Eiskaffee und Kuchen am Strand
Ein wirksames Rezept gegen Terrorismus: Abwarten und Latte Macchiato trinken / picture alliance

Umgang mit dem Terror - Die Dekadenz ist unsere beste Waffe

Kolumne Grauzone: Nach jedem neuen Terroranschlag beschwören Regierungsvertreter und Kommentatoren formelhaft die Standfestigkeit des Westens. Tatsächlich aber geht man umgehend zur Tagesordnung über. Gerade darin liegt eine unglaubliche Stärke

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Januar erschien von ihm „Entfremdet. Zwischen Realitätsverlust und Identitätsfalle“ bei zu Klampen.

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Terror ist Kommunikation. Das klingt zynisch, doch wer etwas anderes behauptet und im Terrorismus lediglich besonders drastische oder infame Verbrechen sieht, verschließt die Augen vor dem eigentlichen Problem – und ergreift die falschen Gegenmaßnahmen.

Es war der russische Anarchist Michail Bakunin, der schon 1870 formulierte: „Wir müssen unsere Prinzipien nicht mit Worten, sondern mit Taten verbreiten, denn dies ist die populärste, stärkste und unwiderstehlichste Form der Propaganda.“ Nur wenige Jahre später brachte der französische Anarchist und Publizist Paul Brousse dieses Konzept auf die griffige Formel von der „Propaganda der Tat“.

Die Propaganda der Tat war eine revolutionäre Strategie. Sie sollte Vorbildcharakter haben und zur Nachahmungen animieren. Ihr Ziel war die Heraufbeschwörung einer revolutionären Situation. Nicht um den Mord selbst ging es also. Die Tat war vielmehr ein Kommunikationsakt, ein Appell. Noch die Rote Armee Fraktion hing in den siebziger Jahren unter Verkennung der gesellschaftlichen Tatsachen dieser verquasten Kommunikationslogik an.

Propaganda an unterschiedliche Adressaten

Wie alle modernen Terrorismen, so hat auch der islamische Terrorismus dieses Konzept der Propaganda der Tat tief verinnerlicht. Allerdings kämpfen die islamischen Terroristen in zwei Kulturkreisen. Innerhalb ihrer eigenen, islamischen Kultur, hat ihre Propaganda der Tat den gleichen Appell-Charakter wie schon bei den europäischen Revolutionären des 19. Jahrhunderts: Sie will zu einem Aufstand gegen die traditionellen Eliten oder Anhänger sie tragender Konfessionsgemeinschaften aufrufen.

Im europäischen Kulturkreis sieht die Situation etwas anders aus. Hier richtet sich die Propaganda der Tat an zwei vollständig unterschiedliche Adressaten: Der eine Adressat ist die Diasporagemeinschaft der im Westen lebenden Muslime. Sie soll zu Nachahmungstaten zum Zwecke der Herstellung einer bürgerkriegsähnlichen Situation animiert werden.

Terror als Absage an westliche Lebensweise

Zugleich richtet sich der terroristische Kommunikationsakt an die westliche Mehrheitsgesellschaft selbst. Seine Botschaft lautet in etwa: Seht her, wie wir eure Dekadenz und eure Liebe zum Leben verachten. Wir sind die Stärkeren, denn wir hängen nicht an den kleinen diesseitigen Lüsten einer träge gewordenen Wohlstandswelt. Und weil das so ist, werden wir siegen.

Anders ausgedrückt: Der islamistische Terror im Westen ist aus Sicht seiner Akteure der Versuch, kulturelle Überlegenheit zu demonstrieren, sie geradezu zu veranschaulichen. Durch asketische Opferbereitschaft, archaische Gewalt und Diesseitsverachtung.

Hass trifft auf Gleichgültigkeit

Doch genau hierin liegt sein Denkfehler. Denn die westlichen Gesellschaften sind für die Sprache des Terrorismus vollkommen taub. Tatsächlich ist der Westen durch seine historischen Erfahrungen, vor allem aber durch seine sozio-ökonomische Entwicklung so zivilisiert, pazifistisch und gewaltverachtend, dass er dem archaischen Vokabular der Propaganda der Tat verständnislos gegenübersteht. Sie läuft ins Leere.

Zwar beschwören Regierungsvertreter, Meinungsmacher und Kommentatoren nach jedem neuen Anschlag formelhaft die Standfestigkeit des Westens und seinen entschlossenen Willen, seine Werte zu verteidigen. Doch dieses kriegerische Vokabular ist Teil eines offiziellen Kommunikationsrituals. Tatsächlich aber geht man umgehend zur Tagesordnung über und lässt sich seinen Latte macchiato schmecken.

Terror wird als lächerlich entlarvt

Man könnte das als Schwäche verstehen. Allerdings ist diese Schwäche eine unglaubliche Stärke. Denn nichts dämmt den Terrorismus effektiver ein als die Kommunikationsverweigerung. Und umgekehrt gilt: Das Vokabular der Terroristen aufzugreifen und ihrer Gewalt unsererseits eine Propaganda der Tat entgegenzusetzen, wäre mehr als kontraproduktiv.

Man kann es auch anders formulieren: Unsere Dekadenz ist unsere beste Waffe. Sie macht die islamitische Propaganda der Tat nicht nur stumpf, sie entlarvt sie auch als lächerlich. Denn was gibt es Absurderes, als sich Anfang des 21. Jahrhunderts im Namen eines Gottes und in der Hoffnung auf ein angebliches Paradies in die Luft zu sprengen? Das ist nicht heroisch. Es ist nur peinlich. Es ist die Karikatur einer Pathosformel. Dass bei diesen albernen Unternehmen Menschen sterben müssen, macht die Sache noch schlimmer.

Etwas anders sieht es mit Blick auf die frustrierten islamischen Jugendlichen in den Ghettos der westlichen Großstädte aus. Zumindest einige von ihnen fühlen sich durch die scheinbare Schwäche des Westens in ihren Ressentiments bestätigt. Hier liegt die eigentliche Herausforderung. Aber auch diese Jugendlichen würden mit Sicherheit lieber auf einem Popkonzert tanzen, als sich dort in die Luft zu sprengen. Wir sollten mehr auf den unwiderstehlichen Reiz unserer Dekadenz vertrauen.

