Christian Schubert
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Christian Schubert im Gespräch mit Ralf Hanselle - Cicero Podcast Gesellschaft: „Der Transhumanismus träumt von einer sinnentleerten Welt“

Transhumanisten sind davon überzeugt, dass Menschen schon bald mit Maschinen verschmelzen werden. Der Psychoneuroimmunologe Christian Schubert erklärt im Cicero Podcast Gesellschaft die Grundlagen und Folgen eines gefährlichen Menschenbildes.

Ralf Hanselle / Antje Berghäuser

Autoreninfo

Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero. Im Verlag zu Klampen erschien von ihm zuletzt das Buch „Homo digitalis. Obdachlose im Cyberspace“.

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Die Vordenker des Transhumanismus träumen von einer Welt, in der Mensch und Maschine miteinander verschmelzen und Leiden der Vergangenheit angehören. Selbst der Tod soll in der Vorstellung manch eines transhumanistischen Vordenkers abgeschafft werden. 

Ralf Hanselle, stellvertretender Chefredakteur von Cicero, beleuchtet im Gespräch mit dem renommierten Innsbrucker Neuroimmunologen Christian Schubert die Risiken und Grenzen dieser Zukunftsphantasie, die sich nach Meinung Schuberts bis in die moderne Maschinenmedizin hineingefressen habe. „Diese ganzen technischen Erneuerungen und sogenannten Fortschritte sind nur in einer bestimmten Dimensionalität weiter“, ist Schubert überzeugt. Das Leben selbst aber sei wesentlich komplexer und passe daher nicht in technologisch generierte Modelle.

Das Gespräch wurde am 04. September 2025 aufgezeichnet. 

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Markus Michaelis | Fr., 5. September 2025 - 17:05

oft nur als Podcast und nicht als Transkript kommen. Den Podcast konnte ich leider nicht hören, aber meine Frage wäre, dass es weniger darauf ankommt, wovon die Transhumanisten träumen. Die Verschmelzung von Mensch und Maschine ergibt sich durch den technologischen Wandel fast zwangsläufig und egal, wie man das ausgestaltet, ist es eng mit einem Ende des "klassischen Menschsein" verbunden, in dem es Begriffe wie "Ich", "Wille", "Freude", "Angst", "Tod", "Mitmensch" etc. gibt, einfach weil all diese Ideen eng mit einer bestimmten Hardware (dem Aufbau unseres Körpers und Gehirns) verbunden sind und in anderen Umgebungen normalerweise erstmal ihre Bedeutung verlieren. Sie sind da weder gut noch schlecht, sie sind nicht mehr definierbar. Es wären erstmal sehr vertrackt scheinende, spezielle Kunstgriffe, wenn man verschmelzen wollte und gleichzeitig diese Begriffe "retten". Andererseits scheint die Verschmelzung ziemlich unausweichlich. Ein großes Thema.

Christoph Kuhlmann | Fr., 5. September 2025 - 17:55

Wer mit Psychologie nur über Wissenschaftssoziologie, ein total mechanisiertes Methodenseminar und zwei Freundinnen, die unbedingt eine Therapie brauchten, deren Medikation ihre Kognition schädigte in Berührung kam, der kann es einfach nicht. Einer Wissenschaft, die alle 10 Jahre das Paradigma wechselt, aber nicht ihre Funktion traue ich persönlich nicht über den Weg. Ich bin mir meiner Vorbehalte bewusst. Insbesondere, da das soziale Konstrukt des Wahnsinns der Psychotherapie ein Übermaß an Macht verschaffte. Siehe Foucault in Wahnsinn und Gesellschaft. Wenn ich dann einen Forscher von Gefühlen reden höre, dann blinkt bei mir das Lämpchen. Der Verweis auf Gefühle impliziert den Verzicht auf intersubjektive Überprüfbarkeit. Der Ansatz, das Ganze über die Körperchemie in Zeitreihen - Beobachtungen in - und deduktiven Falsifikationstests der Forschungsmechanik zugänglich zu machen ist jedoch sehr interessant. Auch wenn die Empirie ein Ausbund an Subjektivität und geistloser Mechanik ist.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 5. September 2025 - 21:26

