Armie Hammer als Rächer in „Citizen Vigilante“
Armie Hammer als Rächer in „Citizen Vigilante“ / © Event Film Distribution

Uwe Bolls „Citizen Vigilante“ - Ein bisschen schwer jugendgefährdend

Ein Film erhält von der FSK keine Kennzeichnung. Der Regisseur spricht von Zensur. Im Netz kursieren die üblichen Vorwürfe. Doch der Film ist nicht verboten. Und Jugendschutz ein wichtiges Anliegen. Das Label „keine Kennzeichnung“ jedoch gehört abgeschafft.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Zuletzt erschien von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

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Kennen Sie Uwe Boll? Nein? Das macht nichts. Uwe Boll ist ein deutscher Regisseur, dessen Trashfilme ihm den Ruf eingebracht haben, der „schlechteste Regisseur der Welt“ zu sein. Schaut man sich seine Filmographie an, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses wenig schmeichelhafte Etikett nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Aber für den vorliegenden Fall ist das nebensächlich: Es gibt das Recht, auch grottenschlechte Filme zu drehen – und sie anzuschauen. Manche machen daraus einen regelrechten Kult.

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Hans-Hasso Stamer | Sa., 27. Juni 2026 - 12:17

Ich habe den Film komplett gesehen - etwa 50 % der Dialoge verstanden. Eine deutsche Synchro/ Untertitel gibt es nicht.

Es ist kein guter Film, ein typisches B Movie. Und der Film badet in Gewalt. Aber er zeigt sie so, wie sie nun mal ist: brutal und abstoßend und zwar von allen Seiten.

Und so wird die vermeintliche Schwäche des Plots zur Stärke: Daß Selbstjustiz keine Lösung ist, sondern ein Symptom, wird mehr als deutlich. Die Racheaktionen mögen kurzzeitig das Gerechtigkeitsempfinden des Zuschauers befriedigend, es wird aber klar, dass es keine Lösung ist. Leichenberge sind nun mal keine Lösung irgendeines noch so schlimmen Problems.

Wenn zwei Mannschaften von Squads ums Leben kommen, dann ist das nicht nur unrealistisch, sondern zeigt auch: Rache zeugt so viel Schuld, dass jede Berechtigung zum kriminellen Motiv wird.

„Wir sind Moslems. Wir leben nach unseren Werten.“ „Sind das eure Werte?“ Brutalste Gang – Rape – Szenen folgen.

Am Ende sind alle, auch die Unbeteiligten, tot.

Mein Text ist so kurz wie möglich, aber ich brauche noch einen 2. Beitrag. Ich habe geschrieben, der Film ist nicht gut. Das stimmt formal, es ist ein Splatter-B-Movie. Aber er benutzt nicht die Gewalt, um seine Botschaft zu verbreiten, sondern er zeigt nur das, was passieren kann und was auch passieren wird.

Hunderttsusende Mädchen in GB wurden brutalst, tw über Jahre, von Migrantenbanden vergewaltigt. Die Politik hat weggesehen, um nicht als rassistisch zu gelten. So wirkmächtig ist das linke Narrativ vom edlen Migranten, der die Gesellschaft bereichert. Und genau dagegen wendet sich der Film.

Er ist nicht gut, aber wichtig. Wir laufen genau in diese Entwicklung, wenn nicht endlich die Politik reagiert und ihre politischen Ziele, die nationalen Identitäten zu Gunsten einer globalen Weltgemeinschaft durch Migration aufzulösen,, aufgibt. Das gibt Mord und Tod Schlack, was wir bereits haben.

Der Film zeigt, dass es noch viel schlimmer werden. FSK 18 IMHO.

S. Kaiser | Sa., 27. Juni 2026 - 19:55

Antwort auf von Hans-Hasso Stamer

Danke dafür.
Genau diesen Eindruck hatte ich auch, nämlich, dass es um ein B-Movie handelt. Aber in keinem journalistischen Artikel fand sich diese Einordnung. Und dann auch noch ein Splatter-B-Movie. Tarantino für Arme quasi, künstlerisch wertlos.
Hätte man ihm einfach eine FSK „ab 18“ verpasst – kein Hahn hätte vermutlich danach gekräht. Aber so provoziert man eher noch einen Streisand-Effekt. Einfach nur dumm, wenn man etwas unter den Teppich kehren will.