Manfred Steffan | Sa, 27. Mai 2017 - 11:32

... gehören Meldungen über Terroranschläge in die Randspalten und nicht auf die Titelseiten unserer Zeitungen. Wir können und sollen durch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, eine andere Migrationspolitik und was auch immer (das ist eine Frage von Expertenkompetenz) die Gefahr und Häufigkeit von Anschlägen minimieren. Ganz verhindern können wir sie nicht. Wir werden auf absehbare Zeit mit ihnen leben müssen. Haben wir eine Alternative?

Ruth Falk | Di, 30. Mai 2017 - 20:43

In reply to by Manfred Steffan

jedes Wort aus ihrem Kommentar, und füge nur hinzu, dass die Medien endlich aufhören sollen, die Fratzen der Arrentäter immer wieder zu zeigen. Wer sich derart irre aufführt hat sein Gesicht verloren.

Matthias Eberbach | Sa, 27. Mai 2017 - 11:33

.... warum sind dann unsere Medien nicht darin aktiver diese beschriebene Lächerlichkeit von Anschlägen darzustellen? Ich bin es mittlerweile Leid nach jeden Anschlag Sondersendungen zu sehen, wo die Maßnahmen beschrieben werden, die dann den aktuellen Anschlagsort danach für eine Woche zum sichersten Ort der Welt macht, die Regierung beschreibt dass sie alles sinnvoll mögliche tut usw. Das ist schon wie ein Ritual.
Es wird Zeit, dass wir dieses Thema medial mehr im Sinne des Autors angehen

Markus Michaelis | Sa, 27. Mai 2017 - 12:04

Was Herr Grau ausführt ist im Moment wohl der dominierende Aspekt. Aber das muss nicht so bleiben. Unsere Kultur hat auch Widersrpüche und Bruchstellen. Spaltungen der Gesellschaft, auch bis zum Bürgerkrieg sind selbstverständlich auch möglich - wenn auch im Moment nicht am wahrscheinlichsten. In den letzten 2 Jahren hätte es z.B. in FR vielleicht nur noch einiger psychologisch perfider Terrorakte (auch von rechts-national) gebraucht und es wäre unbeherrschbar geworden. Im Moment ist glaube ich wieder mehr Offenheit und damit auch etwas mehr Stabilität in den öffentlichen Diskurs gekommen.

Wo der Islamismus wahrscheinlich trotzdem irrt ist, dass selbst bei erreichen eines Eskalationszusdtands "seine Welt" (alte Gesellschafts- und Weltbilder, Behaupten gegen "den Westen", traditionelle Rolle des Islam) untergehen wird. So wie der alte Westen auch untergehen wird. Man sehe nur mal, den feministischen Hijab - Individualismus und "Wir gegen die" sprengt den alten Islam.

Sepp Kneip | Sa, 27. Mai 2017 - 12:26

Die beste Waffe Stillhalten? Und sogar noch die linke Backe hinhalten? Dieser Terrorismus ist kein Spiel, das zur tätlichen Gegenwehr herausfordern könnte. Dieser Terror ist eine feige Art, Leben zu zerstören. Und deshalb dürfen diejenigen, die so etwas tun, erst garnicht zu uns hereinkommen. Man hat sie aber unkontrolliert herein gelassen und tut es weiter. Also laden wir zum Terrorismus regelrecht ein. Diese Einladung wird gerne angenommen. Die nächsten Attentate sind absehbar. Und die Politik entschuldigt alles mit unserer freien und offenen Gesellschaft, in der sowas immer passieren kann. Das ist tatsächlich Dekadenz und Zynismus zugleich. Zynismus gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen. Es wird den Bürgern eigebläut, das alles im Namen der Toleranz ertragen zu müssen, statt die Außengrenzen dicht zu machen. In ähnlicher Weise sind schon viele Gesellschaften untergegangen. Wir sind gerade dabei es auch zu tun.

Nach wievielen Toten, nach wievielen Anschlägen wird das Konzept nicht mehr funktionieren? Das funktioniert sowieso nur bei denen, die nie direkt etwas mit einem Terroranschlag zu tun hatten oder sogar einene Opfer beklagt haben.

Solche Vorschläge können nicht dauerhaft funktionieren, da wir, im gegensatz zu den Selbstmordattentätern, an unserem Leben hängen.

Einen Vorschlag oder rat, wie damit umzugehen ist? Den kann zur Zeit keiner bieten. Es ist auch nicht möglich, da, selbst wenn in einem Augenblick alle Terroristen und auch potentielle von der Erde Verschwinden würden, wieder welche wie Unkraut nachwachsen würden.

Aus jenen, die schon so lange unter uns wohnen, dass wir sie gar nicht auf dem Radar hatten.

Wir haben, so sehe ich es, schlicht und ergreifend einen Kulturkampf.

August Klose | Sa, 27. Mai 2017 - 13:06

Ihre Worte machen mich fassungslos. Welch ein Trost für die Eltern der Achtjährigen. Wirklich dekadent!

Michaela Diederichs | Mo, 29. Mai 2017 - 12:00

In reply to by August Klose

Erstmalig bin ich mit Herrn Grau ganz und gar nicht einverstanden.

Heinrich Niklaus | Sa, 27. Mai 2017 - 14:31

Dekadenz bedeutet kultur-gesellschaftlicher Verfall und Niedergang. Wenn man dem Autor folgt, dann ist „Dekadenz“, wenn es zur Abwehr gegen den islamischen Terrorismus dienen soll, aber auch so etwas wie ein gesellschaftliches Selbstmordprogramm.

„Von Muslimen lernen heißt, Toleranz lernen“, meint Herr Schäuble, unser Finanzminister. Ich habe mir mal den Weltverfolgungsindex angeschaut: Auf Platz 2- 10 muslimische Länder! Wer, liebe Politiker, hindert euch daran, den Tatsachen ins Auge zu sehen?

Wolfgang Herles: „Früher, es ist noch nicht so lange her, galt Religionskritik als links. Man war auf der Seite der Aufklärung, der Frauenrechte, der Freiheit. Heute gilt der Religionskritiker als islamophob, also als rechts. Wenn das kein Witz ist.“

Karin Zeitz | Sa, 27. Mai 2017 - 16:51

führt dazu, dass uns die islamischen Jugendlichen in den Ghettos der Großstädte als Weicheier verachten und sich immer mehr gegen die einheimische Bevölkerung herausnehmen. Wenn hier nicht gegengesteuert wird werden wir noch unser blaues Wunder erleben.

