Weltnichtrauchertag - Beim Rauchen hört der Spaß auf

Rauchen ist ungesund, das bezweifelt zum Weltnichtrauchertag wohl niemand. Aber wie ungesund? Das ist für den Verbraucher seit einer neuen EU-Richtlinie nicht mehr klar erkennbar. Damit wird eine ganze Bevölkerungsgruppe für dumm erklärt

Zigarettenschachteln mit Warnhinweisen zu gesundheitlichen Folgen des Zigarettenkonsums sind am 09.02.2017 in der Kunstwerkstatt der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rockenberg (Hessen) zu einem Kunstwerk zusammengefügt.
Jeder Raucher sollte wissen, welche Stoffe er in welchen Mengen mit einem Tabakprodukt zu sich nimmt / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Jochen Zenthöfer ist Jurist und Journalist. Er lebt und arbeitet in Luxemburg.

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Wer über Tabak schreibt, und nicht Mitarbeiter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder eines Krebsforschungszentrums ist, muss immer zuerst seine Distanz zu diesem Produkt äußern, um einen Shitstorm zu vermeiden. Anders als beim Alkohol oder bei Zuckerprodukten erntet der Raucher nach seinem Geständnis kein Augenzwinkern, sondern Abscheu und Ausgrenzung. Daher also zunächst zu meiner Person: Ich bin Nichtraucher – immer gewesen. Ich rate Jugendlichen – natürlich! – vom Rauchen ab. Tabak ist ein Produkt, das die Gesundheit massiv schädigen kann. Ich bin froh, dass in öffentlichen Gebäuden und Zügen nicht mehr geraucht werden darf. Ich will rauchfreie Restaurants und Cafés. Ich will keine Tabakwerbung im Fernsehen zu Zeiten, in denen Kinder zuschauen (also heutzutage fast immer). Ich will, dass auf Tabakverpackungen groß und deutlich draufsteht, welche gefährlichen Stoffe in welchen Mengen tatsächlich enthalten sind. 

Wo liegt die Grenze?

Aber da beginnt bereits das Problem: Denn genau das will der Gesetzgeber nicht. Tabakproduzenten dürfen auf ihre Produkte nicht mehr schreiben, was darin enthalten ist. So beispielsweise beim Teer. Teer entsteht beim Verbrennen von Tabak. Er enthält krebserzeugende Stoffe. Wie viel Teer in einer Zigarette ist, soll der Verbraucher aber nicht erfahren. Das geht zurück auf die neueste europäische Tabakrichtlinie. Dort steht, dass Angaben auf Tabakverpackungen zu Teerwerten irreführend seien. Der Grund: Sie vermitteln Verbrauchern den Eindruck, dass bestimmte Zigaretten weniger schädlich seien als andere. Und dieser Eindruck sei falsch. Das aber würden die Verbraucher nicht kapieren. Die Folge? Man streicht die Informationen ganz. 

Bei jedem anderen Lebens- oder Genussmittel kann ich mich über deren Inhaltsstoffe informieren, nicht aber beim Tabak. Dort steht jetzt: „Tabakrauch enthält über 70 Stoffe, die erwiesenermaßen krebserregend sind.“ Das will ich keineswegs bezweifeln. Doch gibt man bei Google „krebserregende Lebensmittel“ ein, enthält man Warnungen vor: (1) Wurst, (2) Erfrischungs- und „Light“-Getränken, (3) raffiniertem Mehl (wird mit einem 220 Prozent erhöhten Risiko für Brustkrebs in Zusammenhang gebracht), (4) weißem Zucker (Kekse, Kuchen, Getränke, Saucen), (5) hydrierten Ölen, (6) industriell produziertem Obst und Gemüse (98 Prozent enthalten schädliche Pestizide, die krebserregend wirken. An erster Stelle stehen Äpfel, danach Trauben, Erdbeeren, Koriander und Kartoffeln). Der Stern schreibt: „Auch viele natürliche Lebensmittel oder verarbeitete Produkte sind wahrscheinlich oder möglicherweise Krebs auslösend. Dazu zählen etwa Reis, Fisch und Schokolade.“ Auf all diesen Produkten habe ich bisher noch keine Krebswarnung ausmachen können. Weshalb? Weil dort weniger als 70 Stoffe enthalten sind, die krebserregend sind? Vielleicht nur 50 oder 10 oder 2? Wo ist die Grenze, ab wann gewarnt wird? Und was passiert mit Tabakprodukten, die unter diese Grenze geraten? Müssen die dann keine Schockfotos mehr auf ihrer Verpackung zeigen?

