Braune Esoterik - Der Spuk der Vandalen

In den letzten Wochen wurden in Berlin, Wewelsburg und Potsdam drei Fälle von Vandalismus in bedeutenden Gedenk- und Ausstellungshäusern bekannt. Der Verdacht drängt sich auf, dass hinter den zerstörerischen Taten das gefährliche Gedankengut rechter Esoteriker schlummern könnte.

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Eingangsbereich der Wewelsburg bei Büren im Kreis Paderborn / dpa

Autoreninfo

Ralf Hanselle leitet das Kulturresort von Cicero.

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Wahrheit schafft Wahnsinn. Es war Michel Foucault, der als einer der ersten auf diese merkwürdige Dialektik stieß: Im Schatten der Aufklärung blühten seiner Meinung Irrsinn, Demenz und Unvernunft: „Auf jeden Fall stellt das Verhältnis von Vernunft und Unvernunft für die Kultur des Abendlandes eine der Dimensionen ihrer Ursprünglichkeit dar“, so der französische Philosoph in seinem 1973 erschienenem Buch„Wahnsinn und Gesellschaft“.

Damit aber waren nicht nur die side effects der Wissenschaft umschrieben; auch künstlerische Wahrheit scheint vorm Abgleiten in Narreteien nicht gefeit zu sein. Es war sechs Jahre nach Erscheinen von Foucaults Buch, als die italienische Psychologin Graziella Magherini erstmals ein Symptom unter ihren Patienten am florentinischen Krankenhaus Santa Maria Nouva beschrieb, das fortan als „La sindrome di Stendhal“, also als sogenanntes „Stendhal Syndrom“ in die Literatur eingehen sollte. 

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Helmut Bachmann | Sa, 21. November 2020 - 18:30

Der Artikel ist so inhaltsleer, dass er auch von einer KI generiert worden sein könnte. Übrigens: wenn man dreimal in den Spiegel A.H. sagt, dann steht er plötzlich hinter einem. Hui.
Ölschmiereien haben weder inhaltlich noch aktuell einen Bezug zum Rechtsradikalismus, ähnlich wie die Satanisten des veganen Kochs. Also, was macht es wahrscheinlich, dass A.H. Jünger ihr Unwesen trieben?

Christa Wallau | Sa, 21. November 2020 - 19:34

hat es zu allen Zeiten gegeben.
Die Täter waren immer Geistesgestörte. Und die gibt es von jeglicher Art. Aus den jetzigen Vorkommnissen eine b e s o n d e r e Affinität von "Rechten" zu Kunstschändern zu konstruieren, ist m. E. falsch.
Menschen, die sich an Kunst vergreifen, sind immer geistig u. psychisch krank, selbst dann, wenn sie ein Land regieren, wie z. B. die Führer des islamischen Staates, welche die Reste von Palmyra bombardierten, oder die Taliban, denen die Buddha-Statuen von Bamiyan ein Dorn im Auge waren. Stalin ließ die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau sprengen, um dort eine riesige Partei-Zentrale mit einer gigantisch großen Lenin-Statue zu errichten.
Man sieht: Verrückte Fanatiker gab's immer. Sie wurden von unterschiedlichsten Motiven geleitet, ob sie nun politisch rechts o. links standen o. von "Engeln" o."Teufeln" gejagt wurden.

Politisch unsichere u. unruhige Zeiten führen bei Geistesgestörten allerdings stets zu einer Hoch-Konjunktur. Das stimmt.

die Bücherverbrenner? Wer sprach von entarteter Kunst? Etwa Linke?

Und wer fordert heute mehr Heimattümelei im Kunst- und Kulturbetrieb? Die AfD!

Seltsamerweise fallen der Foristin solche Umtriebe von Rechts nicht ein.

Sie beschränkt sich auf Linke und Islamisten.

Vielleicht sieht sie Rechts einfach keine Fanatiker.

Nur Nationalromantiker.