Anne Müller | Mo, 29. Mai 2017 - 14:34

In reply to by Karin Zeitz

Und zwar sehr bald. Anstatt 20 Jahre über "Leitkultur" zu philosophieren, insbesondere jugendliche Täter nicht mehr für ihre Taten zur Rechenschaft zu ziehen (z.B.: 1. Fall Niklas Bonn-Bad Godesberg, 2. Bericht im General-Anzeiger vom 20./21.Mai 2017 von Wolfgang Kaes "Das Dilemma mit der Leitkultur") muss gehandelt werden wie Rudy Guiliano (ehemals Bürgermeister von New York). Die Stadt wurde durch die von ihm initiierte Aktion "Broken Windows" sehr viel sicherer. Broken Windows: Scheibe eingeschlagen?, Täter finden, Täter umgehend verurteilen, Strafe umgehend verbüßen. Nur so geht es, nur so übergeben wir unseren Enkelkindern eine freie und lebenswerte Welt.

Mathias Trostdorf | Sa, 27. Mai 2017 - 17:34

Ich würde dieses Mal widersprechen.
Der "Westen" geht meiner Meinung deshalb zur Tagesordnung über, weil ihm gar nichts anderes übrig bleibt. Er hat sich durch die angeblich alterativlose "offene Gesellschaft" verwundbarer gemacht als es notwendig gewesen wäre. Daß viele Menschen ihr Leben weiter leben als wäre nichts gewesen, hat damit zu tun, daß sie letztendlich nicht persönlich betroffen waren. Daß der "Westen" als solches zur Tagesordnung übergeht, hat damit zu tun, daß er dem Terror nichts entgegenzusetzen hat (ausser millionenteuren Ausnahmezustand wie in Frankreich), und weil er natürlich auch aus ideologischen Gründen nicht Ross und Reiter benennen und die Gesellschaft, die schon mehr als gespalten ist, noch weiter spalten will.

Thomas Külpmann | Mo, 29. Mai 2017 - 10:55

In reply to by Mathias Trostdorf

beschrieben.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Thomas Külpmann | Mo, 29. Mai 2017 - 14:00

In reply to by Mathias Trostdorf

beschrieben.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

robert renk | Sa, 27. Mai 2017 - 18:05

Da ist was dran Herr Grau, die Strategie der "Dekadenz" ist nicht die schlechteste. Flankierend dazu die Drohne, die aus heiterem Himmel die Bösewichte eliminiert !

Benjamin Beldea | Sa, 27. Mai 2017 - 18:42

Sehr geehrter Herr Grau, das dachte ich früher auch. Mittlerweile habe ich Zweifel an dieser Theorie der Attraktivität westlicher Dekadenz für muslimische Migranten. Was, wenn sich über tradierte Sprachmuster, Verhaltenscodes und Narrative aus den alten Heimaten sowie deren Aktivierung und Verstärkung durch Satellitenschüsselprogramme und Imame in Deutschland ein "Kulturgeist" am Leben hält, der sich gegen sein Vergessenwerden wehrt, den man endlich verstehen lernen sollte?
Das ist den Muslimen in der Geschichte bereits passiert, wie man bei Abdel-Samad nachlesen kann: Nachdem die islamische Welt sich "multikulturell" öffnete, bekam sie einen Schreck und vollzog einen radikalen Rollback.
Wir Westler sollten unsere Rassismusangst überwinden und verstehen und akzeptieren lernen, wie der Mensch als Gruppenwesen wirklich funktioniert.

JULIA WILLE | Sa, 27. Mai 2017 - 20:46

Terror will terrorisieren. Terrorismus ist dann erfolgreich, wenn sich Einzelne, Familien, Gruppen ja ganze Kulturkreise terrorisieren lassen.
Wir in den westlichen Gesellschaften lassen uns unheimlich terrorisieren - was man an unserem völlig verzerrten Risikoempfinden ablesen kann. Wir stimmen unsere Freiheit und Persönlichkeitsrechte einschneiden Gesetzmassnahmen zu, wir geben Millionen für angeblich helfende anti-Terromassnahmen aus, die wir in anderen Bereichen der Gesellschaft dringend benötigen würden.
Die Massenmedien spitzen alles noch zu, Terror und Furcht verkaufen sich halt viel besser als Gelassenheit und rationale Analysen.
Wir als Westen sind so "pazifistisch" dass wir glauben, andere Länder zu bombardieren, Unschuldige zu töten und Bürgerkriege zu entfachen, würde die "Anderen" so terrorisieren, dass sie aufhören Terroristen zu unterstützen, was sie bis dahin gar nicht taten...
Wir müssen eben lernen uns nicht terrorisieren zu lassen, alle zusammen.

Axel Masuhr | Sa, 27. Mai 2017 - 21:40

auch der Dekadente hat anders im Sinne als durch diese Klientel zu sterben(hoffe ich zumindest). Und auch der große Wurf, den der Autor hier skizziert wird den Angehörigen kein Trost sein, zumindest hier argumentiert der Autor erstaunlich nah am Feind. Ferner bezweifle ich dass eben alle an der Party teilhaben können, so nimmt die problematische kulturelle Klientel auch eher zu denn ab, respektive die kulturelle Segregation zu denn ab. Hier rein philosophisch ohne Berücksichtigung von Soziologie, Geschichte und nicht zuletzt der sinn,- und existenzstiftenden Eigenschaft einer Religion zu argumentieren hilft dann doch nur kurz,- denn langfristig.
P.S.: - und wir befinden uns noch in einer wirtschaftlich stabilen Phase, gar nicht die katalysierende Wirkung einer echten Depression erahnend oder die Wirkung eines größeren Konfliktes; also ein wenig dünn das mit der Resilienz, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich nach dem Philosophen...

Jan-Hendrik Schmidt | Sa, 27. Mai 2017 - 22:23

Also, mich überzeugt diese vordergründige Arglosigkeit nicht. Die ständigen Anschläge haben zur Folge, dass hinter der vermeintlich unbekümmert selbstbewussten Fassade Jeder vorsichtiger und verunsicherter wird. Die Leichtigkeit des Westens ist in diesem Jahrzehnt endgültig aus Deutschland verschwunden. Massenhaft Volksfeste, die aus Sicherheitsgründen abgesagt werden und seien wir ehrlich: die Love-Parade könnten wir nicht mehr stattfinden lassen. Nicht nur wegen Terrorgefahr, sondern vor allem wegen Vergewaltigungen und sexuellen Belästigungen. Die Terroristen haben vor allem ein Ziel: Töten und Politik sowie Bevölkerung weichkochen zum fortschreitenden Islam-Appeasement. Genau das Ziel erreichen sie.

