- Heiligsprechung einer kalten Wissenschaftsrepublik
Der Wissenschaftsrat steht an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft und Politik. Das neueste Gutachten zur „Perspektive 2040“ enthält brisante Botschaften zur Funktion von Wissenschaft in den gegenwärtigen Krisen.
Der Wissenschaftsrat (WR) steht selten im tagespolitischen Rampenlicht. Paritätisch durch Wissenschaft und Politik besetzt, bestand seine Funktion in der Vergangenheit vor allem in der Begutachtung von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen. Neuerdings äußert er sich jedoch häufiger, ähnlich wie die Leopoldina oder die Max-Planck-Gesellschaft, zu allgemeinen gesellschaftlichen Fragen. Aktuell nimmt der WR unter dem Titel „Wissenschaft in Deutschland – Perspektive 2040“ unter Leitung des Heidelberger Neurologen Wolfgang Wick (Mitglied der Leopoldina) Stellung zur Rolle der Wissenschaft in der aktuellen politischen Situation und bezieht sich dabei auf eine dezidiert ins Katastrophische abgleitende Weltsicht.
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Zitat:
"Selbst wenn man berücksichtigt, dass sich in dem WR-Gutachten eher der bürokratische Überbau zu Wort gemeldet hat, muss man in der Gesamtsicht feststellen, dass es sich um ein rein technokratisches Top-Down-Konzept handelt, das die Gesellschaft nicht als soziales Phänomen betrachtet, sondern als zu steuerndes Objekt, dem man nur mit überlegener Argumentation gegenübertreten kann, die wissenschaftlich geadelt ist und die daher keinen Widerspruch duldet."
Galileo wurde nicht nur wegen seiner wissenschaftlichen Entdeckungen verurteilt, sondern vor allem weil er
das kirchlich verbotene kopernikanische Weltbild öffentlich und überzeugend verteidigte,
die Bibelinterpretation der Kirche in Frage stellte und
sich dabei (aus Sicht des Papstes) auch noch persönlich respektlos verhielt.
Merken sie was liebe Leser und Foristen ???
Die geadelte wissenschaftliche Argumentation ist somit oftmals lediglich ein Popanz der aufdiktiert wird und Sand in das sehende Auge der Wahrheit streuen soll.
... dabei hatte Galilei große Unterstützung durch Urban VIII, war dann aber politisch nicht mehr haltbar. Dazu kam der allgemeine Stand von Wissenschaft und das Erlangen von Erkenntnis. Das man gut 200 Jahre nach der Aufklärung solch opportunistische Soße aus dem WR ertragen muss ist m. E. der Skandal.
Was der Wissenschaftsrat da exerziert, ist eine Indienstnahme durch die "gute" (weil linke) Politik, die die Wirtschaft gerade langsam abzuschütteln versucht, Stichwort "ESG". Teilweise ist das wohl durch das gemeinsame Soziotop von Wissenschaftsmanagement und Politelite zu erklären. Gut, dass es dennoch aufmerksame und widerständige Geister i Wissenschaftsbetrieb gibt, die sich auch von Stigmatisierungen (Populist, Leugner usw) nicht mundtot machen lassen.
Aus Wissenschaft wurde Narrativenschaft, stellt sich nur noch die Frage, wer Wissen schafft.
In gefühlter Zeitraffer kann man den Niedergang unserer Kultur und einst ach so stolzen Industriegesellschaft verfolgen.
Einst mühselig von unseren Vorfahren aufgebaut, nun im Würgegriff politischer Minderheiten, wird an der kognitiven Dissonanz der Wähler gebastelt.
Leider bisher mit Erfolg.
... erweckt den Eindruck, der Text sei in einem Ministerium von müden Beamten mit Hilfe einer KI zusammengeschustert worden, die zuvor mit sämtlichen Anträgen auf Zuerkennung von "Exzellenz" oder mit anderen Förderungsanträgen aus dem Hochschulalltag "gefüttert" und geschult worden ist. Das könnte die durchgehend glatte und hohle Phraseologie am einfachsten erklären.
Vielen Dank an Professor Schrappe für den sorgfältigen Bericht.
Das schöne Foto zeigt Mathematiker bei Ihrer schwierigen Arbeit. Möge doch wenigstens die Mathematik die arg zerzauste Fahne der Wissenschaft hochhalten!
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Dieser Artikel ergänzt übrigens sehr gut den Bericht über die Foto-Ausstellung des männlichen Modells "Pistorius" in der Berlin-Brandenburgischen Akademie.
Forschung muss von "Wissenschaft" abgegrenzt werden. Was heute als "Wissenschaft" mit Wahrheitsanspruch kommuniziert wird, beruht häufig eher auf persönlichen Ansichten als auf wissenschaftlichen Ergebnissen, die einer unabhängigen Prüfung standhalten, gerade im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften. Selbst wo dies der Fall ist (wie beim Klima), sind die Interpretationen oft durch politische Gefallsucht kompromittiert. Auch wenn die Schwerpunktsetzung von Forschung immer Gegenstand politischer Priorisierung war, wird ihre ungenierte Instrumentalisierung zur Stützung der "Alten Eliten" heute kaum noch verborgen. Alles scheint recht zu sein, um diese Eliten zu stützen. Dabei wird ein Stück der antidemokratischen Haltung dieser Eliten ersichtlich: Der Vorteil der Demokratie ist nämlich, dass das Volk seinen König abwählen, alte Eliten friedlich ersetzen kann. "Populismus" ist die Erinnerung an ihre Ferne von den Erwartungen der Bürger und die Art, wie diese Politik verändern.