Christian Haustein | Sa, 21. November 2020 - 19:52

Wirklich Sinn machen tut dies ja nicht. Warum sollte ein Brauner, sich über Baal empören? Baal war ein Feindbild des jüdischen Glaubens und wurde zum Beelzebub. Satan stammt aus der christlichen Mythologie und lehnt sich an den Satyren an, diese waren griechischen, bzw. heidnischen Ursprungs. Warum sollte ein Nazi eine Gedenkstätte eines Nazis besudelnxp, wie die besagte Burg. So ganz stimmig und logiacht scheint mir das ganze nicht. Wirkt sonst selbst, wie eine Geschichte aus irwgdneiner Parallelwelt...

Karla Vetter | So, 22. November 2020 - 19:04

In reply to by Christian Haustein

Sie haben Recht. Was genaues weiß man nicht. In Nürnberg wurde das Reichsparteitagsgelände mit Regenbogenfarben beschmiert.Ist das eine" rechte" Aktion ?

Jürgen Keil | Sa, 21. November 2020 - 20:01

"Vielleicht beschädigt er dort am Anfang nur ein Gemälde oder eine alte Plastik; doch schon der Philosoph Seneca wusste davon zu berichten, dass die aus einem Wahn entstandenen Bedürfnisse kein Ende finden werden." In Crimmitschau wurde in diesem Sommer die Bronzeplastik Bismarcks zerstört und die Tuffsteingrotte über welcher Bismarcks Konterfei thronte mit schwarzer Farbe besprüht. AFA 161 war die Bekennersignatur. Es gibt also, um eine aktuelle Wortkonstruktion zu bemühen, rechte und linke Historidioten. Wer von Beiden findet kein Ende? Vielleicht Beide? Nichts ist unmöglich!

Ernst-Günther Konrad | So, 22. November 2020 - 07:38

Ich habe mich in meinem Leben schon mit vielen esoterischen Aussagen auseinandergesetzt. Da gibt es durchaus Dinge, die niemand so richtig erklären kann und wenn das so ist, beginnen Menschen eben sich ihre eigene Erklärungen zu kreieren oder lassen sich von Gedanken anderer inspirieren oder gar lenken. Gerade Menschen, die für sich eine "Sinnsuche" eingeleitet haben, neigen dazu, die Dinge, die sie sich selbst nicht erklären können ins Übernatürliche" zu transportieren. Ja, da kommen die unterschiedlichsten Gedankenansätze bei der Sinnsuche zusammen. Sie benennen "Stendhal" als Krankheit im Artikel.
Ich mag Ihnen auch eine Erklärung liefern für die Zerstörung von Kunst- und Kultur. Vielleicht sind die "Zerstörer" reinkarnierte Seelen, werden an frühere Leben erinnert und die Kunstwerke erinnern sie an leidvoll erlittene Qualen aus diesen Leben. Der esoterische Wahnsinn war schon immer da. Mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Was ist wahr und was nicht. Ein widersprüchlicher Artikel.

Wolfgang Tröbner | So, 22. November 2020 - 11:22

Etwas, was die Urheberschaft von Rechten auch nur ansatzweise plausibel machen könnte? Nein, nichts. Nur: könnte, eventuell etc. Etwas dürftig, Herr Hanselle. Warum schließen Sie von vornherein aus, dass diese Barbarei von Linken, Islamisten, Cancel Culture-Anhängern etc. verübt wurde? Gibt es bei diesen Gruppierungen nicht auch ausreichend Motive für die Schändung wichtiger Kulturstätten Deutschlands? Motive, die zumindest aus meiner Sicht wesentlich überzeugender wären als das, was Sie hier anbieten.

Armin Latell | So, 22. November 2020 - 19:06

Sinnlose Zerstörung oder Beschädigung, ganz speziell gegen Kulturgüter, kenne ich hauptsächlich von sogenannten „Aktivisten“ auf der Gegenseite. Ich habe mit einem Attila Hildmann wenig, eher nichts am Hut, aber irgendjemanden als braunen Esoteriker zu bezeichnen, halte ich für ehrenrührig. Davon ganz abgesehen: der Raub im grünen Gewölbe war wohl auch die Tat rechter Esoteriker, die aktuellen Zerstörungen und Beschädigungen in Kirchen, sogar deren Abbrennen-rechte Esoteriker? Ich habe das Gefühl, da hat sich ein furor sinistrum gezeigt.