Kostas Aslanidis | So, 28. Mai 2017 - 06:10

unschuldige Kinder werden brutal ermordet und man trinkt Macchiato.
Zynisch ohne Ende und Verhöhnung der Opfer.
Das diese anomalen Islamterroristen keine Angst vom Tot haben ist unrichtig.
Vollgepumpt mit Drogen, geben die allerdümmsten ihr Leben her. Die "Klugen" halten nur Reden.
Der Westen kann jederzeit diese Islamterroristen in kurzer Zeit besiegen, es besteht kein Wille.
Der Staat gehört angeklagt, wegen Beihilfe zum Mord.
Die Unfähigkeit ist allerorten, nicht die Stärke.

Dr. Ulrich Mende | So, 28. Mai 2017 - 08:33

Als sonst begeisterter Leser der „Grauzone“ möchte ich heute zum ersten Mal deutliche Bedenken anmelden. „…nichts dämmt den Terrorismus effektiver ein als die Kommunikationsverweigerung.“? Das denke ich nicht, für mich ist der islamische Terrorismus Krieg, die „Selbstmordattentäter“ begreifen sich als Krieger des Dschihad, die unter Einsatz ihres Lebens so viele Feinde wie möglich töten wollen. Eine Art Kamikaze gegen die Zivilgesellschaft. Dieser heilige Krieg wird fortgesetzt werden, mit allen erdenklichen Mitteln – bis uns allen das Latte-Macchiato-Trinken vergangen ist. Die Herausforderung für Europa und die gesamte Welt besteht in der politischen Ideologie des Islam, die der Demokratie mit all ihren Errungenschaften generell und unversöhnlich feindlich gegenübersteht. (Kairoer Erklärung). Wenn wir in unserer Dekadenz weiter sitzen bleiben und zusehen, dann werden unsere Kinder und besonders unsere Enkel nicht mehr frei leben.

Armin Reichert | So, 28. Mai 2017 - 09:31

Lässiges Schulterzucken und keinerlei Empathie gegenüber den Terroropfern zu zeigen ist ja bereits ein guter Anfang, aber da geht noch deutlich mehr:

Den Islam als leuchtendes Vorbild für "Toleranz" darzustellen und Nichtmuslime zu verhöhnen, das ist die Champions-League der Dekadenz. CDU-Minister Schäuble zeigt, wie man's richtig macht!

Jacqueline Gafner | So, 28. Mai 2017 - 11:31

Terrorismus ist das plakative Eingeständnis von Erfolglosigkeit, das auf Rache für die empfundene Demütigung sinnt, gepaart mit Selbsthass, der in der Selbstvernichtung seine extremste Ausbildung erfährt. Das ideologische Brimborium darum herum dient einzig dazu, das zu verschleiern und dem eigenen Versagen doch noch etwas Glanz abzuringen zu versuchen. Auch das letztlich ein Schuss in den Ofen, da sentimentales Pathos dem Lebensgefühl des Westens so fremd (geworden) ist, dass es wirkungslos verpufft. Mord lässt sich nicht adeln, sondern bleibt, was er ist: eine seit Menschendenken in jeder halbswegs zivilisierten Gesellschaft geächtete Form der vorsätzlichen Tötung von Menschen aus niedrigen Motiven.

Das ist die beste Beschreibung zum Thema Terrorismus und Reaktion der westlichen Welt auf dieses Problem, die ich je gelesen habe. Man erinnere sich noch an den lieblosen Umgang mit den Opfern vom Breitscheidplatz, der in einer "Friedenskundgebung" unter dem Motto "Gegen ein Anwachsen der Hetze gegen Migranten, Muslime und Flüchtlinge“ ihren Höhepunkt fand. Die Ratlosigkeit unserer Politiker und der Gesellschaft machen mich sprachlos.

Stefan Jess | So, 28. Mai 2017 - 12:04

"Tatsächlich ist der Westen durch seine historischen Erfahrungen, vor allem aber durch seine sozio-ökonomische Entwicklung so zivilisiert, pazifistisch und gewaltverachtend, dass er dem archaischen Vokabular der Propaganda der Tat verständnislos gegenübersteht. Sie läuft ins Leere."

Falsch, Herr Grau, die "Propaganda der Taten" laufen eben nicht in's Leere.

Oder wie erkären Sie die zunehmenden Wahlerfolge rechter Kräfte? Warum erstarken AfD, Front Nationale, UKIP, Dansk Folkeparti und Partij voor de Vrijheid (Gert Wilders)?

Diese politischen Strömungen und ihre "Wahlerfolge" entspringen dem Wunsch nach Sicherheit, sie sind der Ausdruck von Unsicherheit und Sorge, teilweise sogar Angst.

Eine angebliche Teilnahmslosigkeit des Westens als Stärke zu proklamieren ist nicht nur falsch sondern vor allem auch gefährlich.

Wie sagte Edmund Burke schon: „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“

Ralf Altmeister | So, 28. Mai 2017 - 12:31

In Frankreich hat der Terror dafür gesorgt, dass es seit ca. 1 Jahr den Ausnahmezustand gibt, in Israel hat er zu einer Kultur und Spirale von Vergeltung und Gewalt geführt geführt.
Sollte die Zahl der Anschläge und Opfer zunehmen, wird derjenige politische Mehrheiten hinter sich vereinigen, der am glaubhaftesten eine Beendigung des Terrors verspricht, egal welche Mittel er dazu für erforderlich hält.
Herr Grau zeichnet ein Bild unserer Gesellschaft, welche abgestumpft und schulterzuckend nicht mehr bereit ist, lebens- und menschenverachtende Ideologien (einschließlich Hegemonialansprüchen) zu bekämpfen und in der es keine Sympathiesanten des Terrors gibt. Wenn er sich da mal nicht irrt.
Dies mag für einen elitären, nicht betroffenen, ignoranten Kreis weitgehend zutreffen, für die im Alltag lebenden Bürger nicht.
Spätestens wenn es auf eine Art Entscheidung hinausläuft, wer die Oberhand gewinnt, ist es mit Latte Macchiato vorbei.

