Sanduhr
Sanduhr im Sonnenschein / picture alliance / imageBROKER | joseantona

Wem gehört die Zukunft? - Republik der Greise

Die Renten werden erhöht, die Zukunftsfähigkeit des Landes sinkt - und das Wort „Enkelgeneration“ bekommt eine unheilvolle Bedeutung. Über politische Kurzsichtigkeit und die wachsende Kluft zwischen den Generationen in einer alternden Gesellschaft.

Pietzcker

Autoreninfo

Dr. phil. Dominik Pietzcker studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik in Freiburg i. Br., Dublin und Wien. Bis 2011 in leitender Funktion in der Kommunikationsbranche, u.a. für die Vereinten Nationen, die Europäische Kommission und diverse Bundesministerien. 2012 Professur für Kommunikation an der Macromedia University of Applied Sciences, Hamburg. Seit März 2026 Magnolia Professur an der Shanghai International Studies University. Zahlreiche Veröffentlichungen zu interkulturellen und wirtschaftssoziologischen Themen. 

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Nichts ist so unpopulär wie das Altwerden. Antiaging-Produkte, ästhetische Chirurgie und Verjüngungskuren sind ökonomische Wachstumsbringer. Noch nie waren die Sechzigjährigen gesünder und jugendlich-unbeschwerter. „Let’s dance, let’s sway“, wie schon David Bowie intonierte. Doch Demografie ist unerbittlich. Bei sinkender Geburtenrate und ansteigendem Lebensalter ist es nur eine Frage der Zeit, bis das hiesige Rentensystem zum Einsturz gebracht wird. 

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Rainer Mrochen | Mi., 13. August 2025 - 08:56

Die demografische Entwicklung westlicher Gesellschaften im allgemeinen und Deutschlands, im o.a.Text, im speziellen ist doch nicht vom Himmel gefallen sondern eine Entwicklung die über Dekaden absehbar war und diskutiert worden ist. Ebenso verhält es sich mit der jetzt intensiv angeschobenen Rentendiskussion. Die Verantwortlichen der jeweiligen Regierungen haben durch ihr a). nicht Handeln oder b). immer den schlechtesten Kompromiss zu wählen, hier mit Vorsatz gehandelt. Wenn das Schielen auf Wahlergebnisse und die eigene Teilhabe an der "Macht" zum massgeblichen Kriterium für Motivation wird, kann ich nur von hochgradiger Verantwortungslosigkeit sprechen. Das ewige, politische, lavieren um über die Aushandlung von Möglichkeiten zur Befriedigung der eigenen Klientel scheint tatsächlich nur die zweitbeste Möglichkeit zu sein. Um Notwendigkeiten ernsthaft durchzusetzen muß eben auch die Kompromisslosigkeit gedacht werden. Selbst wenn es u.U. zum Nachteil gereicht.

Gerhard Hellriegel | Mi., 13. August 2025 - 09:03

Der "Generationenvertrag" funktioniert nur dann, wenn die Nachfolgegeneration etwa gleichstark ist wie ihre Vorgänger. Das weiß ich seit mindestens 20 Jahren. Die Frage ist, warum wissen das die politischen Entscheider nicht.
Das kommt doch nicht überraschend.
Was meine These bestätigt: sie machen einfach ihren Job nicht.

Dass die Über-60-Jährigen mehrheitlich AfD wählen, ist falsch. Das glatte Gegenteil stimmt. Es sind die etwa 40-Jährigen, die bevorzugt AfD wählen.

Thomas Veit | Mi., 13. August 2025 - 11:28

Antwort auf von Gerhard Hellriegel

Sie wissen es, ganz klar, selbst Blühm hat das zu Lebzeiten noch zugegeben...

Es fällt nur rein strategisch aus ihrer 4/8/max. 12-Jahresdenkweise heraus..., deshalb wird es einfach qeggeschoben..., auf die Nachfolgelegislatur, solange es halt geht... ...

Wirklich strategisch für Deutschland denkt in Deutschland doch niemand mehr..., in der EU übrigens auch nicht... (>> Vorteil China...!🤔)

Wolfgang Borchardt | Mi., 13. August 2025 - 09:29

würde ein Teil der Milliarden, die für unkontrollierte und voraussetzungslose Migration mit allen Folgeerscheinungen ausgegeben werden, ausreichen um Rahmenbedingungen für Kinder und Familien zu schaffen.

Rainer Mrochen | Mi., 13. August 2025 - 11:50

Antwort auf von Wolfgang Borchardt

Ihre Grundidee "Rahmenbedingungen für Kinder und Familien zu schaffen" sollte doch der tragende Grundgedanke für eine zukunftsorientierte und dem Willen nach zukunftsbereite, Gesellschaft sein. Wobei selbstverständlich der "Staat" als homogenes Gefüge und nicht als offene Gesellschaft zu fungieren hat. Auch unter diesem Aspekt ist Globalismus für mich gescheitert. Denn hier kommt lediglich der Austausch von Bevölkerung zum Ausdruck wobei der Entscheiderclub (Politiker mit diplomatischer Immunität gegen gesunden Menschenverstand) glaubt, daß sich dadurch stabile Gesellschaften entwickeln. Dem ist mit Nichten so. Allein die politischen Strömungen unter den Autochthonen sind ja diametral gegensätzlich. Wie soll sich da ein Gebilde entwickeln, daß von kulturfremden lediglich als Cashcow betrachtet und in seinen Grundwerten teils abgelehnt wird. Es war das gemeinsame Schockerlebnis WK II. das nach 1945 familiär/gesellschaftliche Ideale und Werte zum Aufbau des Landes hervorgebracht hat.

Eco | Mi., 13. August 2025 - 11:44

Natürlich beeinflusst die Demographie das Rentenproblem, aber eben nicht nur. Eine wesentliche Größe ist die Produktivität. Es geht nicht nur um Prozente, die für die Rente gezahlt werden müssen, sondern darum, wie viel vom Einkommen übrig bleibt.
Selbst in den USA waren zu Zeiten von Roosevelt die Steuern wesentlich höher als heute.
Außerdem gibt es jede Menge Zahlungen mit denen die Rente belastet wird, ohne das es Rentenleistungen an sich sind. Ein wesentliches Problem ist, dass nicht alle in die Rente einzahlen, die Beitragsbemessungsgrenze führt dazu, dass die Rente für die Mehrheit der eher ärmeren Bevölkerung mit tatsächlich sinkendem Einkommen zuständig ist. Wenn Reallöhne sinken, dann ist es schwer, das Rentenniveau zu halten. Was die jetztige Neiddebatte bezwecken will ist, den Jungen zu sagen, dass sie für die Alten zahlen müssen und das ungerecht wäre. Das Problem ist die Politik, die eben nicht will, dass alle einzahlen und die selber mehr als alle anderen profitieren!