Auf die Menge kommt es an

Ich habe verstanden: Tabakkonsum kann sehr gesundheitsschädlich sein. Deshalb werde ich davor gewarnt. Eine Wanderung in Süddeutschland kann aber auch sehr gesundheitsschädlich sein (Zecken!). Die bei manchen Leuten obligatorische Flasche Wein am Abend kann sehr gesundheitsschädlich sein (auf der Weinflasche wird lediglich gewarnt: „Enthält Sulfite!“; keine Schockfotos). Manche Sportarten können sehr gesundheitsschädlich sein (wie oft war Manuel Neuer jetzt schon am Fuß verletzt?). Der Besuch von Musikbars kann gesundheitsschädlich sein (Tinitus!). Büroarbeit kann gesundheitsschädlich sein („Sitzen ist das neue Zucker“). Leben an einer Hauptverkehrsstraße kann gesundheitsschädlich sein (Feinstaub!). Der Job als Vater kann gesundheitsschädlich sein (Schlafmangel!). Kinderspielzeug kann gesundheitsschädlich sein (Weichmacher!). Computerspiele können gesundheitsschädlich sein (Bewegungsmangel!). Vitaminpillen können Krebs fördern („Einige Vitamine fördern Krebs, nur wird das gerne ignoriert“, heißt es in der Apotheken Umschau vom 1. Mai 2016). Alles im Leben kann gesundheitsschädlich sein, es kommt halt auf die Menge an. Aber wie groß die Menge an Teer in einem Tabakprodukt ist, darf ich nicht wissen. Das könnte mich verwirren.

Ein Verbot verhindert nicht das Verlangen

Die Tabakindustrie sagt: Tabak ist ein legales Produkt. Man muss es produzieren, bewerben und verkaufen können. Andernfalls sollte man es verbieten. Ich finde das Argument gar nicht so dumm. (Okay, die Tabakindustrie sagt nicht, wie gefährlich ihr Produkt ist. Stimmt. Aber das sagen die ganzen anderen Hersteller und Anbieter – siehe oben – auch nicht.) Wenn es der Staat ernst meinte, müsste er Tabak verbieten. Es gibt genug Mittel, die verboten sind, wieso nicht der Tabak? Weil es so ausgehen würde wie die Prohibition? Wegen 14 Milliarden an Einnahmen aus der Tabaksteuer?

Ich vermute einen anderen Grund: Ein Tabakverbot würde nicht das Verlangen von Menschen nach Genuss beenden. Die „Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen“ schreibt, dass etwa 50 bis 60 Prozent der Raucher abhängig sind (Tabak – Basisinformation, gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, 9. Auflage, Hamm 2017, 17). Daraus lese ich im Umkehrschluss: Etwa 40 bis 50 Prozent der Raucher sind nicht abhängig und folglich Genussraucher, die jederzeit das Rauchen beenden könnten, es aber nicht tun oder wollen.