Heike Stürmer | So, 28. Mai 2017 - 13:13

Jetzt fühle ich mich vollkommen beruhigt und kann frohen Mutes in die Zukunft schauen. Unsere Dekadenz wird uns retten! Das ist der blanke Hohn. Ich habe jedenfalls nicht vor, wie ein Lämmlein zur Schlachtbank zu gehen und mich tröstet auch nicht, dass ich vor meinem Tod noch einen Latte macchiato geschlurft habe. Diese Geisteshaltung ist unser Untergang.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 28. Mai 2017 - 13:46

Frühschoppen´ anregender.
Die Hoffnung darf man nicht aufgeben. Das tue ich auch nicht für Europäer, europäisierte Migranten und europäisierte Nachbarstaaten.
Deutschland hat Bringschuld gegenüber einem kleinen Teil Afrikas, vor allem Israel, keine gegenüber dem N.Osten, gar keine den USA gegenüber.
China wohl, ganz stark Russland, allerdings nicht bedingungslos und Solidarität, keine Bringschuld gegenüber den europäischen Staaten!
Das wäre doch sonst ein arges Aufrechnen.
Deutschlands Probleme derzeit resultieren v.a. aus Merkels Alleingang und der europ. Politik in Afrika und NahOst.
Dennoch wird seit geraumer Zeit sowohl Parallelgesellschaften nachgegeben als auch deren Kulturen, die diese noch verstärken werden.
Ich wäre gerne früher nach England gegangen.
Wie weit wäre ich als bekennende Deutsche da gekommen?
In einer Gesellschaft kommt man nur an, wenn man sich integrieren, zusammenleben will.
Darüberhinaus gilt nicht das Siedlerrecht, sondern Aufnahme(Gast), Privileg!

Ludwig Stassen | So, 28. Mai 2017 - 14:48

Im Krieg gegen den Terror scheint es paradox zu sein, das sogenannte dekadente Leben zu feiern. Danke für den Artikel der Mut macht stoisch das Leben zu feiern zu leben ud zu genießen. Denn der Terrorist zerstört mit Sicherheit sich im Leben und erhält keine Belohnung nach seinen Tod. Nur Ideologie, Rauschmittel, Neid oder Dummheit der Täter verkürzen das Leben der Opfer ohne das zu befürchten ist, daß sie ihr jenseitiges Leben verlieren sollten. Für den Täter ist nur der Tot sicher und unvernünfig. Dekadent wäre es abgelehnte Asylbewerber nicht abzuschieben oder ungestraft mehrfachen Sozialbetrug bei Mehrfachidentitäten zuzulassen. Unser Tun muß zwar auch reflektiert werden, aber vor allem sollten Migranten kontolliert werden. Der äußeren Freiheit in unserem Land muß die innere Freiheit der neu hier lebenden Menschen folgen durch Kultur des Denkens. Traumata, Gehirnwäsche und Dummheit sind zu bearbeiten. Leider macht die Dosis den Unterschied zwischen Heilmittel und Gift.

Steffen Elsishans | So, 28. Mai 2017 - 15:14

„Tatsächlich ist der Westen […] so zivilisiert, pazifistisch und gewaltverachtend, dass …“ sich zwei der zehn weltweit größten, waffenexportierenden Staaten nicht zu dessen „Wertegemeinschaft“ bekennen.

Torsten Knecht | So, 28. Mai 2017 - 15:35

Politiker sollten nicht den Bürger beschwichtigen - Nein. Sie sollten das Instrumentarium zur inneren u. äußeren Sicherheit den Umständen entsprechend anpassen. Eigentlich muss der Staat nur seine originären Pflichten erfüllen, dafür zahlt der Bürger nämlich Steuern. Von effektivem Grenzschutz ist bisher nix zu sehen o. zu hören.

Stattdessen bekunden die G7 Staaten - außer Trump - den Freihandel als Nonplusultra. Mit anderen Worten: Wirtschaft geht vor Sicherheit, geht vor Menschenleben.

Die Konsequenzen unserer Politiker sind mehr staatl. Kontrolle im Innern (Facebook-Selbstzensur-Lizenz, Ü-kameras ....) u. schärfere Gesetze, die natürlich nicht nur für Terroristen gelten, sondern für alle Bürger. Und nach außen? Waffenexporte (nach SA u. anderswo) für Ursachenbekämpfung!

Oje, erst Ursachen mitverschulden u. nachher die Folgen als Ursachen ausgeben u. sie bekämpfen - doppelt verdienen.

Torsten Knecht | So, 28. Mai 2017 - 15:52

... sieht so aus: Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung arbeitet im Einkommens-und Vermögensvergleich für den Wohlstand der anderen Hälfte der Bevölkerung.

Wer von beiden sich überhaupt Dekadenz leisten kann ist doch wohl selbstredend?

Putzhilfe mit ML o. Vorstandschef mit Boni?

Dekadenz der Reichen ist immer ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft im Inneren nicht mehr zusammenhält u. ihr Abgang naht.

Franz Platz | So, 28. Mai 2017 - 16:18

Wo bleibt der Staat in Ihrer Gedankenkonstruktion? Kann er nach jedem Anschlag so tun als ob nichts geschehen wäre? Reichen denn rein rhetorische Übungen seiner Vertreter vor dem nächsten Latte macchiato aus, um die Terroristen zu beeindrucken? Muss er nicht sein Gewaltmonopol aufrechterhalten, wenn er am Ende in seinem Staatsgebiet noch mehr als ein "Staat" unter vielen sein will. Will er seinen Handlungsspielraum und das Vertrauen der eigenen Bürger in ihn erhalten , kann er sich nicht unbeeindruckt zeigen und weitermachen wie bisher.

Benda Regalin | So, 28. Mai 2017 - 16:29

Grenzen zu und erst um die eigene Bevölkerung kümmern um einen Rückhalt für die Zukunft zu bauen, sonst wird das zusammenklappen, wie noch nie....
Staat die Überhitzung der Wirtschaft zu fördern, sollte man die Inlandsinvestitionen hochschrauben
und mehr Arbeitsplätze für die Zeit nach der "Exportweltmeisterschaft" zu schaffen.
Und natürlich die Sanktionen wegschaffen, sonst wird man nicht nur die Finger verbrennen.....

