Sollte die Bekannt- und Beliebtheit einer Tierart darüber entscheiden, ob wir sie vorm Aussterben retten? / dpa

Vom Aussterben bedroht - Die Letzten ihrer Art

Die Zahl der Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, wächst rapide. Wer wird übrig bleiben? Und müssen wir in einer Art „Triage“ entscheiden, wen wir retten wollen und wo Hilfe bereits aussichtslos ist?

Autoreninfo

Lothar Frenz ist Biologe und Journalist und hat viele Expeditionen in abgelegene Weltregionen unternommen.

So erreichen Sie Lothar Frenz:

Ihr dürft nicht aussterben!“, flüstert Jochen Menner, als er dem Vögelchen mit einer Spritze Nährlösung in den winzigen Schnabel flößt. Morgens saßen drei Wangi-Wangi-Brillenvögel paralysiert in ihrer Voliere; am Tag zuvor waren sie noch munter. Immer wieder, von einem Tag auf den anderen, hocken oft mehrere auf einmal gelähmt auf dem Boden. Mittlerweile hat Menner eine Kur entwickelt, um sie am Leben zu erhalten: Er flößt ihnen eine Spezialnahrung ein, eine Mixtur aus besonders viel Zucker, Kalk und Vitamin B – und das jede Dreiviertelstunde. Seine Arbeit wird dann zur ausufernden Intensivpflege.

Menner ist Kurator in einer Zuchtstation auf Java: der 2017/2018 gegründeten Prigen Conservation Breeding Ark (PCBA), einer Arche für bedrohte indonesische Tiere im Osten der Insel. Hier werden neben gefährdeten Säugetieren in über 200 Volieren seltene Vögel gezüchtet, vor allem fast ausgerottete Singvögel – bei manchen Spezies die einzigen bekannten Exem­plare ihrer Art. Nach Studien von Ornithologen werden auf Java wohl mehr Singvögel in Käfigen gehalten, als noch frei herumfliegen. Denn nach einer alten javanischen Lebensregel benötigt ein Mann zu seinem Glück – neben Frau und Kindern, einem Haus und dem traditionellen Dolch – einen Vogel im Käfig. 

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Martin Falter | So, 2. Januar 2022 - 16:58

brauchen wir all das Getier, Hauptsache ich kann auf der Autobahn Vollstoff geben.
Ich glaube wir sind die dümmste Art auf dem Planeten, weil wir uns für die Klügsten halten.

Hanno Woitek | So, 2. Januar 2022 - 17:00

nicht vom aussterben bedroht...im Gegenteil. Und da wir uns ja leider nicht dramatisch reduzieren wollen - keine Aktivisten mehr genug da schon -
müssen diese Arten wohl aussterben. Von uns gibts ja auch genug.

Karl-Heinz Weiß | So, 2. Januar 2022 - 17:13

Das Thema ist sicherlich wichtig. Wir sollten aber die Maßstäbe für unser Handeln nicht aus dem Blick verlieren.
"Alle 13 Sekunden stirbt ein Kind unter 5 Jahren an Hunger"(Quelle: Welthungerhilfe).
Gefragt ist Handeln vor Ort, auch bei ganz anderen Themen wie Migration oder Klimaschutz.

gabriele bondzio | Mo, 3. Januar 2022 - 09:54

im großen Ökosystem der Erde exestieren . Sondern einen wichtigen Beitrag zur Balance dieses leisten.
Mögen sie auch oft unscheinbar und klein sein.
Unterdrückt der Mensch aus seinem eigenen Überlebenskampf, Geldgier und Ignoranz beharrlich (siehe Bienensterben in Europa).
Wenn die Erkenntnis kommt, welche Arbeit sie im Kreislauf der Natur leisten, ist es meist fünf vor zwölf.

„Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.“ (Arthur Schopenhauer)

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