Tabak sollte als legales Genussmittel behandelt werden

Bei Genussrauchern fehlen Studien, wie diese Personen im Falle eines Tabakverbots ihren Genuss substituieren würden. Naheliegend wäre ein Wechsel zu anderen Genussstoffen wie Alkohol. Möglicherweise würde aber auch zu Kokain gewechselt. Kokain gehört zu den illegalen Drogen, das sind die unreguliertesten und am wenigsten überwachten Genussmittel des Landes. Jeder Mist kann als Kokain verkauft werden. Tabak dagegen ist das am meisten überwachte und am höchsten regulierte Genussmittel in Europa. Ein Verbot würde Tabak (extreme Kontrollen) auf die gleiche Stufe wie Kokain stellen (null Kontrollen). Kubanischen Pfeifentabak gäbe es dann nicht mehr aus überwachten bayerischen Manufakturen, sondern von zwielichtigen Gestalten auf der Straße. Es hat – aus Sicht des Gesetzgebers – also einen Sinn, Tabak legal zu halten. Dann konkurriert es als legales Genussmittel mit anderen legalen Genussmitteln. Und sollte auch so behandelt und reguliert werden. Auch dabei, welche Angaben auf einer Verpackung angegeben sein müssen. 

Jeder Genussraucher sollte wissen, welche Stoffe er in welchen Mengen mit einem Tabakprodukt zu sich nimmt – genauso, wie der Weintrinker den Alkoholgehalt nachlesen kann und der Pralinenfreund die Zuckermenge. Bei Pfeifentabak darf aber nicht mehr einmal mehr draufstehen, ob er nach Cherry, Rum oder Marple schmeckt. Weshalb? Um Suchtraucher zu schützen? Wer aber bitte raucht Pfeife, wenn nicht ein Genussraucher? Das ist das nächste Problem der Tabakregulierung: Produkte werden in einen Topf geworfen, obwohl sie sich an unterschiedliche Personenkreise wenden. 

Raucher sind erst der Anfang

Der europäische Gesetzgeber hält den Raucher generell für dumm. Das ärgert mich. Nicht weil ich Raucher wäre, sondern weil ich es gefährlich finde, wenn man eine ganze Gruppe von Menschen für dumm erklärt. Wenn das einmal begonnen hat, wird es Schule machen. Als nächstes sind die Schleckermäuler dran, dann die Weintrinker, schließlich die Dieselfahrer, danach Flugreisende, später Sportler gefährlicher Sportarten (wie Fußball). Jetzt ist es nur das Verbot, die Inhaltsstoffe von Tabak benennen zu dürfen.

Okay: Das ist ein vermeintlich harmloses Verbot und lediglich eine geächtete Personengruppe betreffend. (Raucher sind das einfachste Opfer, auf das wir uns alle einigen können. Noch besser als die Gruppe jener Menschen, die Tiere schächten.) Uns Nichtraucher mag all das in hämischer Verbundenheit freuen oder einfach egal sein. Doch der Damm ist gebrochen und beim übernächsten Mal sind wir vielleicht selbst betroffen. Dann hört der Spaß auf. Doch dann ist es zu spät.
 

Michael Hoffmann | Do, 31. Mai 2018 - 12:27

Ich sinniere gerade darüber nach, ob ich mir heute abend auf unserer Terrasse mit Blick auf einen wunderschönen Garten (tausend Dank an meine Frau) bei einem Glas Rotwein eine Zigarre oder eine Pfeife anzünde. Es lebe das Leben!

Rüdiger Meier | Do, 31. Mai 2018 - 12:30

der Bürger sind aus Sicht einflussreicher politischer Kräfte nicht (mehr) gewollt und aus Sicht auch weiter Teile der Bürger nicht (mehr) geachtet. Nur so wird möglich, dass sich ein (gesellschafts-) politischer Mainstream entwickelt, der das Dogma der alleinigen Richtigkeit in sich (und nach außen) trägt und welcher auch von (historisch) kritischer Presse nicht mehr oder nur noch am Rande infrage gestellt wird. Dieser gesellschaftspolitische Mainstream nimmt sich heraus, den Bürger um einer (allein richtigen, natürlich) Moral und vermeintlich zu seinem Schutz vor sich selbst zu entmündigen und zu gängeln.

Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben selbst zu bestimmen, auch sich dabei selbst zu schädigen, sich sogar umzubringen. Das nennt man Freiheit.
Diese Freiheit darf legitim allein und ausschließlich zum Schutze Anderer verhältnismäßig eingeschränkt werden. Saatliche Verbote oder "Lenkungsmaßnahmen" zum Schutze des Bürgers vor sich selbst sind freiheitsfeindlich bigott.

fast richtig, wenn man mögliche Verbotsgedanken nicht beiseiteschiebt bei den dafür zuständigen. Das geschieht weder aus Freiheits- oder Gesundheitsgedanken oder Ähnlichem sondern einzig und allein aus Gründen der Steuereinnahmen.
Das mit einer der zu melkenden Kühe hatte ich ja schon anderswo erwähnt.
:-)

Yvonne Walden | Do, 31. Mai 2018 - 15:08

Das Verbot, zu rauchen, ist für alle schon deshalb akzeptabel, weil ja bekanntlich auch das passive Rauchen, also das Einatmen von rauchgeschwängerter Luft, gesundheitsschädlich ist.
Deshalb kann die Forderung nur lauten: Rauchverbote immer und überall.

Rauchen ist schädlich, keine Frage.

Erstaunlich das Sie aber keinen Anstoß daran finden das durch den weltweiten Flugverkehr( ablassen von Kerosin kurz vor der Landung ) ....Fahrzeugverkehr
( Feinstaub ) ....Kreuzfahrschiffe ( besonders in den Häfen ...der Diesel läuft dort immer mit Schweröl, was der letzte Dreck ist ) unser Leben ( was die Gesundheit betrifft ) mehr zerstört als wie ein paar renitente Raucher.

Eine Frage sei mir gestattet:

Wo halten Sie sich ständig auf, wo sie penetrant rauchgeschwängerter Luft ausgesetzt sind?

Vielleicht sollten Sie ihre Familienmitglieder oder Verwandschaft , was das Rauchen betrifft, mehr disziplinieren. .-))

Sehr geehrte Frau Walden,

ich bin selbst Nicht-Raucher, habe nie geraucht, werde nie rauchen aber ein "Rauchverbot immer und überall" ist bitte entschuldigen sie den Ausdruck, das Dümmste was man machen kann.
Es bedeutet nichts anderes als, dass Tabak verboten werden muss.
Oder wie wollen sie sonst immer und überall das Rauchen verbieten?

Und ein Verbot von Tabak führt wie bei allen anderen Verboten von Genussmitteln zu den dazugehörigen Problemen, Schwarzmarkt, Kriminalität, Koruption usw.
Deswegen kann man dem Autor nur zustimmen genug ist genung.
Schluß mit sinnfreien Verboten.
Wir haben in den wichtigsten Bereichen, Schulen, Büros, Clubs, Restaurants, Züge, Flugzeuge usw. Rauchverbote, mehr ist nicht notwendig.

Diese ängstliche Verbotskultur ist auf Dauer ungesund für die Gesellschaft.

Ralph O. Michels | Do, 31. Mai 2018 - 15:40

Ich rauche jetzt sein 43 Jahren Pfeife und haben in diesen 43 Jahren wahrscheinlich den Gegenwert eines Einfamilienhauses an Tabak- und Mehrwertsteuer gezahlt. Außerdem sorge ich dafür, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der deutschen Rentenversicherung nicht die Beträge ziehen werde, die ich einbezahlt habe. Mit möglichen notwendigen medizinischen Behandlungen infolge des Rauchen sichere ich Arbeitsplätze im Medizinbetrieb. Alles in Allem- mit jeder Pfeife, die ich mir ins Gesicht stecke, tue ich etwas für die Allgemeinheit. Dafür werde ich von Öko- und Gesundheitsfaschisten ausgegrenzt und diskriminiert. Denen wünsche ich, dass sie in einer Gesellschaft landen werden wie sie beispielsweise in dem Film "Die Insel" beschrieben wird. 38 Jahre höchst gesund und reguliert leben um dann als Ersatzteillager ausgeschlachtet zu werden. Wie wunderbar wird diese Welt der schlanken Nichtraucher sein, deren Lifewatch ihnen täglich sagt, was sie heute noch essen dürfen und was nicht mehr.