Klaus Wenzel | So, 28. Mai 2017 - 16:30

Ist das Sarkasmus oder Resignation? Es geschieht etwas Schreckliches und die Menschen im Westen machen weiter wie bisher? Mir scheint, dass der Kommentar auf falschen Prämissen beruht: die Menschen leben nach jedem Terroranschlag zwar äußerlich weiter wie bisher, aber in dem Bewußtsein, dass jederzeit an beinahe jedem Ort erneut ein Anschlag möglich ist. Dieses Bewußtsein bleibt aber nicht folgenlos. Einerseits rüsten die westlichen Demokratien mit Sicherhheitstechnik auf (allen formelhaften Beschwichtigungen der Regierenden zum Trotz), andererseits wird das Verhalten der Menschen durch das Bewußtsein der Gefahr natürlich doch beeinflusst. Zunächst, und in dieser Phase sind wir meines Erachtens derzeit, fällt das Gefühl der Freiheit und Unbeschwertheit bei vielen weg - man ist bedroht und fühlt sich auch so. Das nächste werden Verhaltensänderungen sein im Einklang mit weiteren Einschränkungen der Freiheit. Also, keine Dekadenz, sondern Selbsterhaltungstrieb.

und deshalb und um der armen Opfer Willen, die dann von Merkel bedauert werden, sage ich, jede/r, der, die sich an Terrorismus beteiligt, ihn befördert oder nur stillschweigend verfolgt, ist in meinen Augen ein Verbrecher und Teil dessen, das ich das "sogenannte Böse" nenne.
Keine Bange, Muslime, diese Leute sind nicht nur unter Euch, aber momentan recht häufig bei Euch zu finden.
Ein unkritischer Islam, besonders in Bezug auf sich selbst, hat hoffentlich in Europa keine Zukunft.

helmut armbruster | So, 28. Mai 2017 - 16:44

gerade weil wir dekadent geworden sind, sind wir nicht in der Lage uns zu wehren. Wir haben zu viele Bedenken und Skrupel.
Junge und unverdorbene Völker würden sich einfach nur bedroht sehen und bedenkenlos zurück schlagen.
Wir können das nicht mehr. Und dass ausgerechnet das uns jetzt helfen soll will mir nicht in den Kopf.

Lutz Grubbert | So, 28. Mai 2017 - 17:17

Die Gleichgültigkeit trift besonders die Opfer und ihre Angehörigen. Sie sind in den Nachrichten heute kaum noch erwähnt.Sie sind im besten Fall noch eine Fußnote, dagegen den Tätern endlose Kommentare und Analysen gewidmet. Die von ihnen Herr Grau propagierte und verherrlichte Dekadenz trägt genau zu dieser Geisteshaltung bei. Eine Gesellschaft die nicht fähig ist sich um die Opfer und ihre Angehörigen zu kümmern und mit ihnen zu trauern verliert ihre Existenzberechtigung!

Stefan Lanz | So, 28. Mai 2017 - 20:47

Das ist ja interessant, eine neue Art den Terror zu bekämpfen - mit westlicher Dekadenz...

Der Autor weiss selber nicht wohin mit seiner These, widerspricht sich selber und relativiert in seinem Text, dass es eine wahre Freude ist...

Ja, wechseln wir von den Blumen zur Dekadenz, um Terror zu bekämpfen, das wird sicher die ultimative Waffe gegen Terroristen!

Wohl bekomms!

Samuel Kreuz | So, 28. Mai 2017 - 21:09

Der Gedanke wäre zu schön um wahr zu sein. Betrachtet man ex ante das Verhalten der Regierung in der Flüchtlingskrise, dann geht dieser Erklärungsversuch fehlt. Betrachtet man das Verhalten dieser Regierung gegenüber Russland, dann geht diese Erklärung ebenfalls fehlt. Und die neusten Verlautbarungen gegenüber Trumps Amerika weisen ebenfalls nicht darauf hin. Es hat weniger mit westlicher, auf Dekadenz beruhender Kommunikationsverweigerung zu tun, als vielmehr mit einem dümmlichen Motivbündel aus politischer Orientierungslosigkeit in der Außenpolitik und kreischende Panik, jedes ungelöste politische Problem mit der Frage nach seinen innenpolitischen Auswirkungen beantworten zu wollen. Dabei versucht man von den Kirchen, über die Gewerkschaften und gefälligen Journalisten bis hin zu schwülstigen Preisverleihungen von auf Linie gebrachten Anwaltsvorsitzende die Menschen ruhig zu stellen. Bei all den Anschlägen auf Straßen und Plätzen sind es nämlich diese, die Blutzoll zahlen.

Werner Kirchhoff | Mo, 29. Mai 2017 - 00:00

Die "Dekadenz" kommt weniger von der Bevölkerung als von den Eliten. Letztere können sich in ihren gated communities und ausreichend Bodyguards sicher fühlen. Anders dagegen Frauen, die in Berlin oder anderswo jeden Tag mit der U-Bahn zur Arbeit und zurück fahren müssen. Gerade im Moment des laufenden Bundestagswahlkampfes gaukelt und die Politik vor, die Flüchtlingskrise sei gelöst. Mitnichten! Es kommen noch immer 200.000 oder mehr Migranten, nunmehr geräuschlos, ins Land. Der Familiennachzug wird weitere Ströme bedeuten und in welchem Umfang Integration überhaupt möglich ist, werden wir erst in ein paar Jahren sehen. Leider ist es noch immer nicht möglich, über die Ursachen des Terrors zu reden und diejenigen, die für die Rekrutierung immer neuer "Kämpfer" verantwortlich sind, zu benennen und klare Forderungen an sie stellen. Hier meine ich zuvörderst Imame, Moscheevereine und Islamverbände.

Gerd Fretschner | Mo, 29. Mai 2017 - 07:18

Dekadenz und Gleichgültigkeit?

Mag sein, ähnlich war/ist es wohl auch bei den NSU-Morden gewesen. Auch diese haben es in der Aufmerksamkeit und Diskussion nur kurz in die Mitte von Gesellschaft und Politik geschafft; nun am Rande in den Ausschüssen.
Anders seinerzeit bei den unsäglichen RAF-Morden. Hier war nicht das „gewöhnliche Volk“ das Ziel; aber an diese Diskussion erinnere ich mich noch deutlich: „Was passiert, wenn sie morgen jemanden von der Straße ermorden“;
denn das Volk ist immer und überall zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich glaube, dass damals wie heute ein Kanzler Helmut Schmidt ohne Ansehen der Personen, anders als heutige Politiker, reagieren würde. Z. B. mit sofortigen Grenzkontrollen oder Einwanderungsgesetzen oder?