dass ich hier nicht viel dazu schreiben kann.
Soviel aber doch, ich finde seinen Ansatz sehr interessant, sehe gerne das Schweizer Gesundheitsfernsehen, wurde früher homöopathisch behandelt, da sieht man auch nicht viel und schätze Naturheilkunde etc., um etwas zu verstehen.
Die moderne Medizin ist hervorragend geeignet für effektive Behandlung, wenn man aber auch schon weiss, in welchen Zusammenhängen Krankheiten wüten.
Die Auseinandersetzung zwischen Freud und C.G. Jung füllt Bibliotheken und verliert evtl. an Schärfe, wenn man sich klarmacht, dass psychische Tiefenstrukturen sicher mit unserem Herkommen zu tun haben, unserem "unvordenklichen Sein", wenn man aber Nietzsches Zarathustra anlegen darf, dann auch mit unserem Hinübergehen.
Wenn man dann noch Vernunft übersetzt als die Fähigkeit/ Beschaffenheit, "Zusammenzu/nehmen/gehen", wundert es vlt. nicht, dass ich vermute, dass Nietzsche in seinem großen Werk "Also sprach Zarathustra" m.E. von der großen liebenden Vernunft spricht.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 6. September 2025 - 09:03

anlangt, reicht es da nicht, "I AM LEGEND" gesehen zu haben?
Modifikation von Genen, die dann immun sind gegen Krebs, die Träger aber in Monster verwandeln?
Ich will gar nicht sagen, dass Nietzsche nicht auch hoffte, dass es eine Superintelligenz geben möge.
Ihm schwante aber auch, dass sie in seiner Gestalt existieren würde oder vielleicht der eines Hawkings?
Andererseits gibt es viele Mythen und Erzählungen darüber, wie ein geliebter und liebender Mensch heilen kann, siehe auch Jesus Christus.
Apropos "Modifikation" von Genen.
Ich weiss leider immer noch nicht, ob wir das "Corona-Virus" einer Gemanipulation "verdanken".
Tendiere also zu denjenigen, die den Transhumanismus sehr kritisch sehen und eher in Richtung Machtzuwachs.
Merke, die Ansammlung nicht durchschauten Wissens erhöht nicht die Wahrscheinlichkeit, es damit zu schaffen, den Durchblick.
Der Kellner*, der uns im Restaurant bedient, kann "sehender" sein als wir.
Nur weil er es nicht ausgebildet hat...?
Siehe "I.Q.", 1994

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 6. September 2025 - 09:38

um Einsteins Kinder ein.
Sind sie in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters getreten?
Nicht selten erwartet man von Kindern eine Art "qualitativen Transhumanismus"?
Möglich, dass sie es waren, qualifiziert, einfach nur, weil sie nicht mehr an dem verstarben, das den Tod des Vaters herbeiführte oder früher sprechen lernten?
Ich habe ganz großen Respekt vor allen Wesen, die neues Leben hervorbringen können, vermutlich, indem sie leben und lieben.
Demgegenüber hält sich meine Begeisterung für Menschen in Grenzen, die glauben, Leben "zusammensetzen" zu können.
Deshalb ist die "Mütter*rente" meines Erachtens ein gutes Projekt der CSU.
Danke
Nehmen wir Goethe.
Die eventuelle Behandlung seines Sohnes nehme ich ihm übel.
Er kann noch soviel nachgedacht haben über die Dinge des Lebens und des Himmels, vor seinem Sohn oder seiner Frau aber versagt haben.
Gestellt vor die Wahl zwischen Leben oder Wissen, wählte ich immer das Leben und scheiterte dennoch meist.
...und auch nicht. Ich kann lieben?