- Das Gymnasium ist kein Auslaufmodell
Trotz anhaltender Kritik und Forderungen nach einer Einheitsschule belegen aktuelle Daten, dass das Gymnasium in Deutschland Spitzenleistungen erbringt, Bildungsgerechtigkeit fördert und ein Garant für den gesellschaftlichen Wohlstand ist.
War das Gymnasium über Jahrhunderte hinweg das Herzstück und Aushängeschild des deutschen Bildungssystems, steht es heute zusehends in der Kritik. Besonders das zum Jahreswechsel in einem Spiegel-Interview formulierte Verdikt von John Hattie, der zu den einflussreichsten Bildungsforschern weltweit zählt, hallt nach: Er kenne kein Schulsystem, das so ungerecht sei wie das deutsche, und wenn keine Reformen erfolgten, dann würde Deutschland nie in der Pisa-Weltspitze landen. All das ist Wasser auf die Mühlen derer, die seit den 1960er-Jahren des letzten Jahrhunderts die Mehrgliedrigkeit des deutschen Schulsystems infrage stellen und am liebsten eine Schule für alle hätten – vom Anfang bis zum Ende der Schulzeit, Abiturgarantie eingeschlossen.
-
Monatsabo (im 1. Monat) 2,00 €
Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden.
Der erste Monat kostet 2,00 €, danach 9,80 €/Monat.
Ohne Abo Lesen
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
Oberschule /EOS …..
Ich habe zwar die EOS besucht und dort mein Abitur abgelegt aber meine Zwei Kinder taten dies am Gymnasium. …..
Ein Vergleich …..
Die Zugangsvoraussetzungen waren in erster Linie die Noten unter 2,0 Durchschnitt in Kl. 8 war die Norm. Der Wechsel von der „polytechnischen Oberschule (kl 1 bis 10)“ erfolgte nach Klasse 8.
Bis zur Kl. 10 waren die Lerninhalte gleich, auf der EOS mit höherem Niveau. Dadurch war die Zwischenprüfun in der Kl. 10 der EOS problemlos und wurde beim Abiversagen als Abschluss 10 Kl. gewertet. Mein Jahrgang war der erste den das traf.
Sowohl den Umstieg erst ab Kl. 8 sowie die Prüfungen in Kl. 10 finde ich nach wie vor besser als die heutigen Regeln.
Auch die einheitlichen Lehrpläne und Prüfungen im Land machten die Abschlussnoten vergleichbar. Was ist denn heute ein in Berlin gemachtes Abitur gegen ein z.B. bayrisches Wert.? Das kann’s doch nicht sein !
Mit freundlichen Grüßen a d Erf. Rep.
Ab 1983 konnte man nur noch nach der 10.Klasse zur EOS wechseln. Ausnahmen waren Spezialklassen bzw. Spezialschulen, z.B. KJS. Vorher war die Aufnahme ab 8. und 10.Klasse möglich.
NIcht ein paar Einzelaspekte, nein, das gesamte seit einem halben Jahrhundert propagierte Welt-und Menschenbild, das auch hinter den Forderungen nach Einheitsschule, Nivellierung, Gleichstellung statt Gleichberechtigung etc. stand und steht, ist krachend gescheitert. Man schaue sich die Bundesländer an, in denen es am konsequentesten umgesetzt wurde- Berlin, Bremen, NRW- ein Trauerspiel. Und dafür, daß es nicht an den Genen der Kinder lag, trat Baden -Württemberg seit 2011 den Beweis an: Nach Amtsantritt eines SPD Kultusministers- der seine Kinder natürlich auf die Waldorfschule schickte- landeten unsere Kinder im Ländervergeich innerhalb von 5 Jahren auf den hinteren Plätzen nachdem sie bis dahin zuverlässig einen der vorderen Plätze belegt hatten. Das schafft keine umweltverschmutzungsbedingte Erbgutveränderung in so kurzer Zeit, das schafft nur ignoranzbasierte rot-grüne Wunschdenkerei .
Das gesamte Bildungswesen in D meiner Einschätzung nach, mehr oder weniger.