Günter Fischer | Do, 31. Mai 2018 - 19:43

In reply to by Ralph O. Michels

Pfeife ist natürlich purer Genuss.
Und ohne zu wissen, wie Sie rauchen - ich rauche wie es ein Pfeifenraucher tun sollte - nämlich nicht auf Lunge - also wie ein Glas Rotwein auf der Zunge geniessen - in jedem falle entspannt das 10 x besser als ´ne schnell durchgezogene Zigarette.
Ich rauche 2 - 3 pro Tag und komms damit prima zurecht.
Meine Lunge ist auch ok.
Ich finanziere ähnlich wie Sie, wenn auch aus anderen Gründen.
Falls Sie wissen sollten, wo in Deutschland Tabak zu bekommen ist, der lose und von guter Qualität ist - bitte hier: gfischer1psi@gmx.de
Ich rauche einen Mix, deren Rezeptur beim Urs Portmann in Kreuzlingen liegt.
Da ich dort selten hinkomme, wird es jetzt knapp und ich mag nicht so die Tabake, die auf der Zunge brennen. :-)

Katja Richter | Di, 5. Juni 2018 - 13:04

In reply to by Ralph O. Michels

besser kann man es nicht sagen

Dimitri Gales | Do, 31. Mai 2018 - 15:50

gesundheitsgefährdend. Wegen dem Teergehalt, der sich an den Lungen ablagert und nicht nur dort. Je nach genetischer Vorbelastung kommt es dann irgendwann zu Erkrankungen. Aber das hält die Leute nicht ab, Tabak zu kaufen. Ich habe mal eine Verkäuferin in einem Laden gefragt, ob die als Abschreckung gedachten Bilder auf den Verpackungen wirken; sie sagte, nein, das wäre nicht so. Manche Leute würden Tabakpackungen mit weniger schockierenden Bildern nehmen.
Natürlich kann alles mögliche Krebs hervorrufen, schon allein das Sonnenlicht. Aber Krebs durch Rauchen kann man vermeiden.

Arne Bruhn | Do, 31. Mai 2018 - 16:26

Raucherfolgen sind ein Geschäft! Der Arzt, die Klinik, die Rollstuhlindustrie incl. Autozubehör-hersteller, nicht zuletzt Rehakliniken leben u. a. von starken Rauchern! Und Wirtschaft zählt in D.!
Und belehren lassen sich die wenigstens: Einem Raucher wurde ein Beinabgenommen - ergo musste sein Auto umgerüstet werden. Das Auto brachte ein Freund - der angesichts der Amputation das Rauchen aufgegeben hatte. Sein Kommentar dazu: "Mein Freund raucht weiter, er hat ja noch ein Bein!" Wie bei allem im Leben reagiert der (Nach)denkende, es (über)lebe das Nachdenken!
P.S. Weitere Bespiele auf Wunsch.

alles richtig - trotzdem das grösste Geschäft vergessen: Mutti braucht Steuern:
Die Steuer für Zigaretten beträgt 9,82 ct/St zuzüglich 21,69 % des Kleinverkaufspreises (§ 2 Abs. 1 Nr. 1a TabakStG); bei Feinschnitt 48,49 Euro je Kilogramm plus 14,76 % des Kleinverkaufspreises des zu versteuernden Feinschnitts (§ 2 Abs. 3 Nr. 1a TabakStG).
1 Packung - 20 Zigaretten zu 6 € - folgende Rechnung:
20 Stück * 0,0982 € + 6,00 €* 21,69% = 1,9640 €+ 1,3014 €= 3,2654 € Tabaksteuer. Zusätzlich Mindeststeuer: 20 Stück * 0,20434 €– 6,00 €* 19% / 119 = 4,024 €- 0,957 €= 3,067 €. 1. Regelsteuersatz 3,2654 Euro gilt bis zu einer Länge des Tabakstrangs von 8 cm. > 8 cm + nochmal dieser Steueranteil je begonnene zusätzliche 3 cm
Pfeifentabak: 15,66 € /kg + 13,13 % des Kleinverkaufspreises, mindestens 22 €/kg