Jaco Sandberg | Mo, 29. Mai 2017 - 07:25

..., Herr Grau, dass niemals einer aus Ihrer Familie oder jemand aus Ihrem engsten Familienkreis einem islamischen Terroranschlag zum Opfer fällt. Denn ich bin mir sicher, dass Sie danach ganz anders argumentieren würden. Aber so ist das mit dem Elfenbeinturm ...

Werner Wirth | Mo, 29. Mai 2017 - 07:51

Grundsätzlich ist dem Kommentar wohl zuzustimmen, doch bleibt ein heikles und von Herrn Grau nicht aufgegriffenes Problem.

Aus Sicht der Islamisten bedeutet diese nicht recht gelingende "Kommunikation", dass sie die Dosis erhöhen müssen ...

Johannes Luig | Mo, 29. Mai 2017 - 09:07

Ihr Denkfehler, Herr Grau, besteht in Ihrem Wunschdenken. Die Realität zeigt leider, dass die so tun als ob alles gut wäre Strategie versagt: steigende Kriminalität, Migration, Zunahme des Muslimenanteils und des Terrors.
Es wird leider schlimmer und wir müssrn uns endlich wehrhaft zeigen.

Robert Flag | Mo, 29. Mai 2017 - 09:57

Klingt für mich etwas zynisch. Würden Sie das alles auch den Angehörigen der Opfer sagen, Hr. Grau ?

Frank Goller | Mo, 29. Mai 2017 - 10:11

Zitat : Aber auch diese Jugendlichen würden mit Sicherheit lieber auf einem Popkonzert tanzen, als sich dort in die Luft zu sprengen. Zitat ende. Warum gehen sie dann nicht tanzen ? Ich vertraue eher den Sicherheitskräften, scharf kontrollierten Grenzen, Einwanderungsgesetzen und nicht einer Traumwelt.

Zumindest bezüglich dessen, was man oberflächlich die "Flüchtlingskrise" nennt.
Was aber im Kern eine organisierte, auf amerikanische, geopolitische Interessen basierende Aktion ist. Es genügt Brzezinski "Die einzige Weltmacht" zu lesen und das Buch "Migration as a Weapon of War" von Kelly Greenhill, dann landet man von Wolke 7 direkt auf Erde 1.0.
Wer das Treiben von George Soros tiefer gehend analysiert, kommt zum selben Ergebnis. Deutschland soll destabilisiert werden, es ist wirtschaftlich zu mächtig geworden. Zum dritten Mal. Und es könnte sich mit Russland vereinigen, das Gespenst von Rapallo wieder beleben. Ein absolutes No Go amerikanischer Geopolitik. Also Sanktionen, ein "cordon sanitaire" von der Ukraine bis ins Baltikum und Chaos als Heilmittel gegen die krankhafte Russophilie der Germanen.

Ulrich Bohl | Mo, 29. Mai 2017 - 10:28

"Wir sollten mehr auf den unwiderstehlichen Reiz unserer Dekadenz vertrauen." Das meint der Autor
doch hoffentlich ironisch. Denn die offensichtlich
erkennbare Dekadenz kann keine geeignete Waffe
gegen islamischen Terror sein. Sie ist der Beginn des Untergangs einer Gesellschaft. Man verweigert
sich der Realität und versucht mit den lang-
sam nicht mehr zu ertragenden Sätzen von "unseren Werten und unserer Lebensweise" diese als geeignet zum Kampf gegen Terror hinzustellen.
Klingt so. Ich sitze in einem Cafe und trinke einen
Kaffee, neben mir explodierte eine Bombe. Ich
trinke ungerührt weiter. Eine Zweite eine Dritte
explodiert ich komme dabei um und sterbe als
Verteidiger westlicher Werte. Merkel und andere Politiker verurteilen in Ihrer Unfähigkeit
diese zynischen Anschläge auf unsere Werte und loben meine Standfestigkeit und Stärke.
Das Ergebnis, ich habe persönliche keine Anschläge mehr zu befürchten. Zur Nachahmung empfohlen.

Juliana Keppelen | Mo, 29. Mai 2017 - 11:41

Kann ihrem Kommentar nur zustimmen. Und ich ergänze, betrachtet man die vielen blutigen Regime-Change die aus einer Arroganz und Überheblichkeit (wir die Guten und Heilsbringer) heraus in Gang gesetzt wurden ohne die Folgen zu bedenken haben den Geist aus der Flasche gelassen und man bekommt den Stöpsel trotz hohem Blutzoll nicht mehr auf die Flasche.

Sebastian Holg | Mo, 29. Mai 2017 - 13:46

Über solche Reden freut sich die staatlich gehorsame Presse ungemein. Resultiert dieses Konflikt-Toleranz-Konzept doch genau auf den Maßnahmen, die die sog. Mainstreampresse von Anfang an gefahren hat. Salami-Taktik, nachdem die Verschleierung gescheitert ist. Wenn der NDR wie aktuell in seiner Berichterstattung Presseberichte der Polizei zensiert, um die Konflikte der Zuwanderungspolitik nicht offensichtlich werden zu lassen, wird dies nicht folgenlos bleiben. Und wer glaubt, dass eine Gesellschaft bestehend aus Individuen nicht mehr bereit sein sollte seine Interessen notfalls auch mit massiver unkontrollierter Gewalt zu verteidigen, der glaubt wohl tatsächlich dem herrschenden Zeitgeist, dass eine politische Indoktrination den Menschen nachhaltig beeinflussen könnte. Eine Idee so simpel und alt, wie auch falsch. Die konzertierten politischen Maßnahmen der aktuellen Regierung, nicht gegen Terroristen, sondern gegen die eigenen Bürger zeigen deutlich, wen man gerade fürchtet.

Uwe Dippel | Mo, 29. Mai 2017 - 14:48

"Der islamistische Terror im Westen ist aus Sicht seiner Akteure der Versuch, kulturelle Überlegenheit zu demonstrieren, sie geradezu zu veranschaulichen."