Seit ich mit einer damals 9 jährigen Tochter 1990 am bundesdeutschen Bildungswesen 'teilnehmen' durfte (in Hessen) ist das Thema BILDUNGSREFORM bzw. Verbesserung der Bildungschancen etc. usw. auf der politischen Agenda - mal mehr mal weniger..., aber immer präsent.
Und heute? Kommt mir die Diskussion nicht wirklich anders als in den 1990ern vor, dem Grunde nach..., nur mit anderen 'Projekten'.
Schafft überhaupt noch jemand mal in D 'den großen Wurf' [nein, nicht im Lotto! politisch!], oder denkt mal ein bisschen strategisch! über die eigene Legislaturperiode hinaus... ...??
Ich glaube nicht... - oder irre ich...?
Eigentlich gibt D, wenn ich den Artikel lese, insgesamt aber doch schon ein in sich stimmiges rotgrünwokes Gesamtbild ab, derzeit. Es betrifft ja nicht nur die angeblich sooo wichtige Bildung..., WARUM? sollte es dort (Bildung) auch gerade anders sein als im Rest des Landes... 😉
Dass Weidel im Sommerinterview bei der Frage, was ihrer Meinung nach besonders gut läuft in Deutschland in's Stocken gekommen ist..., ist für mich zu 100% nachvollziehbar... ... [eine richtige Antwort wäre gewesen: "Die staatstreue Propaganda des ÖRR." 👍🤣
Wenn vor drei Jahren der bundesweite Anteil der Einser-Abiturienten (Note 1 bis 1,9) bei rund 32% lag und Thüringen mit 48% den Vogel abschoss, frage ich mich schon ob das nun alles Einsteins sind, die auf die Universitäten losgelassen werden und die dann mit Masse in die Fächer der „Geschwätzschaften“ wandern und hier zu willfährige Adepten abstruser Ideologien und deren Protagonisten werden? Realistischer erscheint mir jedoch eher, dass man die Anforderungen in unverantwortlicher Weise reduzierte. Prof. H. Münkler, damals Institut für Sozialwissenschaften der HU Berlin, äußerte in einem Interview, dass man Kurse für die Erstsemester anbiete, in denen die Studenten „…lernen, ihren Willen zu artikulieren“. Ich denke, dazu sollte man als Abiturien aber schon in der Lage sein, vorausgesetzt man hat eine Bildung genossen, die diesen Namen auch verdient.
Standards zu setzen im Schul- und Bildungswesen, mMn.
Alle wissen das..., aber es geht um zu viel Geld was den Ländern verloren gehen würde wenn der Bund Bildungsaufgaben zentral übernehmen würde..., und man könnte nicht mehr 'progressiv' experimentieren, die ganz-ganz schlauen rot-grünen 'bildungsaffinen Tanten und Tantinnen' in den Ministerien.
im Rahmen des Lehreraustausches englische Schulen kennenlernte u. Lehrer aus England zu uns kamen, bewunderten diese unser effektives dreigliedriges Schulsystem und - vor allem - unsere duale berufliche Ausbildung nach derHaupt- bzw. Realschule.
In England gab es - im Gegensatz zu Deutschland - weitgehend kein verbindliches Curriculum für die allgemeinbildenden Schulen! Dies führte zu erheblichen Defiziten vieler Schüler auf bestimmten Gebieten.
Nur die "grammar schools" (vergleichbar unseren "Gymnasien") erzielten allgemein hohe Lernerfolge. Sie kosteten allerdings Schulgeld.
Was auffällig besser aussah als in Deutschland, war die damals in allen englischen Schulen herrschende Disziplin u. Ruhe. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus!
Die Lehrer waren streng u. belegten Schüler teils mit drakonischen Strafen, die bei uns längst verpönt waren, sowohl bei kleinen Kindern als auch bei älteren.
Heute steht das UK an 14. Stelle des weltweiten Pisa-Rankings, die BRD nimmt Platz 24 ein.
