Meyers Blick auf... - ...Bildung, Sprache und Heimat

Der Schweizer Journalist, Medienberater und Cicero-Kolumnist Frank A. Meyer spricht mit Cicero-Redakteur Alexander Kissler darüber, was mit uns passiert, wenn Schüler, aber auch Politiker den Bezug zur richtigen Sprache verlieren

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

So erreichen Sie Alexander Kissler:

Im nächsten Teil seiner Video-Kolumne „Meyers Blick“ spricht Frank A. Meyer mit Cicero-Redakteur Alexander Kissler über eine zunehmende Verarmung von Sprache. Für den Schweizer gehört zum Beispiel gerade die sogenannte „leichte Sprache“ zu jenen bildungspolitischen Instrumenten, die gut gemeint sein mögen, aber doch das Gegenteil schafften. Statt bestimmte Gruppen wie Kinder von Migranten und Kinder aus bildungsfernen Schichten nicht auszugrenzen, würde man es durch eine Kunstsprache erst Recht tun. „Ganz so als wären sie zu blöd, die richtige Sprache verstehen zu können“, sagt Meyer.

Auch die Sprache der Politik sei eine Art der Verarmung. Für Politiker seien Verschwurbelungen lediglich Vorsichtsmaßnahmen, um nicht anzuecken. Diese Formelsprache sei Sprachmüll und lasse die Bürger Unbehagen gegenüber der Politik spüren. Sprache sei zu allererst Heimat, eben weil es die erste Heimat im Leben sei. Wer sie verliere, verliere auch sich selbst, so Meyer.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 11. Januar 2018 - 15:46

Nun will ich aber im Moment nicht soviel schreiben, da bleibt es auch bei der Überschrift:)

Christa Wallau | Do, 11. Januar 2018 - 16:09

Sprache und Denken gehören unmittelbar zusammen.
Wer also einer vereinfachten Sprache das Wort redet, entscheidet sich damit auch für ein simplifizierendes Denken.
Je differenzierter das Denken ist, umso mehr Möglichkeiten muß die Sprache entwickeln, um dieses Denken auszudrücken.
Eine hochentwickelte Sprache zeugt von der
hochentwickelten Kultur eines Volkes.
Wenn jemand in unser Land einwandern will, muß er bereit und fähig sein, unsere Sprache zu verstehen und auch selber zu sprechen.
Daran darf es m. e. keine Abstriche geben.
Es sei denn, wir wollten einen kulturellen Abstieg
bewußt in Gang setzen.
Warum aber?
Was gewinnen wir als Kulturvolk damit?

Liebe Frau Wallau,

eine wunderschöne Analyse unserer Sprache. Danke Frau Wallau.
Ihre Kommentare bedeuten mir immer sehr viel.

Solange es Frau Merkel gibt, verschwindet unsere deutsche Sprache.
Ein belegendes Indiz dafür ihre undurchsichte Sprache. Für sie existiert
nich mehr Deutsche, sie gibt es nur noch "die bereits Lebenden".

Trotzdem einen schönen Abend.
Herzliche Grüße Brigitte Simon

Axel Kreissl | Do, 11. Januar 2018 - 16:32

Ich hörte im vergangenen Jahr während eines Seminars von Heimatvertriebenen einen Sprachwissenschaftler, der darauf hinwies, daß mit dem Verlust einer Sprache in dieser natürlich auch nicht mehr geforscht werden könne und das sei eine große Gefahr. Da haben wir alle drei: Bildung, Sprache und Heimat!

Dieter Freundlieb | Do, 11. Januar 2018 - 16:38

Ich habe 27 Jahre meines erwachsenen Lebens in Australien verbracht und dort fast nur Englisch gesprochen. Selbst nach dieser langen Zeit hatte Deutsch für mich noch etwas Heimatlich-Vertrauliches an sich, das ich bei meinen häufigen Besuchen in Deutschland auch immer gerne wieder gehört und gesprochen habe.

