- Der Mann, der Andy Warhol verschmähte
Trumps Zölle, politische Unsicherheit und ein schwächelnder Markt bringen New Yorks Kunstszene ins Wanken. Auktionen scheitern, Käufer zögern – die Vormachtstellung der USA als globales Kunstzentrum steht erstmals ernsthaft zur Debatte.
Oliver Barker ist Vollprofi, und so fuhr der Chefauktionator von Sotheby’s mit dem Frühjahrsverkauf moderner Kunst in New York elegant so fort, als wäre nichts gewesen. Innerlich muss der Augenblick für Barker, der noch im Januar einen Botticelli für 92 Millionen Dollar verkauft hatte, jedoch ein tiefer Schock gewesen sein.
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Das wäre doch für den Donald die Chance, groß in die Kunstszene einzusteigen, nicht mit Tomatensuppendosen sondern mit recht akzeptablen Zeichnungen nackter Frauen, die sich aufs Wesentliche konzentrieren. Aber er will's ja nicht gewesen sein, denn er hat laut eigener Aussage noch nie etwas gezeichnet. Dabei hat er schon vor Jahren eine eigenhändige recht abstrakte Zeichnung der New Yorker Skyline für einen guten Zweck versteigern lassen. Er kann also zeichnen, und gar nicht mal schlecht. Dabei hätte er bleiben sollen! Aber nein, er ist ja leider nicht der erste, der nicht an seinem wahren Talent arbeitet. Wir hatten hier auch mal so einen Postkartenmaler, der musste unbedingt Reichskanzler werden.
So. So. Jetzt ist Trump als Schuldiger des schleppenden bis stockenden Kunsthandels ausgedeutet worden. Also was dieser Präsident alles bewirkt. Ich bin erstaunt, was seine politische Entscheidungen angeblich für Einflüsse haben sollen/könnten/würden/müssten. Ich sage Ihnen was Herr Moll. Mir egal. Ich achte Kunst, auch wenn ich nicht viel davon verstehe. Ja, sie soll Preise haben, das Künstler davon leben können. Aber Millionen aufrufen für ein Bild, eine Plastik, eine Schrift oder was auch immer? Davon halte ich nichts. Das ist und bleibt dekadent.