Das Schulsystem leidet nicht am Ende der Schulkette, sondern am Anfang. Schule muss Leistung honorieren und nicht mittelmäßige oder rudimentäre Kognitionsfähigkeit. Mittlerweile schraubt man die Berufsausbildung zurück, um den leistungslos geschulten Nachwuchs halbwegs für Arbeit zu interessieren. Das Leistungsprinzip als gesamtgesellschaftliches Konzept wurde über Jahrzehnte eliminiert. Die Berufswünsche heutigen Nachwuchses sind Influencer, Berufsgamer oder NGO-Jobs.
entscheidend - absolut richtig! Das beinhaltet auch Leistungsmessung - nicht nur bloße Teilnahme... - und mMn dringend die Zusammenfassung etwa gleich leistungsfähiger Schüler:innen in einer Einheit und NICHT 'Inklusion um jeden Preis...', wie ich aus erster Hand (aktive Lehrer:innen) im persönlichen Umfeld weiß...☝
Wir haben letztendlich nur diese einzige Ressource für unseren Wohlstand... Wenn das Bildungssystem endgültig ideologisch getriebenen Experimenten zum Opfer fällt..., dann können wir hier 'bald ganz dicht machen'..., in 10-20 Jahren.
Die genialen Reformvorschläge 'progressiver' Akteur:innen möglichst alles gleich zu machen zugunsten der 'Lernschwächeren bzw. -schwächsten' fällt - einfache Logik! - zu ungunsten der Leistungsstärkeren aus..., in der Praxis - wer hätte das gedacht??
Ausserdem, nur nebenbei erwähnt, muss unbedingt ein Einschulungsqualifikationsnachweis in Form eines Einschulungstests insb. bezüglich der Sprachqualifikation eingeführt werden. Warum... ...? 🤔
Das mag ja alles so sein, wie Sie es beschreiben Herr Prof. Zierer. Nur ist festzustellen, dass das Lernniveau stetig abgesenkt und auf die Notengebung Einfluss genommen wird. Der Lehrermangel den besten Unterricht nicht ersetzt. Aber vor allem die Verwaltungsarbeit inzwischen jeden Lehrer auffrisst. Um gerichtsfest unterrichtet zu haben sind eine Menge Dinge zu dokumentieren, viele Elterngespräche zu führen und inzwischen beschäftigen sich Verwaltungsgerichte mit Schulstreit / Notengebung. Wenn ich sehe, was meine Tochter nach dem Unterricht am Gymnasium Mathe/Chemie noch alles nebenbei an Klassenarbeiten nachsehen und Unterricht vorbereiten, an Verwaltungsarbeit leisten muss und dann ist sie auch noch Teil der Schulleitung, weil der Rektor nicht alles schaffen kann. Da frage ich mich, was will man damit erreichen? Abschaffung des Gymnasiums und dafür eine Partei Lehre bei den GRÜNEN? Dort ist ja Voraussetzungen bei einigen Ämtern keine Schul- oder Berufsausbildung zu haben.
Das mag ja alles so sein, wie Sie es beschreiben Herr Prof. Zierer. Nur ist festzustellen, dass das Lernniveau stetig abgesenkt und auf die Notengebung Einfluss genommen wird. Der Lehrermangel den besten Unterricht nicht ersetzt. Aber vor allem die Verwaltungsarbeit inzwischen jeden Lehrer auffrisst. Um gerichtsfest unterrichtet zu haben sind eine Menge Dinge zu dokumentieren, viele Elterngespräche zu führen und inzwischen beschäftigen sich Verwaltungsgerichte mit Schulstreit / Notengebung. Wenn ich sehe, was meine Tochter nach dem Unterricht am Gymnasium Mathe/Chemie noch alles nebenbei an Klassenarbeiten nachsehen und Unterricht vorbereiten, an Verwaltungsarbeit leisten muss und dann ist sie auch noch Teil der Schulleitung, weil der Rektor nicht alles schaffen kann. Da frage ich mich, was will man damit erreichen? Abschaffung des Gymnasiums und dafür eine Partei Lehre bei den GRÜNEN? Dort ist ja Voraussetzungen bei einigen Ämtern keine Schul- oder Berufsausbildung zu haben.