Wenn ich aber den Niedergang des Deutschen in den Medien und vor allem in den Kommentaren zu Artikeln der Online-Ausgaben sehe - selbst in sogenannten Qualitätszeitungen -, bekomme ich große Zweifel an der deutschen Bildungspolitik. Eine hundertprozentige Sprachbeherrschung gibt es nie. Auch nicht bei Muttersprachlern. Aber eine verarmte Sprache ist immer auch Anzeichen einer Verarmung des Denkens.

Helmut W. Hoffmann | Do, 11. Januar 2018 - 18:22

In reply to by Dieter Freundlieb

Ihre Zweifel an der deutschen Bildungspolitik, Herr Freundlieb, ist voll und ganz berechtigt. Für mich gipfelt die Verarmung der deutschen Sprache in der Verweigerung, deutsche Landsleute als solche zu bezeichnen, was sie nun mal sind. Statt dessen spricht eine gewisse Dame von "denen, die schon länger hier leben..."

Goehte, Schiller und noch so manch anderer Dichterfürst drehen sich im Grabe herum; aber sie werden heutzutage sicher nur noch als "die, die schon länger tot sind" bezeichnet.

Reiner Jornitz | Do, 11. Januar 2018 - 17:37

Unsere Sprache, ist unsere Identität. Als Martin Luther die Bibel übersetzte vom Lateinischen ins Deutsche und Guttenberg die Bibel massenhaft druckte entstand im Mittelalter so etwas wie deutsche Kultur und Gemeinsamkeit durch die Sprache. Unsere Sprache sind wir und genauso wichtig wie Essen und trinken. Was soll der Quatsch mit der Rapper Sprache oder ein durcheinander von Fremdsprachen in eine, da versteht wirklich der Junge Mensch vs. älterer Mensch nicht mehr. Die Sprache darf nicht zum Multi Kuli abstumpfen , Fremde die Lachen uns aus und haben keine Achtung und Respekt vor der Gastgebernation . Auch in der Richtung hat die deutsche Politik auf ganzer Ebene versagt.

Dr. Lothar Sukstorf | Do, 11. Januar 2018 - 18:18

Beispiele dafür, was aus UNSERER Sprache gemacht wird:
1.)"...weiß scho, hab isch spielcasino, mach isch Kohle, wie die Aldi, isch schwör Dir"
2.) "eh... hab isch Wochendende mir schwule Audi R8 geholt, habe isch brüllen lassen"
und unter Schulkindern:
3.) "eh, du Opfer, du bist so fett und abgefuckt hässlich, dass du bei jedem Schritt Fettspur ziehst"
und dann hörte ich etwas Erheiterendes unter Schulklindern, über jemanden, der trödelte, "du merkelst nur rum..."

Das sind Erlebnisse des Alltagslebens!
Da wende ich mich doch mit Freuden den Schlegelschen Übersetzungen von Shakespeare zu und lasse mich gerne als von gestern titulieren.

Heidemarie Heim | Do, 11. Januar 2018 - 18:32

war für mich persönlich Pfälzer Dialekt. Meine Eltern "konnten alles, außer hochdeutsch". Selbst die ein oder andere Lehrkraft in der Schule tat sich schwer die Herkunft zu verleugnen. Diese waren aber ob ihrer authentischen Wesensart mitunter die beliebtesten, weil nahbarsten Pädagogen. Mein Erwachsenenleben führte ich in den unterschiedlichsten Dialektgebieten und fuhr am besten (sogar als SauPreiss in Bayern!), wenn ich moi Gebabbel weitestgehend beibehielt. Auch die Kommunikation mit Menschen aus anderen Sprachkulturräumen litt nicht darunter. Zu meinem größten Erstaunen verstanden mich einige Personen aus der ehemaligen UDSSR sogar besser wenn ich mit ihnen stark Dialekt sprach, weil es das "Deitsch" war, was sie von ihren Grosseltern oder Eltern (oft heimlich)lernten.
Und am wärmsten ums Herz was Heimat betrifft, erlebt man doch beim Urlauben in fernen Gefilden, wenn man im hinterletzten Eck` der Welt plötzlich ein wohlgelauntes "Moi,moin, Grüß Gott,unn wie geht's?" hört.