Also nicht wenig für Mutti´s Giesskanne.

eine mächtige Lobby - fragen Sie mal den CDU-Mann Kauder. Weshalb sind denn nur in Deutschland Plakatwerbungen für Zigaretten erlaubt? Man wird Ihnen wohl antworten: Man muss etwas für den Industriestandort tun.

Peter Schultheiß | Do, 31. Mai 2018 - 16:30

Alkohol und Nikotin
rafft die halbe Menschheit hin.
Doch nach einem alten Brauch
stirbt die andere Hälfte auch.

Danke für Ihren Kommentar, Herr Zehnthöfer!

Mathias Trostdorf | Do, 31. Mai 2018 - 18:25

Inzwischen hasse ich die EU und die dazugehörigen unnützen Kommissionen (und deren Regulationswut), die offenbar einzig und allein ihren Lobbyisten verpflichtet sind.
Ich hasse sie von ganzem Herzen.

Günter Fischer | Do, 31. Mai 2018 - 19:30

Der Verfasser hat fast die ganze PAlette fein säuberlich aufgelistet und analysiert - das kann ich voll unterschreiben, gerade jetzt, wenn ich weis, dass ich mir im Anschluss eine Pfeife anzünden werde, die ich als Genuss auf dem Balkon bei Sonnenschein als eine von 2 - 3 pro Tag geniessen werde, ohne die Zweifel des Michael Hoffmann zu teilen, denn ein richtiger Pfeifenraucher raucht eine Pfeife wie ein Glas Rotwein auf der Zunge und nicht in der Lunge. Reimt sich sogar.
Zu dem fehlenden Punkt des Verfassers:
Er sinniert ja über EU und Regierung und geneur Rezepturen und deren unterbleibenden Veröffentlichungen wie auch Verbot durch Regierungen und warum nicht.
An der Stelle kommt die einfache Antwort: "Vater" Staat nimmt über den Tabakwarenverkauf nicht unerhebliche Mengen an Steuergelder ein. Damit ist ein Verbotsinteresse doch streng limitiert. Und da in den letzten Jahren die Preise dafür nicht unerheblich gestiegen sind, wächst die zu melkende Kuh wie die Kuh der Autofahrer.

Peter Seidler | Fr, 1. Juni 2018 - 00:52

die besondere Problematik des Rauchens besteht darin, dass dieser gesundheitsschädlichen Sucht auch ausserhalb der eigenen vier Wände auf Balkon oder Terrasse gefrönt werden darf. So kommen selbst im eigenen Heim viele Nachbarn rücksichtsloser Raucher in den "Genuss" des Mitrauchens, was besonders in der warmen Jahreszeit unerträglich werden kann. Zwar gibt es seit Anfang 2015 einen BGH-Leitentscheid, nach dem rauchfreie Zeiten vorgeschrieben werden können, aber das kann nur ein Anfang sein. In den eigenen vier Wändern muss jeder das Recht haben, von dem giftigen Rauch seiner Nachbarn geschützt zu werden.

Stefan Leikert | Fr, 1. Juni 2018 - 10:30

Vielen Dank Herr Zehnthöfer! Ich habe allerdings den Eindruck, Ihr Artikel wurde nicht richtig verstanden. Vielleicht ist das Projekt Volksverdummung doch schon ganz schön weit gediehen.