Film der Woche: „Die reichste Frau der Welt“ Ein teures Vergnügen Inspiriert vom Skandal um die L’Oréal-Erbin Bettencourt erzählt „Die reichste Frau der Welt“, wie eine Milliardärin Opfer eines Erbschleichers wird. Trotz einiger Schwächen amüsiert die Satire auf die Bourgeoisie – vor allem dank Isabelle Huppert. VON URSULA KÄHLER
Gefährliche Lieblingslektüren : Nabokovs Schmetterling Für „Lolita“, sein international erfolgreichstes Buch, würde ein Autor heute öffentlich gesteinigt werden: Am 22. April 1899 wurde Wladimir Nabokov, der letzte Großmeister der russischen Literatur, geboren. Woran erinnern wir uns, wenn wir heute über ihn sprechen? VON DOMINIK PIETZCKER
100. Geburtstag der Queen : Elizabeth II.: Die Illusions-Maschine Vor einhundert Jahren wurde Elizabeth Alexandra Mary Windsor geboren. Als Elizabeth II. regierte sie siebzig Jahre. In dieser Zeit gelang ihr das Unmögliche: glaubhaft Unveränderlichkeit zu zelebrieren in einer Zeit, in der sich alles verändert. Mit ihrem Tod starb im Grunde auch die Monarchie. VON ALEXANDER GRAU
Ökofeministische Landwirtschaft : Frauen vor den Pflug! Nach Ackern ohne Chemie und Gene kommt jetzt das Ackern ohne Traktor. Der Bayerische Rundfunk stellte das Konzept gerade vor. Aus ökofeministischer Sicht ist der Vorschlag allerdings nicht zu Ende gedacht. Eine Glosse. VON LUDGER WESS
Europäischer Nachzügler : Der deutsche digitale Stotterstaat Eine oft unterschätzte Verbindung von Digitalisierung und Demokratie lautet: Ein moderner Staat muss fähig sein, seine Leistungen effizient, verständlich und bürgernah zu organisieren. Denn ein Staat, der im Alltag nicht funktioniert, verliert Autorität. VON FLORIAN HARTLEB
Organisierte Unentschiedenheit : Land ohne Mut und Hausverstand Deutschland hat sich ein System gebaut, dessen oberstes Ziel nicht Handlungsfähigkeit ist, sondern Absicherung gegen den Vorwurf, falsch gehandelt zu haben. Alles ist verrechtlicht oder reglementiert – aber nichts geht wirklich voran. VON OLIVER ERRICHIELLO
Correctiv-Urteil : Ein verdientes Urteil – und seine Grenzen Ein Gericht hat „Correctiv“ für seine irreführende Kernbehauptung über das Potsdamer Treffen verurteilt. Eine richtige Entscheidung, aber keine politische Absolution. Das beim Treffen diskutierte „Remigrationskonzept“ bleibt problematisch. VON FELIX NIKLAS BINDER
Vorkaufsrecht für Kommunen : Mit dem Baurecht gegen die falschen Gesinnungen Als neue Speerspitze im Kampf gegen politisch unerwünschte Gesinnungen soll künftig auch das Baurecht herhalten. Im Rahmen eines vom zuständigen Bauministerium geplanten Vorkaufsrechts. Zum Sonntag fragen wir deshalb: Gut so? KOLUMNE: DIE SONNTAGSFRAGE
„Delegitimierung des Staates“ : Kritik ist keine Agitation Der Verfassungsschutz hat die vor fünf Jahren geschaffene „Delegitimierung des Staates“ wieder abgeschafft. Das ist gut so, reicht aber nicht. Wichtig wäre es, das Denken zu ändern, das zu dieser unsinnigen Kategorisierung geführt hat. KOLUMNE: GRAUZONE
Buckelwal Timmy : Schiebt den Wal ... Rund um Buckelwal Timmy hat sich ein riesengroßes Spektakel entwickelt. Eine Mischung aus Politkrimi, Umweltschutz und Psychiatrie. Nichts gegen ein bisschen Empathie mit einem Wal. Eine Frage hätte unser Autor aber doch: Wie bekloppt ist Deutschland? VON BEN KRISCHKE
„Das Interview“ mit Bob Blume : „Das Märchen von der faulen Schülergeneration“ Bob Blume ist Lehrer, Podcaster und einer der bekanntesten deutschen Bildungsinfluencer. Im Interview spricht er über überforderte Schulen, psychisch belastete Jugendliche und die Frage, warum Lernen für viele seinen Sinn verloren hat. INTERVIEW MIT BOB BLUME
Correctiv-Desaster vor Gericht : Und jetzt das große Schweigen im Haltungsblätterwald Nach dem jüngsten Gerichtsurteil zum Potsdamer Treffen ist die Glaubwürdigkeit von „Correctiv“ endgültig dahin. Auffällig ist jetzt das große Schweigen des ÖRR und linker Qualitätsmedien. Dabei haben sie die ganze Hysterie drumherum erst ausgelöst. VON BEN KRISCHKE
Epstein-Files : Wenn scheinbarer Wahn wahr wird Die Epstein-Files und die Kampagne gegen die Labortheorie zeigen: In Verschwörungstheorien kann ein wahrer Kern stecken. Zwischen Fantasie und Wirklichkeit verlaufen die Grenzen oft unscharf, und nicht jede als absurd geltende Erzählung ist völlig aus der Luft gegriffen. VON BERND STEGEMANN
Film der Woche: „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ : Kultfilm im Gegenlicht Nach 22 Jahren bringt Quentin Tarantino den Director’s Cut seines Rache-Epos „Kill Bill“ in die Kinos. Vor dem Hintergrund der Missbrauchsskandale der letzten Jahre und den Vorwürfen der Hauptdarstellerin wirkt der einst für seine Emanzipation gefeierte Film schal und fragwürdig. VON URSULA KÄHLER
Kampagne gegen moderaten Alkoholkonsum : WHO der Lüge überführt Seit einigen Jahren betreibt die WHO eine rigorose Kampagne gegen moderaten Alkoholkonsum. Das erklärte Ziel: eine „Vision Zero“. Widerspruch will man keinen. Deshalb werden aktuelle Studien, die nicht ins Konzept passen, einfach verschwiegen. GASTBEITRAG VON PHILIPP SCHWANDER
Der Buchhandlungspreis gehört abgeschafft - Es geht nicht um Kunstfreiheit, sondern linken Milieuschutz
Entlassung von Tricia Tuttle als Berlinale-Intendantin - Der Sumpf im Kulturbetrieb gehört trockengelegt