Gerd Kistner | Do, 11. Januar 2018 - 22:45

Die deutsche Sprache hat trotz Lingua Tertii Imperii und Lingua Quartii Imperii ( V. Klemperer) überlebt, sie wird auch die Sprache von öffentlich rechtlichen und Leitmedien, Politik und Geistlichwissenschaften (ideologische Pseudowissenschaften), die Lingua Quintii Imperii überleben. Herr Meyer, Ihr Enkel und seine Altersgenossen haben es in der Hand, wir nicht mehr.

Peter Lieser | Fr, 12. Januar 2018 - 08:20

In einem Land wo selbst die Kanzlerin keinen vernünftigen, deutschen Satz formulieren kann, wie sollen es da die Bürger können......."da müssen wir dann halt ein Stück weit damit leben".

Lutz Schnelle | Fr, 12. Januar 2018 - 13:04

Der gute Mann hat vollkommen Recht. Die Skribenten täuschen uns nur darüber hinweg, daß wir sprachlos geworden sind. Dafür steht die Zensur. Die andere Position wird gar nicht mehr begriffen, der Einwand als Verbrechen beurteilt. Argumente soll man wägen, nicht zählen (Schiller). Wer das zu einem Politiker sagt, wird bestenfalls mit Mißtrauen behandelt. Doch Wahlen sind keine Demokratie, die wird erst geschaffen, wenn sich alle an die Verfassung halten. Sonst könnte man auch darüber abstimmen, ob man Christen und Juden verfolgen will.

Die politische Korrektheit hat die Sowjetunion 70 Jahre getragen, die Erziehung durch Sprachregelung eine Inkonsistenz zwischen Fühlen und Sagen erzeugt, daß schließlich der ganze Staat in einem großen Knall versunken ist.

Die einfache Sprache ist mehr als ein Verbrechen, die ist ein Fehler.

Und schließlich höre ich immer öfter aus Ausländermund: Deutschland nicht gut.

Dr. Lothar Sukstorf | Fr, 12. Januar 2018 - 13:08

Ein großer englischer Shakespeare-Mime, sagte einmal, die deutsche Übersetzung, "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage, ob's edler..." sei mindestens genauso schön wie das englische Original. Besser kann man den Wert der deutschen Sprachen nicht um messen. Ich ergänze, die pointierte Sprache, der Witz, die Klarhheit eines Fontane ist ein eben solcher Gewinn. Auch wenn das Alles vielen Zeitgenossen als antiquiert erscheinen mag, so bin ich gerne antiquiert.

Brigitte Simon | Fr, 12. Januar 2018 - 18:25

Traurig aber wahr.

Vor vielen Jahren arbeitete ich während der Semesterferien,
um meine Studium finanzieren zu können, in der
Buchhaltung einer größeren Firma. Der Zuzug der Fremdarbeiter hat begonnen, auch in die-
ser Firma. Einer dieser Arbeiter stellte sich im Personalbüro vor.
Bei Abgabe seiner Papiere wurde er
von der Eigentümerin gefragt: "Tust Du haben
keine Lohnsteuerkarte?" Seine Antwort: "Aber Frau XY, tust Du nicht sprechen deutsch?"

Wie sagte Ovid? "Wehret den Anfängen"

Ernst Laub | Fr, 12. Januar 2018 - 23:06

Netzdurchsetzungsgesetz,
Finanzkonteninformationsaustauschgesetzt,
Menschenrechte (Recht auf Abtreibung ist eines davon und dient der Tötung) ohne Menschenpflichten,
Volksverhetzung (der Begriff ist in der Schweiz völlig unbekannt und fehlt niemandem),
Völkerrecht (müsste internationales Recht heissen und steht oft im Gegensatz zu den Volksrechten und zur Basisdemokratie),
Schutzzonen (für Frauen, die vor Schutzsuchenden Schutz suchen),
Verfassungsschutz (in einem Staat ohne wirkliche Verfassung)…………

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.