Yachten in Mallorca
Auch die Reichen haben ihre Sorgen: Was nützt die schönste Yacht, wenn der Nachbar eine noch größere hat? / picture alliance / Eibner-Pressefoto | Augst / Eibner-Pressefoto

Zum Antagonismus von Arm und Reich - Jenseits von Klasse und Gesellschaft

Die Korrelation von Upperclass und Unterschicht wird momentan wieder publizistisch durchgepflügt. Fördert die Suche nach dem Fetisch des Reichtums irgend etwas Neues zutage?

Pietzcker

Autoreninfo

Dr. phil. Dominik Pietzcker studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik in Freiburg i. Br., Dublin und Wien. Bis 2011 in leitender Funktion in der Kommunikationsbranche, u.a. für die Vereinten Nationen, die Europäische Kommission und diverse Bundesministerien. 2012 Professur für Kommunikation an der Macromedia University of Applied Sciences, Hamburg. Seit März 2026 Magnolia Professur an der Shanghai International Studies University. Zahlreiche Veröffentlichungen zu interkulturellen und wirtschaftssoziologischen Themen. 

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In einer durch und durch materialistischen Welt scheint nichts so wichtig zu sein wie Status und Sozialprestige, aus welchen Quellen auch immer sie sich speisen. Die meisten von uns wollen die soziale Leiter nach oben erklimmen – man hört nur von sehr wenigen, die es nach unten drängt. Dies erzeugt einen unerbittlichen Mobilitätsdruck, dem sich auch diejenigen nicht entziehen können, die schon auf der obersten Sprosse der Statusleiter stehen. Denn auch sie drohen jederzeit von den Nachdrängenden hinabgestoßen zu werden.

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Thomas Veit | Mi., 3. September 2025 - 11:38

Also das mit der jüngeren Ehefrau des Nachbarn... ..., das kann durchaus auch ein echtes Problem in der gemeinen Mittel- und Unterschicht sein, so wie bei uns hier... ... 😉 /Ironie - sicherheitshalber

Ansonsten berührt mich persönlich dieser Artikel nicht...

Markus Michaelis | Mi., 3. September 2025 - 12:50

Das Eine ist das Finden des inneren Lebensglücks. Der Artikel gibt dazu Ratschläge, die meisten lösen das so, dass sie gar nicht immer weiter hinauf wollen. Für eine Gesellschaft kann das auch schwierig sein, weil sie wirtschaftlich zurückfällt - alles eine Frage der Balance.

Was die Gerechtigkeit angeht, würde ich unterscheiden zwischen Reichen, die Firmen aufbauen oder erhalten und solchen, die nur ohnehin vorhandene Ressourcen mit zerstörerischen Mitteln und Blockade anderer an sich reißen.

Reiche haben in allen Jahrhunderten einen Gutteil der Kultur und hochwertig-künstlerischen Jobs finanziert. Eine Gesellschaft ganz ohne Reiche bzw. Leute, die durch ihr Tun reich werden können, läuft historisch gesehen nicht gut. Eine Frage der Balance.

Markus Michaelis | Mi., 3. September 2025 - 13:02

Den Reichen wird angekreidet, dass sie sich selber reproduzieren und die Kinder auch wieder reich sind.

Hier im Forum gibt es fast nur Kommentare von "rechts", aber vielleicht mag jemand mal von der anderen Seite schreiben, wie er Folgendes abwägt:

Deutschland steckt hunderte Milliarden in die Ausbildung seiner Kinder, Umschulungen Erwachsener etc. und auch Zigmilliarden in die Schulung und Chancenmöglichkeiten von Migranten. Man misst sich daran, ob Deutschland leistungsfähiger als andere bleibt. Das wird dann als Erfolg gefeiert, für das Land und für die Menschen, weil sie Chancen und Erfolg haben. Sie sind damit soviel erfolgreicher als ihre Mitmenschen in Afghanistan oder Somalia, wie die Zahnarztdynastie gegen die Bürgergeldempfänger. Wir feiern dass und sehen es als hohes Ziel an.

Was sind dazu die Abwägungen? National - es geht um Deutschland? Müssten wir nicht mit aller verfügbaren Kraft (nicht ein wenig FSJ und GTZ) nach Somalia gehen? Würde das nachhaltig klappen?

Hans Süßenguth-Großmann | Mi., 3. September 2025 - 16:28

wie Luther, "Von der Freiheit eines Christenmenschen".
Der Gefangene, den sie gleich aufhängen werden, ist aber in der Gnade Gottes frei. Das ist eben schwer zu verstehen und zu vermitteln und daher werden wir weiter, die Unterschiede nicht mit Gleichmut ertragen

Ralf Heidenreich | Mi., 3. September 2025 - 16:45

wenn in einer Demokratie Superreiche bedeutenden Einfluss auf die Politik gewinnen, insbesondere in einem wirtschaftlich und militärischen Supermacht wie derzeit in den USA (aber auch anderen...).

Allerdings ist das in den USA bereits seit min. 1945 so - der industriell militärische Komplex, vor welchem US-Präsident Dwight D. Eisenhower in seiner Abschiedsrede ausdrücklich gewarnt hat... ... - und er kannte beide Seiten. Heute sind das die Tec-Konzerne...