C. Schnörr | Sa., 27. Juni 2026 - 13:53

... die Qualität des Films ist in dem Artikel schon alles gesagt, ebenso von Herrn Stamer in seinem Kommentar. Herr Grau thematisiert nur die FSK und damit eine weitere Facette der speziell deutsch-ausgeprägten Verweigerung der Wahrnehmung der Realität. Eine wesentlichere Frage ist: Warum trifft der Film, der international in kurzer Zeit schon Millionen eingespielt hat (Auskunft des Regisseurs), offenbar den Nerv einer erheblichen Anzahl der Bevölkerung, in der Annahme, dass nicht alle "Hardcore" Gewaltfans (Zitat aus dem Artikel) sind?

Thomas Hechinger | Sa., 27. Juni 2026 - 13:58

So naiv, werter Herr Grau, können Sie nicht sein, etwas als nicht zensiert zu bezeichnen, nur weil kein Stempel „zensiert“ drauf ist. Sie sagen es sogar selbst, wischen es aber irgendwie weg: „Allerdings wäre es naiv, davon auszugehen, dass die politische Schlagseite des Films bei der Bewertung des Films keine Rolle spielte.“ Formal kann der Film gezeigt werden. Aber welches Kino nimmt schon das Risiko auf sich, sich hinterher gerichtlich mit Kritikern aus der „Zivilgesellschaft“ auseinandersetzen zu müssen, denen die ganze migrationskritische Richtung nicht paßt und die daher den Aufruf zur Selbstjustiz als willkommenen Anlaß nehmen, den Film abzuräumen. Formal also keine Zensur, effektiv schon.
Übrigens werde ich mir den Film nach der Kritik, die uns Herr Stamer gegeben hat, nicht ansehen. Einen Film, der „in Gewalt badet“, brauche nicht. Da gibt es schönere Dinge zu dieser Sommerszeit.

Straub Klaus-Dieter | Sa., 27. Juni 2026 - 14:29

Diese Art von Film gab es in den 80 Jahren. Nannte sich, ein Mann sieht rot. Hauptdarsteller Charles Bronson!
Damals kein Problem. Heute Zensur durch Medienschaffende! Das wir uns in die Richtung Selbstjustiz bewegen, ist unserer Kuscheljustiz und dem linken Mainstream geschuldet.
Eine Bessere Werbung konnte der Filmemacher doch nicht bekommen. Es ist wie immer, dass Verbotene reizt!

Hans-Hasso Stamer | Mo., 29. Juni 2026 - 12:07

Antwort auf von Straub Klaus-Dieter

Die anderen Rachefilme, wie auch „Ein Mann sieht rot“, richten sich gegen einheimische Kriminelle. Wenn die abgeschlachtet werden von Charles Bronson, trifft es sozusagen die richtigen. Also FSK.

In dem Film von Uwe Boll dagegen trifft es nach Meinung der maßgeblichen linken Kreise die Falschen. Deren Verbrechen sollen nicht thematisiert werden und werden in der von LInken beherrschten öffentlichen Debatte unter den Teppich gekehrt werden.

Deshalb reagiert man so panisch – allerdings gegen die Dialektik des Streisand-Effekts sind auch die Linken machtlos.

Markus Michaelis | Sa., 27. Juni 2026 - 15:01

Die Zahl der Filme, in denen ein Rächer Selbstjustiz übt, scheint mir Legion: Mad Max, Sylvester Stallone, Clint Eastwood, Kill Bill usw. Ich muss das im Vagen lassen, weil ich solche Filme nicht schaue, aber das Muster scheint tiefe menschliche Gefühle anzusprechen. Typisch ist: es wird eine Idylle gezeigt, in die Idylle bricht ein Bösewicht ein, der Gegensatz wird dramatisch in Details dargestellt, wie idyllisch und gut die Idylle ist und wie böse der Bösewicht, dann grausam, feige die Tat. Zur Steigerung vielleicht noch eine Anfeindung, Verdächtigung der Hinterbliebenen. Dann die Katharsis: vorbei an allen Abwägungen wird gerächt, auch nicht einfach gemordet, sondern auch das in einem "fairen" Zweikampf, den der Gute gewinnt. Das ist ein tief sitzendes Muster. "Alle?" Menschen wünschen sich bei ihren Themen der "Demütigung" wieder Kontrolle UND Anerkennung zurückzugewinnen.

