Blumen / Blumen / Blumen und Frauen / Alleen / Alleen und Frauen / Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“

Er erwarte von Studenten weniger Bauchgefühl, sondern Entscheidungen des Kopfes, sagt Meyer. Das sei eine totalitäre Aktion, die man in den Zusammenhang von faschistischen Aktionen der Vergangenheit stellen müsse. Auch die anderen Diskussionen um moralische Verfehlungen anderer Künstler gehörten dazu. Kunst müsse für sich betrachtet werden, ohne Ansehen des Charakters von Künsterlinnen und Künstlern.

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