Tom Cruise
Tom Cruise auf einer Pressekonferenz zu „Top Gun: Maverick“ in Tokio / dpa

Top Gun: Maverick - Der Letzte seiner Art

Seit dieser Woche läuft „Top Gun: Maverick“ in den Kinos, die Fortsetzung des Klassikers von 1986. Als Genrefilm funktioniert die Produktion. Der Schauwert ist erheblich. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film in mehrfacher Hinsicht ein Anachronismus ist. Das allerdings macht ihn schon wieder sehenswert.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Januar erschien von ihm „Entfremdet. Zwischen Realitätsverlust und Identitätsfalle“ bei zu Klampen.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Es ist eine der populärsten Eröffnungssequenzen der Kinogeschichte: Ein synthetischer Rhythmus setzt ein. Das Paramount-Logo erscheint. Ein Glockenschlag ertönt. Dann wird die Leinwand schwarz. Der Paramount-Schriftzug wird eingeblendet, die Namen der Produzenten, des Regisseurs, des Hauptdarstellers, der Hauptdarstellerin, schließlich eine Tafel. Sie informiert, dass am 3. März 1969 die US-Navy für ihre besten Piloten eine Eliteschule gegründet hat. „Today, the Navy calls it Fighter Weapons School. The flyers call it: Top Gun.“ Was für eine Titelsequenz!

Danach sieht man, wie Männer auf einem Flugzeugträger Kampfflugzeuge einweisen, Jets in ihre Startposition rollen, den Schlitten der Dampfkatapulte einhaken und Gasstrahlabweiser im Sonnenaufgang aus dem Startdeck klappen. Und als dann bei Minute 02:39 eine Maschine Vollschub gibt und die Triebwerke aufheulen, setzt Kenny Loggins „Danger Zone“ ein. Eine Pathosformel des Genre-Kinos reiht sich hier leichthändig an die andere. Schwer, sich dem zu entziehen.

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Romuald Veselic | Sa, 28. Mai 2022 - 15:59

gestern angeschaut. Sie haben recht, der Streifen ist schon jetzt ein Relikt, obwohl es um die Zerstörung der Iranischen Atomanlage geht, was ich wiederum richtig finde.
Die Klerikalnazis sind nur anders angekleidete/ideologisierte Putins/Lukaschenkos, aber in Unsympathie Werten gleichwertig.
Die Gen5-Fighter zu hunderten, haben nur die Yankees. Die Su50 Maschinen im Film (RUS Fabrikate) haben selbst die Russen nur wenige. Diese Technologie, ebenso wie die B2A/F22A der Amis, werden niemals weiter verkauft (nicht mal an die besten Verbündeten, wie Brits o. Japs), bevor die Gen6-Fighter antreten werden.

Helmut Bachmann | Mo, 30. Mai 2022 - 13:48

dass es einen Artikel zu einem Blockbuster gibt. Es steckt ja oft viel mehr drin, als man auf den ersten Blick sieht. Trotzdem zwei Einwürfe: der Sohn des toten Wingman macht ihn nicht für den Tod des Vaters verantwortlich, auch wenn er etwas provokativ in diese Richtung sagt. Er ist sauer, weil Maverick ihm die Karriere blockiert hatte. Nun gut, es bleibt Interpretation, man ließ es bewusst wage. Zweitens: ohne Star kein Popcornkino. Das diverse, „demokratische“ Kino, wird abstürzen wie eine MIG nach Begegnung mit Mitchel. Der Film macht Spaß und er ist in der Tat ein wenig Balsam für alle, denen Teil eins dialogtechnisch „etwas“ zu platt war. Charmant und witzig, atemberaubende Flugszenen.

Martin Falter | Mo, 30. Mai 2022 - 14:59

wer soll sich den Quark den antun und für US Streitkräfte Werbung auch noch eine Kinokarte zahlen?

Das ist alles so schlecht und schon tausendmal gesehen worden.

Kino das kein Mensch braucht, ausser ein paar Rednecks.