Unterschiede gibt es darin, was man als perfekt idyllisch gut und was als perfekt Böse empfindet.

Jens Böhme | Sa., 27. Juni 2026 - 17:07

Wenn ein Film keine FSK erhält, darf der Film nicht in Deutschland öffentlich (Kino, Stream) gezeigt werden. Aus die Maus. Daran ist nichts verwirrend. Die Kritik vom Regisseur ist hier nicht unterstellerisch, sondern klarstellend. Ohne FSK-Einstufung weder unter 18-jährige noch erwachsene Zuschauer möglich (keine FSK18-Freigabe).

Urban Will | Sa., 27. Juni 2026 - 17:16

machen.
Fakt ist: die Politik hat durch konsequentes Negieren der Gefahr unkontrollierter Zuwanderung aus Steinzeit-Gesellschaften ihre Aufgabe, die Bevölkerung vor den Gefahren, die hieraus resultieren zu schützen, komplett vernachlässigt und ist, wie man sieht, nicht wirklich gewillt, daran etwas zu ändern.
Als die AfD die Widerlichkeiten der Grooming-Gangs zum Thema machte, wurde sie übelst beschimpft vom Kartell der Altparteien.
Würde meine Tochter unter Drogen gesetzt und vergewaltigt und ich würde Zeuge dieser Sache, dann... das schreibe ich hier nicht hin.

Selbstjustiz ist eine unschöne Sache, aber auch das letzte, was einem bleibt, wenn der Staat versagt.
Und der deutsche Staat hat in einem Ausmaß versagt, dass einem die Worte fehlen, dies auszudrücken. Und das Benennen dieses Versagens wird sogar zu "Nazi" erklärt. Dieser Staat handelt verachtenswert.

Daher: Selbstjustiz zum Thema zu machen – und sei es noch so simpel – war vielleicht mal überfällig. Danke an Boll.

Volker Peters | So., 28. Juni 2026 - 12:27

Unsinn Herr Grau. Erstens ist die Nicht-Freigabe des Films ein de-facto Verbot, wenn auch nicht von staatlicher Seite. Dass der Film nur in Deutschland nicht gezeigt werden darf, ist ebenfalls kein Zufall. Insofern kann man ruhig Schaum vorm Mund haben.
Der Film ist tatsächlich schlecht gemacht, aber das ist eh Nebensache. Im Kern geht es um eine einfache Frage:
Wann verliert der Staat sein Recht auf das Gewaltmonopol? Das Gewaltmonopol ist kein Naturgesetz, sondern eine gesamtgesellschaftliche Einigung: als Opfer verzichtet man auf Selbstjustiz, dafür kümmert sich der Staat um Strafverfolgung und Bestrafung und natürlich an erster Stelle um die Sicherheit seiner Bürger. Wird er diesem Anspruch nicht mehr gerecht, verfällt auch das Gewaltmonopol, so einfach.

Armin Latell | So., 28. Juni 2026 - 15:32

Nein, ich kannte Uwe Boll nicht, und auch keinen seiner Filme und hätte wohl auch von Citizen Vigilante wohl eher nichts erfahren. Jetzt ist es aber genau anders herum. Das Kind liegt im Brunnen, und Intellektuelle meinen, erklären zu müssen, warum Zensur keine Zensur ist. Der "Schutz der Kinder" muss im Linksstaat für alle möglichen Arten der Zensur herhalten. Wenn in Schulen perverse Linksextremisten, steuerl. subventioniert, Schüler mit Pornographie belästigen, ist das zuerstmal o.k. und die Eltern, die das anprangern, alle braun. Klarnamenpflicht bei sozialen Medien wg. "Kinderschutz". Eine A. Weidel wird im "Knastwagen" von Schule zu Schule gekarrt. Kinderschutz? Freie Meinungsentwicklung? Lächerlich! Das Problem für die Linken ist doch ganz offensichtlich: der Film ist zu nahe an der deutschen Realität. Scheinbar sind die Kinder in anderen Ländern nicht so gefährdet wie in Schland. Kinderschutz ist primär Aufgabe der Eltern, nicht die von Zensoren!