Als jemand, der 15 Jahre in einem islamischen Land gelebt hat, und sich ziemlich in dieser Religion auskennt, sehe ich eine grosse Gefahr in Ihrem Satz.
Man kann diskutieren, wie Islam und Islamismus (eigentlich nur ein konstruiertes Wort) zusammenhängen.
Wir haben in den 15 Jahren unglaublich viele friedliebende, humane, gastliche Muslime kennengelernt.
Das genannte Gefühl der Überheblichkeit, der kulturellen Überlegenheit, war allerdings auch bei diesen Menschen durchgängig vorhanden.
Es *gehört* zum Islam, und der Prophet hat den Gläubigen die 'letzte und beste Religion' versprochen.
'Unsere' Muslime würden natürlich nie die Mittel und Wege vertreten, die Sie, Herr Grau, dem 'islamistischen Terror' zuschreiben.
Die Überlegenheit, allerdings, ist unabänderlicher Bestandteil der Religion.

Torsten Knecht | Mo, 29. Mai 2017 - 16:47

... ist es, wenn BK Merkel verkündet das der Terror zum Alltag gehört.

Das geht gar nicht. Unvorstellbar bei Trump, Macron, Putin usw. ... sich hin stellen u. für die gewollte illegale Einwanderung (da sie ja nicht abgestellt wurde) mit verantwortlich zu sein u. weiterhin keine Konsequenzen daraus zu ziehen - stattdessen: Schulterzucken u. weiter so. Terroropfer sind also die "Kollateralschäden" des Freihandels u. der Globalisierung.

Es stellt sich die Frage, was den Politikern wichtiger ist: Entweder Grenzsicherung o. Freihandel? Entweder freizügiger Personenverkehr aus der ganzen Welt nach D. in die Sozialsysteme o. Einwanderungsgesetz u. konsequente Abschiebung?

Merkel (+ G7-1) wägt ab zugunsten der Wirtschaft. Kapitalismus vor Demokratie. Dekadenz war deshalb schon lange vor dem Terror dar. Nur zeigt er sich jetzt stärker. Terror rein lassen, dann Schwafeln über Leitkultur u. weiterhin offene Grenzen ... wie sinnfrei ist das denn?

Werner Wirth | Mo, 29. Mai 2017 - 18:49

Ich muss einer Reihe anderen Lesern zustimmen, dass Graus Text in der Tat gegenüber den Opfern die Grenze zum Zynismus nicht nur berührt, sondern partiell überschreitet.

Zweitens möchgte ich hier eine entgegengesetzte Sicht präsentieren, die von Alan M. Dershowitz vertreten wird und in der er der Auffassung ist, dass der Terrorismus eben doch wirkt.
https://de.gatestoneinstitute.org/10427/terrorismus-wirkt

Graus Sicht hätte ausschließlich DANN etwas für sich, wenn es künftig zu keiner Steigerung des islamistischen Terrorismus kommt, sondern im Gegenteil zu seinem Rückgang.
Mit Dershowitz kann man antworten: Er wird nicht abnehmen, DENN er wirkt.

Jochen Adam | Mo, 29. Mai 2017 - 19:48

Heute ein leider immer wichtiger werdender Motivator, für egal was.
Wie sagt man so schön "so lange es keinem schadet", fraglich ist ob man wirklich immer so lange warten muss.
Allerdings ist hier die Presse in erster Linie in Verantwortung und genau da entsteht das Paradoxon, denn Quoten müssen erfüllt werden

Peter Bigalk | Mo, 29. Mai 2017 - 20:41

Ich halte diese Theorie eher für fahrlässig. Es ist zwar in der Tat lächerlich, sich im 21. Jh. für irgendwelchen Schwachsinn in die Luft zu jagen, das Problem ist, dass Unschuldige Menschen mit sterben. Insofern würde ich den Kommentar eher als ignorant zynisch bezeichnen. Die Fahrlässigkeit des Westens

Mira Kantor. | Mo, 29. Mai 2017 - 21:48

B.Szydlo sagte in Sejm:Wir haben nicht die Absich ein Teil des verrückten Planes der Eliten.Habe Mut zu fragen,wohin will die Europa.Steh auf,wach auf Europa,sons wirst du jeden Tag deine Kinder beweinen.Wenn sie nichtr begreiffen,dass Terrordrohungen Wirklichkeit ist,die jede Nation treffen kann,stehen sie gegen Euroipa,gegen uns allen.Man muss klar sagen,dass diese Angriffe sind Angriffe gegen ganze Europa,auf unsere Kultur,Tradition.Wollen wir Politiker,die uns sagen,dass wir uns daran gewöhnen müssen und die Attacke, als "Incident" nennen? Oder wollen wir Politiker,die Gefahr sehen und wollen dagegen kämpfen?

Paul Steinhäuser | Mo, 29. Mai 2017 - 22:04

"Unsere Dekadenz ist unsere beste Waffe. Sie macht die islamitische Propaganda der Tat nicht nur stumpf, sie entlarvt sie auch als lächerlich."

In den Augen eines Marsmenschen vielleicht, aber nicht in den Augen radikaler Muslime.

Es gäbe so viel an dieser vormittelalterlichen Ideologie, das man der Lächerlichkeit preisgeben müsste, um sie dadurch in die Schranken zu weisen. Vollverschleierte Frauen, die vom Menschenrecht auf den Schleier schwärmen. Die Tatsache, dass man im 21. Jahrhundert wörtlich an Märchen glaubt.
Aber seit Rudi Carell und Salman Rushdie hat die islamische Welt es geschafft, das wir unser Lachen unterdrücken und islamische Blasphemie-Gesetze verinnerlicht haben. Wer gewinnt hier wohl?

Willy Ehrlich | Di, 30. Mai 2017 - 11:30

An und für sich hat Herr Grau Recht. Leider spielen die Medien nicht mit, weil sie aus verständlichen Gründen (Umsatz, Einschaltquote, Reichweite, öffentliche Aufmerksamkeit) leider auf Seiten der Terroristen sind.

Rainer Bungard | Di, 30. Mai 2017 - 22:23

Wir sollten alle IS Kämpfer und potentielle Selbstmordattentäter mit jährlich einer Million Euro unterstützen, damit sie sich endlich mit unserer Dekadenz solidarisieren. Denn wer zwischen einem Ferrari und einem Porsche zu wählen hat, wählt normalerweise nicht den Freitot.

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